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Streit um Verfassung in Venezuela: Betrug am Volk
REUTERS

In Venezuela spaltet der Streit um die Verfassung das Land. Trotz massiver Proteste hält Präsident Maduro an seinen Plänen fest - "für den Frieden", sagt er. Die Opposition fürchtet einen institutionellen Putsch.

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St.Baphomet 30.07.2017, 09:14
1. Und nach dem Referendum

hat dann Venezuela plötzlich mehr Staatseinnahmen oder wie hat man dies zu verstehen.
Wie würde denn die Opposition die derzeitigen Probleme Venezuelas lösen?
Ohne Geld und ohne Korruption.
Und ohne von den Nachbarländern "gerettet" zu werden wie die Griechen.
Hat da überhaupt Irgendjemand einen Plan?

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peter.di 30.07.2017, 09:28
2. Der Sozialismus des 21 Jahrhunders

funktioniert auch nicht besser als der Sozialismus im 20. Jahrhundert. Erstaunlich, wer hätte das gedacht?

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walligundlach 30.07.2017, 09:34
3. Das hört sich doch nicht so schlecht an -!

"Außerdem werden 173 der 545 Mitglieder aus acht verschiedenen produktiven Sektoren bestimmt, die zumeist in der Hand des Staates sind: Arbeiter, Bauern und Fischer, Vertreter der Unternehmerschaft, der "Gewerkschaften und der "Consejos comunales", den Basisorganisationen der Regierung in den Stadtvierteln. Per Dekret sorgte Maduro zudem dafür, das die regierungsfreundlicheren ländlichen Gebiete stärker repräsentiert sind als die oppositionsnahen Städte..."
Es ist auch in Polen so, daß die Landbevölkerung rebelliert, weil sie am "Ertrag" nicht beteiligt sind. Es wird Zeit, umzudenken. Nicht nur in diesen Ländern. Auch hier sind z.B. die kleinen Bauern am Rand der Existenz.

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RalfHenrichs 30.07.2017, 09:39
4. Keine Seite ist unschuldig

Die Opposition hat auch viele Tote bei den Demonstrationen zu verantworten, aber die Regierung ebenfalls. Die Opposition - siehe Generalstreik und "ihre" Volksabstimmung - hat keinen wirklich großen Rückhalt im Volk, aber der Regierung läuft das Volk davon. Die Regierung will eine Diktatur errichten und die Opposition hofft auf eine militärische US-Intervention. Es gibt keine Seite, der man die Daumen drücken sollte.

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m.sielmann 30.07.2017, 09:43
5. "Betrug" am Volk

Im Text setzen Sie das Wort Betrug zutreffend in Anführungszeichen. Da es sich um die Behauptung einer Seite handelt, war es richtig dies entsprechend zu kennzeichnen. In der Überschrift fehlt diese journalistische Sorgfalt.

Die "Opposition" (die Kennzeichnung erscheint mir gerechtfertigt, da es sich nicht um Parlamentarier handelte, die vom Hubschrauber aus auf Gerichte schossen) ist eher von Gewalt, Macht und Statuserhalt getrieben, als von demokratischem Interesse. Die verfassungsgebende Versammlung hat bisher nichts entschieden. Sie fürchtet, dass ihr status quo nicht in der Verfassung abgebildet wird. Aber rechtfertigt das ihr gewalttätiges Vorgehen, sicher nicht. Es ist eher ihre Angst, dass sich verfestigte Ungerechtigkeiten der Vergangenheit aufgebrocheen werden. Ob das gelingt, erscheint zweifelhaft. Nicht einmal Südafrika ist es gelungen, die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit merklich zu überwinden. Aber einen vertrauensvorschuss hat jeder verdient.

Daher bitte das nächste mal die Überschrift als Behauptung einer Seite kennzeichnen, in diesem Fall als die der alten weißen Männer, die in Südamerika unverändert mächtig sind.

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dwg 30.07.2017, 09:53
6.

