Forum: Politik
Südossetien-Analyse: Die kriegerischen Absichten russischer Friedenstruppen

Die blitzschnelle Eskalation des Konflikts in Südossetien zeigt vor allem eines: Die Krise kam den beteiligten Parteien sehr gelegen. Georgien will sich in den Westen integrieren - und Russland will genau das verhindern. Das Wohl der Südosseten spielt dabei überhaupt keine Rolle.

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klaus1201 11.08.2008, 14:18
50. Es geht...

Zitat von Elbart
Die Analyse ist aus klar (neo-)Realistischen Sicht gemacht und nicht zu unrecht. Im Kreml wird machtspolitisch gedacht, ob Putin, die Kommunisten oder die Zaren, sowie Dwight Eisenhower richtig erkannt hatte. Die jetzige Lage in Georgien ist nichts anderes als die schon seit Jahren gefürchtete Eskalation der russischen jahrenlange Einmisschung....
...um machtpolitschen Einfluß, und wer nicht sehen will, das die amerikanische Plutokratie hier genauso wenig Skrupel hat wie die russische Gegenseite ist auf einem Auge blind.
Es geht hier nicht um das gute Amerika gegen das böse Russen, sondern es geht um Macht, um Einfluß und um Geld.
Merkel und Steinmeier als Kremelfreundlich zu bezeichnen ist dann doch eher ein Witz.

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klaus1201 11.08.2008, 14:24
51. Falken ?

Zitat von lenon
Der Autor Himmelreich geht meines Erachtens ganz korrekt davon aus, dass Russland in den Konflikten um Georgiens abtrünnige Provinzen lupenreine Machtpolitik betreibt. Dabei setzt sich der Kreml über die vitalen Interessen nicht nur der Osseten und Georgier, sondern - wie üblich - auch seiner eigenen Soldaten hinweg. Das erinnert wirklich stark an die Tscheschenien-Kriege. Für das willige Liefern des Anlasses werden die Moskauer Falken auf den unfähigen Saakaschwili in Dankbarkeit einige Toasts ausgebracht haben, vielleicht haben sie ihm auch schon Exil auf einer Moskauer Datscha zugesichert. Die amerikanische und europäische Kaukasus-Diplomatie ist das Flugbenzin nicht wert, das sie gekostet hat. Putin hat den Helm aufgesetzt und es darf in Europa wieder für die Heimat gestorben werden. Alle Verteidiger russischer/ossetischer/georgischer/US-amerikanischer Standpunkte mögen sich bitte bei den Rekrutierungsbüros melden, eigene Ausrüstung willkommen!
Ich würde eher sagen GEIER, aber nicht nur in Moskau sondern auch in Washington, oder noch eher die dahinter in New York, London, Frankfurt...

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klaus1201 11.08.2008, 14:37
52. Arbeitest wohl...

Zitat von framo
1. Wiederaufbau einer ernstzunehmenden Bundeswehr. Nur sie ist ein Garant für ein D friedlich gesinntes Rußland. Gegen schwache Nachbarn wird die riesige russische Militärmaschinerie bedenkenlos eingesetzt. 2. Stärkung der NATO mit einem substanziellen Beitrag Ds. 3. Schutz des wegen der großen russischen Minderheit höchst bedrohten Baltikums durch die NATO. Der Kalte Krieg kommt wieder. Ein Unglück für Europa.
...bei Rheinmetall oder Diehl?

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lenon 11.08.2008, 15:00
53. Vorwurf Machtpolitik

Zitat von Sophie Amrain
(...) Und vielleicht könnte man mal mit diesem unsinnigen Vorwurf der Machtpolitik aufhören: jede Macht dieser Welt betreibt Machtpolitik, sonst wär sie keine Macht geworden bzw geblieben.(...)
Machtpolitik ist überhaupt kein unsinniger Vorwurf, vielleicht sollten wir die Kritikwürdigkeit dieser Vorgehensweise jedoch durch das Hinzusetzen von Adjektiven als BLUTIGE oder KRIEGERISCHE Machtpolitik verdeutlichen.

Wer zur Durchsetzung seiner Interessen über Leichen geht, gehört vor ein Gericht. Ich sehe bei keiner der Konfliktparteien Lösungsansätze, die sich in einem vernüftigen Rahmen bewegen. Eines Rahmens, der sich in Europa im Kalten Krieg entwickelt hat - maßgeblich unter dem Druck der atomaren Konfrontation.

