Forum: Politik
Studiengebühren: Dank an die Lidl-Verkäuferin!
dapd

Nach den SPD-regierten Ländern will nun auch Bayern die Studiengebühren abschaffen. Das ist soziale Gerechtigkeit andersherum: Endlich kommt es in Deutschland mal zu einer Umverteilung von unten nach oben.

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RioTokio 02.03.2013, 17:58
530.

Zitat von nenntmichismael
Sehr schön, Sie haben meinen Punkt erkannt. Dieselbe Agrumentation verwendet Herr Fleischhaue: Studium der Kinder reicher Eltern wird von allen bezahlt. Da Sie sagen, dass die Wohlhabenden die meisten Steuern zahlen, ist es gerecht, so wie bei der Elb-Philharmonie. Aber was soll dann die Polemik von Herrn Fleischhauer, dass die Finanzierung des Studiums aus Steuermitteln unsozial sei?
Es geht ja derzeit nur um einen kleinen Eigenanteil für das Studium von rd. 12% der druchschnittlichen Kosten.
Vermutlich sind da die Kosten für den Bau der Unis noch nicht mal eingeschlossen.

Ebenso wie später Fortbildung - etwa auf Seminaren - ja privat zu zahlen sind, ist ein Eigenanteil da begründbar, auch wenn über mehr Wissen irgendwie ja auch die Gesellschaft profitiert.

Da der Staat pleite ist und sonst an Dingen sparen müßte die auch eine Verkäuferin betreffen würde (oder Schulden machen müßte) ist eine Entlastung des Staates duch Studiengebühren sinnvoll.
Man kann auch an anderer Stelle sparen - aber da gibt es auch Geschrei - und hier trifft es eben die Elite (die später einen Studienkredit locker zurückzahlen kann).

Übrigens müssen Elb-Philharmoniebesucher später auch Eintritt zahlen.
So gesehen - ist das auch eine teils öffentliche, teils private Finanzierung.

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nenntmichismael 02.03.2013, 20:34
531. Steuern statt Studiengebühren

Zitat von RioTokio
Es geht ja derzeit nur um einen kleinen Eigenanteil für das Studium von rd. 12% der druchschnittlichen Kosten. Vermutlich sind da die Kosten für den Bau der Unis noch nicht mal eingeschlossen. Ebenso wie später Fortbildung - etwa auf Seminaren - ja privat zu zahlen sind, ist ein Eigenanteil da begründbar, auch wenn über mehr Wissen irgendwie ja auch die Gesellschaft profitiert. Da der Staat pleite ist und sonst an Dingen sparen müßte die auch eine Verkäuferin betreffen würde (oder Schulden machen müßte) ist eine Entlastung des Staates duch Studiengebühren sinnvoll. Man kann auch an anderer Stelle sparen - aber da gibt es auch Geschrei - und hier trifft es eben die Elite (die später einen Studienkredit locker zurückzahlen kann). Übrigens müssen Elb-Philharmoniebesucher später auch Eintritt zahlen. So gesehen - ist das auch eine teils öffentliche, teils private Finanzierung.

Vermutlich haben Sie recht, dass die Studiengebühren nur einen Bruchteil der Uni-Kosten decken.

Die berühmte Kassiererin wird nicht wegen der Finanzierung der Universitäten auf etwas verzichten müssen. Da fallen mir eher die Finanzierung der Banken und die Subvention merkwürdigster Kapitalanlagen ein.

Insofern ähnelt das Konzept dem der Kultur-Subvention: geringer Eigenanteil, hoher unsichtbarer Zuschuß aus Steuermitteln.

Es ist mir ein Rätsel, warum wir Studiengebühren brauchen. Warum soll der Staat nicht die Universitäts-Ausbildung voll subventionieren und sich dann über Steuern oder nachgelagerte Abgaben das Geld von den Absolventen zurückholen?

Dem steht leider entgegen, dass unsere "Eliten" sich begeistert der Steuervermeidung widmen.

Ab

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RioTokio 02.03.2013, 21:30
532.

Zitat von nenntmichismael
Vermutlich haben Sie recht, dass die Studiengebühren nur einen Bruchteil der Uni-Kosten decken. Die berühmte Kassiererin wird nicht wegen der Finanzierung der Universitäten auf etwas verzichten müssen. Da fallen mir eher die Finanzierung der Banken und die Subvention merkwürdigster Kapitalanlagen ein. Insofern ähnelt das Konzept dem der Kultur-Subvention: geringer Eigenanteil, hoher unsichtbarer Zuschuß aus Steuermitteln. Es ist mir ein Rätsel, warum wir Studiengebühren brauchen. Warum soll der Staat nicht die Universitäts-Ausbildung voll subventionieren und sich dann über Steuern oder nachgelagerte Abgaben das Geld von den Absolventen zurückholen? Dem steht leider entgegen, dass unsere "Eliten" sich begeistert der Steuervermeidung widmen. Ab
Komischerweise haben "die Eliten" oft nichts gegen Studiengebühren.
Das widerspricht Ihrer Vermutung von Steuervermeidung.
In vielen Ländern sind Studiengebühren ja etwas selbstverständliches.
Warum nicht auch bei uns?
Da viele mit der Finanzierung ein Problem haben können ja niederschwellig staatliche Kredite ausgegeben werden.
So kommt Geld ins System.
Ansonsten hängt alles am Tropf des Staates.

Der ist aber hoch verschuldet.
Klar kann man auf dem Standpunkt stehen, dass es das Studium für lau geben muss , ebenso übrigens wie Kitaplätze, Kindergarten etc..
Alles gut und schön.
Nicht aber wenn der Staat gezwungen ist dafür Geld bei Finanzinvestoren im Rest der Welt zu leihen.

