Forum: Politik
Südatlantik: Falkland-Referendum befeuert Streit mit Argentinien
REUTERS

Die Falkland-Bewohner fühlen sich very british, haben sie in einem Referendum deutlich gemacht. Das ist nicht überraschend, aber ärgerlich für Argentinien. Präsidentin Kirchner nutzt den Streit um die Inseln gern, um sich innenpolitisch zu profilieren. Aber das dürfte künftig schwerer werden.

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MutzurLücke 12.03.2013, 15:19
80. Wohl doch ein wenig...

Zitat von marietta47
400km vom Festland entfernt - vom Argentinischen! Was gibt's da noch zu diskutieren?
Fragen Sie das doch mal die Bewohner von

Madagaskar, (400 km von Mosambik),
Japan (300 km von China),
Kuba (200 km von Mexiko),
Zypern (70 km von der Türkei),
Sri Lanka (29 km von Indien),
Trinidad und Tobago (15 km von Venezuela)

und etlichen anderen, nicht von ihren unmittelbaren Nachbarn beherrschten, Inseln. Umgekehrt gehören Hawaii (3.700 km von den USA) oder Guam (9.300 km von den USA) völlig unproblematisch zu den USA, was sich mit Ihrer offenbar recht einfachen Weltsicht wohl auch nicht so recht vertragen dürfte. "Ich bin am nächsten dran, also ist es MEINS!" ist halt keine völkerrechtlich verwertbare Argumentation.

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bökelmann 12.03.2013, 15:20
81.

Zitat von Carlo Nappo
Genau das eben nicht, da die Briten schon da waren, bevor es Argentinien als solches überhaupt gab. Die Inselgruppe war zuvor völlig unbewohnt und unbekannt, wurde also auch nicht kolonialisiert, sondern ganz banal in Besitz genommen.
Ganz so einfach ist das nicht. Die Argumentationslage ist bei der BBC ganz gut dargestellt:

BBC News - Falkland Islands: What are the competing claims?

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tw1974 12.03.2013, 15:21
82. ?

Zitat von awun
Ungeachtet diesen Konfliktes halte ich es für sehr komisch, dass eine Vielzahl von Staaten noch etwas wie Kolonien führen.
Welche Staaten meinen Sie? Welche Territorien sind aus Ihrer Sicht Kolonien?

Zitat von awun
Natürlich wollen die Bewohnen in den meisten Fällen nicht mehr zum früheren Land zurückkehren.
In welchen Fällen wollen die Bewohner der Kolonien nicht mehr zum "früheren Land" zurückkehren? Warum ist das "natürlich"?

Zitat von awun
Dieser Konflikt ist sicher ein Spezialfall, aber viele andere sind 1a Kolonien.
Welche Gebiete sind heutzutage "1a Kolonien"?

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moistvonlipwik 12.03.2013, 15:56
83.

Zitat von MiniDragon
Falls Argentinien nochmals mit Gewalt die Falklander einzugemeinden versuchte, wäre das nicht ein Angriff gegen ein Nato- Land mit der Folge, dass auch Deutschland zu Hilfe eilen müsste ?
Nein: der NATO-Bereich ist nach Süden durch den Wendekreis des Krebses begrenzt.

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ServicePackXXL 12.03.2013, 16:02
84. wie meinen sie das?

Zitat von marietta47
400 km vom Festland entfernt - vom argentinischen! Was gibt's da noch zu diskutieren?
sollte das von neun ländern "eingezingelte" deutschland - beinahe hätte ich getippt "das volk ohne raum" - ebenfalls eine 400 km (mindestens!) breite einfluß-, sicherheits- oder ausbeutungszone jenseits seiner offiziellen grenzen beanspruchen?!
oder wollten sie sagen, dass 400 km ganz schön weit weg sind - ja, ne?... ;-)

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mensch-maennlich 12.03.2013, 16:08
85.

Also von wegen Argentinien gab es damals noch nicht Großbritannien aber schon. Ich finde bei solchen Diskussionen müßte eigentlich ein Staat erst dann als rechtmässig existent anerkannt werden, wenn er vollständig demokratisch konstituiert ist. In Großbritannien hatten mitte des 19. Jahrhunderts nur weniger als 5% der Bürger Wahlrecht.

Was irgendwelche Despoten, die sich Könige oder Kaiser nannten, getan oder auch nicht getan haben, sollte genausowenig eine Rolle spielen für die Rechte eines Volkes wie die Handlungen von Diktaturen.
Darum sind Besitzansprüche so meiner Meinung nach nicht zu entscheiden. Und gerade bei den Malvinas / Falklandinseln ist es schon sehr fragwürdig sich auf eine Bevölkerungsbefragung zu stützen. Was wenn jetzt sagen wir mal 10.000 Argentinier gerne auf die Falklans einwandern würden und man würde die Befragung nochmal wiederholen? (derzeitige Einwohnerzahl ca. 3000+ 1700 Soldaten)
Die wurden ja wohl potentiell daran gehindert dort zu wohnen, nehme ich mal an.

Im Prinzip gibt es nur einen echten Maßstab. Der gesamten Erdbevölkerung gehört die gesamte Erde. Da man leider zukünftige Erdbewhoner nicht befragen oder abstimmen lassen kann, muß man Entscheidungen, die auch deren Lebensbedingungen betreffen, wohl oder übel den derzeit Lebenden überlassen.

Es ist genauso ungerecht, daß ein Witzstatt von einer Diktatur wie Saudi-Arabien mit seinen im Verhältnis zur Weltbevölkerung paar Einwohnern (30 Millionen) über bedeutende Teile des Welterdölvorkommens (25%..bei 0,5% der Weltbevölkerung) bestimmt. Und warum? Aufgrund einer jahrhundertealten Ordnung aus der Kolonialzeit, die im Grunde auf nichts anderem als Gewalt beruht.

