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Struktureller Sexismus: Sollte man den Karneval verbieten?
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Schlechte Witze, zu viel Alkohol, liederlicher Umgang der Geschlechter: Das einfache Volk pflegt eine fragwürdige Liebe zum Karneval. Wer progressiv denkt, weiß: So kann es nicht weiter gehen.

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panca 01.03.2019, 10:51
280.

Fleischayer unterschätzt den Humor der "liberals". Und wieso drängt sich bei mir eigentlich gerade der Gedanke auf, dass Fleischauer der größte Faschingsmuffel ist?

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schredder66 01.03.2019, 10:51
281. Ihr Kommentar...

Zitat von b1964
Na ja, den Kommentar von Fleischhauer kann man so stehen lassen. Allein schon aus Gründen der Meinungsfreiheit. Was mich aber aufregt, ist die immer weiter umsich greifende "Gesinnungspolizei" in der Gesellschaft. Diese kommt aus allen politischen Lagern. Meine Freiheit schließt ein, schlechte Witze zu machen oder darüber zu lachen. Und zwar auch ohne Karneval oder der Vorankündigung "Vorsicht, jetzt kommt Satire". Der Mensch ist Sexist, Rassist, Egoist. Die Sozialisation sollte diese Eigenschaften auf ein gesellschaftsverträgliches Maß dämpfen und den Menschen Respekt und Toleranz beibringen und einfordern. Eine freiheitliche Gesellschaft erlaubt es, dass man mit dem anderen respektvoll und tolerant umgeht und dennoch den menschlichen Sexismuns, Rassismuss und Egoismus nicht völlig verleugnet. Der Maßstab ist die Meinungsfreiheit (Art. 5 Abs. 1 GG), die allgemeine Handlungsfreiheit (Art. 2 Abs. 1 GG) und das Persönlichkeitsrecht (Art. 2 und Art. 1 GG). Die nehme ich in Anspruch und die gestehe ich jedem anderen zu. Deshalb lass ich mir auch durch "Regeln der political correctness" nicht verbieten, zu reden und zu denken, wie ich bin. Die AfD behauptet, "man" dürfe doch wohl noch sagen... Ja, das darf man! Und Feministen und Weltverbesserer behaupten aber das genaue Gegenteil ("Wer ... sagt, ist ein Rassist/Sexist" oder "Man darf nicht mehr Schwarzer, Student, Flüchtling sagen, sondern nur noch Farbiger, Studierende, Geflüchtete). Nein, ich darf alles sagen, solange ich die o.g. rechtlichen Grenzen einhalte. Und desalb darf man sich über Doppelnamen (nicht nur an Karneval) lustig machen. Keine Frau ist gezwungen, den "doofen" Namen des Mannes anzunehmen, nein, sie kann auch ihren eigenen "doofen" Namen behalten. Die Steuerberaterin aus Weimar hat sich leider als jemand geoutet, der vom Namensrecht bzw. der Nachnahmenwahl schlicht ahnungslos ist. Auch das gehört zur Freiheit, sich als Unkundiger öffentlich zu produzieren. Dann gehört auch dazu, dass sich dann andere darüber besonders lustig machen. Wenn eine Frau sich durch anzügliche Witze an Karneval herabgesetzt, benachteiligt, sexistisch beleidigt fühlt, dann tut es mir leid. Aber das muss die Frau dann ertragen. Ich als Mann ertrage genauso, wenn im Frauenkabarett Männer als minderintelligent hingestellt werden. Kann ich prima drüber lachen! Ich kenne in meinem persönlichen Umfeld (bis auf eine Ausnahme) nur Frauen, die mit der Realgesellschaft prima zurecht kommen. Und bei der Ausnahme ist das Hauptproblem, dass diejenige prinzipiell alles ablehnt, was etabliert, tradiert oder sonst "Mainstream" ist. Aber jetzt wird das Thema zu lang...
...ist eine wahre Wohltat. Danke.

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rainer-rau 01.03.2019, 10:59
282.

Der Karneval ist doch nur noch einer von vielen offiziellen Anlässen zum Saufen und anderem Missverhalten - und irgendjemand sahnt immer kräftig ab, also lassen wir es wie es ist.

