Forum: Politik
Studie: Kinderkriegen wird immer unattraktiver
Corbis

Die Deutschen bekommen immer weniger Nachwuchs. Erstmals wurde in einer Studie untersucht, warum das so ist. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Kinder und Beruf sind immer noch schwer zu vereinbaren und berufstätige Mütter haben kein gutes Image.

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Eva K. 17.12.2012, 21:43
760. Unermessliche Ausweichmanöver

Zitat: "(...)" Und weiter? Ich habe Ihnen eine Frage gestellt, und sie weichen aus, indem Sie einen Artikel aus der Welt zitieren, der keine Antwort auf meine Frage beeinhaltet. Ihre Schuldzuweisungen braucht keine Frau, die können Sie behalten und sich einrahmen. Ja, es ist so: Frauen haben inzwischen die Möglichkeit, ihre Entscheidungen selbst zu treffen, ihr Leben selbst zu bestimmen und nicht mehr Gebärmaschinen zu sein. Die Zeiten sind vorbei, in der ein gewisser Martin Luther zynisch über Frauen schrieb: "Ob sie sich aber auch müde, und zuletzt todtragen, das schadet nicht; lass nur todtragen, sie sind darum da."

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joerg_kasirske 17.12.2012, 21:47
761.

Meine Hypothese: Die Deutschen bekommen so wenige Kinder, weil sie das risikoscheuste und
sicherheitsfanatischste Völkchen auf dieser Erde sind.

Natürlich erleben auch wir, wie allzu oft die Nase gerümpft und diskriminiert wird, weil
* meine Frau bei der ersten Tochter drei Jahre zu Hause geblieben ist und dann jetzt noch mal zwei Jahre für die Zweite
* Kinder nun einmal Lärm und Dreck produzieren
* mit Kindern für Freunde etc. zwangsläufig weniger Zeit bleibt
etc. Hatte ich erwähnt, dass Kinder laut sein können?
Natürlich beschweren sich die Alten (deren Rente wir zahlen) und die Kinderlosen (deren Rente unsere Kinder zahlen) tendenziell am lautesten.

Dazu kann ich nur sagen: nicht beschweren - verändern ... oder einfach am Arsch vorbeigehen lassen.

Ich kann beim besten Willen das fanatische Sicherheitsbedürfnis vieler Deutscher nicht nachvollziehen. Mein Gott, dann ist die Arbeitstelle halt befristet. JA UND? Wen das vom Kinderkriegen abhält, der will wohl wirklich keinen Nachwuchs und die Kinder solcher Leute würden wohl eh genau solche Jammerer werden.
Wer panische Angst vor der Arbeitslosigkeit hat, muss sich wohl eingestehen, dass er sich selbst für entbehrlich hält und meint, dass er zu nichts zu gebrauchen ist.
Jeder mit einer einigermaßen brauchbaren Ausbildung findet in D einen Job, von dem man zumindest über die Runden kommt. Und wer keine entsprechende Ausbildung hat, der sollte das schleunigst ändern; und das geht in jedem Alter und mit den schlechtesten Startbedingungen. Friseure werden scheiße bezahlt? Dann lerne halt was anderes oder werde so gut, dass du nicht mehr scheiße bezahlt wirst!

Die Menschen in anderen europäischen Ländern beneiden uns um unseren Arbeitsmarkt (man frage mal in Spanien nach) von den Verhältnissen in weniger reichen Regionen der Welt man abgesehen. In D - nur Gejammere auf höchstem Niveau. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine mittelständische Familie in den USA oder in Frankreich in viel unsichereren Verhältnissen als eine Vergleichsfamilie in D lebt. Trotzdem bekommen die mehr Kinder - ja, auch die Weißen.

