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Syrien-Debatte: Obama vertagt den Feldzug
AP/dpa

Plötzlich hat er es nicht mehr eilig. US-Präsident Obama knüpft einen Militärschlag in Syrien an die Zustimmung des Kongresses. Damit schiebt er einen Teil der Verantwortung auf die Volksvertreter ab und kauft sich Zeit. Doch die Volte birgt auch Risiken.

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widerspiegel 01.09.2013, 09:02
90. Bei diesem Krieg

kann er nur verlieren. Solange die Täter nicht feststehen, darf man auch nicht handeln - es sei denn, man sieht ALLE Beteiligte als moralisch verkommen an, dann spielt es auch keine Rolle mehr, weil man dann ja immer die "Richtigen" trifft...
Ich glaube inzwischen nicht mehr an universelle Rechte in dieser Welt, dafür sind die Wertvorstellungen der Kulturen viel zu verschieden.
Wenn man sich hier in D die weiße Weste nicht blutig machen will, dann sollte der erste Schritt eine vollständige Einstellung der Waffenexporte sein. Ob das nun real umsetzbar ist oder nicht, ist da zweitrangig - ersteinmal die Grundhaltung einnehmen und darauf aufbauen...

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Spiegelleserin57 01.09.2013, 09:03
91. Feldzug klingt ja sehr diplomatisch!

Zitat von sysop
Plötzlich hat er es nicht mehr eilig. US-Präsident Obama knüpft einen Militärschlag in Syrien an die Zustimmung des Kongresses. Damit schiebt er einen Teil der Verantwortung auf die Volksvertreter ab und kauft sich Zeit. Doch die Volte birgt auch Risiken.
es würde ein Angriff der sehr viele Opfer kosten würde. In den offiziellen Militärbasen sollen Kriegsgefangene sein die dort als lebende Schilder dienen. Eben genau das weiß Herr Obama und er will nicht auf Hilflose schießen. Zu Recht! Eigentlich sitzt er nun in einer Falle. Wenn er die humane Art schätzt macht er den Rückzug auch mit em Preis verachtet zu werden aber die Menschen die Wert auf Humanität legen werden ihm diese weise Entscheidung hoch anrechnen. Es geht hier nicht mehr um einen Gewinn sondern eher das kleinere Übel. Die Humanität sollte siegen, zurechtweisen kann man auch anders!

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Ernst August 01.09.2013, 09:07
92.

Zitat von sysop
Plötzlich hat er es nicht mehr eilig. US-Präsident Obama knüpft einen Militärschlag in Syrien an die Zustimmung des Kongresses. Damit schiebt er einen Teil der Verantwortung auf die Volksvertreter ab und kauft sich Zeit. Doch die Volte birgt auch Risiken.
Wieso Feldzug?
Es soll doch eine "begrenzte Strafaktion" sein.

Kommen wir zu den Fakten.
In den USA gibt es viele Antikriegsdemonstrationen.
Der US Präsident hat die Heimatfront verloren denn die glaubt nicht mehr so leicht wie früher an "Beweise" der Regierung weil sie inzwischen weiß wie oft sie belogen wurde und was dabei rauskam.
Dazu kommt das kaum noch willige zu finden sind und die NATO auch nicht mehr so leicht an die Front zu bekommen ist.
Das heißt dass sowohl die Heimatfronten im Westen nicht mehr so zur Verfügung stehen und das selbst die meisten Willigen abspringen weil, sie den Beweisen nicht trauen und die Erfahrung zeigt das solche Kriege kein gutes Ende nehmen

Also versucht der Präsident, der für einen Angriffsbefehl das Parlament nicht braucht, Zeit zu gewinnen die Abgeordneten mitverantwortlich zu machen.

Warum sich das ganze verzögert und warum die Willigen nicht so willig sind lässt ein Bericht der langjährigen AP Korrespondentin Dale Gavlak die seit Jahrzehnten für diverse Agenturen und Zeitungen aus der Region berichtet erahnen.

Sie war vor Ort in Ghouta und sagt das Anwohner und auch Rebellen gesagt haben dass es ein Unfall mit von saudischen Agenten gelieferten chemischen Substanzen war und dass es eigentlich den vorrückenden Soldaten galt.

Aber warum melden was eine alte und bekannte Korrespondentin vor Ort ermittelt hat.

Da tritt dann der Carla Effekt ein.
Carla Del Ponte einst als Hüterin des Rechts in Den Haag gefeiert und nun zweimal ignoriert wurde als sie als UN Menschenrechtbeauftrage sagte dass es klare Hinweise darauf gibt das die Rebellen bereits schon vorher Gas eingesetzt haben und dass das auch in Ghouta der Fall war.

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phaeno 01.09.2013, 09:08
93. Wie verkommen muss Obama sein?

Bereits die Kriegsdrohung ist ein Verstoss gegen die UN-Konvention. Aber davon abgesehen wird im artikel deutlich, dass es im Wesentlichen um innenpolitische Fragestellungen geht. Zurecht verweist der Artikel auf Obamas Freude am Schach. Genauso scheint er auch Politik machen zu wollen. Er betrachten ganze Völker wie Schachfiguren, die er mal einsetzt, mal opfert, ganz in seinem Interesse, keineswegs aber im Interesse des Staates, dem er eigentlich dienen sollte.

