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Susanne Gaschkes Scheitern in Kiel: Politik ist kein Spielplatz
DPA

Noch ein Rache-Buch: Die Journalistin und frühere Kieler Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke stellt sich als Opfer frauenfeindlicher Intrigen dar. Dabei war sie einfach eine schlechte Politikerin.

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modellflieger 26.09.2014, 13:39
70. Nur halb analysiert

Von Herrn Augstein erwarte ich eine bessere Analyse. Die Parteien haben zunehmend Schwierigkeiten, Politiker für Wahlämter zu begeistern. Beispiel 1. Die Parteien CDU, FDP und die Freien Wähler haben in Stuttgart den parteilosen Werbefachmann Sebastian Turner aufgestellt (jetzt Mitbesitzer des Tagesspiegels). Aber auch in kleineren Städten ist es nicht anders. Beispiel 2. CDU und SPD haben die Mitarbeiterin der Sparkasse Urte Steinberg aufgestellt. Nach der Wahl braucht der gewählte Seiteneinsteiger die volle Unterstützung der Verwaltung, deren Chef er ist, und die der Parteien, die ihn vorgeschlagen haben. Die hat er leider selten.

Im Spiegel stand der Ablauf viel genauer, als ihn Herr Augstein hier geschildert hat. Frau Gaschke hatte weder die Unterstützung der Stadtverwaltung noch die der Partei. Für ihr Scheiterin sind die Spitzen der SPD in SH, besonders Albig und Stegner, mitverantwortlich. Denn sie haben sie ausgesucht. Das ist wie bei der Einstellung eines neuen Mitarbeiters in eine Firma. Die Manager müssen erkennen, ob der geeignet ist oder nicht.

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koyaniskatsi 26.09.2014, 13:41
71. in Griechenland

gibts nicht nur fast ausschließlich berufspolitiker sondern sogar Erbpolitiker, die seit 4 Generationen immer ganz oben mitmischen. die haben in der zeit von unten nach oben soviel umverteilt und das land durch Korruption wahrlich terminal geschrottet. Da hätte der ein oder andere quereinsteiger vielleicht gar nicht geschadet. also: Augstein kann die Frau nicht leiden, da muss dann aber wieder das große Ganze bemüht werden, was natürlich nur ein Geist vom Grad eines Augstein begreift. Wie dumm wir doch alle sterben müssten, würden uns solche Foren nicht regelmäßig aufklären. Danke, Sie Großmeister des Intellekts!

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carstenshb 26.09.2014, 13:55
72. Seiteneinsteigerin?

Susanne Gaschke war nicht die klassische Seiteneinsteigerin.
Laut wikipedia: "Bereits während des Studiums war Gaschke politisch aktiv, unter anderem als Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses. Seit 1988 ist sie Mitglied der SPD und sammelte erste Erfahrungen bei den Jusos."

Ich kannte sie sogar aus einem Kurs Rechtsphilosophie, möchte mir aber nach der Distanz keine Meinung bilden. Nur soviel:

Damals gab es zwei Juso-Strömungen im Kiel, die sich sehr intensiv bekämpft haben.
Sie mit H.-P. Bartels verheiratet, der wohl eher der konservativeren Strömung zuzurechnen ist.
Kiel und Schleswig-Holstein waren schon immer politische Schlangengruben. Selbst aus dieser Zeit können noch Rechnungen offen gewesen sein. Jedenfalls muss sie sehr genau gewusst haben, worauf sie sich einläßt und wie das politische Handwerk funktioniert.

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ulli7 26.09.2014, 14:03
73. Der Artikel über Susanne Gaschke im Spiegel 37/2014 ist lesenswert

Das Buch von Susanne Gaschke ist ein Witz und eine Verhöhnung der Leser und Leserinnen. Wenn der Ehemann von Susanne Gaschke nicht Bundestagsabgeordneter wäre, dann hätte sie diese sehr gut besoldete Bürgermeister-Planstelle nie bekommen. Jakob Augstein hat sich mit diesem Artikel verdient gemacht. Fazit: Man sollte generell Bücher von gescheiterten Politiker(inne)n meiden und stattdessen den SPIEGEL und die FAZ lesen. Das spart Zeit und Geld !