Ich verstehe auch nicht die oft verbreitete Behauptung, nach der Kinder so unglaublich teuer sein sollen. Als unsere erste Tochter geboren wurde, hatten wir beide nur das Geld aus Nebenjobs parallel zum Studium; das waren insgesamt nicht mal 1200 netto - und es hat gereicht.
* Kleider: Kindersachenbasar; Wozu braucht ein 1-jähriges Kind eine neue Hose für 50 Euro?
* Essen: Stillen, Brei, danach das was wir auch essen => weniger Mehrverbrauch, als wenn ich mal so richtig zulange
* Ausstattung: Verzicht auf überflüssigen Plunder und Konzentration aufs Wesentliche
* Waschen Spülen: OK, ich gebe zu, Wasch- und Spülmaschine laufen gefühlt 4-mal so oft wie früher, aber was kostet das schon verglichen mit einer Tankfüllung Benzin?
* Auto: Auf dem Land überlebensnotwendig, in der Stadt schon fast verzichtbar; trotzdem konnten wir uns sogar den Luxus leisten, auch wenn es nur ein alter abgeranzter Golf war.

Das völlig überzogene Anspruchsdenken und die grenzenlose Bequemlichkeit mancher Zeitgenossen lässt mich einfach nur den Kopf schütteln. Entweder ich verdiene eben viel, dann kann ich Ansprüche stellen, oder ich tue es nicht und muss halt kleine Brötchen backen. Wenn ich in der Schule meinen Arsch nicht hochbekommen habe und immer den leichten Weg gegangen bin, kann ich halt keine Spitzengehälter erwarten. Die Allermeisten von uns sind nun einmal Mittelmaß und müssen fehlende Spitzentalente eben mit Fleiß/harter Arbeit ausgleichen. Leider fehlt es so Manchem an der nötigen Bildung, um zu erkennen, wie sehr mittelmäßig er ist und wie fleißig er eigentlich sein müsste.

Davon abgesehen geht es den meisten Leuten doch wirklich gut, vor allen Dingen im Vergleich mit früheren Zeiten. Das Geld reicht ja bei vielen angeblich hinten und vorne nicht; aber zweimal im Jahr fett in den Urlaub, dickes Auto und Flachbildglotze können sie sich gerade noch so leisten. In den 50er Jahren war das alles purer Luxus.

Als Alleinerziehende(r) hat man hierzulande wirklich die Arschkarte. Das ist ein ECHTES Problem und den Betroffenen gilt mein uneingeschränktes Mitleid.

Es kann auch nicht sein, dass kinderlose DINKs im Alter in Saus und Braus in einer Gesellschaft leben, die von den Kindern derer am Laufen gehalten wird, die selbst durch das Kindergroßziehen auch noch finanziell benachteiligt sind. Hier MUSS sich etwas von Seiten der Politik ändern.

Noch was an die Adresse derer, die meinen, dass die Menschheit unbedingt gesund geschrumpft werden müsse (ich gebe zu, da ist was dran, aaaaaaber):
Was fändet Ihr besser? Nur 4Mrd. hungernde Analphabeten auf Steinzeitniveau oder 7Mrd. von denen wenigstens 1-2 Mrd. einigermaßen gebildet sind und wenigstens ansatzweise kapiert haben, was Demokratie und Menschenrechte bedeuten?

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wiebki01 17.12.2012, 22:07
762. Aussterben der Familie

Es gibt sehrwohl viele Paare, die sich ein Kind wünschen. Die Kinderwunschpraxen in den Kiwuzentren sind voll. Doch leider ist nach drei Icsis Schluß und die Paare müssen die Kosten selbst bezahlen.

Man kann dem Staat nicht immer die Schuld geben! Viele Eltern wollen immerzu nur perfekt sein. Warum brauchen Kinder Markenklamotten? Warum müssen Achtjährige ein Handy haben?

Was die fehlende Bildung betrifft und damit den Weg zum Geringverdiener: Anstatt seine Kinder stundenlang alleine vorm Fernsehen oder PC sitzen zu lassen, sollten sich viele Eltern lieber mit ihren Kindern beschäftigen und die Zeit sinnvoll gemeinsam mit ihnen gestalten.

