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Supreme Court: So will Trump seinen umstrittenen Kandidaten retten
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Die US-Republikaner geraten im Streit über die Vorwürfe gegen Brett Kavanaugh massiv unter Druck - nun wollen sie den Fall mit einem gewagten Manöver schnell aus der Welt schaffen. Kann das gelingen?

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maxstock 20.09.2018, 09:36
1. Über 30 Jahre

Ich bin wahrlich kein Trump-Fan oder Anhänger der Republikaner. Aber ich bin nicht sicher, ob es fair ist, über die Tat eines betrunkenen 17-jährigen mehr als 30 Jahre danach auf moralisch und politisch höchster Ebene auf diese Weise zu debattieren.

Zwei Gedanken dazu:
1. Der Zeitgeist damals war ein ganz anderer als heute, diesen Kontext darf man nicht außer Acht lassen (#metoo).

2. Wer selbst Söhne im Teenageralter hat, weiß, dass sie viel Unsinn anstellen, und Dinge tun, die sie besser nicht hätten tun sollen.

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sven2016 20.09.2018, 09:37
2.

Immer mit dem Kopf durch die Wand, egal wie groß der Schaden ist, der verursacht wird.

Die Republikaner stützen sich nur noch auf den hasserfüllten Teil der Bevölkerung, die für alle in ihrer schlechten Lebenssituation „die Anderen“ verantwortlich machen.‘

Die Teilung der Gesellschaft wird sich nicht mehr rückgängig machen lassen. Amerika ist als Staat gescheitert. Warlords liefern sich Gefechte, die weltpolitische Stärke beruht nur noch auf Waffen.

Hier ist Trump. Er sollte mal das Theater besuchen wie sein Vorbild Lincoln.

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ruediger 20.09.2018, 09:40
3.

Leider fehlen in dem Artikel sämtliche entlastenden Indizien. (ZB steht in der Aufzeichnung des Therapeuten, dass 4 Männer dabei gewesen sein sollen. Heute wird von 2 gesprochen. Auch ist Ford nicht in der Lage den Ort (in welchem Haus) der angeblichen Tat, den Zeitpunkt oder den Anlass der Zusammenkunft zu benennen). Somit ist ein Unschuldsbeweis natürlich nur sehr schwer möglich. Auch das die demokratische Senatorin Feinstein die Anschuldigungen schon seit Wochen kennt wird mit keinem Wort erwähnt. Insgesamt erinnert der Vorgang stark an die Nominierung von Judge Clarence Thomas 1991, als die Demokraten genau das gleiche (erfolglos) versucht haben.

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sushidad 20.09.2018, 09:51
4. Solche Dinge passieren...

...unter Teenagern leider nun einmal...
Das ist furchtbar für die Betroffenen - aber von einer Dummheit, die jemand vor über 40 Jahren als Teenager begangen hat, auf seinen Charakter und seine Qualifikation zu schliessen, das macht auch keinen Sinn.
Was sehr wohl auf Kavanaughs Charakter schliessen lässt, das ist die Art, wie er jetzt mit den Vorwürfen umgeht.
Aus bereits im Artikel erwähnten Gründen (es gibt auf CNN auch sehr eindeutige Einschätzungen von Strafermittlern und Juristen dazu), gehe ich jetzt einmal davon aus, dass es sich tatsächlich so zugetragen hat. Für einen integren Mann wäre dies eine famose Gelegenheit, ein klares Statement zu bringen, etwa in der Art: "Ja - das ist geschehen, und ich schäme mich im Verborgenen seit über 40 Jahren dafür. Es war die dumme Tat eines unreifen jungen Mannes, trotzdem übernehme ich dafür die volle Verantwortung und entschuldige mich dafür in aller Form und aus tiefem Herzen bei der Betroffenen. Ich hoffe wir kommen darüber gemeinsam ins Reine. Und an alle jungen Männer da draussen: überlegt Euch gut, was Ihr tut. Mädchen, die als Teenager belästigt werden, leiden ihr ganzes Leben unter dieser Erfahrung, und wenn Ihr Pech habt, dann schlagen sie auch noch in 40 Jahren zurück - und zwar da, wo es Euch vielleicht sehr wehtut. Als Verfassungsrichter werde ich alles dafür tun, dass Mädchen und Frauen in solchen Situationen Gerechtigkeit erfahren."
Dann - und erst dann kann der Senat - und letztendlich das amerikanische Volk - darüber entscheiden, ob er nicht nur ein - ich denke das ist unbestritten - hervorragender Jurist ist, sondern auch den Charakter mitbringt, den man von einem Richter, der auf Lebenszeit an das Verfassungsgericht berufen wird, erwarten sollte.

