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Streit um Nato-Budget: Trump will "Rückerstattung" von US-Ausgaben
DPA

Dass die Nato-Partner nicht genug für ihr Militär ausgeben, hört man von Donald Trump schon länger. Per Tweet fordert der US-Präsident von ihnen nun eine Erstattung der ausgelegten Kosten für Verteidigung.

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Talloires 11.07.2018, 17:21
180. Milchmädchenrechnung?

Zitat von a.vollmer
Was hat der Aufwand der USA für Südkorea oder im Irak oder in anderen Gegenden der Welt mit der NATO zu tun? Das ist das "Privatvergnügen" der USA und wenn man den Anteil der Kosten einschließlich der Kosten für die Veteranen und Forschungsaufwendungen, die das Pentagon oder DARPA zahlen, herausrechnet, dann wendet die USA weniger ihres BIP für Verteidigung auf als beispielsweise Deutschland. Umgekehrt könnte die Bundesregierung auch anfangen mehr F+E und Hochschulausgaben von der Bundeswehr zahlen zu lassen, wenn sie irgendetwas mit nationaler Sicherheit, Materialentwicklung oder neuen Technikfeldern zu tun haben. Das KdoCIR könnte alle Informatik-Fakultäten finanzieren und das Bafög der Studenten in dem Bereich durch Wehrtechnik-Stipendien ersetzen. Der Wehretat wäre sofort ohne Mehrausgaben auch oberhalb 2% vom BIP.
Die echten und regelmässigen Nato bezogenen Ausgaben von Herrn Trump stellen vielleicht nur die Hälfte des gesamten US Wehretats dar, aber im Fall eines Falles steht die pazifische US Macht, die Navy oder strategische Waffen ja auch als Reserve für die Nato zur Verfügung. .
Wenn also reguläre Nato bezogene Ausgaben der USA die Hälfte des US Wehr-Budgets oder ca 1,8% vom BIP verschlingen, so ist das nicht die ganze Wahrheit, denn es kann jederzeit Verstärkung aufgeboten werden. Vetreranenkosten oder Unis herauszurechnen bringt da nicht mehr viel. Auch die BW verteilt Forschungsaufträge und betreibt zwei Unis. Eines ist allerdings sicher, die 1,8 Prozent der Amis finktionieren, unsere 1,3% dagegen nicht.

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Trevor Philips 11.07.2018, 19:09
181.

Zitat von kuac
Welche Verteidigung? Gegen wen? Putin ist doch der größte Buddy von Trump. Ehrlich gesagt, Trump will nur Waffen verkaufen.
Tja meiner Meinung nach das beste Argument warum der Rest der NATO, zur Not ohne die USA einen russischen Einfall in Nord-, Nordost- und Osteuropa abwehren können sollte.
Wenn die beiden so gute Buddies sind wäre das nur vernünftig oder?
PS: Tump weiß das er in Europa nicht so viel Waffen verkaufen wird können, dazu gibt es ja immerhin auch hier genügend Rüstungsindustrie die etwas zu leisten vermag, also die in Schweden und dem UK.

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rloose 11.07.2018, 19:14
182.

Zitat von cogitabilis
Ich persönlich könnte mir aber vorstellen, wenn es z. B. heißt, dass man für die Verteidigung der offenen Räume nach Osten - unter Berücksichtigung wahrscheinlicher Bedrohungszenarien - 600 Kampfpanzer plus evtl. 200 Kampfpanzer in Reserve benötigt.
Es gibt keinerlei Bedrohung aus dem Osten und auch nicht aus dem Westen. Wer sollte uns schon bedrohen, und vor allem warum? Wir haben hier absolut nichts zu bieten, was die Kosten eines Überfalls, vom Halten der Eroberungen will ich gar nicht erst reden, auch nur annähernd kompensieren würde. Sollte ein solcher Überfall erfolgen, dann kann dies nur aus irrationalen Gründen dazu kommen. In einem solchen Fall nützen Ihnen dann auch irgendwelche Panzer nicht, da Sie dann auch davon ausgehen können, dass dieser irrational Handelnde auch vor dem Einsatz von A-Waffen nicht zurückschrecken wird. Wenn Sie also irgendetwas gegen solche Szenarien unternehmen möchten, dann setzen Sie auf Abrüstungsverhandlungen und Ächtung solcher Waffen.