Gemeinsame Rituale mit den Kindern finden heute immer seltener statt. Ob gemeinsames Frühstücken mit den Kindern, Sport, Hobby. Viele Kinder werden schon mit dem ersten Lebensjahr acht Stunden am Tag in eine Kita gegeben und das soll das Beste fürs Kind sein? Kein Wunder, wenn die Familie ausstirbt.

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Eva K. 17.12.2012, 22:12
763. A hora basta, patron!

Zitat von ernstrobert
Na ja, man könnte ja z.B. anfangen mit etwas weniger Selbstverwirklichung (was immer das sein mag, für die meisten heißt es lediglich ...)
Woher wissen Sie das? Oder welche Vorurteile kolportieren Sie hier? Und was spricht gegen Selbstverwirklichung, was immer die einzelne Person darunter versteht? Was Männern schon immer zustand, nehmen sich nun auch Frauen.

Zitat von ernstrobert
zugunsten von etwas mehr Menschenliebe und Gemeinsinn.
Natürlich, Frauen sollen sich zuallererst um die Ärsche anderer kümmern statt um den eigenen, der ihnen doch so viel näher ist. Das Elend der Welt. Wer bist du, eine kleine Boutique zu eröffnen oder in Urlaub zu fahren, wenn auf der Welt die Kinder verhungern? schrieb Luisa Francia 1990 so treffend in ihrem Buch Spielend Scheitern. Leidfaden für Frauen mit 13 Tips zum Mißerfolg. Und dann kommen Männer her, die großen Egoisten per se, und rufen laut Pfui, ihr Weiber, ihr seid egoistisch! Dumm gelaufen, so ein Pech aber auch!

Es braucht nur ein Kind sie knechten,
ein Kind sie zu finden,
in den Haushalt zu treiben,
an den Herd ewig zu binden.

Nein, nicht mehr, KKK ist vorbei. A hora basta, patron!

Zitat von ernstrobert
"Alles was von uns bleibt, ist allein das, was wir aus Liebe gemacht haben". Z.B. Kinder.
Das größte Lügen- und Hirnwäschewort überhaupt und eine Lebensfalle für Frauen: Liebe.

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bobblinger02 17.12.2012, 22:25
764. Ich liebe

unseren Sohn über alles, er ist dreieinhalb Jahre alt. Unser zweites Kind ist unterwegs.
Als freiberuflicher Dozent und freier Künstler ernähre ich meine Familie. Ich denke, nach offiziellen Berechnungen werden wir als arm gelten, aber wir sind unendlich reich.
Und keine staatliche Regelung, Förderung, Gesellschaftliche Meinung oder was auch immer haben unsere Entscheidung für Kinder auch nur im Geringsten beeinflusst.
Ich bin täglich dankbar, meinem Herzen gefolgt zu sein. Die einzige Sicherheit in unserer so unsicheren Welt ist meiner Meinung die, mit sich selbst im reinen zu sein und das zu tun, was einem das Herz sagt. Und wer auf sein Herz hört und sich gegen Kinder entscheidet, entscheidet sich richtig. Wessen Herz sich jedoch für Kinder ausspricht und sich gegen sie entscheidet, aus was für Gründen auch immer, darf noch mal in sich gehen.

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cap023 17.12.2012, 22:34
765. Die Welt der Zukunft

braucht weder deutsche Panzer, noch deutsche U-Boote, weder deutsche Drohnen noch deutsche Schnellfeuerwaffen, weder deutsche Banken noch deutsche Juristen, weder deutsche Bauern noch schwäbische Hausfrauen, weder deutsche Polizisten noch deutsche Geheimdienste, weder deutsche Kirchen noch deutsche Feministinnen, weder deutsche Kochsendungen noch deutsche Castingshows, weder deutsche Metzger noch deutsche Gesundheitspolitik- to be continued- wieso also mehr Deutsche?

