Forum: Politik
Stunde der Amateure: Nichts gelernt, und auch noch stolz darauf
DPA

Immer mehr Menschen glauben, sie wären die besseren Journalisten oder Politiker - dabei beherrschen sie nicht einmal den Konjunktiv. Das Land braucht wieder ein gesundes Elitebewusstsein.

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Pocillator 12.10.2016, 08:28
470. undifferenziert

Fleischhauer schreibt in dieser Kolumne: „Ausgerechnet bei der Beurteilung von Politik hat sich die Meinung festgesetzt, dass Erfahrung etwas ist, das verdächtig macht. Erfahrung heißt jetzt: Zugehörigkeit zur Elite. Elite bedeutet: korrupt.“ Diese Analyse geht am Punkt vorbei. Nicht die Erfahrung eines Politikers oder Journalisten macht ihn kritikwürdig (warum auch?), sondern eben die häufige Nähe zur Elite. Was eine solche Elitennähe aber automatisch mit „Erfahrung“ zu tun haben soll, bleibt schleierhaft. Man kann ja kenntnisreich und erfahren in seinem Beruf sein, ohne sich dazu bei Mächtigen anbiedern zu müssen. Auch bedeutet „Elite“ für manche nicht etwa „korrupt“, wie der Autor behauptet, sondern zunächst einmal „nicht im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung handelnd“. Dass ein intelligenter Kollege wie Fleischhauer – der sich noch dazu, seiner Kolumne zufolge, recht viel auf seinen Scharfsinn einbildet – zu solchen Differenzierungen nicht fähig sein soll, mag man kaum glauben.

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