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Streitigkeiten um Gasvorkommen: Monopoly im Mittelmeer
AFP

Im östlichen Mittelmeer konkurrieren verschiedene Staaten um üppige Gasvorräte. Besonders im Streit zwischen der Türkei und Zypern steht viel auf dem Spiel.

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andi_pap 14.07.2019, 12:09
10. Der Spiegel schreibt zu neutral

Schön, dass das Thema auch mal hier bei SPON angekommen ist. Dafür finde ich die Berichterstattung allerdings schon etwas zu sehr neutral gehalten, so dass manche Beitragsschreiber hier den Eindruck bekommen die Türkei und Nordzypern hätten nach internationalem Recht tatsächliche Ansprüche auf die Erdgasfelder.
Die Türkei ist 1974 auf Zypern einmarschiert und hat den nördlichen Teil gewaltsam und militärisch besetzt und im Anschluss Nordzypern ernannt, das von keinem internationalem Land weltweit anerkannt wurde, außer von der Türkei selbst. Sie haben türkische Soldaten seit den 70er Jahren dort stationiert und viele Festlandtürken auf die Insel umgesiedelt, so dass der türkische Bevölkerungsanteil auf der Insel größer wurde. Nun fordern sie, dass Nordzypern Ansprüche auf Erdgasvorkommen Östlich von Zypen hat und dass die Türkei selbst Westlich von Zypern ebenso Ansprüche hat. Beides in Regionen, die sich ganz klar innerhalb des zypriotischen Wirtschaftsraums befinden. Die Türkei beruft sich sich wieder entgegen des internationalen Rechts darauf, dass der Festlandsockel dafür entscheidend ist und sie daher diese Ansprüche haben (auch da ist übrigens die Türkei wieder das einziges Land weltweit, die ihre Ansprüche mit dem Festlandsockel begründet.)
Für die, die hier meinen die Ansprüche der Türkei sind gerechtfertigt würde gerne fragen wie sie es fänden, wenn ihr Nachbar sich gewaltsam einen Teil des eigenen Grundstücks aneignen würde, dort einen neuen Gartenzaun hochziehen würde und als sein Land bezeichnen würde und später die Äpfel auf den Bäumen ernten würde? Wäre das auch gerechtfertigt nur weil ein paar Jahre seit dieser illegalen Aktion vergangen sind?
Ich glaube jeder würde hier sofort die Polizei und einen Anwalt einschalten, schade nur, dass es keine Weltpolizei gibt und die Türkei einfach nur ihre militärische Überlegenheit nutzt um sich durchzusetzen.

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ostborn 14.07.2019, 12:15
11. Da hilft nur eins:

Zitat von mantrid
Außer von der Türkei ist Nord-Zypern von keinem einzigen Staat der Welt anerkannt und kann sich daher auch nicht auf internationales Recht berufen. Nord-Zypern kann daher auch niemals Verhandlungspartner sein.
Entsprechend UNO-Völkerrecht ein Referendum auf Nord-Zypern organisieren, Sezession und Einverleibung in die Türkei.
Alternativ BritishPetrol am Gewinn beteiligen, dann läuft es auch so.

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hansriedl 14.07.2019, 12:15
12. Rechte bzw. Ansprüche

werden wohl nie geklärt werden. Die Lösung, hebt den Bodenschatz gemeinsam, teilt die Gewinne und beiden ist geholfen. Das spart Nerven. Zu einen Krieg wird es nicht kommen, obwohl den nach Krieglüstenten Erdi schon die Finger zucken.

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appenzella 14.07.2019, 12:20
13. Gesellschaft der Freunde

Die Türkei hat einen Teil Zyperns annektiert,
Rusland hat die Krim annektiert, Großbritannien Gibraltar und die Islas Malvinas sowie Diego Garcia.
Österreich annektierte Teile des Balkan, man hätte so gern einen Zugang zum Mittelmeer gehabt.
Die Engländer sind in Schottland nicht willkommen,
die Dänen sind in Grönland nicht willkommen,
Kanada besetzte die Hans-Insel, einigte sich dann allerdings friedlich mit Dänemark
Kann beliebig ergänzt werden.
Grüezi der appenzella
So viel zur Respektierung der Grenzen anderer Länder

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petro28 14.07.2019, 12:26
14. Internationales Recht...

