Forum: Politik
Studie: Kinderkriegen wird immer unattraktiver
Corbis

Die Deutschen bekommen immer weniger Nachwuchs. Erstmals wurde in einer Studie untersucht, warum das so ist. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Kinder und Beruf sind immer noch schwer zu vereinbaren und berufstätige Mütter haben kein gutes Image.

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rainking 18.12.2012, 10:33
800. Versteh ich nicht

Es ist doch egal. ob man mit oder ohne Kinder ein SUV oder Plasmaflatscreen oder sonstigen Luxus hat. Die Kernfrage ist m.E. nicht warum wer keine Kinder haben will oder doch, sondern die entscheidende Frage ist doch, was bedeutet das für die künftige Gesellschaft und wie gehen wir GERECHT damit um.
Und da sind mit Aussagen wie 'Ich zahle doch in die Rentenkasse ein'
oder 'Kinderlose subventionieren die Kinder' etwas zu platt.
Wer soll später die Lasten unseres 'Seniorendaseins' tragen? Das ist die entscheidende Frage. Und da zeigt sich m.E. die schwäche der modernen deutschen Gesellschaft, die es gewohnt ist, das irgendwer schon alles für einen regelt.

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pittiken 18.12.2012, 10:39
801.

Zitat von altebanane
Ich kann es langsam nicht mehr hören. Wer bezahlt denn die Rente von Leuten, deren Kinder gerade überhaupt nichts ins Solidarsystem einzahlen, weil sie schön zu Hause die Kinder erziehgen ? Na ? Sind das vielleicht wir Berufstätigen ? Sie meinen, es geht auch so ? Dann bitte bezahlen Sie Ihre Eltern auch selbst. Und Ihre Großeltern. Ich behalte derweil meine Kohle und versuche, mir daraus eine Altersssicherung aufzubauen. Mann inne Tünn.
Es geht nicht um die jetzigen Rentenbezieher, sondern um Ihren späterenen eigenen Rentenbezug, der dann von wem gezahlt wird? Und vorübergehende Kinderbetreuung daheim kann unsere reiche Gesellschaft schon aushalten, aber eine immer größer werdene Anzahl von Kinderlosen halt nicht. Das können Sie nicht wegwischen.

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kfp 18.12.2012, 10:41
802.

Zitat von joerg_kasirske
Mein Gott, dann ist die Arbeitstelle halt befristet. JA UND? Wen das vom Kinderkriegen abhält,
Uns hat es nicht davon abgehalten. Hätte es aber sollen, wie wir im Nachhinein feststellen mussten. Sie haben vermutlich keine Vorstellung davon, was es heißt, mit einem Baby/Kleinkind ständig jede Sekunde freie Zeit (die man sowieso schon nicht hat) für Bewerbungen zu opfern, die Urlaube für Interviews, alle 1-2 Jahre umziehen (inklusive Betreuungsplatzsuche, Eingewöhnung, und gar nicht zu sprechen davon, wie das Kind damit leben muss, dass das vertraute Zuhause ständig auf Nimmerwiedersehen verschwindet, Erzieherinnen und Spielkameraden immer nur für ein Jahr auftauchen und wieder verschwinden), und auf der Arbeit ist man immer in Probezeit und muss entsprechend 150% seiner sowieso schon überstrapazierten Resourcen geben...

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gazettenberg 18.12.2012, 10:43
803.

Zitat von pittiken
Die jetzigen Beitragszahler (Kinderlose wie auch Kinderhabende) zahlen in die Rentenkasse ein, so dass die jetzigen Rentenbezieher (Eltern der Kinderlosen wie auch Kinderhabende) pünktlich ihre Rente auf dem Konto haben. Mit der Beitragszahlung erwerben Sie einen Anspruch auf eigenen Rentenbezug, der durch die dann beitragszahlenden Menschen geleistet wird. Nur blöd, dass die Kinderlosen für diese beitragszahlenden Menschen nicht gesorgt haben.
Ihr Rechenfehler ist, dass Sie Kinder nur als Beitragszahler sehen und nicht auch als zukünftige Rentner, die ihrerseits wieder Geld aus dem System bekommen wollen.

