Forum: Politik
Syrer an der Grenze zur Türkei: "Wir sind wütend auf die ganze Welt!"
AP/IHH

Tausende Syrer harren an der Grenze zur Türkei aus, seit Russland Aleppo bombardiert. Doch nur Krankenwagen mit Schwerverletzten dürfen passieren. Eine neue Mauer offenbart sich das Scheitern der Weltpolitik.

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helianthe 09.02.2016, 09:13
60. Und dann liest

man hier von Balkanflüchtlingen die jetzt,, freiwillig "zurückgehen. Erstens scheint es ja doch so schlimm dort nicht sein, zweitens bekommen die Geld fürs Ausreisen und bekommen Geld wenn sie in paar Wochen wieder da sind. Ich habe von Anfang an geschrieben, dass die wirklichen Flüchtlinge in Syrien sind und keine Chance haben. Und genau das bestätigt sich jetzt, wie vieles andere auch. Genauso trifft alles nacheinander ein.

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rmuekno 09.02.2016, 09:13
61. Ja richtig, nur

Zitat von No Way, Jose
Man ist sauer auf die ganze Welt... die Weltpolitik versagt... man fordert, verlangt, beschuldigt, jammert... ich kann es nicht mehr hören. Warum sucht man die Schuld nicht mal bei sich selbst? Die arabische Welt ist ein Meister im Verdrängen von Verantwortung. Es ist nicht unsere Schuld, wenn sich in Syrien und im Irak die Leute gegenseitig den Schädel einschlagen, genausowenig wie wir für die desolaten Zustände im Nahen Osten im allgemeinen verwantwortlich sind. Die Verantwortung hierfür tragen die Menchen vor Ort. Vielleicht sollte man es mal mit etwas mehr Selbstbetrachtung versuchen?
dass unter den sich "gegenseitig den Schäden einschlagen" halt auch viel Unschuldige leiden. Solange man nicht alle Gelder die ausserhalb dieser der Länder liegen einfriert, die Waffenlieferungen 100% stoppt wird nicht besser.

Zaun rum, Finanzstöme einfrieren und Warenlieferung stoppen, 10 Millionen Baseballschläger darüber abwerfen und abwarten. Es wird nicht lange dauern bis Ruhe ist.

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No Way, Jose 09.02.2016, 09:16
62. Versöhnung schwierig

Zitat von sinasina
Solange aber der eine Imam den anderen Imam für einen Ungläubigen hält, den es zu bekämpfen gilt - wie soll da Frieden einkehren?
Vermutlich in absehbarer Zeit gar nicht. Mohammed hat für diesen Zwist bereits den Grundstein gelegt, als er eine Moschee, in die er zum Vorbeten eingeladen wurde, niederbrennen lies, weil er sie als Konkurrenz zur Kaaba betrachtete ("Masjid al-Dirar").
Seitdem wird in der islamischen Welt der politische Gegner zum religiösen Gegner erklärt und bekämpft. Anscheinend gibt es im Islam keine "salvatorische Klausel" wie im Christentum mit der Bergpredigt, die die theologische Grundlage für Versöhnung liefern könnte.

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Finnländer 09.02.2016, 09:16
63. Ironie?

Zitat von Sackaboner
...In den arabischen Ländern gibt es diese unabhängigen nur ihrem Gewissen verpflichtete aufgeklärten Führer nicht. Alle sind zuerst ihrem Clan verpflichtet, dann der Religion und zuletzt dem Volk. Assad war einer der letzten prowestlich orientierten Herrscher. Eine Parteiendemokratie wie bei uns wird es im Nahen Osten noch ein paar Jahrhunderte lang nicht geben. Typisch für die jetzt an der türkischen Grenze Gestrandeten keinerlei Eigenverantwortung und Eigeninitiative zu übernehmen. Die anderen sollen es machen.
Der war echt gut; als wenn denn die westliche Welt, welche ja so gern die Deutungshoheit über Recht und Unrecht weltweit für sich allein reklamiert, von "unabhängigen, nur ihrem Gewissen verpflichteten" Führern beherscht wird. Diese sogenannten westlichen "Führer" (ich mag dieses Wort im Zusammenhang mit Demokratie ;-) ) sind genauso nur ihrem eigenen Clan verpflichtet wie jene im Nahen Osten; der Clan setzt sich nur anders zusammen.
Was die Parteiendemokratie betrifft: ich bin mir nicht sicher ob man diese wirklich den Völkern im Nahen Osten an den Hals wünschen sollte; zumindest nicht in der heute in sogenannten entwickelten westlichen Demokratien vorhandenen Lobbyismus-verseuchten Form.
Ihr letzter Satz ist übrigens ein Tiefschlag, der so daneben ist, dass man diesen Unfug nicht auch noch kommentieren muss. Möchte Sie mal sehen, wenn ihr Heimatland von den Grossmächten dieser Welt zum Schauplatz des nächsten Stellvertreterkrieges erkoren wird...

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nesmo 09.02.2016, 09:18
64. Wer ist schuld?