wird hier von der Türkei mit Füßen getreten. Man braucht da nur auf die Karte zu schauen um zu wissen, das die da nix verloren haben. Das sind nicht nur zyprische oder griechische Grenzen die da verletzt werden, sondern auch europäische. Aber das ist ja grad die Politik der Türkei: Militär massiv aufrüsten, damit Fakten schaffen, sich in der Region den Rohstoff unter den Nagel reißen (auch wenn der einem nicht gehört) und sich nicht von EU oder USA einschüchtern lassen. Und immer wieder Kriegsdrohungen aussprechen. Da lebt einer den Größenwahn des Groß-Osmanischen Reichs.

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hausfeen 14.07.2019, 12:32
15. Dass diese Gier nach dem Gas angesichts der Klimadiskussion ...

... völlig absurd ist, wollte ich nur mal einwerfen. Gebundes CO2 sollte einfach nicht mehr aus der Erde geholt werden.

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stumpen89 14.07.2019, 12:42
16. Schmierentheater ohne Gleichen.

Wir diskutieren seit Monaten darüber, mit welchen Mitteln wir die totale Klimaapokalypse (entschuldigen Sie die harten Worte) noch halbwegs abwenden können, und irgendwelche Raubtierkapitalisten verschachern schon die nächsten Gasfelder? Ich glaub es ja wohl nicht! Das Zeug hat gefälligst in der Erde zu bleiben. Wenn es so weiter geht, wird die Förderung fossiler Energieträger in 10 Jahren zum Straftatbestand, Stichwort 'Versuchter Völkermord'. Wir brauchen dringend einen Systemwandel, keinen Klimawandel mehr. Einige Zeitgenossen haben echt den Schuss noch nicht gehört.

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damianschnelle 14.07.2019, 12:48
17. Ich

Ich bin für umfassende Sanktionen. Aber hoppla, dann schicken die uns die ganzen Flüchtlinge. Wir haben uns nicht nur in diesem Fall komplett erpressbar gemacht. Kluge Politik sieht irgendwie anders aus.

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harald_maier 14.07.2019, 12:48
18.

Ich lese hier, daß sich Israel mit Ägypten geeinigt hätte? Aha? Daß die beiden Länder aber gar keine gemeinsame Küstengrenze haben - und nur die ist für die Ausbeutung der Gasfelder des "Levante-Beckens" entscheidend, scheint den Autor wohl nicht zu stören? Diese Gasvorkommen gehören zum Gaza-Streifen und damit dem Palästinenserstaat! Ebenso ist die "umstrittene Seegrenze" Israels zu Libanon im Norden völkerrechtlich eine Grenze zwischen den Palästinensergebieten und dem Libanon! Das Gebiet, das sich Israel da angeeignet hat, gehört ihm schlicht nicht! Also auch nicht die Gasvorkommen vor der Küste im fraglichen Grenzgebiet!

Warum wird das im Artikel nicht thematisiert? Wieso kommen die Palästinenser und deren berechtigte Interessen in dem Artikel mit keinem Wort vor?

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spmc-135322777912941 14.07.2019, 12:48
19. der türkiche besetzte Teil Zyperns

Zitat von pavel1100
Es gibt eine internationale Seerechtskonvention, die nach einem allgemein anerkannten Verfahren die Seegrenzen von Staaten festlegt. Dannach hat der türkisch besetzte Teil Zyperns selbstverständlich ein Anrecht auf die vorgelagerte See: Hoheitsgewässer, Anschlusszone und ausschließliche Wirtschaftszone. Innerhalb dieser Seegrenze hat die Türkei, bzw. der türkische Teil Zyperns wohl unbestritten das Recht die Gasvorkommen zu ihrem Nutzen auszubeuten. Auf der Karte ist aber ersichtlich, dass die umstrittene Zone fast auf der anderen Seite der Insel liegt, also ziemlich eindeutig im Gebiet der griechischen Zyprioten. Wie kommt die Türkei darauf dieses Gebiet zu beanspruchen und mit Krieg zu drohen?
hat überhaupt nichts zu sagen, völkerrechtlich gibt es kein Nordzypern. Diese Gebiet ist völkerrechswidrig von der Türkei besetzt worden und ist von keinem Staat auf dieser Erde mit Ausnahme der Türkei anerkannt.

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