Forum: Politik
Streit um US-Metropole: Was hinter Trumps Baltimore-Attacke steckt
Roberto SCHMIDT / AFP

"Von Ratten befallen." Der US-Präsident beleidigt die gesamte Bevölkerung einer US-Großstadt und zieht sich so den Zorn vieler Amerikaner zu. Doch der Angriff folgt einem Plan.

Seite 27 von 42
The Independent 29.07.2019, 12:16
260.

Zitat von timi_moon
Nein. Sie verbinden die Hautfarbe des Abgeordneten Cummings mit dem Begriff, "rassistisch". Aber Trump hat, nachdem der Tweet Wellen geschlagen hat, vorsorglich die "weiße" Abgeordnete Pelosi auch angegriffen, mit ähnlichem Müll.
Mindestens 58% der Bürger in Cummings Wahlbezirk sind Afroamerikaner, im gesamten Stadgebiet sind es sogar 63%.
Zusätzlich erhalten in Baltimore seit Jahrzehnten die Demokraten die meisten Wählerstimmen, und zwei Drittel der Bürger des Bundesstaates Maryland, in dem Baltimore liegt, haben 2016 für Clinton gestimmt. Damit ist die Stadt für Trump ein logisches Hassobjekt und diese Attacke war natürlich auch rassistisch.

Trump haut bei jeder für ihn gefährlichen Wendung und bei von ihm befürchteten oder tatsächlich aufkommenden Schreckensbotschaften Ablenkungs-Tweets heraus, die in den letzten Wochen immer offener rassistisch wurden. Die Schreckensbotschaft für Trump war nämlich letzte Woche die von Sonderermittler fast beiläufig erwähnte Tatsache, dass der geheimdienstliche Teil der Ermittlungen der Trump-Russland-Affäre noch läuft, d.h. Trump drohen von dort noch ernste Schwierigkeiten.

Außerdem gab es eine überraschende Wende, denn Pelosi und die demokratischen Ausschussvorsitzenden haben letzten Freitag in einer Pressekonferenz durchblicken lassen, dass sie auf ein Impeachmentverfahren hinarbeiten.
Einige US-Medien haben einmal analysiert, wie oft Trump bisher den Begriff "infiziert" (den er in letzter Zeit besonders häufig + in Verbindung mit farbigen Kongressabgeordneten rausgehauen hat) benutzt hat, und haben dabei Trumps Rhetorik starke Ähnlichkeit mit der rassistischen Rethorik der Nazis attestiert.

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scoopx 29.07.2019, 12:20
261. Why Baltimore blew up

Zitat von Niels Dettenbach
[...] Es ist kein Geheimnis in den USA, daß (wie Trump sachrichtig bemerkte) in Baltimore kein Mensch freiwillig leben möchte (also wenn er die Wahl hat). Das sagen sogar die meisten Anwohner der Stadt selbst (die nicht eh schon weg gezogen sind). Die Ursachen der grassierenden Kriminalität liegen ebenfalls in der Politik und ihren "Rassismus"-Anfeindungen ("Rassismus" ist besonders beliebtes Mittel für politische Ränkespielchen) vor einigen Jahren gegen die gesamte Polizei, die dazu geführt haben, daß Polizisten kaum noch - selbst bei schweren Straftaten - Verdächtige in Gewahrsam nehmen (d.h. wirksam eingreifen / Strafttaten verfolgen) aus Angst, dafür selbst auch im Gefängnis zu landen, so wie es vor ein paar Jahren 6 Polizisten erging (bis sie von einem überregionalen Gericht vom Vorwurf der Freiheitsberaubung / "illegalen Verhaftung" entlastet worden sind). Wenn die Stadtverwaltung das will, bekommt sie es - mit dem bekannten Ergebnis.
Zum Thema "Polizei und Rassismus" in Baltimore lesen Sie bitte den folgenden Artikel:
http://www.rollingstone.com/politics/news/why-baltimore-blew-up-20150526

Wenn Sie damit durch sind denken Sie (hoffentlich) anders.