Ein Machtvacuum in weiten Teilen Syriens nach dem Aufstand gegen Assad lockte Saudis und Türken zum Einschreiten und zur Unterstützung von Rebellentruppen, bei denen sich schnell die antidemokratisch-religiösen und härtesten durchsetzten. Wegen Russlands Intervention wurde Assad nicht besiegt und es enstand eine Hängepartie zwischen Assads brutaler Diktatur und der Brutalität des IS. Dazwischen wird die syrische Bevölkerung zerrieben, ohne dass der Krieg beendet werden kann.
Offenbar ist nach jahrhundertelanger osmanischer Herrschaft der gesamte moslemische Nahe Osten und Nordafrika nicht demokratiefähig und kann nur in Diktaturen einigermaßen tragfähige staatliche Strukturen schaffen, so dass die Bevölkerung überhaupt überleben kann. Wir müssen uns wohl damit abfinden, dass diese Diktaturen nicht einfach gestürzt werden dürfen, weil dann unweigerlich Chaos entsteht, sondern langfristig demokratisiert werden müssen, wie das faschistische Spanien.

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Sumerer 09.02.2016, 09:19
65.

Sie wissen aber schon, dass das osmanisch Reich im 1. Weltkrieg zerschlagen wurde. Das Sykes-Picot-Abkommen hat die Region nicht nach Ethnien geordnet aufgeteilt.

Was also im osmanischen Reich noch politisch geschickt integriert war, ist von den Siegermächten des 1. Weltkriegs völlig willkürlich zersplittert worden.

Konflikte waren so gewissermaßen vorprogrammiert.

Die heutigen Konflikte sind darauf und auch noch weitere ältere Ereignisse zurückzuführen.

(Afghanistan kann ja auch nicht von außen willkürlich befriedet werden. Jedenfalls ist mir dies nicht bekannt. Vermutlich glauben Sie das besser zu wissen. Nur Ihr Glaube hilft Ihnen nicht.)

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donzdorfer 09.02.2016, 09:20
66. Scheinheilig

wenn wir so tun also ob wir nicht mit Schuld sind an der ganzen Lage in Syrien , Nahen Osten, in Afrika .Wir dachten wohl alle die Globalisierung sei eine Einbahnstraße. Alles Ausbeuten und dann die Menschen allein lassen .Es werden in den nächsten Jahren noch mehr und größer Flüchtlingsströme entstehen. Aber Geiz ist ja Geil. Die Ganze Welt wird sich in den nächsten Jahren entscheiden ändern. Wir könne uns nicht auf Dauer der Globalen Verantwortung entziehen und meinen wir Leben auf eine Insel der Glückseligkeit. Wir müssen uns dieser Verantwortung stellen.

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vantast64 09.02.2016, 09:20
67. Ich schäme mich, Deutscher und Europäer zu sein,

wenn ich sehe, wie zuallererst unsere Politiker, auch die anderen europäischen sich derart menschenfeindlich verhalten, daß Flüchtlinge ertrinken, erfrieren, verhungern, kein Dach über dem Kopf erhalten, nur weil es etwas kostet und unbequem ist. Selbst Kinder werden herzlos verstoßen, gerade von der "Familienpartei CDU/CSU". Ich will nie mehr salbungsvolle Worte von Einigkeit, Menschenrechten und Solidarität hören, dieser Staat und die eu sind armselige Gebilde, in denen nur der Profit angebetet wird.

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HeisseLuft 09.02.2016, 09:21
68. Verursacher

Zitat von lupenreinerdemokrat
Wer war der Verursacher des Syrienkonfliktes? Auch wenn jetzt in der westlichen Presselandschaft versucht wird, den Schuldigen in Assad und Russland zu verorten, was im speziellen Fall von Aleppo teilweise richtig ist, darf man natürlich nicht vergessen, dass die Ursache des ganzen Dilemmas in den Golfstaaten und den USA zu suchen ist, die die IS-Terrormilizen finanziert und militärisch aufgerüstet haben, um Syrien ins Chaos zu stürzen.
Bitte mal Belege dafür dass die Golfstaaten und speziell die USA den IS finanziert und militärisch ausgerüstet haben.

Da wäre ich aber mal gespannt.

Aber vermutlich wieder mal nur eine wohlfeile Behauptung. Hauptsache an Assad und Russland bleibt möglichst wenig hängen. Das Russland, das nicht nur UN-Resolutionen gestoppt hat, sondern auch eine schweizer Initiative die Kriegsverbrechen von der UN verfolgen zu lassen.

Von hiesigen Foristen wurde übrigens auch das gerne noch verteidigt.

Und Assad? Schlicht und einfach ein Diktator. Ist echt schrecklich, dass die Leute gegen ihn aufbegehrt haben. Da sind sie ja nun selbst schuld, dass sie abgeschlachtet werden. So was macht man ja auch nicht.

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bluesbrother54 09.02.2016, 09:21
69.

Zitat von Karl10
Wütend auf die ganze Welt? Dazu gehören sie selbst auch. Die Menschen aus Afrika und Vorderasien sollten sich vielleicht einmal auf ihre eigene Verantwortung für ihr Schicksal besinnen, aber das können sie ja scheinbar nicht, und dieses noch nicht einmal Ansatzweise.
Genau so ist es, Araber und Afrikaner sind in weiten Teilen völlig unfähig, eine einigermaßen offene und freie Gesellschaft zu gestalten. Dies mag für ein europäisches Hirn nur schwer vorstellbar sein, wird aber selbst von Intellektuellen dieser Länder nicht mehr bestritten. So wie die Russen einen starken Mann wie Putin brauchen, der ihnen sagt wo es lang geht, haben nur Leute wie Gadafi, Mubarak oder Assad den Laden in den vergangenen Jahrzehnten am Laufen gehalten. Jetzt, ohne deren diktatorische Politik, offenbart sich, dass trotz Mercedes-Limousinen und iPhon diese Länder in ihrer gesellschaftlichen Entwicklung erst auf europäischen Mittelalterniveau stehen.

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