Die Machtpolitik der Russen, Georgier, Abchasen Osseten, Tschetschenen, Kosovaren, Serben u.v.a.m. lässt sich deutlich von derjenigen Machtpolitik unterscheiden, die von (etwas) weiter entwickelten Staaten, etwa der EU, betrieben wird. Die EU ist ohne Kriege zu einer Macht geworden. Russland hält dieses Mittel nach innen wie nach außen immer noch für legitim und wendet es oft an. Ich werde das Russland und anderen Staaten weiterhin vorwerfen.

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centaur 11.08.2008, 15:28
54. Frage

Zitat von lenon
Die Machtpolitik der Russen, Georgier, Abchasen Osseten, Tschetschenen, Kosovaren, Serben u.v.a.m. lässt sich deutlich von derjenigen Machtpolitik ....
Gehört zu diesen "anderen Staaten" zufällig auch die USA?

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prohistory 11.08.2008, 15:52
55. SÜdossetien-analyse

Zitat aus dem Artikel:
"Die russischen Angriffe sind eine eklatante Verletzung des georgischen Territoriums - und zu denen auch mit russischen Pässen versehene Abchasen und Südosseten keinen Rechtsgrund geben."

Es wäre besser:
"Saakaschwili will zurückerobern, was Dschughaschwili Georgien geschenkt hat."
Herr Himmelreich, Abchasen und Osseten, mit oder ohne russischen Pass, sind in erster reihe Menschen, deren körperliche Integrität Vorrang vor der territoriellen Integrität Georgiens hat. Kommen Sie nicht mit dem abstrakten Völkerrecht, das gegen das Recht der Völker ist, und von den USA nach belieben angewandt wird.

Für Herrn Himmelreich und seine Auftraggeber zählen also die Opfer des georgischen Angriffs auf die Zivibevölkerung nicht. Er möge mal die Chronologie des Konfliktes durchlesen. Es wurde eine Zivilbevölkerung, keine Armee, ohne jede Vorwarnung angegriffen und dies nachts zu Beginn
der olympischen Spiele. 2.000 Tote, 30.000 Flüchtlinge, zerstörte Existenzen, Aber das sind ja "nur Osseten",
keine USA-Fellows. Also kann hier von einer "eklatanten
Verletzung des Rechts auf Leben der Osseten" keine Rede sein.
Lästern über Russland, damit kommt man in jedes Medium, auch und vor Allem im Spiegel weit.
Sehr geehrte Redaktion des Spiegels, halten Sie sich mal einen echten Spiegel vor und suchen Sie nach
einer einzigen veröffentlichen Meinung der durch die georgische Aggression direkt Betroffenen.

Russland hat eingegriffen - leider zu spät - um das Sengen und Morden der losgelassenen georgischen Soldateska gegen eine Bevölkerung, propagandistisch behauptet es wäre die eigene, zu stoppen. Es ist gelungen. Das Bombardieren strategischer Ziele in Georgien finde ich richtig, dem Busch-Fellow soll die Möglichkeit eines weiteren Rachezuges gegen die Zivibevölkerung welcher Nationalität auch immer genommen werden.

Russland kämpft nicht gegen die Bevölkerung Georgiens, was wäre leichter gewesen als die Versorgung derselben mit Gas und Strom zu kappen? Man beliefert doch den "Feind" nicht mit dem Lebendswichtigsten.

Vergessen oder nie gewußt dass: ca. 1.000.000 Georgier Ihr Brot und das Ihrer Familien in Russland verdienen? Diese nach Georgien zurückzuschicken würde Georgien komplett destabilisieren. Der Bush-Fellow würde keine Woche mehr im Amt bleiben. Etc., etc..

Objektivität nicht Selektivität der Informationen, Nicht-Veröffentlichen von Propaganda seitens USA Lobbyisten, stände dem Spiegel gut. Und nochmals: lassen Sie die direkt Betroffenen vor den sog. Experten zu Wort kommen.

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lysandros 11.08.2008, 17:37
56. Groteske Klitterungen

Mancher Nonsense wie von sog. Prohistorikern kann nicht unkommentiert bleiben.

Die Auseinandersetzungen in und um Georgien haben nicht erst am vorigen Freitag begonnen. Gezielt wird seit Jahren der Staat Georgien unterminiert und destabilisiert von Rußland und seinen willfährigen Helfershelfern.

Was ist denn von Abchasien und Süd-Ossetien übriggeblieben, nachdem die skrupellosen Regime von Moskaus Gnaden im letzten Jahrzehnt sich Hunderttausende ihrer Bevölkerung durch Vertreibung entledigt hat .. im Falle von Süd-Ossetien 1/3, im Falle Abchasiens gar 3/5 der Gesamtbevölkerung ?? In Suchumi und Zchinvali herrschen seit Jahren mafiotische Clans und korrupte russische Militärs. Inwieweit die verbliebenen Bevölkerungsreste in A. und S.-O. Geiseln und "Machtspielobjekte" der eigenen Machthabern und Rußlands sind, müßte eruiert werden.

