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Sudan gegen Südsudan: Schmutziger Krieg ums Öl
AFP

Offiziell herrscht Frieden zwischen Nord- und Südsudan, tatsächlich bekämpfen sich die Nachbarn in einem erbitterten Krieg. Nun ist die Situation eskaliert, Bomber fliegen massive Angriffe. Es geht um Öl - dabei können beide Seiten nur verlieren.

Das-tobende-Steuerschaf 16.04.2012, 12:58
1. Öl und Hass

Zitat von sysop
Offiziell herrscht Frieden zwischen Nord- und Südsudan, tatsächlich bekämpfen sich die Nachbarn in einem erbitterten Krieg. Nun ist die Situation eskaliert, Bomber fliegen massive Angriffe. Es geht um Öl - dabei können beide Seiten nur verlieren.
Das ist nicht ganz richtig - es geht sehr wohl auch um die Religion! Der islamistische Norden verlor in einem brutalen Bürgerkrieg von gut einem Vierteljahrhundert Dauer seine Macht über den christlich-animistischen Süden und völkermordete zeitweilig lieber in Darfur (muslimisch), und zwar mit chinesischer Unterstützung.

(Chinas Waffen, Chinas Geld morden mit in aller Welt wird man wohl bald skandieren müssen).

Jetzt scheint man die Macht über die Abeed (arabisch für 'Schwarze' = 'Sklaven') UND die dortigen Ölquellen wieder mit aller Brutalität zurückgewinnen zu wollen.
Sudan heute könnte die Zukunft Nigerias (u.a. Staaten) sein.

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blumt0pf 16.04.2012, 13:31
2. Der Süden hat Öl, der Norden die Waffen

Die Frage ist hier wohl, wer hier wen provoziert.
Die Nordsudanesen dringen seit Staatsgründung des Südsudan immer wieder in südsudanesisches Staatsgebiet und töten dort die schwarzafrikansiche Bevölkerung. Ohne dass Völkerrechtler sich beschweren. Schaut man auf die im Vergleich lapidaren Zwischenfälle* in Syrien, so ist dies schon sehr verwunderlich. Die Nordsudanesen wollen die Südsudanesen mit allen Mitteln weiter in den Süden vertreiben. Dabei verfügen die Nördler über schwere Artellerie und Bomber, während die Südler nur Kamele und einfache Waffen besitzen.
Es geht hier auch nicht nur um Öl. Die Südsudanesen waren immer bereit zu teilen. Der Krieg begann als Araber in den Norden Sudans strömten und die schwarzafrikanische Bevölkerung versklavten. Die Lage eskalierte als man versuchte das ganze Land auch noch zwangszuislamisieren. In den darauffolgenden Jahren sind hunderttausende Menschen gestorben, dabei fast nur schwarzafrikanische Südsudanesen, fast keine Araber. Es waren die Araber in ihrem kranken Islamwahn die den Krieg angezettelt haben. Die Schwarzafrikaner konnten sich nur verteidigen. Jetzt haben sie ihr eigenes Land und werden immer noch vom Norden bedrängt und wirtschaftlich ausgebeutet, während man im Norden ein Schariastaat aufbauen möchte.

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hansulrich47 16.04.2012, 15:14
3.

Zitat von Das-tobende-Steuerschaf
Das ist nicht ganz richtig - es geht sehr wohl auch um die Religion! Der islamistische Norden verlor in einem brutalen Bürgerkrieg von gut einem Vierteljahrhundert Dauer seine Macht über den christlich-animistischen Süden und völkermordete zeitweilig lieber in Darfur (muslimisch), und zwar mit chinesischer Unterstützung.
Religion ist - wie immer - nur der vorgeschobene Grund. Es geht um Geld und damit um Macht. Der Norden will seinen Einfluss auf die sprudelnde Geldquelle 'Öl' nicht verlieren. Ohne diese Einnahmen können sich die Herrschenden nicht an der Macht halten. Deshalb haben sie auch so lange gegen die Teilung Krieg geführt. Da ist Islam gegen Christentum nur ein willkommener Vorwand zur Rekrutierung von Kämpfern. Das ist überall in Afrika so. Siehe Mali, siehe Nigeria usw.

