Forum: Politik
Studiengebühren: Dank an die Lidl-Verkäuferin!
dapd

Nach den SPD-regierten Ländern will nun auch Bayern die Studiengebühren abschaffen. Das ist soziale Gerechtigkeit andersherum: Endlich kommt es in Deutschland mal zu einer Umverteilung von unten nach oben.

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grenoble 28.02.2013, 12:58
30. Und im...

Zitat von Jan Fleischhauer
Weil mein Sohn kein Bafög bekommt (Vater ist Besserverdiener), ringen wir beide im Augenblick um jeden Euro.
... weiteren, das sich die Besserverdienenden die Studiengebühren ohne Probleme leisten können. was für blödes Geschwafel.

Auch das die Bürgerlichen nach der Demo unter sich bleiben, bedeutet ja nur das Fleischhauer gewerblich Tätige nicht als Bürger sieht, ebenso wie sein Sohn sich in seinem Dünkel nur zu seinem bürgerlichen Juristenpack hingezogen fühlt. Dann Akademiker und hier wohl im Besonderen Kolumnisten und Juristen als gesellschaftliche Elite zu bezeichnen ist tatsächlich endgültig der Nachweis von Arroganz und mangelnden Intellekt.

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erik_p 28.02.2013, 13:02
31. danke

Für das baldige Einstellen dieser Kolumne. Wird dem Spiegel Niveau nicht gerecht.

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grenoble 28.02.2013, 13:02
32. Sie stehen Fleischhauer...

Zitat von oschultheiss
Ich bin Prof an einer bayerischen Uni und habe mir im letzten Wintersemester bei den Studenten den Mund fusselig geredet, was diesen Punkt anging. Nicht alles, was mit den Studiengebühren bislang gelaufen ist, war sinnvoll und in Ordnung. Das größte Problem ist meiner Ansicht......
... tatsächlich hinsichtlich mangelnder intellektueller Fähigkeit in nichts nach.

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b0ns4i 28.02.2013, 13:05
33. ?

Also ich habe selten einen Text auf Spon gelesen, der mich so ratlos zurück lässt.
Was hier für Dinge in Verbindung zueinander gesetzt werden, um irgendwas mit Studiengebühren zu rechtfertigen...okay. Aber was soll das mit Umverteilung zu tun haben und vor allem von unten nach oben?!

Vor allem sollte sich der Autor mal fragen, warum denn überall die Studiengebühren abgeschafft werden. Weil alle Studenten für eine Umverteilung sind oder wie?
Also ich wäre über einen aufklärenden Kommentar zum Kommentar sehr dankbar!

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zudummzumzum 28.02.2013, 13:05
34. Wie war das mit der Volljährigkeit?

Man muss davon ausgehen, dass sogar der Sohn von Herrn Fleischhauer schon volljährig ist, bevor er sein Studium antritt. Was wollen wir? "Kind" bis 27, oder mit 18 "Erwachsen"? Aber genau an dieser Frage ist die Angemessenheit staatlicher Zuwendungen zu orientieren. Es spricht für die Unsinnigkeit konservativer Gesellschaften diesen Widerspruch gar nicht erst anzugehen!

Auch wenn er Fleischhauer über genügend Einkommen und/oder Vermögen verfügt, bleibt doch, dass nicht er Studiengebühren, das Zimmer am Studienort und die Lustbarkeiten seines erwachsenen Kindes zu bestreiten haben sollte, sondern eben das Kind selbst. Insofern wäre es richtig beim Alten mit den Steuern so richtig zuzulangen, damit man alle Kinder, die in Münster Jura studieren, in etwa gleich grundversorgen kann. So setzt eben der Gutverdiener sein Kind von der Steuer ab - der gleiche Vorgang wie beim Arbeitszimmer oder anderen Arbeitsmitteln. Komme mir also keiner mit Moral oder Unmoral!

Von daher wäre zusätzlich zur Abschaffung der Studiengebühren sogar noch über ein Grundeinkommen für Studenten zu reden - finanziert aus den hohen Einkommensteuersätzen, die Akademiker nun mal zu bezahlen haben. Und wenn diese dann ausstudiert haben, geht das Spiel in die nächste Runde.

