Forum: Politik
Susanne Gaschkes Scheitern in Kiel: Politik ist kein Spielplatz
DPA

Noch ein Rache-Buch: Die Journalistin und frühere Kieler Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke stellt sich als Opfer frauenfeindlicher Intrigen dar. Dabei war sie einfach eine schlechte Politikerin.

Seite 6 von 10
senecasenior 25.09.2014, 21:43
50. irreale Erwartungen

es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass unter Führungskräften Berufspolitiker näher am Volk sind als etwa Firmenlenker. Der Grund ist einfach: Ein Politiker wird nominiert und gewählt. Im Ortsverein, auf Kreisebene und im Land. Wer im Bundestag sitzt, braucht ein paar tausend Unterstützer, die ihn auf die Landesliste der Partei bringen. Ein Firmenchef dagegen braucht nur das Vertrauen des Inhabers oder seines Vorgesetzten. Wenn der Rest der Welt ihn für einen Vollprosten hält, kann ihm das egal sein.
Die Erwartung, jeder MdB müsste über jedes Thema komplett Bescheid wissen, ist dagegen komplett unrealistisch und in einer arbeitsteiligen Gesellschaft auch nicht wünschenswert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
SK3112 25.09.2014, 22:10
51. Volle Zustimmung.

Zitat von atheltic-dept.
Also normal würde die Linke sich immer auf die Seite der Frau stellen und die Behauptungen, egal wie weit aus der Prärie geholt, unterstützen. Aber Herr Augstein schreibt hier einfach mal die Fakten auf, ohne sich am Genderwahn und deren Benimmregeln zu orientieren. Ein Paradebeispiel für alle Linken. Respekt dafür. Jetzt noch ein wenig mehr entschiedene Auftritte und Demos gegen Salafisten und ihre gemässigt, moslimischen Unterstützer und ich respektiere die Linke als ehrliches Gegengewicht. Bis jetzt sind es für mich die grössten Heuchler, noch vor den sala Predigern, in unserem Land.
Nie hätte ich für möglich gehalten, dass ich einmal einer Kolumne des Juniors applaudieren würde. Sollte sich da etwa jemand zum ernsthaften Betrachter gesellschaftlicher Realitäten mausern? So ganz ohne die bisherigen ideologischen Scheuklappen? Weiter so, Herr Augstein. Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
leser_4711 25.09.2014, 22:39
52. Korrekt

Zitat von hal5000
Erstaunlich, dass ich mal dem Inhalt einer Kolumne des unsäglichen Herrn Augstein zustimmen kann.
vermeiden wir mal die Hervorhebung der Distanz zum Autor, ABER "die Fallhöhe einer Kastanie vom Schemel" das trifft den Nagel korrekt auf den Kopf.
Danke für den Beitrag, Herr Augstein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
june29 25.09.2014, 22:40
53. Die Person ist geiler als der Filz

Wenn man nach Lesen eines Artikels erst mal googeln muss, um was es eigentlich ging, ist der Artikel vorsichtig formuliert informationsarm.

Nach Lesen des Artikels von Petra Sorge und der enthaltenen Links hat man den Eindruck Augstein habe nur einen Abklatsch der früheren medialen Personalisierungen anstatt der Strukturen aufgewärmt. Schwach schwach schwach.

Klar kann frau kritikwürdig selbst scheitern, sie kann auch selbst Schuhe zubinden. Aber Augstein kann offenbar nicht kritisieren. Dazu muss man zumindest erwähnen, was falsch gemacht wurde und nicht nur dass. Sich vor Mitarbeiter, die mglw. einen Fehler gemacht haben, zu stellen scheint mir kein ganz so schweres Verbrechen zu sein.

http://www.cicero.de/berliner-republik/susanne-gaschke-kieler-oberbuergermeisterin-medienkritik-personalisierung/56273

Beitrag melden Antworten / Zitieren
creatext 25.09.2014, 23:13
54. Augstein als Traditionalist

Wenn man Politik als Handwerk betrachtet, das man wie jedes andere Handwerk lernen kann, dann sind die "gelernten Politiker" über kurz oder lang ebenso entbehrlich wie die meisten traditionellen Handwerksberufe. Eine Maschine arbeitet eben viel genauer und zuverlässiger, und man kann sie 24/7 durcharbeiten lassen. Ein Hochleistungscomputer mit Entscheidungssoftware könnte jetzt schon die meisten Politiker ohne Qualitätseinbußen ersetzen, wäre aber viel billiger und weniger bestechlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Miere 26.09.2014, 06:42
55. verächtlich

Das ist schon sehr herablassend was Sie da schreiben. Politik keine Beschäftigungstherapie für Seiteneinsteiger, die was ändern wollen? Dann müsste man vielleicht was am Wahlrecht ändern, damit Unqualifizierte nicht mehr antreten dürfen? Denn wo kämen wir hin, wenn einfach jeder, der möchte, sich von seinen Mitbürgern wählen lassen könnte?

Sie packen Wulff und Trierweiler in eine Liga, dabei haben sie wenig gemein. Wulff war selbst hochrangiger Politiker und - laut Gerichtsurteil - tadellos. Trierweiler wurde von Hollande auf schäbige Weise abserviert. Was hat das eine mit dem anderen und mit Frau Gaschke zu tun? Und warum sollte ihre Story niemanden interessieren, weil es Kommunalpolitik ist? Sind wir nicht alle sehr viel wahrscheinlicher Kommunalpolitiker als Bundespräsidenten? Gute Güte, es gibt auch Leute, die Lindenstraße sehen und nicht Borgen.