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p.wallace 29.07.2019, 12:21
262. 2020

Zitat von cyborgpiratelaserninja
"Der kommende Wahlkampf, so viel steht fest, wird schmutzig - und er hat nicht einmal richtig begonnen." Der Wahlkampf läuft seit Monaten. Donald Trump hat während seiner Präsidentschaft konstant reden vor Anhängern gehalten und dabei massiv Wahlkampf betrieben. So intensiv und so früh wie noch keiner seiner Vorgänger. Er macht seit 2016 permanent Stimmung. Das erste Treffen mit Kim Jong-un war ein rein wahltaktische Manöver um sich als Macher zu profilieren. Ebenso das Theater um seine große Mauer.
Ja ironischerweise hoffe ich, dass Trump so weitermacht wie bisher, so unappetitlich ich das auch finde.
Denn Trump macht momentan, aber auch nur momentan, den gleichen Fehler, den die Clinton Kampagne 2016 gemacht hat. Er konzentriert sich auf Menschen, die ihn sowieso wählen.
Wenn man sich anschaut, wie knapp Trump PA, MI, WI und FL gewonnen hat, wird es 2020 auf 2 Bevölkerungsschichten in den Staaten ankommen. Die Jungen, die 2016 zuhause geblieben sind, weil Clinton und das DNC Sanders abgesägt haben, und die weissen Frauen in den Suburbs, die letztes mal Trump gewählt haben.
Von meinen Nichten und Neffen in PA und MI, weiss ich, dass sie dieses Mal den dem. Kandidaten wählen werden, egal wer es ist, und bei den weissen Frazuen in den Vorstädten hofffe ich, dass sie aus eigener Erfahrung wissen, wie man mit Wunanfällen bei Kleinkindern am besten umgeht.

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kirk_dougles 29.07.2019, 12:21
263. Trump -der geht über Leichen

Mehr gibt es nicht zu sagen. Und die Wähler, wenigstens in den abgehängten Regionen sind wie es der Artikel schön sagt in der Mehrheit doch eher einfache Gimpel. Dennen gefällt das Hausdrauf Geplärre von Groß-Trump. Das muss den Demokraten klar sein. Mit feiner Rhethorik kommt man dem nicht bei und auch nicht mit demselben Geplärre.
Die Demokraten müssten sich genau auf diese Wackelstaaten konzentrieren wie es auch Trump macht. Hingehen und aufzählen was sich für die Leute dort seit Trump verbessert hat. Und zwar nicht in schönen Powerpoint Präsentationen und Statistiken sondern indem man ihnen ganz direkt sagt.
"Alle die zu Beginn von Trump einen Job hatten und jetzt keinen Mehr, Arme nach oben", oder auf die Stahlruine im Hintergrund gedeuted feststellen. "Sah diese Ruine dort vor vier Jahren noch schlechter aus als jetzt. Hat Trump da was getean. Hat er die Versprechen eingehalten die euch direkt betreffen, euer Gehalt, euer Leben, die Schulen?"
So in der Art, anders müssen wir leider nochmal 4 Jahre Trump ertragen und dann ist nicht mal sicher ob er tatsächlich verschwinden wird. Dem ist alles zuzutrauen.

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Findus_1 29.07.2019, 12:22
264.

Zitat von maxbee
Es ist mir ein Rätsel wie man die Bevölkerung einer Großstadt beleidigen kann, indem man auf einen Stadtbezirk verweist, der total heruntergekommen ist und eine der höchsten Kriminalitätsraten innerhalb der USA aufweist. Oder ist die Benennung von Fakten nicht nur rassistisch, sondern auch noch eine Beleidigung? Aber klar, wenn diese von Trump kommen, dann schaltet das Hirn bei so Manchem auf Sparflamme und sagt ja.
Gegenfrage für Leute mit Grips (Hirnies): Warum sprach Trump überhaupt diesen angeblich so heruntergekommenen Stadtbezirk an? Gab es da einen Sachverhalt bezüglich des angesprochenen Stadtbezirks? Oder ist dieser Rattenhinweis etwa nichts anderes als die übliche Art von diesem Trump, seine Kritiker (die ihn wegen eines ganz anderen Sachverhalts kritisiert haben) auf übelste Weise herabzusetzen als Antwort auf Kritik an ihm oder seinen Schergen? Bestes Beispiel: Trump hat auf Ex Außenminister Rex Tillerson reagiert, der bei einem seltenen öffentlichen Auftritt seine Amtsführung kritisiert hatte. Tillerson sei „dumm wie ein Stein„ und „faul wie die Hölle“. Jeder, der Trump angreift wird doch aufs übelste beschimpft. Nicht unbedingt rassistisch (obwohl Trump Rassist ist), aber unbedingt beleidigend.

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werner_k 29.07.2019, 12:24
265. Arme US-Gesellschaft

Wir kennen im Deutschen das Sprichwort: Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.
Übertragen auf Trumps Aussage hieße das: die ganze USA wäre ein Rattenloch.
Wie lange lässt sich die US-Gesellschaft das gefallen?

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The Independent 29.07.2019, 12:28
266.

