Forum: Politik
Studiengebühren: Dank an die Lidl-Verkäuferin!
dapd

Nach den SPD-regierten Ländern will nun auch Bayern die Studiengebühren abschaffen. Das ist soziale Gerechtigkeit andersherum: Endlich kommt es in Deutschland mal zu einer Umverteilung von unten nach oben.

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WernerS 28.02.2013, 13:07
40. lidl

hat herr fleischhauer eigentlich schon bemerkt, dass eine lidl verkäuferin weniger erhält und weniger steuern bezahlt als ein spiegel-schreiber? jans argumentationskette weckt zweifel, ob es ein studium braucht, um im akademiker-bild zu schreiben.

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movfaltin 28.02.2013, 13:07
41. Argumentation

Ich stimme Jan Fleischhauer explizit nicht zu, finde aber bemerkenswert, dass er sich diesmal zu einer schlüssigen Argumentation wider den Mainstream versteigt. Davon läse ich gerne mehr, auch wenn ich inhaltlich eine andere Gewichtung vornehme.

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Epistokrat 28.02.2013, 13:08
42. man könnte denken

Fleischauer übernimmt seine Argumente jetzt direkt von Frank Luntz.

Der Gedankengang das Niedriglohnarbeiter auf einmal groß Steuern bezahlen müssten und deren Kinder ja eh nicht zu Uni gehen zeigt schön wessen Geistes Kind der Schreiber ist.

Ich würde ja schreiben: selten so einen Mist gelesen. Stimmt aber nicht da Fleischhauer hier dauernd sein Podium bekommt.

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raspunaldo 28.02.2013, 13:08
43. optional

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob da Ironie ausgesandt werden sollte.
Angekommen ist lediglich Häme.
Das ging schon mal besser.

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vivare 28.02.2013, 13:08
44. Fleischhauer mal wieder Metzger

ich Folge Ihrer Theorie. Warum sollte die Verkäuferin das Abitur finanzieren?. Warum sollte der kinderlose Kitas finanzieren? Warum der Gesunde die Kranken? Warum sollte man überhaupt Steuern zahlen? Sie sind wirklich ein neoliberaler Metzger, Herr Fleischhauer. Mit Ihrem Argumentationsstrang könnte man den Sozialstaat in Gänze abschaffen. Gleiche Lebenschancen sind nur kollektiv zu ermöglichen. Warum? Damit auch die Tochter der Lidl Verkäuferin studieren kann und nicht nur die Tochter des Filialleiters. Aber das versteht ein Konvertit wie Sie natürlich nicht mehr . Links gestartet und dann zum konsverativen Taliban mutiert. Aber vielleicht überdenken Sie Ihren Ansatz nochmal, wenn Sie in einigen Jahren im Altersheim im 30 Mannzimmer vegitieren, weil die Gesellschaft Ihrer Auffassung gefolgt ist, dass auch das Altwerden ein Individualproblem ist. :)

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Wildes Herz 28.02.2013, 13:08
45.

Zitat von Fleischhauer
Die Zahlen sind eindeutig. Von 100 Akademikerkindern fangen 71 später ein Studium an, wie man aus Untersuchungen weiß. Bei Familien, in denen kein Elternteil zuvor eine Hochschule besucht hat, sind es 24. Entsprechend gering ist der Anteil der Studenten aus sogenannten hochschulfernen Haushalten.
Das ist eine manipulative Darstellung von Fakten bzw. Zahlen. Denn: Welche Bevölkerungsgruppe ist denn bitte größer - die der Akademiker oder die, die keine Hochschule besucht haben? Natürlich ist LETZTERE Gruppe weitaus größer. Hinzu kommt, dass diese im Durchschnitt auch noch deutlich mehr Kinder haben als Akademiker, deren chronische Kinderlosigkeit ja immer wieder lautstark bedauert wird.

Über 40 Prozent kinderlos: "Akademikerinnen finden oft keinen Partner" - SPIEGEL ONLINE

Also fallen "24 Prozent" von dieser Bevölkerungsgruppe in ABSOLUTEN ZAHLEN viel mehr ins Gewicht als "71 Prozent" von einer anzahlmäßig kleinen Minderheit (in Deutschland verfügten im Jahr 2009 nur etwa 12 Prozent der Bevölkerung überhaupt über einen Hochschulabschluss).