Die international zu Recht nicht anerkannten "Referenden" zur Unabhängigkeit sind unter irregulären Bedingungen und weitgehend nach der Vertreibung großer Bevölkerungsgruppen durchgeführt worden ... und sind daher völkerrechtlich irrelevant.
Kein Wunder, dass sich Polen, die baltischen Republiken und die nicht gleichgeschalteten Ukrainer auf die Seite Georgiens stellen angesichts der Erwürgungspolitik Moskau.
Über die Behandlung von "Kaukasiern" ( = "Schwarzen")im Kernrussland braucht man hier auch nur wenige Worte zu verlieren. Sie stehen unter Allgemeinverdacht und starker Observanz und sind "zahlende Opfer" der russischen Miliz.

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indosolar 11.08.2008, 18:13
57. kleiner Irrtum

Zitat von Newspeak
............. Aber was soll man anderes erwarten? Putin jedenfalls hat offenbar noch nicht mitbekommen, daß der Kalte Krieg vorbei und Russland ihn verloren hat. Sollte man sich aber langsam mal eingestehen da drüben, um mal eine in die Zukunft gerichtete, vernünftige Politik zu machen. 3) Russland verfolgt auch an anderer Stelle das zweifelhafte und durch nichts gerechtfertigte Interesse seinen alten Machtbereich unter Kontrolle zu behalten. Alles Aktionen eines "lupenreinen Demokraten" im Kreml.
der kalte Krieg wurde abgebrochen und dabei wurde vereinbart, dass es nicht zu einer Ostausdehnung der NATO kommt. Unabhaengig von der jetzigen Lage, sollte man den Russen klare Zugestaendnisse machen, vielleicht braucht man sie irgendwann noch mal. Ausserdem sollte man mit dem was kommen wird, froh sein, starke Zentralmaechte zu haben. Es ist fuer mich unverstaendlich, dass Kleinstaaterei gut ist, wenn Sie uns kurzfristig nuetzt und schlecht, wenn nicht. Ausserdem darf die EU sich erst mal konsolidieren, Ihre Hausaufgaben machen und alle Probleme loesen, ehe sie waechst und sich neue Probleme reinholt. Sicher ist Putin kein lupenreiner Demokrat und China kein Musterlaendle, aber ganz sicher wird man diese Maechte in den naechsten 30 Jahren brauchen. Mir sind 5 Grossmaechte, die sich bei den Herausforderungen der naechsten 30 Jahre einigen koennen lieber, als staendige interne von den Amerikanern wegen Oelhunger geschuerte Querelen. Dass ein Vorstandsassitent von Daimler, die schliesslich Autos verkaufen wollen, diese Frakttion unterstuetzt, habe ich nicht anders erwartet. Die EU wird auf alle Faelle noch einige Probleme durch ihren seltsamen Drang nach Osten erwarten duerfen.Vielleicht ist es besser, einige Anwaerter den Russen zu ueberlassen. Oelpipline hin oder her, letztendlich benoetigen auch diese Technik und Partnerschaft um Rohstoffe, die man verkaufen kann, effizient zu foerdern oder zu verarbeiten.

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androlski 11.08.2008, 18:41
58. ??

Zitat von centaur
Gehört zu diesen "anderen Staaten" zufällig auch die USA?
Wer Staatsdiktaturen und Demokratien in einen Topf wirft, hat ein recht schiefes Weltbild.

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Firecreek 11.08.2008, 19:00
59. Die Illegitimität eines nächtlichen Überfalls

Zitat von lysandros
Kein Wunder, dass sich Polen, die baltischen Republiken und die nicht gleichgeschalteten Ukrainer auf die Seite Georgiens stellen angesichts der Erwürgungspolitik Moskau.
Zufällig sind die von Ihnen genannten Verbündeten Georgiens gleichzeitig erste Aspiranten des amerikanischen "Raketenabwehrschilds" an den West- und Südwestgrenzen Rußlands und haben sich, wie Georgien selbst auch, als Folterknechte der CIA instrumentalisieren lassen (vgl. das Arbeitsdokument 4 des nichtständigen Ausschusses des Eruroparlaments über die CIA-Flüge).
Die Illegitimität eines nächtlichen Überfalls auf die Zivilbevölkerung einer autonomen (nicht souveränen) Region steht doch wohl außer Zweifel.
Und was die historische Verwurzelung Ossetiens in Georgien seit dem Mittelater angeht (siehe Himmelreich-Artikel)... 95% der Bevölkerung Südossetiens haben die russische Staatabürgerschaft. Auch dies ist ein historisches Faktum.

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