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Claudia F. 17.12.2012, 22:45
766. Präsenzkultur

Die Krux an der Geschichte ist doch, dass man sich tatsächlich zwischen Kindern und Karriere entscheiden muss. Zum einen durch die Präsenzkultur, die in deutschen Unternehmen herrscht. Karriere wird nach fünf gemacht. Talent Management mit Auslandsjahr. Bereitschaft zu häufigen Dienstreisen etc. Zum anderen durch die Erwartungen, dass eine gute Mutter das Mittagessen für ihr Kind aus Bio-Gemüse selbst frisch kocht und es nach angemessener individueller Hausaufgabenbetreuung zum Reitunterricht bringt. Ich kenne mehr als eine Frau, die ihre erfolgreiche Karriere aufgegeben hat, als sie gemerkt hat, dass eine regelmäßige Anwesenheit der Mutter dem Kind wichtiger ist als die neuste Barbie aus dem Flughafen-Shop.

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seine_unermesslichkeit 17.12.2012, 22:54
767. ...

Zitat von Eva K.
Und weiter? Ich habe Ihnen eine Frage gestellt, und sie weichen aus, indem Sie einen Artikel aus der zitieren, der keine Antwort auf meine Frage beeinhaltet. Ihre Schuldzuweisungen braucht keine Frau, die können Sie behalten und sich einrahmen. Ja, es ist so: Die Zeiten sind vorbei, in der ein gewisser Martin Luther zynisch über Frauen schrieb:
Ja, ich habe unvollständig geantwortet. Entschuldigen Sie bitte.
Nun, wie Sie aber schon richtig andeuten, ist es die "Schuld" der Frau, nicht mehr Gebährmaschine sein zu wollen. Die Frau ist heute frei und kann Karriere machen. Dagegen habe ich absolut nichts. Das ist der Lauf der Zeit. Nur dann soll das bitteschön auch so von den Medien transportiert werden. Die Botschaft ist ganz einfach: "Der Preis für die Befreiung der Frau sind weniger Kinder weil die befreite Frau es der Karriere wegen so will!"

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Thyros 17.12.2012, 23:14
768. Bezug zu Kindern

Warum wird nicht einfach die Tatsache akzeptiert, dass es Menschen gibt, denen der Bezug zu Kindern grundsätzilch fehlt? Aus welchen Gründen auch immer; vielleicht weil sie selbst Einzelkinder waren, vielleicht, weil sie als Kind schlechte Erfahrungen mit anderen Kindern gemacht haben, vielleicht weil sie zu negative Erinnerungen an ihre Kindheit haben und deshalb an diese gar nicht mehr erinnert werden möchten? Ich kenne Leute, die - als Einzelkind und als Kind mit Geschwistern - im Laufe ihres Lebens nie einen Kinderwunsch verspürt haben und die dennoch bis heute überhaupt nicht darunter leiden, nie ein Kind in die Welt gesetzt zu haben. Diese Leute haben deshalb eigenverantwortlich gehandelt und für ihre Zukunft finanziell vorgesorgt. Hätten diese Leute gegen ihren Willen Kinder bekommen sollen? Es ist doch ausreichend bekannt, daß sich innere Abneigungen psychisch auf das Ungeborene auswirken und ihm schaden. Es ist verantwortungsvoller, sich dann bewußt gegen ein Kind zu entscheiden. In keinem dieser "Fälle" waren die Finanzmittel vorrangig, immer spielte das Gefühl (in dem Fall die Abneigung) die entscheidende Rolle. Aber das ist vielleicht grundsätzlich (in dieser Diskussion) ein Tabu-Thema.....

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ernstrobert 17.12.2012, 23:39
769. eine verständnisfrage,

Zitat von Trondesson
Daß sich niemand traut, das laut auszusprechen, hat auch seine guten Gründe, umso schlimmer, daß Sie es dennoch tun. Aber die Zeiten, in denen man so etwas noch ernst genommen hat, sind glücklicherweise vorbei.
bitte, euer Ehren, was sind das für 'gute Gründe', dass sich niemand traut, Begriffe wie Menschenliebe und Gemeinsinn 'laut' auszusprechen?
Und in welchen nebulösen Zeiten hat man 'so etwas noch ernst genommen'. Was meinen Sie mit 'glücklicherweise'?

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