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robin-masters 20.09.2018, 09:53
5. Echt jetzt

Vor 36 Jahren auf einer Teenager-Party... und es kam nicht zur einer Vergewaltigung.

Hmm man muss sich wirklich fragen wo die Grenzen liegen... das war ein dummer Annäherungsversuch und das vermutlich betrunken. Er hätte das vor Jahrzehnten mit ihr klären können. Hat er das versucht..?

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Der unsichtbare Vierte 20.09.2018, 09:56
6. Wer ist "Young" ?

"Young gibt heute an, er könne...." - Tippfehler ? Wer ist denn der "Young" in dem Szenario ?

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vaikl 20.09.2018, 09:58
7. In den USA ist "Zeitgeist"...

Zitat von maxstock
Ich bin wahrlich kein Trump-Fan oder Anhänger der Republikaner. Aber ich bin nicht sicher, ob es fair ist, über die Tat eines betrunkenen 17-jährigen mehr als 30 Jahre danach auf moralisch und politisch höchster Ebene auf diese Weise zu debattieren. Zwei Gedanken dazu: 1. Der Zeitgeist damals war ein ganz anderer als heute, diesen Kontext darf man nicht außer Acht lassen (#metoo). 2. Wer selbst Söhne im Teenageralter hat, weiß, dass sie viel Unsinn anstellen, und Dinge tun, die sie besser nicht hätten tun sollen.
...bei solchen moralisch als extrem wichtig bewerteten Episoden im *gesamten* Leben eines öffentlichen Würdenträgers kein zu beachtender Parameter. Die Bewahrung von Werten ist zeitgeist-unabhängig und bei GOP-Anhängern und Demokraten gleichermaßen entscheidend. Nur Trumps allzeit verschwörungswitternde Anhängerschaft schert sich nicht um solche Traditionen, wenn ihr Held in Gefahr gerät.

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Steve Holmes 20.09.2018, 10:02
8. Das FBI ist gar nicht zuständig

Falls es diesen Vorgang tatsächlich gegeben haben sollte, ist er längst verjährt. Es ist nicht die Aufgabe einer Strafverfolgungsbehörde nach Ablauf der Verjährungsfrist zu ermitteln.

Auch nach Ablauf der Verjährung können die Senatoren bei ihrer Beurteilung des Kandidaten die Aussage von Christine Blasey Ford berücksichtigen. Sie wurde daher eingeladen vor dem Senat auszusagen und man hat ihr angeboten in nicht öffentlicher Sitzung auszusagen. Nachdem sie schon mit verschiedenen Medien, also sehr öffentlich, über den angeblichen Vorfall gesprochen hat ist dies sehr rücksichtsvoll.

Da der angebliche Vorfall schon 36 Jahre zurück liegt und die geplante Ernennung von Brett Kavanaugh seit Monaten bekannt ist, kann nicht davon gesprochen werden das Frau Blasey Ford vom Senat gedrängt wird und sie keine Möglichkeit hatte sich auf ihre Aussage vorzubereiten.

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KingTut 20.09.2018, 10:06
9. Beweggründe

Klar, man kann schon die Frage stellen, warum sich die Professorin erst nach so vielen offenbart hat. Andererseits möchte ich mir nicht anmaßen, was in einem Menschen vorgeht, dem derartiges widerfährt. Dass sie sich 2012 in psychiatrische Behandlung begeben hat zeigt ja, dass sie den Vorfall damals offenbar noch nicht verarbeitet hatte. Insofern müssen wir ihre Beweggründe akzeptieren. Dass Frau Blasey-Ford sogar Morddrohungen bekommt, überrascht mich angesichts des hasserfüllten Klimas, das dieser US-Präsident in seinem Land erzeugt, überhaupt nicht.
Die Vorbehalte gegen Kavanaugh beschränken sich allerdings nicht nur auf diesen mutmaßlichen Vorfall. Ich hoffe, die Demokraten lassen auch bei anderen Themen, wie z.B. diesem, nicht locker:
https://www.washingtonpost.com/politics/2018/09/17/did-brett-kavanaugh-give-false-testimony-under-oath/?utm_term=.0f97a108b9aa

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