Solange es keine Weltregierung demokratisch gleichberechtigt von der gesamten Weltbevölkerung bestimmt gibt, beruhen solche Besitzfragen letzendlich immer auf Macht=Gewalt.

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Inbetween 12.03.2013, 16:14
86. Die Beziehungen sind enger....

..als Mancher denkt - die zwischen den Falklands und Argentinien. Das wurde uns klar als wir Ende Januar 88 vom Bicentennial Australiens rund Kap Hoorn in Port Stanley ankamen. Eir trafen einen Bewohner der uns erzählte, wie er die argentinische Besetzung - er wohnte damals auf der Nachbarinsel - erlebt hatte. Sein Haus wurde vom argentinischen Militär besetzt. Ein junger Offuzier besichtigte es vorher. Beim Rundgang blieb er vor dem Kamin im Salon stehen, deutete auf ein Foto "on the mantelpiece" und fragte: "what is that"? Unser Bekannter erklärte, es seiein Foto seiner Frau aus ihrer Zeit im Internat im Süden Argentiniens. Sie hatte dort ihr Abi gemacht. Der junge Offizier bat, Ihm die Frau auf dem Klassenfoto zu zeigen, deutete dach auf ein Mädel daneben und sagte: "and this is my aunt".
Und im Hafen vin Port Stanley waren die Hafenarbeiter und Matrosen sauer auf die britische Regierung, die es immer noch nicht geschafft hatte, nach dem Krieg auch vertraglich Frieden zu scheffen. Der gesamte Warenverkehr mit Argentinien war zum Erliegen gekommen, der bedeutender (und ökonomischer) gewesen war, als der mit GB. Die Männer fluchten und brachten es in der Hafenbar auf einen Nenner. Sie fluchten auf die britische Regierungschefin: .."wir können nicht mal mehr nach Ushuaia in den Puff..."
Die Falkländer müssten ja nicht gleich der "boliviarischen Allianz" beitreten, es täte es schon eine Art Freundschaftsvertrag, Aber dazu müssten die Argentinier eine Menge nationalistischen Schrott entsorgen.

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Brennstoff 12.03.2013, 16:14
87. Die patriotische Nummer zieht immer!

Natürlich hätte Fr. Kirchner die Inseln samt Ressourcen gern unter ihrer Fuchtel. Aber aktuell gilt es, erhebliche innenpolitische Turbulenzen und einer schwachen Wirtschaft ein einigendes Moment gegenüber zu stellen. Das Rezept ist uralt. Fr. Kirchner baut da einen außenpolitischen Gegner auf und weiß alle Patrioten ihres Landes so hinter sich vereint.
Im Prinzip hat sie sie mit den Briten auf den Falklands einen ewigen Bösewicht, den man im Prinzip für allen Mist im eigenen Land verantwortlich machen kann. Ziemlich durchsichtig das Ganze für jemanden, der in Geschichte brav seine Hausaufgaben gemacht hat.
Nur kann so etwas auch übel in die Hose gehen. Einmal hat sich schon eine argentinische Regierung die Pfoten mächtig verbrannt.
Treibt Fr. Kirchner ihr Spielchen zu weit, könnte die Bevölkerung einen weiteren Waffengang fordern und auch diesmal werden die Briten nicht zögern, die Falklands zu verteidigen. Im Gegenteil, bei all dem Ärger den Cameron zu Hause hat, würde Fr. Kirchner ihm glatt einen Gefallen tun und eine Wiederwahl sichern, schmissen die Briten die Argentinier ein zweites Mal von ihren Inseln.

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Brennstoff 12.03.2013, 16:21
88. Also ehrlich, ihr persönliches Problem mit den Briten

Zitat von Sportler.
Meine volle Sympathie gilt Argentinien, diese Britenschmarotzer braucht weder Argentinien noch die EU. Offensichtlich glauben die verstaubten Briten, mit Queen nebst Prinzenstall und BBC World Service noch immer eine gewisse Dominanz in der Welt auszuüben. Liegen aber voll daneben mit ihrer Selbstüberschätzung, die Bauchlandung hat schon begonnen, siehe ihr Cricket Team, auch so ein alter Zopf aus den afrik. bush Jahren. - Aber Briten sind zäh, zugestandenermaßen, die kauen noch lange an ihrem blutigen Roastbeef und schlucken diesen greulichen Gin Tonic, aber.....wie man will... dann doch wieder, irgenwo, ein bisserl sympathisch. Und nicht zu vergessen, die tolle Titanic, die sie hatten - Freud und Leid halt zusammen.
hat nun wirklich nichts mit diesem Konflikt zu tun.

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lensenpensen 12.03.2013, 17:00
89. Das ist ja ein toller Vergelich, bzgl. der Einwanderung...

Zitat von mensch-maennlich
Also von wegen Argentinien gab es damals noch nicht Großbritannien aber schon. Ich finde bei solchen Diskussionen müßte eigentlich ein Staat erst dann als rechtmässig existent anerkannt werden, wenn er vollständig demokratisch konstituiert ist. In Großbritannien hatten mitte des 19. Jahrhunderts nur weniger als 5% der Bürger Wahlrecht. Was irgendwelche Despoten, die sich.....
"wir" (also Deutschland) lassen ja nun auch nicht jeden rein, der bei "uns" wohnen möchte. Und um im Größenvergleich zu bleiben, wo soll man denn hier nochmal 240 Mio. Menschen ansiedeln.
Eine absolute Freizügigkeit und Niederlassungsfreiheit für fremde Staatsbürger gibt es nicht.
Und wenn man Ihren Demokratie-Index anlegt, wäre GB auch eher da gewesen :-)

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