Zitat von AZ1
... da er anscheinend einseitig berichtet. Um als Medium zu überleben, sollte man sich entscheiden: Entweder man verfolgt eine (politische) Agenda und verschenkt die Inhalte (zahlen tut der Auftraggeber), oder man berichtet neutral und ausgewogen, wofür Leser wie ich zu zahlen bereit sind.
Bringen Sie doch Belege für die angebliche Korruption. Die US-Steuerbehörde hat die Beschwerde im May erhalten, es ist jetzt fast August. Bisher hat man weder etwas über laufende Ermittlungen, noch über ein vorläufiges Untersuchungsergebnis gehört. Wenn die Vorwürfe so viel Substanz wie die fabrizierten Vorwürfe gegen die Clinton-Stiftung haben, dann hat Cummings Frau nicht viel zu befürchten.

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p.lueneburg 29.07.2019, 12:29
267. Gesucht: demokratisches Gegenmittel gegen diesen Alpraum

am meisten besorgt und beunruhigt es mich, dass bisher Niemand ein wirkungsvolles demokratisches, rechtstaatliches Gegenmittel gegen diesen Alptraum von Präsidenten gefunden hat um diesen täglichen Trump-Wahnsinn Einhalt zu gebieten.
Amerika wie tief bist Du nur gesunken?
Die Aussicht, dass dieser irrlichtender, twitternder Spalter und Zerstörer im nächsten Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit sogar noch wieder gewählt wird, ist nur schwer zu ertragen.

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Beat Adler 29.07.2019, 12:30
268.

Zitat von kuac
Die einzige Kultur, die Trump kennt, ist Agrikultur und ihre Lobbyisten.
Die Bauern sind die einzigen US Buerger, die ihr Land nicht so wie einen Teppich einfach aufrollen koennen, um es an einem besseren Ort wieder auszurollen. Der Verkauf einer mit Extremschulden belateten Farm, um an einem anderen Ort eine Neue zu kaufen, ist ein Irrsinns-Verlustgeschaeft.

Viele US Familien, die an einem Ort wie Baltimore oder dem Rustbeltes leiden, keinen Job lokal mehr finden, lassen sich in den Boomstaaten California, Texas, New York etc. nieder. Der Inner-US-Migrantenstrom in Richtung zum grueneren Gras ist traditionell gross. Ein Drittel der Bevoelkerung des Rust Beltes verliess es, um in den Boomstaaten heimisch zu werden. Wer sieht nicht die Haeuser, in der Mitte geteilt, auf Trailern auf den US Autobahnen unterwegs?

In Baltimore, im Rust Belt verbleiben und klagen, jammern, tun diejeneigen, denen kein bessertes Plaetzchen ausserhalb angeboten wird und duerfen dafuer den Trump waehlen, :-( dessen Wirtschaftspolitik ihnen auch nichts Besseres bietet.
mfG Beat

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spon-facebook-10000012354 29.07.2019, 12:30
269. 25 Prozent

Für Trump war der Schlüssel zum Erfolg 2016 wohl die Aktivierung zahlreicher weißer Wähler, während seine rücksichtslosen Rundumschläge gegen Minderheiten die Gesamtstimmenzahl für den Republikaner im Vergleich zu den Wahlen 2008 und 2012 schrumpfen ließen. Mit historischen Siegen in Pennsylvania und Wisconsin konnte Trump so die benötigte Zahl an Wahlmännern gewinnen. Donald Trump erreichte 62,8 Millionen Stimmen. McCain erreichte 2008 bei der Präsidentenwahl 59,95 Millionen der Stimmen, 2012 konnte Romney 60,93 Millionen Menschen für sich gewinnen. Im Rahmen des amerikanischen Systems ist es also weitaus vorteilhafter gezielt die eigenen Wählergruppen zu aktivieren und dabei spezifische Bundesstaaten im Blick zu haben als die allgemeine Stimmung für sich zu gewinnen. Zum Vergleich die Wahl in Frankreich: Bei der Wahl am 23. April 2017 erhielt Marine Le Pen 21,3 % ( Emmanuel Macron mit 24,0 %), zog damit aber in die Stichwahl ein. Im amerikanischen System hätte sie also durchaus Chancen gehabt die Wahl zu gewinnen, wenn es ein „Wahlmännerkollegium“ für einzelne Départements wie in den USA geben würde bezogen auf die Mehrheiten in der ersten Wahlrunde, denn Marine Le Pen war im Süden, Osten und Norden besonders erfolgreich .
https://de.wikipedia.org/wiki/Präsidentschaftswahl_in_Frankreich_2017

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