Jeder Versicherte zahlt einen Teil seines Lebens ein und bezieht einen Teil seines Lebens Rente, völlig egal, ob er selber Kinder hat oder nicht. Für das Umlage-Rentensystem ist es zudem egal, ob es sich durch Vermehrung der inländischen Bevölkerung oder durch Zuwanderung aufrecht erhält.

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pittiken 18.12.2012, 11:06
804.

Zitat von PrinzValium64
Außerdem steigt der Anteil der privaten Altersvorsorge immer weiter, d.h. dass jeder mehr oder weniger selbst für seine Rente verantwortlich ist.
Auch wenn Sie privat ihre Altersversorgung organisiert haben, irgendeinen Trottel brauchen Sie immer, der auch diesen Anteil erwirtschaftet, oder glauben Sie, dass Ihr Bankberater den Safe aufmacht und Ihren monatlichen Anteil rausholt?

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pittiken 18.12.2012, 11:12
805.

Zitat von derblecher
Nachdem wir - Erwerbstätigen - schon Kindergeld, Elterngeld, Betreuungsgeld, Familienkrankenversicherung und noch ein paar tausend weitere Bummsprämien bezahlt haben, soll uns die Rente gestrichen werden. Ich hätte einen Gegenvorschlag: Wir stellen unsere Zahlungen für diesen tollen Sozialstaat ein und Sie leben dann einfach von Ihren Kindern. Was halten sie davon?
Sie suggerieren, dass alle Erwerbstätigen Kinderlos sind. Die meisten Eltern sind auch Erwerbstätig. Also immer schön den Ball flach halten.

Ihre Aufgeregtheit (Sie sind nicht der/die einzigste) zeigt deutlich, dass Sie ganz genau wissen, dass ohne die Kinder anderer Leute Ihre Rente nicht erwirtschaft wird, egal ob GRV oder Private Versicherung.

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skipperz 18.12.2012, 11:13
806. Nicht immer unattraktiv

Im Jahr 2004, als es den Krankenkassen ob steigender Kosten reichlich "schlecht" ging, beschloss die damalige Ministerin Ulla Schmidt, die Beteiligung der Kassen an den Kosten für eine Kinderwunschbehandlung drastisch zu reduzieren. Nun beteiligen sich die Kassen an 3 solchen Behandlungen zu 50% nach der GOÄ (Gebührenordnung der Ärzte). Da die meisten dieser Kliniken allein aus reiner Wirtschaftlichkeit aber nicht nach GOÄ abrechnen können, liegt die effektive Beteiligung der Kassen deutlich unter diesen 50% der Kosten. Weiterhin ist es ziemlich vermessen, dass die Politik davon ausgeht, dass eine Kinderwunschbehandlung in nur 3 Versuchen zum Erfolg führt. So sind denn die Paare alleingelassen worden die sich Kinder wünschen, die aber auf natürlichem Wege - aus vielerlei Gründen - keine Kinder bekommen können. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass allein durch diese Entscheidung der Politik seit 2004 über 100.000 Kinder weniger geboren worden sind.

Da eine KiWu-Behandlung durchaus ein durchschnittliches Jahreseinkommen vertilgen kann, ist diese Entscheidung nicht nachzuvollziehen. Nicht nachvollziehbar ist auch der Umstand, dass die Kassen nun Milliarden Überschüsse erwirtschaften, aber niemand fragt durch welche Leistungsreduzierungen diese Überschüsse erwirtschaftet werden konnten.

Wenn also die Politik ernsthaft an mehr Kindern interessiert ist und es sich nicht auf die übliche Phrasendrescherei beschränkt, dann besteht hier ein handfester Ansatz um mehr Kinder ins Land zu bekommen.

Diese Eltern wünschen sich Kinder und nehmen massive Kosten in Kauf um Kinder bekommen zu können. Gleichzeitig ist die aktuelle (von der Politik hausgemachte) Diskussion ein Schlag ins Gesicht, denn nicht wenige derjenigen, denen nun die Karriereabsichten unterstellt werden, gehören zum doch recht großen Kreis der ungewollt Kinderllosen. Mit diesem Problem geht verständlicherweise niemand hausieren und eine Lobby ist nicht vorhanden.

Also wenn die Politik Lösungsansätze sucht, dann ist die Überprüfung der (Fehl)Entscheidung der Frau Schmidt von 2004 ein guter Ansatz um schnell und unbürokratisch mehr Kinder ins Land zu bekommen.