Hochschulabschluss

Ich frage mich, warum Herr Fleischhauer hier nur wenig aussagekräftige PROZENT-Zahlen, und keine ABSOLUTEN Zahlen nennt. Könnte das vielleicht daran liegen, dass dann seine These, um die er seinen Beitrag aufgebaut hat, wie ein Kartenhaus in sich zusammenfiele?

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Gerdtrader50 28.02.2013, 13:09
46. Alles eine Frage der Sichtweise

Studiengebühren gab es früher nicht, sodass auch junge Leute aus nicht so gutem Elternhaus, wenn die Leistungen stimmten, Abi da, studieren konnten. Mit der Einführung der Studiengebühren wurde das schwieriger. O.k., es gibt Darlehen. Andererseits sollte der Staat den Bildungswilligen mit kostenlosen Bildungsmöglichkeiten zu einem guten Berufseinstieg verhelfen. Tat er ja früher, tut er jetzt wieder. Die an den Haaren herbeigezogenen Lidl-Verkäuferin hat hiermit nun wirklich nichts zu tun. Alles Unsinn.

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_gimli_ 28.02.2013, 13:09
47.

Zitat von oschultheiss
Als ob die Sozialisierung der Ausbildungskosten für die Privilegierten die Lösung des Problems sei.
Was tun Leute wie Sie oder Herr Fleischhauer dafür, dass zukünftig mehr Kinder von "Lidl-Verkäuferinnen" den Weg in unsere Hochschulen finden? Vermutlich nichts.
Genau dort liegt das Problem, nicht beim Thema Studiengebühren.

Das fängt an bei kostenlosem Nachhilfeunterricht in de Schule, geht über die Bereitstellung kostengünstiger Internatsplätze bis eben auch hin zum Thema Studiengebühren. Das alles ist von Ottonormalverdiener heute kaum noch für zwei und mehr Kinder finanzierbar. Höre ich da den Aufschrei von Professoren? Bisher nicht.

Meine Eltern waren Arbeiter in der DDR und das System hat es mir trotzdem ermöglicht, ein anspruchsvolles Studium zu absolvieren. Heute bin ich Führungskraft in einem Großkonzern. Hätten mir meine Eltern dies auch unter heutigen Bedingungen ermöglichen können? Vermutlich nicht.
Steigen Sie herab vom Elfenbeinturm!

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pruefer 28.02.2013, 13:10
48.

[QUOTE=oschultheiss;12130363]Ich bin Prof an einer bayerischen Uni und habe mir im letzten Wintersemester bei den Studenten den Mund fusselig geredet, was diesen Punkt anging. Problems sei.

Wer meint, dass die sog. „nachgelagerte Gebühr“ – also die Rückzahlung eines Kredites nach dem Studium – die Geldbarriere wegnähme, sollte sich daran er-innern, dass in der Regierungszeit Kohl das Bafög auf Darlehen umgestellt wurde; das führte von 1982 –2000 zu einem Rückgang des Anteils der Studierenden aus sog. „bildungsfernen Schichten“ von 23 auf 13%, der Anteil der ein-kommensstarken Herkunftsgruppen stieg entsprechend von 17% auf 33%.
Auch gegen eine „nachgelagerte Gebühr“ spricht:
Mit den aufgelaufenen Darlehensschulden wäre die Benachteiligung von Studierenden aus niedrigeren Einkommensverhältnissen nicht etwa aufgehoben, sondern nur als Start- und Einkommensnachteil in die Berufsphase fortge-schrieben. Wer reiche Eltern hat, startete ohne Hypothek.
-Wer behauptet, dass eine Darlehensschuld von 30.000 bis 40.000 Euro nach dem Studium keine Bildungsbarriere darstellt, offenbart ein typisches „Oberschichtendenken“. Es ist nachweislich so, dass auf Grund des niedrigeren Ein-kommens in statusniedrigeren Familienverhältnissen das Risiko und die Kosten eines Studiums höher eingeschätzt werden als in statushöheren und meist zugleich auch vermögenderen.

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loncaros 28.02.2013, 13:10
49.

Zitat von wavuu
Selten so einen Mist gelesen.
Er schreibt so einen Artikel jede Woche. Er ist so gut.

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