Zitat von St.Baphomet
hat dann Venezuela plötzlich mehr Staatseinnahmen oder wie hat man dies zu verstehen. Wie würde denn die Opposition die derzeitigen Probleme Venezuelas lösen? Ohne Geld und ohne Korruption. Und ohne von den Nachbarländern "gerettet" zu werden wie die Griechen. Hat da überhaupt Irgendjemand einen Plan?
Venezuela ist ein reiches und zudem auch fruchtbares Land. Es gibt in der Nachbarschaft Länder die "funktionieren" auch ohne Öleinnahmen.
Die Probleme fangen an, wenn z.B. der Brotpreis festgelegt wird und die nötigen Rohstoffe staatlich kontrolliert werden. Irgendwann sieht keiner mehr einen Sinn darin Brot zu backen. Das wird dann staatlicherseits als eine Verschwörung der Bäckermafia gesehen.
Venezuela importiert sogar Toilettenpapier. Selbst die Ölindustrie ist nicht in der Lage ihre Anlagen in Ordnung zu halten.
Was die Korruption angeht, kenne ich kein lateinamerikanisches Land egal welcher Couleur, welches nicht mehr oder weniger korrupt wäre. Da muss man zum einen im kleinen anfangen und zum anderen braucht es unabhängige Gerichte.
Eine funktionierende Gesellschaft und Wirtschaft braucht neben unabhängigen Gerichten (siehe auch Türkei und Polen) die Garantie des Privateigentums und die Meinungsfreiheit.

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diderot_2013 30.07.2017, 10:01
7.

"Man darf annehmen, dass das Parlament so nicht nur verlegt, sondern gleich geschlossen werden soll." Wieso darf man das annehmen? Wenn das Parlament geschlossen werden soll, stünde das doch in der Verfassungsänderung, über die heute abgestimmt wird.

Und wieso ist die Verfassungsänderung Betrug am Volk? Es gibt doch eine starke Opposition in Venezuela, die das Volk über den vermeintlichen Betrug aufklären kann. Dann wäre es doch ein Leichtes für das Volk, die Verfassungsänderung heute abzulehnen.

Das Wesentliche an den Verfassungsänderungen ist einfach: es sollen damit einige soziale Grundrechte festgeschrieben werden. Für die venezolanische Oberschicht, TV Globo und Spiegel Online ist so etwas natürlich gleichbedeutend mit "Totalitarismus".

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AlBundee 30.07.2017, 10:05
8. Interessant für Polen und Türkei

Spanien und Portugal sind die einzigen europäischen Mitglieder bei den iberoamerikanischen Gipfeln (cumbre iberoamericana, der "G20" der Spanisch und Portugiesisch sprechenden Staaten) und hat mit Telefónica, BBVA, Repsol, MAPFRE und anderen Unternehmen Milliardeninvestitionen in Venezuela. Obwohl das Land im Öl schwimmt, dass es zu blöd ist, selbst auszubeuten, was u.a. Repsol macht, fliessen die daraus resultierenden Einnahmen in die Kasse des Regimes, während die Bevölkerung kaum noch an Babynahrung und andere Grundlebensmittel kommt. Wem hier allen Ernstes Freudentränen über die "Diktatur des Proletariats" kommen oder denen der USA-Schuldreflex zuckt, denen ist echt nicht mehr zu helfen. Vielleicht noch "Diktatur des einen Proleten für die Volksausbeutung durch den einen Proleten". Das Thema das der Spiegel hier "entdeckt" ist hier in Spanien in den Nachrichten schon seit Chavez-Zeiten ein Dauerbrenner, auch weil immer wieder Enteignungsdrohungen hochkommen. Schauderlich ist das infantile Niveau der Reden von Maduro, voller Billigpathos und Beleidigungen für andere Länder. Wer denkt, dass es unter Trumpniveau nicht mehr geht, muss sich Augen und Ohren reiben. Chavez hatte die Verfassung umgebaut, damit er unbegrenzt wiedergewählt werden konnte, wobei "gewählt" bereits zu diesem Zeitpunkt eine sehr gedehnte Wortwahl war. Dann hat er das Amt an Maduro "übergeben", der jetzt weiter an der Verfassung bastelt. Willkommen liebe Erdogan- und PiS-Wähler! Hier könnt ihr euch eure Zukunft anschauen.

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dieter 4711 30.07.2017, 10:25
9. Abstimmungen ohne Fälschungen sind gut

Abstimmungen sind gut, wenn sie ohne Fälschungen durchgeführt weden. Hoffen wir das Beste lieber Leser.

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