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blumt0pf 16.04.2012, 18:43
4.

Zitat von hansulrich47
Religion ist - wie immer - nur der vorgeschobene Grund. Es geht um Geld und damit um Macht. Der Norden will seinen Einfluss auf die sprudelnde Geldquelle 'Öl' nicht verlieren. Ohne diese Einnahmen können sich die Herrschenden nicht an der Macht halten. Deshalb haben sie auch so lange gegen die Teilung Krieg geführt. Da ist Islam gegen Christentum nur ein willkommener Vorwand zur Rekrutierung von Kämpfern. Das ist überall in Afrika so. Siehe Mali, siehe Nigeria usw.
Mir fällt es sehr schwer, solche naiven Kommentare zu verstehen.
Wenn diese Gescheiterten ihre Scharia durchsetzen, jegliche Form einer anderen Religion verbieten und anderen Menschen sogar ihre Religion aufzwingen wollen, dann hat das nicht nichts mit Religion zu tun, sondern nur etwas mit Religion.
Dabei trifft die Schuld nicht einmal die "Religionen", sondern einzig dem Islam. Während der Süden in friedlicher religiöser Vielfacht vegetiert, obwohl bzw. gerade weil das Christentum vorherrschende Religion ist (sogar Muslime dürfen dort frei und gleichberechtigt leben), entwickelt sich der Norden Sudans, wie das ganze arabische Herrschaftsgebiet, zu einem intoleranten ungerechten Schariastaat.
Der Konflikt schwelt nämlich nicht, weil sich 2 verfeindete Staaten gegenüberstehen, sondern diese 2 Staaten existieren, weil arabische Muslime in den Norden eingedrungen sind, das schwarzafrikanische Volk versklavt haben (s. ersten Beitrag) und letztendlich das ganze einst vielreligiöse Land zwangsislamisieren wollten - dieses sich aber glücklicherweise zur Wehr gesetzt hat.

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forza__nulldrei 16.04.2012, 23:44
5.

Zitat von blumt0pf
Mir fällt es sehr schwer, solche naiven Kommentare zu verstehen. Wenn diese Gescheiterten ihre Scharia durchsetzen, jegliche Form einer anderen Religion verbieten und anderen Menschen sogar ihre Religion aufzwingen wollen, dann hat das nicht nichts mit Religion zu tun, sondern nur etwas mit Religion. Dabei trifft die Schuld nicht einmal die "Religionen", sondern einzig dem Islam. Während der Süden.....
Wer hat Angst vorm bösen Moslem?! Sie anscheinend....und die Naivität ist auch eher in Ihrem Beitrag zu finden.
Wie die Geschichte uns lehrt können selbst die friedlebendsten Christen (im Falle des Sudans die Engländer) 'ne Menge Mist verzapfen. Schließlich waren es einst die Engländer, die beide Gruppen (also ganz grob gesagt Araber und Schwarzafrikaner) in einem Land vereinten und somit die Grundlage für den Bürgerkrieg und die Konflikte in den anderen Provinzen legten.

Oder die Chinesen, die fleißig Waffen geliefert haben, damit die Schose immer schön weiterläuft. Und dabei haben die meisten von denen eher weniger mit Religion am Hut, die chines. Führung wahrscheinlich am wenigsten...

Es in allererster Linie auf die Religionen (vor allem auf den Islam) zu schieben ist hier der völlig falsche Ansatz. Rassismus sowie wirtschaftliche Interessen - vornehmlich ölbezogen - beiderseits, das trifft es wohl eher.....und um eben dieses Öl kämpft auch der Südsudan nicht nur auf Kamelen, sondern auch mit Panzern aus Amerika...

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