Wenn "Bildung" eine gesamtgesellschaftliche Investition an junge Menschen darstellt, hat diese Bildung auch gesamtgesellschaftlich finanziert zu werden. Wenn aber Bildung für die eigenen Kinder das als Hobby der Eltern angesehen wird, dann kann man auch über Studiengebühren (die wirklich kostendeckend sein müssten) reden. Dann aber bitte auch ohne Kindergeld und Absetzbarkeit bei der Einkommensteuer ...

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dave_t 28.02.2013, 13:05
35. Studiengebühren und günstige Studentenkredite!

Zitat von jedernureinkreuz
...die Alternative, Herr Fleischhauer? Studiengebühren beibehalten und damit die Kinder von Nichtsogut-Bemittelten komplett ausschließen? Oder was ist genau die Intention Ihrer Kolumne? Oder wollte Sie enfach mal ein bisschen Häme und Spott über die politisch anders Denkenden ausschütten?
Ganz genau, Studiengebühren sind richtig! Damit sie aber nicht zum Hemmschuh für soziale Mobilität werden, sind einfache und günstige Studentenkredite ein probates Mittel. Warum sollte man nicht nach Abschluß eines Studiums, also quasi wenn man die Früchte ernten kann, die Studiengebühren in Form eines langfristigen Kredits "abstottern"?

Wenn ich dann höre, daß durch einen solchen Kredit die Kinder von sozial nicht so gut gestellten Eltern von vornherein abgeschreckt werden, dann frage ich mich allerdings schon, was solche jungen Menschen dann überhaupt an der Universität wollen. Einen solchen Kreditvertrag (also sofern er die oben beschriebenen Kriterien tatsächlich erfüllt!) zu prüfen und dabei zu erkennen, daß es sich - verglichen mit der Jobberei als Kneipenaushilfe, oder gar mit dem Verzicht auf das Studium - um ein durchaus lohnendes "Geschäft" handelt, sollte einem Abiturienten möglich und zumutbar sein...

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tommygueb 28.02.2013, 13:06
36.

Zitat von sysop
Nach den SPD-regierten Ländern will nun auch Bayern die Studiengebühren abschaffen. Das ist soziale Gerechtigkeit andersherum: Endlich kommt es in Deutschland mal zu einer Umverteilung von unten nach oben.
ich habe selten so einen schwachsinn gelesen. Die Lidel-Verkäuferin zahlt (indirekt) das Studium des Chefarztsohnes?

Eine Lidelverkäuferin zahlt vielleicht 500 Euro Steuern im Monat (wenn übrhaupt). Das reicht vielleicht um die Straße zu bauen auf der sie jeden Tag zur Arbeit fährt. Aber wer bezahlt die Polizei die aufpasst, dass die Verkäuferin nicht überfallen wird? Wer bezahlt die Lehrer die die Kinder der Verkäuferin in der Grund- und Realschule unterrichten? Den ganzen restlichen Staatsapparat? Wer zahlt die Subventionen die in Erneuerbare Energien und Lebensmittel gesteckt werden? Das sind der Chefarzt und zukünftig sein Sohn.

Abgesehen davon: Wieso hat die Verkäuferin einen Job? Weil die meisten Manager bei Lidel BWL studiert haben.

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fred_krug 28.02.2013, 13:06
37. Das Märchen von ...

... den Niedriglöhnern, die das Studium der bürgerlichen Elite bezahlen. Hier im Artikel ist es die Lidl-Verkäuferin, die den Jurastudenten finanziert; andernorts wird über die Krankenschwester schwadroniert, die die Ausbildung des Chefarztes bezahlt.

Wie unsinnig und polemisch ist das denn? Mir drängt sich das Urteil: QUATSCH regelrecht auf.

Der Unsinn kommt daher, dass neben den Lidl-Verkäuferinnen und Krankenschwestern auch die ausgebildeten Juristen und Chefärzte Steuern zahlen - gemessen am Einkommen prozentual aus welchen Steuertricks auch immer gefühlt vielleicht zum Teil weniger Prozentpunkte, aber nominell doch deutlich mehr als jeder Mitmensch im Niederiglohn- Mittellohnsektor. Insofern wird die Ausbildung aller Akademiker von allen getragen, und eben nicht nur von denen 'da unten'. Daher ist diese Gleichung so unsinnig wie die Aussage, das menschliche Atmen fördert den Klima-Wandel.