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rloose 11.07.2018, 19:23
183.

Zitat von bakiri
Jemand sollte mal berechnen, was die kriegerischen Alleingänge der USA kosten und das von deren 3,5 % abziehen, dann wäre vermutlich nicht mehr viel übrig. Im übrigen finde ich auch, es sollten alle 2% erreichen und es dürfen kriegerische Handlungen nur noch mit Beschluss der NATO durchgeführt werden. Dann hätten alle was sie wollen, die USA die 2% und der Rest keine Alleingänge der USA mehr. Das wäre doch mal ein Kompromiss und ein riesiger gesellschaftlicher Sprung. Man sollte aufhören von Trump zu reden, er ist der Präsident und vertritt die Bürger der USA (vor allem die, die ihn gewählt haben). Das Problem ist nicht er, sondern Teile der US-Gesellschaft. Er stellt das Problem nur in personifizierter Form dar.
Warum soll ein Verteidigungsbündnis 2% für Militär ausgeben? Es sollte soviel ausgegeben werden, wie für Verteidigung benötigt wird. Dafür muß aber erstmal analysiert werden, wer uns überhaupt bedroht. Wenn die NATO reichlich mehr für Verteidigung ausgibt als der Rest der Welt für‘s Militär, dann scheint mir das im höchsten Maße ineffizient oder rechnen wir mit einem Angriff von Außerirdischen. Das ganze ist ebenso sinnvoll als würde die Regierung beschließen jeder gibt jetzt mal 10% seines Lohns für Autos aus damit die Mobilität gesichert ist.

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mazzeltov 11.07.2018, 19:31
184.

Zitat von mostly_harmless
LOL, ach echt? Wie geht das technisch? Wenn die GIs einkaufen gehen, zeigen sie ihren Armeeausweis vor und bekommen dann die Mehrwertsteuer abgezogen? Gute Güte, was mancher hier zusammenphantasiert ist wirklich unglaublich.
Ich erkläre Ihnen gerne wie das "technisch geht"... (auch Mr Trevor Williams bei http://www.spiegel.de/forum/politik/streit-um-nato-budget-trump-will-rueckerstattung-von-us-ausgaben-thread-776364-16.html#postbit_66631832 darf sich angesprochen fühlen) Der GI kauft auf der Basis ein, in Geschäften, in denen Sie in der Tat Ihren Dienstausweis vorzeigen müssen.

Die Produkte sind nicht nur mehrwertsteuerbefreit, man erhält dort auch Dinge, die in unseren Läden nicht oder nur schwer erhältlich sind. Allein wenn ich an die Hummer und die Krabbenbeine denke, werde ich schwach in den Knien...

Beim Einkauf in deutschen Läden ist das mit der Mehrwertsteuerbefreiung etwas umständlicher - geht aber auch. Quittung einreichen, Formular ausfüllen, Mehrwertsteuer rückerstatten lassen.
Die Frage ist nur: Warum solle der normale GI in deutschen Läden kaufen (außer vielleicht Bier)? Das scheitert doch bei den meisten schon an den mangenden Sprachkenntnissen.

Ich vermassele Ihnen ja ungern ein herzhaftes Lachen - aber dieses LOL war überflüssig.

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jamguy 11.07.2018, 19:35
185.

Zitat von Atheist_Crusader
Ja, der Rest der NATO sollte entweder den gemeinsam vereinbarten Richtlinien für Rüstungsausgaben nachkommen oder neu verhandeln. Aber Niemand glaubt für auch nur eine Sekunde, dass die USA dann ihr Verteidigungsbudget senken würden. Ginge es Trump um die Kostenersparnis dann hätte er nicht erst das Budget in neue schwindelerregende Höhen geschraubt. Sondern schlicht angekündigt, dass man jetzt eben an den Truppen in Europa spare um das Geld anderweitig auszugeben - und die Europäer das besser mit ihren eigenen Rüstungsausgaben kompensieren. Die USA gefallen sich darin das mächtigste Militär der Welt zu haben, nicht zuletzt weil sie sich gerne mal als allein gegen den Rest der Welt sehen. Die Rüstungsindustrie ist ein wichtiger Part ihrer Wirtschaft: man muss Steuern an die Rüstungsunternehmen weiterleiten um Arbeitsplätze nicht zu gefährden. Und da diese Arbeitsplätze in ganz bestimmten Staaten liegen, bestellt der Kongress auch gerne mal Dinge weit über Bedarf. Hauptsache die heimischen Betrieben haben Arbeit. Das Pentagon hat sich schon in der Vergangenheit mehrfach darüber beschwert, dass man ihm Zeug kauft dass es nicht braucht - aber vergebens. Also bitte Mr. Trump: prangern Sie ruhig an wenn sie NATO-Mitglieder nicht an die Vereinbarungen halten.
Aber wagen Sie es nicht für auch nur eine Millisekunde zu behaupten, dass die USA weniger für Rüstung ausgeben würden wenn Europa nicht wäre.