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icet 01.09.2013, 09:13
94. Ein US President

kann ohne Zustimmung des Kongress überall auf der Welt einen Krieg beginnen, aber keine Krankenversicherung einführen. Es ist keine konstitutionelle Demokratie, sondern eher eine demokratische Militärdiktatur.

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permaneder 01.09.2013, 09:13
95. Obamas genialer Schachzug

Zitat von sysop
Plötzlich hat er es nicht mehr eilig. US-Präsident Obama knüpft einen Militärschlag in Syrien an die Zustimmung des Kongresses. Damit schiebt er einen Teil der Verantwortung auf die Volksvertreter ab und kauft sich Zeit. Doch die Volte birgt auch Risiken.
Jetzt schwebt über Damaskus das Damoklesschwert.

Jede Minute mit einer militärischen Strafaktion rechnen zu müssen wird eine lähmende Wirkung entfalten

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hajo..1 01.09.2013, 09:14
96. Lame Duck

Zitat von sysop
Plötzlich hat er es nicht mehr eilig. US-Präsident Obama knüpft einen Militärschlag in Syrien an die Zustimmung des Kongresses. Damit schiebt er einen Teil der Verantwortung auf die Volksvertreter ab und kauft sich Zeit. Doch die Volte birgt auch Risiken.
Aus dem Feldherr Obama ist ganz schnell eine lahme Ente geworden und das ist auch gut so. In dem Artikel wird das als inteligente Kehrtwendung dargestellt, in Wirklichkeit hat Obama begriffen was für ein Mist seine rote Linie war.

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Neinsowas 01.09.2013, 09:15
97. die Art und Weise,...

...wie hier dargestellt wird, aus welchen Gründen und wie Obama reagiert, ist doch reine Presse und angesichts eines Militärschlages mit seinen Folgen einfach nicht angebracht!

Kann man nicht Fakten berichten - ohne Interpretation?

Obama wartet also auf die Abstimmung seines Parlamentes - Punkt! Die armen Menschen, die, aus Angst vor seinem Militäreinsatz, schon gestern ins Ungewisse flüchteten, die nicht wissen, wie lange sie warten sollen, was sie dann erwartet....es sind doch immer die Menschen, die betroffen sind!

Dies sollte kein Schachspiel sein - es geht um Menschen!!!
Und Information sollte in diesem Fall knapp und bündig sein.

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KingTut 01.09.2013, 09:17
98. Richtig!

Zitat von sysop
Plötzlich hat er es nicht mehr eilig. US-Präsident Obama knüpft einen Militärschlag in Syrien an die Zustimmung des Kongresses. Damit schiebt er einen Teil der Verantwortung auf die Volksvertreter ab und kauft sich Zeit. Doch die Volte birgt auch Risiken.
Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn kein Mensch hat das Recht, eigenmächtig und ohne jede Legitimation die Bombardierung eines anderen Landes zu veranlassen. Wenn Obama jetzt noch - neben dem Kongress - die Zustimmung des UN-Sicherheitsrats einholt, dann bewegt er sich gänzlich auf dem Boden der Legalität, was immer das UNO-Gremium dann entscheiden wird. Ich hoffe, die angeblichen Beweise werden in den nächsten Tagen und Wochen konkretisiert, damit auch der einfachste Erdenbürger sich von deren Echtheit überzeugen kann.

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fn745 01.09.2013, 09:17
99. Engültig zur Lachnummer gemacht

Die Einbindung des Kongresses war für das Dümmste, was er machen konnte.
Damit hat sich Obama in eine Sackgasse manövriert an deren Ende er endgültig zur innen- und außenpolitischen Lachnummer wird.
Denn wie sieht die Realität im Kongreß aus?
Im Repräsentantenhaus hat er eine republikanische Mehrheit gegen sich, die im prinzipiell die Gefolgschaft versagt, es sei denn, die nationale ist in größter Gefahr. Aber das ist durch Syrien nicht der Fall. Und auch im Senat ist eine Mehrheit keinesfalls sicher, da einige demokratische Senatoren von der Notwendigkeit eines Angriffs überhaupt nicht überzeugt sind.
Darüber hinaus spielt die Zeit gegen Obama. Nicht nur dass die Republikaner nun viel Zeit haben, sich eine Strategie auszudenken, wie sie Obama im Kongreß eine Niederlage zufügen können.
Schlimmer noch für ihn ist der Umstand, dass die Zustimmung, sowohl im Kongreß, als auch in der Bevölkerung auch davon abhängt, wie präsent die schrecklichen Bilder aus Syrien im Zusammenhang mit dem Giftgasangriff sind.
Je mehr Zeit vergeht, desto größer wird auch der emotionale Abstand zu diesen Bildern, und damit die Überzeugung, militärisch eingreifen zu müssen.
Am Ende könnte es ihm wie dem britischen Premier Chamberlain nach der Konferenz von München 1938 gehen. Damals mußte dieser sich von Winston Churchill sagen lassen, dass er die Wahl zwischen Krieg und Schande gehabt habe und sich für beides entschieden hat.

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