Forum: Politik
Südossetien-Analyse: Die kriegerischen Absichten russischer Friedenstruppen

Die blitzschnelle Eskalation des Konflikts in Südossetien zeigt vor allem eines: Die Krise kam den beteiligten Parteien sehr gelegen. Georgien will sich in den Westen integrieren - und Russland will genau das verhindern. Das Wohl der Südosseten spielt dabei überhaupt keine Rolle.

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Elbart 10.08.2008, 23:43
30. Erinnerung

Die Analyse ist aus klar (neo-)Realistischen Sicht gemacht und nicht zu unrecht. Im Kreml wird machtspolitisch gedacht, ob Putin, die Kommunisten oder die Zaren, sowie Dwight Eisenhower richtig erkannt hatte. Die jetzige Lage in Georgien ist nichts anderes als die schon seit Jahren gefürchtete Eskalation der russischen jahrenlange Einmisschung in Georgiens interne Angelegenheiten.

Ich verstehe denn auch manche Beiträge hier im Forum nicht. Bin sogar schockiert, dass die russische Politik hier als harmlose Reaktion auf georgische Aggression dagestellt wird. Natürlich mithilfe vom böse Amerika.

Sorry für die Analogie, aber muss bei solchen Beiträgen sowie bei der von Kremlfreundlichkeit geprägten Politik Merkel und Steinmeiers immer wieder an Chamberlain denken.

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namehiereintragen 11.08.2008, 00:26
31. Analyse =/= Kommentar

Als subjektive Stellungnahme ist der Artikel ja durchaus legitim, aber als Analyse?

Russland gebashe ohne auch nur im Ansatz die Hintergründe zu erläutern.

Mir ist auf jeden Fall nicht klar warum sich ein Land wie Georgien, dessen Politik ja mit europäischen Werten aber so was von überhaupt nichts zu tun hat, eine Schutzmacht EU haben sollte.
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Dieses Kommentar ist zwar auch in manchen Punkten radikal, aber zumindest nicht unreflektiert Pro-Georgien und auch deutlich als 'Meinung' gekennzeichnet:

http://derstandard.at/?url=/?id=1216918883825

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rincewind 1111 11.08.2008, 01:00
32. Ein Schelm...

ist wer was böses denkt. Ist aber schon auffällig wieviel erste beiträge das sind. Wer betreibt hier Propaganda, SPON oder einige Mitforisten. Mein Gott wenn Russland so ein furchtbar nettes Land ist, dann zieht doch einfach den antikapitalistischen Schutzwall hoch und eine ruh ist.

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Loewe_78 11.08.2008, 01:08
33. Eins noch:

Diese sogenannten "Think Tanks" sollen bitte ganz schnell in die Löcher verschwinden aus denen sie hervorgekrochen sind und sich endlich einmal eine anständige Arbeit suchen.

Mit ihrer derzeitigen sogenannten "Arbeit" ziehen sie nämlich anderen Menschen echte Tanks auf den Pelz. Diejenigen, die Feuer und Rauch spucken. Und Rohöldestillate trinken.

Well done, Think Tanks Of Our Transatlantic Fellows! Diese ganze Schose geht nämlich auf deren Kappe. Ich hoffe, Jeder, der sich die Finger an der Tastatur schmutzig macht, spürt die Seelen der Ermordeten (auf allen Seiten) in der Seinigen rumoren. Bis an ihr Lebensende - und weit darüber hinaus.

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lenon 11.08.2008, 01:53
34. Es darf in Europa wieder für die Heimat gestorben werden

Der Autor Himmelreich geht meines Erachtens ganz korrekt davon aus, dass Russland in den Konflikten um Georgiens abtrünnige Provinzen lupenreine Machtpolitik betreibt. Dabei setzt sich der Kreml über die vitalen Interessen nicht nur der Osseten und Georgier, sondern - wie üblich - auch seiner eigenen Soldaten hinweg. Das erinnert wirklich stark an die Tscheschenien-Kriege.

Für das willige Liefern des Anlasses werden die Moskauer Falken auf den unfähigen Saakaschwili in Dankbarkeit einige Toasts ausgebracht haben, vielleicht haben sie ihm auch schon Exil auf einer Moskauer Datscha zugesichert.

Die amerikanische und europäische Kaukasus-Diplomatie ist das Flugbenzin nicht wert, das sie gekostet hat. Putin hat den Helm aufgesetzt und es darf in Europa wieder für die Heimat gestorben werden. Alle Verteidiger russischer/ossetischer/georgischer/US-amerikanischer Standpunkte mögen sich bitte bei den Rekrutierungsbüros melden, eigene Ausrüstung willkommen!

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Diomedes 11.08.2008, 05:01
35. Stalin und die Folgen...

Die Zugehörigkeit dieser „abtrünnigen“ Gebiete zu Georgien dürfte eine Folge des Wirkens des bolschewistischen Schlächters Stalin sein, der gerne allerlei Gebiete Sowjetrepubliken zu schlug, die mit den historischen Staaten, Völkern und Stämmen wenig verbunden hat und somit viele Jugoslawiens erschaffen hat, mit all ihren ethnisch-religiösen Kämpfen, die nur allzu leicht in das Gemetzel der Balkankriege ausarten; allerdings sind die Georgier Narren, wenn sie die abtrünnige Provinz angegriffen haben, ohne vorher das russische Einverständnis gehabt zu haben, da nach Rußlands jüngster Schmach auf dem Balkan, die macht- und kraftlos gewordene Großmacht bittere Vergeltung an den Klienten des Westens [der USA] in ihrer Nachbarschaft üben wird.