Was mich an der ganzen Sache wirklich erschreckt hat ist, dass eine einzige Person mit einer einzigen Unterschrift mal eben so einige Millionen wegschenken kann, ohne große Kontrolle und unumkehrbar. Da ist doch ein Fehler im System.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
motzbrocken 26.09.2014, 06:55
56. Eine frustrierte

Emmanze mehr. Who cares. Genau solche Weiber machen es mir immer schwerer, die Gleichberechtigung weiter zu unterstützen. Und zum Thema Profipolitiker: einerseits wird gejammert, die Politiker seien noch nie auch nur ein Tag im richtigen Berufsleben gestanden, da es sich bald nur noch um Studierte handelt. Andererseits wird im Aritkel der Quereinsteiger verpönt. Ja, was wollt ihr nun? Nicht jeder/jede quereinsteiger/in versagt. Bei dieser Gaschke liegt es halt am eigenen Ego und um sich die eigenen Fehler nicht eingestehen zu müssen, drischt sie nun auf die Männer ein. Blöder gehts nicht mehr. Ein Bärendienst an der Emanzipation der Frauen geleistet. Eine Bestätigung, das Quoten und ähnliches für Frauen der grösste Mist ist, seit Erfindung des Zahnstochers. Der bzw die Fähigste sollte den Job machen, nicht das Geschlecht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
plumley 26.09.2014, 07:20
57. Berufspolitiker sind das Problem

Ich nehme lieber Fehler von Laien mit idealistischer Tendenz hin als genau zu wissen das der Berufspolitiker mich unter dem Strich noch mehr kostet und dabei zusätzlich auch noch seine und andere Taschen stets im Blick hat. Dabei kommt immer nur der kleinste Nenner raus, keine Lösungen für die Bürger sondern mehr die kommunizierbare Lösung für eine Wiederwahl. Deswegen gehen immer weniger Wählen. Da freue ich mich über jeden Fehler eines Laien. Da weiß ich wo mein Geld hin geht und nicht wer am Besten verschleiern kann. Und der Artikel lebt von seinen Andeutungen, passt aber auf die Hymne auf die Berufspolitiker .

Beitrag melden Antworten / Zitieren
grafkoks2002 26.09.2014, 08:54
58.

Zitat von atheltic-dept.
Also normal würde die Linke sich immer auf die Seite der Frau stellen und die Behauptungen, egal wie weit aus der Prärie geholt, unterstützen. Aber Herr Augstein schreibt hier einfach mal die Fakten auf, ohne sich am Genderwahn und deren Benimmregeln zu orientieren. Ein Paradebeispiel für alle Linken. Respekt dafür.
Ich bin dennoch von dem elitären Gehabe Augsteins irritiert. Tatsächlich spiegelt sich hier ein sehr unangenehmes linkes Weltbild wider. Man erlebt immer wieder, dass gerade linke Politiker eine recht herablassende Art gegenüber Quereinsteigern in die Politik entgegenbringen. Der Politiker muss ein Berufspolitiker sein, er muss sich nach oben durchgearbeitet haben, er muss Stallgeruch mitbringen. Am besten noch als Gewerschaftler Streiks organisiert haben, usw. Das hohe Amt ist Belohnung für harte Arbeit, für wahre Politik. Wer irgendwann sagt - ich gehe mal in die Politik, wird verachtet. der soll lieber Briefmarken sammeln.
Dieses Weltbild schadet der Politik. Dass der Fall in Kiel seinen eigenen Geruch hat, bleibt unbenommen. Hier wurden offenbar von der Dame schwere Fehler gemacht. Daraus aber gleich ein Fass aufzumachen und dieses beschissene Linkendenken an den Tag zu legen, kotzt gerade mich als - aufpassen - Linken an. Politik lebt von Ideen. Und die *müssen* von Außen kommen. Egal in welchem Betrieb man arbeitet - man wird irgendwann einfach betriebsblind. Da braucht es von Zeit zu Zeit einen frischen Wind von Außen. Auch wenn der, wie in Kiel, mal in die falsche Richtung blasen mag.
Wichtig ist es für Quereinsteiger, sich mit Experten zu umgeben, zu wissen, wo sie mangelndes Fachwissen komprimieren, wohin sie Verantwortung *verantwortungsbewusst* delegieren können. Dafür gibt es in Verwaltungen übrigens Beamte, die dem Staat und nicht der Politik dienen.

Politiker als Beruf? Ja. Natürlich. Politiker als Quereinsteiger? Absolut. Beides ist notwendig, um einen Politikbetrieb frisch zu halten. Wenn der Berufspolitiker aber nur darauf wartet, dass der Quereinsteiger Mist baut...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schienbeinschoner 26.09.2014, 09:51
59.

zum fall gaschke selbst kann ich mangels überblick kein urteil abgeben. dr subtext dieser kolumne, politik solle den berufspolitikern überlassen bleiben, stört mich allerdings gewaltig. Es ist völlig offensichtlich und auch natürluch, dass tapfere parteiarbeiter quereinsteigern skeptisch gegenüberstehen. letztlich geht es wie überall um die karriere und ein politiker, de sich jahrzehnte lang in allen möglichen gremien nach oben geackert hat, wird niemals ehrlich beifall spenden, wenn quasi aus dem nichts jemand kommt um ihm ein amt streitig zu machen. nuchtsdestotrotz: wenn unsere demokratie funktinsfähig bleiben soll, dannn muss der parteienbetrieb immer wieder von menschen augemischt werden, die das übliche "handwerk" eben gerade nicht beherrschen. die meisten werden auch weiterhin scheitern, trotzdemm darf man dieses feld keinesfalls nur den lebenslang-berufspolitikern überlassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 10