Forum: Politik
Syrien: Kriegsverbrechen-Vorwürfe sind für Putin nur "Rhetorik"
AP

Westliche Staaten werfen Russland Kriegsverbrechen in Aleppo vor. Der russische Präsident Putin tut das "politische Rhetorik" ab - und macht wiederum den Westen für den Krieg in Syrien verantwortlich.

Seite 1 von 14
godfader 12.10.2016, 22:36
1. Putin hat insofern recht...

...als das die USA maßgeblich zur Destabilisierung Syriens in 2012 beigetragen haben. Durch massive Waffenlieferung an verschiedene Rebellengruppen, gemässigt oder auch radikal-islamisch, alle haben sie panzerbrechende Waffen aus Saudi-Arabien mit Billingung der USA/CIA. Das ist eine ähnliche Gemengelage wie die Stinger Raketen für die radikalislamischen Mudschaheddin in Afghanistan in den 80ern.

Hätten die USA nicht versucht Syrien zu destabilisieren hätten wir dieses Chaos nun nicht, mit dieser Wahrheit muss sich der Westen nun einmal abfinden.

Und erinnern wir uns: In 2012 hat Russland als Kompromiss (Originalton Martti Ahtisaari, seines Zeichens ehemaliger Finnischer Präsident) den Rücktritt Assads angeboten. Das hat der Westen damals ignoriert weil man "dessen Sturz in nur wenigen Wochen vermutet hatte". Das war alles noch "vor" dem Siegeszug von ISIS. Nun haben wir die Bescherung.

Also, bitte nicht immer auf Putin zeigen. Der hat natürlich Blut an den Händen. Aber die USA (und damit wir, als Bündnispartner) leider auch!

Beitrag melden
ted211 12.10.2016, 23:18
2. Al Nusra

Am Sonntag bei Anne Will sagte NATO-General a.D. Kujat mehrmals, dass die USA AL Nusra unterstützen. Diese Feststellung wurde ignoriert.

Beitrag melden
go-west 12.10.2016, 23:19
3. Der Westen

hat immer noch kein Mittel gefunden, um Putin Von seinen zynischen Spielchen abzuhalten. An seinen Händen klebt Blut, viel Blut. Es braucht dringend ein internationales Instrumentarium, um ihm seine Narrenfreiheit zu nehmen. Solche Leute dürfen einfach nicht tun können, was sie wollen.

Beitrag melden
schmuella 12.10.2016, 23:57
4. Frieden

... gibt es nur, wenn alle Kriegsparteien ihre Aktivitäten einstellen. Dies wird allerdings kein einfaches Unterfangen, da es eine Vielzahl aktiver Parteien gibt: Syrische Armee, FSA, Kurden, IS, Russland, USA, Iran, Hisbolla, Türkei und Saudi-Arabien.

Sollte das Unmögliche möglich werden und es zu einem Waffenstillstand kommen, müsste das syrische Volk entscheiden, wie es weiter geht. Vorausgesetzt, man lässt sie entscheiden. So zerstritten, wie die Menschen dort jedoch sind, wird die zweite Hürde nicht leichter.

Am Ende wird es ein geteiltes Land werden. Zumindest wird es Regionen geben, die autonom agieren. Und man wird hohe Grenzmauern ziehen müssen.

Beitrag melden
schwarzeliste 12.10.2016, 23:58
5. Wenn dann

Putin kennt sich ja mit "politischer Rhetorik" bestens aus. Ich denke da z.B. an den "Genozid" im Donbass, oder an den "faschistischen Putsch" in der Ukraine

Beitrag melden
Kampfmittelräumdienst 13.10.2016, 00:01
6. Fünkchen Wahrheit

So unrecht hat Putin nicht, dass der Westen schuld hat.
Die veröffentlichten Emails Hillary Clintons, welche deutlich zu wenig Beachtung finden, zeigen, dass die USA bewusst Waffen an die "falschen" lieferte und wiedereinmal einen Regimechange provozieren wollte. Daher hat Putin nicht ganz unrecht, dass der Westen auch eine Teilschuld am Krieg hat.

Beitrag melden
deutscher-spion 13.10.2016, 00:18
7. Nicht Russland

Ist für den Krieg in Syrien verantwortlich, sondern die Rebellen im Land! Es sind Terroristen - anders sollen diese Gruppierungen, die gegen eine legitime Regierung kämpfen, nicht bezeichnet werden.

Beitrag melden
zolko 13.10.2016, 00:32
8. Recht hat er

Ich habe das Interview gesehen und Putin hat bei allem Recht. Ohne die Zerstörung vom Irak und Libyen, und ohne die Finanzierung von Islamisten in Syrien, gäbe es in Syrien keinen Krieg. Und ohne Russlands Eingriff wäre jetzt Syrien wie Libyen, Irak oder Afghanistan: auch kein Frieden. Man kann auch Yemen sich als Beispiel nehmen.

Das Beste was man jetzt hoffen kann ist das die Russen (mit den Iraner) schnell aufräumen.

Beitrag melden
Floak 13.10.2016, 00:52
9. Und damit hat er nicht unrecht

Dem Westen geht es hier nicht darum irgendwelchen Zivilisten zu helfen. Hier geht es darum eine Belagerung aufzulösen, welchen viele von Assads Feinden immens schwächt. Hier geht es alleine darum durch öffentlichkeitswirksame Rhetorik Druck zu erzeugen, der Russlands Ansehen international irgendwann genug schaden könnte, um Putin zur Abkehr zu bewegen. Am Ende dient er aber nur darum in diesem Stellvertreterkrieg ein paar Punkte zu machen. Die USA und alle Verbündeten haben nun schon so oft daneben Gebombt oder Kollateralschaden akzeptiert, dass dieses Schmierentheater hier im Spiegel, dass wahrscheinlich von irgendeiner Regierungsorganisation orchestriert wird, eher erbärmlich und wenig ernstzunehmen wirkt.

Zum Glück dürften bei der abgestumpften Leserschaft hier derlei reisserischen Headlines nicht viel mehr als ein ermattetes Gähnen hervorrufen, bevor zu irgendwelchem unterhaltsameren Murks weiter-gescrollt wird.

Beitrag melden
Seite 1 von 14
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!