Dass dies noch dazu polemisch so hochgespitzt wird, indem unterschiedliche gesellschaftliche bzw., weil es um Geld geht, wirtschaftliche Gruppen gegeneinander in Stellung gebracht werden, kann ich nicht nachvollziehen. Da über Geld (allein) gesprochen wird und mithin über den wirtschaftlichen Wert, so gehören zu der vermeintlichen polemisierten Wahrheit noch zwei sehr wesentliche Aspekte, die der Polemik allen Wind aus den Segeln nehmen:

1. Die Krankenschwester hat in aller Regel eine Ausbildung genossen, für die sie nicht selbst zahlen musste; vielmehr wurde sie während der Ausbildung sogar für ihre Leistung und ihren Unterhalt entlohnt - wenig, das ist richtig, aber durchaus vergleichbar mit dem, was ein Student pro Monat an Geld erstmal irgendwo herbekommen muss. Während der Ausbildung musste sich die angehende Krankenschwester nicht verschulden und damit für die Zukunft belasten, wie es für Studenten aus einfachen Verhältnissen der Fall ist. Dies ist so ziemlich für jeden Ausbildungsberuf der Fall.
Bezogen auf die Lidl-Verkäuferin vermute ich, dass im Idealfall dieser Tätigkeit auch eine Ausbildung voranging; und falls das nicht der Fall war, so steht dort also eine (niederig vergütete, auf 400 EUR Basis sogar steuerfreie) Tätigkeit, für die nicht Jahre lang in Ausbildung investiert werden musste, im Gegenteil erhielten/ erhalten diese Angestellten sogar Geld.

2. Angesichts zweifelhafter Studiengänge ist das nachfolgende nur bedingt zutreffend: Diverse Hochschulstudiengänge professionalisieren junge Menschen, die in Schlüsselpositionen für die Wirtschaft zumindest potentiell hohe Wirtschaftskraft entwickeln und damit Wirtschaftswerte ganz anderer Größenordnungen schaffen, als es Krankenschwestern oder Verkäuferinnen tun. Jedenfalls leisten Ingenieure, Wirtschaftsberater, Juristen, Naturwissenschaftler pro Kopf deutlich mehr.

Wem das zu polemisch ist, der sollte sich dann mal fragen, ob die Ausgangsthese nicht ebenso polemisch ist, wenn Lidl-VerkäuferInnen angeblich Studierendenplätze finanzieren. So etwas ist einfach ganz großer Quatsch und trägt nicht im geringstens zu der Studiengebühr-Debatte bei.

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fred_krug 28.02.2013, 13:06
38. Das Kleinreden von Verschuldung

Im Übrigen halte ich es für sehr problematisch, das Verschuldungspotential für Studierende aus einfachen Verhältnissen so klein zu reden. 3.000-6.000 EUR Darlehensforderungen, die (gering, gleichwohl ...) verzinst werden und irgendwann zurückgezahlt werden sollen, wenn es die Lohnverhältnisse zulassen, sind eine Belastung für die Zukunft - finanziell, aber auch personell. Wer regelmäßig vor seinem Geldgeber Rechenschaft über seine Verhältnisse ablegen muss - also eine Art wirtschaftlichen Striptease leisten muss -, wird auf diese Art und Weise ähnlich "klein" gehalten, wie es bei den menschenunwürdigen Verhältnissen in der Arbeitsagentur oder anderen sozialen Einrichtungen der Fall ist. Das ist kein schönes Gefühl, sich ständig anderen gegenüber zu entblättern, während der gegenüber in seinem feinen Zwirn nichts zu seinen Lebensverhältnissen präsentieren soll.

Da müssen andere Lösungen her. Wenn Studiengebühren, dann nur unter der zwingenden wirtschaftlichen Bedingung, dass es ein vergleichbares Stipendiatensystem wie in den USA gibt. Alles andere ist Käse und nicht zielführend, sondern macht die Sachen nur wesentlich komplizierter für die meisten, während einige wenige sich daran bereichern.

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caligus 28.02.2013, 13:06
39. Die Alternative ...

... wäre eine an das Einkommen gekoppelte Studienabgabe, nachdem man im Berufsleben angekommen ist. Das wäre gerecht, denn diejenigen Akademiker, die danach wenig verdienen, müssten nichts zahlen, diejenigen, die sich durch das Studium nach oben gearbeitet haben, sollen dafür bitte auch überdurchschnittlich die Generationen nach ihnen finanzieren. So haben alle die gleichen Chancen und es zahlen die, die partizipieren.

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