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Andreas Heil 11.08.2008, 05:56
36. Die kriegerischen Absichten der heuchlerischen Russland-Eindämmungspolitik

Zitat von sysop
Die blitzschnelle Eskalation des Konflikts in Südossetien zeigt vor allem eines: Die Krise kam den beteiligten Parteien sehr gelegen. Georgien will sich in den Westen integrieren - und Russland will genau das verhindern. Das Wohl der Südosseten spielt dabei überhaupt keine Rolle.
Der Krug geht halt so lange zum Brunnen bis er bricht.

Lange hat sich Russland zurückgehalten und versucht, seine legitimen und berechtigten Interessen mit Vernunft und vielen guten Worten angemessene Berücksichtigung finden zu lassen, freilich um immer neue Zumutungen zu ernten und immer wieder den Westen als vertragsbrüchig zu erleben. Die Idee, im Schatten der olympischen Spiele die ebenfalls berechtigten Interessen der Osseten einfach militärisch wegzubügeln, in dem Glauben, Russland würde abermals nur protestieren und tatenlos zusehen, war der berühmte Tropfen, der dass Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Auch ist es eine Lektion für die Ent-Rechtlichung der internationalen Beziehungen, deren Grundsätze vom Westen, allen vorna die USA so oft mit Füßen getreten wurden, dass sie faktisch inexistent geworden sind.

Man wünscht sich in dieser Situation einen Helmut Kohl oder Gerhard Schröder als Kanzler wieder, wo der eine als Historiker mit dem Geschichtsbuch im Hinterkopf, der andere wohl aus dem Bauch verstanden hat, welche Rolle Deutschland gegenüber Russland hat, wenn es dem zukünftigen friedlichen Zusammenleben im "europäischen Haus" dauerhaft förderlich sein sollte. Steimeier als Kopf hinter Schröders Außenpolitik wird kaum aureichen, den Atlantik-Trotteln hinreichend Paroli zu bieten.

Selbst Michail Sergejewitsch konstatiert wohl mit Verwunderung eine massive Anti-Russische Agitation, die nicht zuletzt von den deutschen Medien geschürt wird. Wann hört dieser Unfug endlich auf ?

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Newspeak 11.08.2008, 06:44
37. ...

Ich verstehe die pro-russischen Kommentare hier im Forum leider nicht. Ich behaupte nicht, daß Georgien nicht eine Schuld an der Eskalation trägt, vielleicht sogar den Anlaß dafür gegeben hat, aber man sollte doch mal folgendes festhalten:

1) Russland ist ganz offensichtlich keine Demokratie, aber Georgien bemüht sich wenigstens um politische Veränderungen in diese Richtung.

2) Russland ist Georgien militärisch weitaus überlegen, aber wenn Russland wirklich ein souveräner Staat im übertragenen Sinne wäre, würde es sich gar nicht erst herablassen, bei einem solchen "Gegner" wieder mit militärischer Stärke zu protzen. Das ist noch lächerlicher als der Falkland-Krieg. Aber was soll man anderes erwarten? Putin jedenfalls hat offenbar noch nicht mitbekommen, daß der Kalte Krieg vorbei und Russland ihn verloren hat. Sollte man sich aber langsam mal eingestehen da drüben, um mal eine in die Zukunft gerichtete, vernünftige Politik zu machen.

3) Russland verfolgt auch an anderer Stelle das zweifelhafte und durch nichts gerechtfertigte Interesse seinen alten Machtbereich unter Kontrolle zu behalten. Ob man der Ukraine, die sich ebenfalls nach Westen ausrichten möchte, das Gas abdreht oder Viktor Juschtschenko mit Dioxin vergiften lässt, das diktatorische Regime von Lukaschenko in Weißrussland stützt, oder in Tschetschenien angebliche Terroristen zusammenbombt. Alles Aktionen eines "lupenreinen Demokraten" im Kreml.

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Disclaimer 11.08.2008, 07:58
38. "Berechtigte" russische Interessen

Zitat von Andreas Heil
Der Krug geht halt so lange zum Brunnen bis er bricht. Lange hat sich Russland zurückgehalten und versucht, seine legitimen und berechtigten Interessen mit Vernunft und vielen guten Worten .....
Russland hat keine legitimen Interessen in anderen souveränen Staaten, schon gar nicht, wenn diese dagegen sind. Diese Idee eines "russischen Imperiums", die letztlich dahinter steht und von Russland verzweifelt gewünscht wird, ist nicht nur mit Blick auf das Völkerrecht sondern vor allem auch mit Blick auf die Menschenrechte abzulehnen.

Und wie gesagt, die Osseten sind nicht nur Opfer sondern vor allem auch Täter, wodurch deren Legitimität doch stark untergraben wird.

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Ivo Helory 11.08.2008, 09:14
39. Eben

Zitat von Disclaimer
Und wie gesagt, die Osseten sind nicht nur Opfer sondern vor allem auch Täter, wodurch deren Legitimität doch stark untergraben wird.
Eben. Man sollte auch nicht aus den Augen verlieren, dass die Auseinandersetzung der letzten Tage damit begonnen hat, dass südossetische Separatisten in Südossetien die um die Haupstastadt herumliegenden georgischen Dörfer angegriffen haben, unter den Augen der russischen Friedenstruppen, und sich Georgien deswegen zum Einschreiten entschlossen hat.

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