Wenn man es den tatsächlich will und wenn schöne Überschüsse nicht doch am Ende wieder wichtiger sind.

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pittiken 18.12.2012, 11:16
807.

Zitat von xenoxx
Immer wieder gerne angeführt - doch bei genauer Betrachtung ist das - gelinde gesagt - Quatsch! Nie zuvor waren die Menschen in Westeuropa sicherer vor Krankheit, materieller Not, Krieg und Seuchen. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass alle Generationen vor 1960 von ungleich grösseren Lebensverwerfungen bedroht waren als die heute Lebenden: Endlose Kriege, Hungersnöte, Verlust der materiellen Habe, Seuchen, frühe Sterblichkeitsraten, Armut in weiten Bevölkerungsschichten - all das hat über Jahrhunderte die Menschen nicht davon abgehalten, Nachwuchs zu zeugen.
Damals gab es aber noch nicht die Pille und damit die Selbstbestimmtheit, wann und wieviele Kinder geboren werden können. Es liegt einfach daran, dass unsere 30jährigen Kinder einfach nicht erwachsen werden wollen, denn durch die von Ihnen beschreibenen Schicksale ist man schnell erwachsen geworden.

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altebanane 18.12.2012, 11:21
808.

Zitat von pittiken
Es geht nicht um die jetzigen Rentenbezieher, sondern um Ihren späterenen eigenen Rentenbezug, der dann von wem gezahlt wird? Und vorübergehende Kinderbetreuung daheim kann unsere reiche Gesellschaft schon aushalten, aber eine immer größer werdene Anzahl von Kinderlosen halt nicht. Das können Sie nicht wegwischen.
Oh doch. Es ist nämlich völlig wurscht, ob ein Erwerbstätiger 2 Kinder und 2 Rentner finanziert oder 4 Rentner. Solange die Anzahl der Erwerbstätigen wächst, und das tut sie, ist das alles kein Problem.
Und die kann auch weiterhin wachsen. In meiner Firma haben wir Mitarbeiter aus aller Welt importiert, und in aller Welt wird es auch in Zukunft mehr als genug Menschen im arbeitsfähigen Alter geben.

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RamaV 18.12.2012, 11:39
809. Nur mal so...

Beim lesen der Beitraege auf den letzten 20 Seiten ist mir eine Sache doch deutlich aufgefallen. Fuer viele der Leser geht es gar nicht so sehr darum eine Familie mit Kindern zu haben, sondern eher darum wie sie dafuer entschaedigt werden, dass sie ein Kind in die Welt setzen. Seit wann bitte ist der Staat dafuer verantwortlich, seinen Buergern die Kinder zu bezahlen? DIe finanzielle Unterstuetzung die Eltern in Deutschland erhalten ist eh schon sehr grosszuegig. Ich bin Vater einer zweijaehrigen Tochter, die in Australien zur Welt gekommen ist. Das einmalige Kindergeld reicht entweder fuer die Grundausstattung (Wiege, Kinderwagen, Wickeltisch, usw), oder um die Arztrechnung in einem privaten Krankenhaus zu bezahlen. Danach ist praktisch Schluss mit finanziellen Grosszuegigkeiten des Staates. Kinderbetreuung wird zwar bis zum Alter von 5 Jahren gefoerdert, am Ende zahlt man aber im Schnitt immer noch etwa 40 Euro am Tag fuer einen Kindergartenplatz aus der eigenen Tasche.
Auf der anderen Seite sind Firmen hier meist flexibel wenn es um die Unterstutzung von Angestellten mit Kindern geht. Flexible Arbeitszeiten, oder Teilzeit sind kein Problem und Kindertagesstaetten sind eigentlich fast immer von 7.00 - 18.00 geoeffnet.
Natuerlich kann man die Situation nicht mit Deutschland vergleichen, aber vielleicht regt mein Beitrag ein wenig zum Nachdenken an. Wer sich ueber die Situation in Deutschland beschwert, sollte sich auch einmal fragen ob finanzielle Unterstuetzung und Karriereplaene wirklich den Ausschlag fuer oder gegen ein Kind geben sollten. Den idealen Moment zum Kinder kriegen gibt es nicht...

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