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diefreiheitdermeinung 26.09.2014, 14:35
74. Ja, das ist die Mache heutzutage

...wird eine Frau nicht in den Traumjob gehievt, dann sind die Männer schuld. Kommt ein Mann nicht dorthin, na klar, ist auch der Mann schuld. Kommt Merkel and Frau Schwesig zu ihrem Traumjob ist es natürlich ganz allein ein Verdienst "starker Frauen". Ok - wir brauchen mehr starke Frauen, die was können aber bitte keine weiteren Heulsusen.

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Luxinsilvae 26.09.2014, 14:41
75. Augstein bringt es hier einmal löblicherweise den Punkt!

Und schön wäre es noch, wenn jetzt die Hintergrundfrage weiter eruiert würde, nämlich: Was für ein Milieu ist hier in den letzten Jahrzehnten herangewachsen, das es Frauchen wie Gaschke, Schwarzer, von der Leyen offenbar zutiefst hat internalisieren lassen, man müsse nur die Karte Frau spielen und ein Freispiel reihe sich an das nächste. Man muss es sich klar machen: Frau Gaschke meint das im Buch geschriebene ernst!

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hikari36 26.09.2014, 15:03
77. Sie stellen da eine sehr interessante Frage.

Zitat: " In der Tat, es sollte prinzipiell jeder für die Stelle des Kassenwarts im Kindergarten infrage kommen. Aber auch für die Verwaltung einer mittleren Großstadt mit Millionenbudget? In der Kommunalpolitik geht es nicht um das Bombardement von Syrien - aber sie ist doch darum kein Spielplatz für Amateure mit Ambitionen.

Niemand käme auf die Idee, einen "Seiteneinsteiger" in der Herzchirurgie zu beschäftigen. Warum dann in der Politik?"

Die Antwort könnte, mit Blick auf das derzeitige und so ziemlich alle anderen Bundeskabinette der Vergangenheit, lauten, weil dort nur Seiteneinsteiger zu finden sind und waren. Studienabbrecher, Taxifahrer, Soziologiestudendenten, Lehrer, Rechtsanwälte, etc. Was prädestiniert eine Ärztin zur Verteidigungsministerin, eine Langzeitstudentin zur Arbeitsministerin, einen Volkshochschullehrer zum Wirtschaftsminister und einen Juristen zum Außenminister?

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winkdon 26.09.2014, 15:08
78.

Zitat von modellflieger
Frau Gaschke hatte weder die Unterstützung der Stadtverwaltung noch die der Partei. Für ihr Scheiterin sind die Spitzen der SPD in SH, besonders Albig und Stegner, mitverantwortlich. Denn sie haben sie ausgesucht. Das ist wie bei der Einstellung eines neuen Mitarbeiters in eine Firma. Die Manager müssen erkennen, ob der geeignet ist oder nicht.
Albig und Stegner sind dafür verantwortlich zu machen, dass sie eine Niete in dieses Amt gehievt haben. Das ist auch die Verantwortung von Managern in einer Firma: sie müssen die richtigen Mitarbeiter aussuchen und wenn es die falschen waren, dann müssen sie sie wieder entlassen. Sie tragen damit niocht die Verantwortung für das scheitern des Mitarbeiters - der Mitarbeiter muss selber schauen, dass er mit seiner Aufgabe klar kommt - sie tragen aber die Verwantwortung für den Rekrutierungsfehler.

Die Unterstützung der Stadtverwaltuung muss man sich erarbeiten.

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Benutzernameoptional 26.09.2014, 15:34
79. Altersweisheit?

Wird Herr Augstein altersweise? Schön wäre es!

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