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danduin 01.03.2019, 10:59
283. schonmal was von Kultur und Brauchtum gehört

Was unterscheidet uns denn von anderen Menschen. Dass ist unsere Kultur. Dazu gehört Essen, Trinken(Wein), Sprache und Gebräuche, usw..
in der heutigen Zeit wird versucht alles gleich zu schalten. Dabei verlieren die Menschen den Zugang zu Ihrer Einzigartigkeit und Identität.
Karneval ist nunmal ein Rücksprung in unsere Geschichte und Kultur. Dass dies nicht unbedingt zivilisatorisch/vernünftig abläuft, liegt ein bischen in der Natur der Sache. Sofern keiner ernsthaft zu Schaden kommt. Letztendlich muss man auch nicht an Karneval teilnehmen. Die Leute wissen schon was auf sie zukommt.

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firstpedi 01.03.2019, 11:04
284. Oh, Herr Fleischauer,

den rheinischen Karneval auf die Schippe nehmen? Unverzeihlich. Da versteht das Karnevalestablishment aber sowas von keinen Spaß. Nur mal angenommen, Sie fänden de Höhner oder Horst Lichter jetzt nicht sooo lustig ...

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menton 01.03.2019, 11:09
285. institutioneller Karneval

"Dass es sich beim "Gelächter von unten", wie Bachtin die Faschingszeit nennt, im Kern um Elitenkritik handelt, muss man nicht wissen." - Stimmt heute auch nur noch zum Teil.

Vor ein paar Jahren war ich mal bei einer Veranstaltung im Kölner "Gürzenich" die sich "Fracksause" nannte. Das war das Gegenteil von "Elitekritik" oder auch nur Spaß...

Die Veranstaltung wurde von einem völlig humorbefreiten Wirtschaftsprüfer/Steuerberater geleitet. Es war Vorschrift, dass Männer mit Smoking oder Frack und Frauen mit Abendkleidern bekleidet sind. Im Saal gab es kein Bier, sondern nur Wein. Das schlimmste aber: Die besten (vordersten) Plätze waren durchweg von Honoratioren besetzt, die alle Nase lang persönlich vom Sitzungspräsidenten begrüßt wurden "wir heißen den Leiter der örtlichen Stadtsparkasse und seine reizende Gattin herzlich willkommen..." "Ein dreifaches: Sparkasse Köln Allaaf, Rakeeete......"

Solange Karneval etwas anarchistisches hat, finde ich das reinigend und sogar manchmal lustig. So eine Veranstaltung (die zudem auch noch ganz schön teuer war) braucht aber kein Mensch! Das widert mich an.

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rennflosse 01.03.2019, 11:18
286. Die Unterdrückten

Zitat von schredder66
...ist eine wahre Wohltat. Danke.
Das fand ich beim Lesen des Beitrages auch.
Die Kehrseite ist leider, dass diese beschriebenen Grundsätze nicht mehr zugelassen werden. Das sieht man auch in den zahlreichen Forenthemen unseres geliebten Online-Magazins.
Das ist ein moderiertes Forum, da ist jeglicheMeinungsfreiheit aufgehoben. In der Praxis bedeutet dies: Wer im Sinne des kommentierten redaktionellen Beitrages auf der "richtigen" Seite steht, darf sich alles erlauben bis hin zu grob beleidigenden Anwürfen gegen andere Mit-Diskutierer.
Abweichende Meinungen gegen den Strom werden selbst bei penibler Einhaltung sämtlicher Regeln zensiert und erscheinen meist gar nicht erst. Besonders zu beobachten bei einigen weiblichen Kolumnisten.
Man hat zuweilen den Eindruck, Meinungsfreiheit wird hier als "sowas von neunziger" empfunden. Genau wie ein anderer Wert, dessen Name mir gerade nicht einfällt ...
... Ach ja: Objektivität.

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teacher20 01.03.2019, 11:19
287.

Eigentlich sollten die Karnevalisten den politisch korrekten Dauerempörten die Füße küssen, erlauben die ihnen doch, den kritischen Anspruch zu erheben, einen Anspruch, den sie selten genug einlösen konnten. In Zeiten einer Willkommenskultur, des Genderwahns und des Ökofanatismusses wird nämlich noch der abgestandenste Altherrenwitz eminent politisch.

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rockwater 01.03.2019, 11:19
288. Altweibergewäsch

In der Meinungsfreiheit ist alles erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist. "Weiber" zählt mit dazu.
In Viermünden gibts einen Weiberweg, in Fritzlar eine Mohrengasse und in Reppichau gar einen Zigeunerweg.

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rennflosse 01.03.2019, 11:21
289. Regional

Karneval ist eine Sache, die regional doch sehr begrenzt ist. Und das auf relativ konservative Bundesländer.
Wenn man es recht bedenkt, so sind es aber gerade die "unmodernen" Bundesländer, welche in allen Bereichen erfolgreicher sind als die ach so progressiven. In Bildung, Infrastruktur und Wirtschaft.

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