Letztlich werden mit Studiengebühren die Reichen von morgen finanziert - die dürfen sich gerne mal daran gewöhnen, dass der Staat kein Selbstbedienungsladen und auch keine Wünsch-Dri-Was ist...

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nenntmichismael 03.03.2013, 10:44
533. Und wo kommt das Geld für die Kredite her?

Zitat von RioTokio
... Da viele mit der Finanzierung ein Problem haben können ja niederschwellig staatliche Kredite ausgegeben werden. So kommt Geld ins System. Ansonsten hängt alles am Tropf des Staates. Der ist aber hoch verschuldet. ... Nicht aber wenn der Staat gezwungen ist dafür Geld bei Finanzinvestoren im Rest der Welt zu leihen. Letztlich werden mit Studiengebühren die Reichen von morgen finanziert - die dürfen sich gerne mal daran gewöhnen, dass der Staat kein Selbstbedienungsladen und auch keine Wünsch-Dri-Was ist...
1. Im heutigen System finanzieren die Reichen von heute das Studium für die Reichen von morgen. Wo ist das Problem?

2. Die Polemik von Herrn Fleischhauer ist falsch, da die Reichen von heute das Studium der Reichen von morgen finanzieren.

3. Wo kommt das Geld für Studienkredite her, wenn der Staat hoch verschuldet ist? Vom Staat? Dann muss der Staat sich das Geld bei Finanzinvestoren leihen. Soll er aber nicht, so sagen sie.

Kommt das Geld dann aus der Privat-Banken-Welt? Für kleine Zinsen? Ohne Gegenleistung? Wirklich?

4. Wer verwaltet die Studiengebühren? Und die Studienkredite? Und die Vergaberichtlinien? Und wieviel kostet die Verwaltung?

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donnerfalke 03.03.2013, 12:32
534. So viel Lärm um nichts

Die Abschaffung der Studiengebühren ist eine beschlossene Sache und man braucht keine Uni um zu verstehen dass ohne Studiengebühren wirklich alle studieren können, also was soll der ganze Terz hier? Fleischauer ist ein Sozialzyniker, das ist der einzige Sinn seiner Kolumnen. Das Thema Studiengebühren wurde schon Tausend Mal durchgekaut, man braucht jetzt keine typische Fleischhauer-Stimmungsmache zu diesem veralteten Thema.

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tim11 03.03.2013, 14:08
535.

Zitat von nenntmichismael
Wie werden die Elb-Philharmonie und die anderen Spielzeuge des Bürgertums bezahlt? Bezahlt die Kassiererin diese nicht genauso über ihre Steuern? Und wer wird die Elb-Philharmonie nutzen? Die Kassiererin oder die Zahnarzt-Gattin? Und dann werden die Eintrittskarten auch noch aus Steuergeldern subventioniert. Herr Fleischhauer, ein Aufschrei bitte!
Ich vermute mal, dass etwa die Hälfte der Besucher studierte Germanisten sind. Zumindest gehen in meinem Bekanntenkreis nur die beiden Germanisten regelmäßig ins Theater.

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philodendron 08.05.2013, 13:22
536. Mir auch,

[QUOTE=fred_krug;12130835]... Mir drängt sich das Urteil: QUATSCH regelrecht auf.



2. Angesichts zweifelhafter Studiengänge ist das nachfolgende nur bedingt zutreffend: Diverse Hochschulstudiengänge professionalisieren junge Menschen, die in Schlüsselpositionen für die Wirtschaft zumindest potentiell hohe Wirtschaftskraft entwickeln und damit Wirtschaftswerte ganz anderer Größenordnungen schaffen, als es Krankenschwestern oder Verkäuferinnen tun. Jedenfalls leisten Ingenieure, Wirtschaftsberater, Juristen, Naturwissenschaftler pro Kopf deutlich mehr.QuOTE]

angesichts Ihres Geschreibsels.

Leistung scheint nach Ihrem Gusto von der Höhe des Einkommens abhängig zu sein. Klingt sehr neoliberal.
Sie sind auf dem Holzweg, wenn sie Werten nur eine monetäre Bedeutung beimessen, gerade auf dem Gebiet der terminalen und instrumentellen Werte ist die Tätigkeit einer Krankenschwester unbezahlbar.

MfG

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jacobwhite 17.05.2013, 16:36
537. Ganz schön Irre

Ich finde Ihre Sicht sehr gelungen - ein frischer Wind wenn man die sonst sehr linksorientierten Meinungsführer in Europäischen Medien liest.

Was ich nicht verstehe ist dass solche Dinge doch in der Analyse auch einem "linken" klar Kloßbrühe erscheinen sollte. Links ist es doch Soziale Gleichheit zu schaffen. Gebühren abzuschaffen die mehrheitlich von "reichen" in Anspruch genommen werden ist in etwa genauso sinnvoll wie Öl zu verwenden um ein Feuer zu löschen.

Je mehr ich mit Freunden rede, die mehrheitlich Links orientiert sind, destomehr habe ich das Gefühl dass die meisten sich über Themen äußern ohne sich jemals die Gesamtzusammenhänge anzusehen, zu verstehen oder gar den Versuch zu unternehmen sie zu verstehen.

Wenn ich dann versuche zu erklären was z.B. der Leitzins für Auswirkungen in der Wirtschaft haben kann, dann schalten die meisten beim ersten Wort ab - undzwar bei "Leitzins".

Ganz schön Irre eigentlich.

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