bei aller wirtschftlich guten Beziehung ,Die rüßten laufend und in rasendem Tempo auf weil der Westen zu offen sein wollte weshalb das US Drängen nachvollziehbar ist.

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volker_morales 11.07.2018, 21:24
186. Die USA

haben bei ihren Militärausgaben auch nicht um Zustimmung gebeten. Wie wäre es denn, wenn Trump mal zur Abwechslung die Militärausgaben kürzt und stattdessen in die EZ investiert.

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Fuscipes 12.07.2018, 11:08
187.

Grübel, da stimmen die Verhältnisse nicht,
was der Trump so vorbringt, das sollte nicht die Relevanz europäischer Entscheidungen betreffen, weil den Stein der Weisen wird man bei diesem Präsidenten schwerlich finden.
Es ist traurig das die Nato sei vielen Jahren massiv gegen die europäischen Sicherheitsinteressen arbeitet und stets von den USA geführt in immer neue Konflikte verwickelt werden.
Offensichtlicher als Trump hat es wohl noch kein Präsident geschafft die Sinnlosigkeit dieses Bündnisses aufzuzeigen, ein europäisches Verteidigungsbündnis sollte sich schnellstens von diesem Einfluss lösen.
Russland hat sein Militär schon lange aus seinen damaligen Satellitenstaaten zurückgezogen, aber nicht die USA, im Gegenteil, die sind da eingezogen.
Und wenn jetzt seitens der USA vorgeschrieben werden soll mit wem Handel zu treiben sei, und mit wem nicht, und wieviel in Aufrüstung gesteckt wird, dann wäre es doch an der Zeit für eine europäische Independance Erklärung?

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chilischweiz 13.07.2018, 11:06
188. Deutschland und Europa

Zitat von Fuscipes
Grübel, da stimmen die Verhältnisse nicht, was der Trump so vorbringt, das sollte nicht die Relevanz europäischer Entscheidungen betreffen, weil den Stein der Weisen wird man bei diesem Präsidenten schwerlich finden. Es ist traurig das die Nato sei vielen Jahren massiv gegen die europäischen Sicherheitsinteressen arbeitet und stets von den USA geführt in immer neue Konflikte verwickelt werden. Offensichtlicher als Trump hat es wohl noch kein Präsident geschafft die Sinnlosigkeit dieses Bündnisses aufzuzeigen, ein europäisches Verteidigungsbündnis sollte sich schnellstens von diesem Einfluss lösen. Russland hat sein Militär schon lange aus seinen damaligen Satellitenstaaten zurückgezogen, aber nicht die USA, im Gegenteil, die sind da eingezogen. Und wenn jetzt seitens der USA vorgeschrieben werden soll mit wem Handel zu treiben sei, und mit wem nicht, und wieviel in Aufrüstung gesteckt wird, dann wäre es doch an der Zeit für eine europäische Independance Erklärung?
Ich lese hier vielfach eine deutsche "Russophilie"mit grosser Sprengkraft für "gemeinsame europäische Werte"

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simsalabim11 16.07.2018, 20:18
189. Wenn..

... die Nato die Gewinne von der Waffenindustrie und deren Zulieferer von allen Angehörigen einsammeln würde und daraus Folgeschäden und Entwicklungshilfe leisten würden, denke ich wäre Besserung in Sicht. Schade das die meisten Politiker und Eliten unserer Erde sich den Grossteil ihrer Zeit mit Schuld- und Budgetfragen beschäftigen, da viele von ihnen sicher andere Qualitäten haben.

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