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Syrien: Kriegsverbrechen-Vorwürfe sind für Putin nur "Rhetorik"
AP

Westliche Staaten werfen Russland Kriegsverbrechen in Aleppo vor. Der russische Präsident Putin tut das "politische Rhetorik" ab - und macht wiederum den Westen für den Krieg in Syrien verantwortlich.

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gorontalo 13.10.2016, 06:33
30. Rhetorik

"Ich bin zutiefst überzeugt, dass unsere westlichen Partner, in erster Linie natürlich die USA, für die Situation verantwortlich sind". Das mag Ihre Meinung sein, Herr Putin. Können Sie die auch begründen? Sicherlich hat der Westen seinen Anteil an der Situation, aber wie genau sieht der aus? Wie ist denn "die Realität in Syrien"? Bevor die Aussagen nicht mit Fakten belegt werden, ist es leider auch nur Rhetorik.

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tope1212 13.10.2016, 06:34
31. Moralapostel

also weder Russland noch die USA müssen sich in diesem Krieg als Moralapostel aufspielen. Russland hat mit dem Afghanistan-Feldzug und auch in Tschetschenien bewiesen, dass Sie in der Lage sind ganze Gegenden zu destabilisieren. Und die USA im Irak genauso.

Es wird an der Zeit, dass beide Länderchefs (Putin und Obama) sich mal an einen Tisch setzen und über Ihre Rollen in dem ganze Dilemma sprechen.

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DerBaske 13.10.2016, 07:05
32. Ich bin sicher...

Putin hat recht. Und ich bin sicher, dass das inzwischen im Grunde jeder weiß.
Gestern sind durch den andauernden Beschuß der Rebellen mitten in Damaskus und in (West)Aleppo über 20 Syrer getötet und noch mehr verletzt worden. Weißhelme? Berichterstattung? Sanktionen?
Natürlich nicht. Denn rhetorisch sind die behelmten Helfer mit dem alternativen Nobelpreis dafür ausgezeichnet worden, nur Syrern zu helfen, die gegen Assad kämpfen. Die Berichterstattung scheint ein zweites Syrien entdeckt zu haben, in dem nur "Oppositionelle" in und um Krankenhäusern wohnen und Sanktionen werden selbstredend nie gegen Franzosen, Engländern, Saudis, Qataris oder Amerikanern verhängt sondern immer gegen Syrer, Iraner und Russen, die in den letzten Dekaden bekanntermaßen für so manchem Angriffskrieg verantwortlich waren...
Rhetorik ist es auch, dass die Medien hierzulande ein laues Lüftchen darüber berichetet haben, dass vor einigen Tagen ein britischer Untersuchungsausschuß den "Alliierten" gegen Gaddhafi ein miserables Zeugnis in Sachen "legitimem, völkerrechtlichem und humanitärem Einsatz" ausgestellt hat.
Läuft halt so wie immer, aber Putin ist gottseidank rhetorisch voll auf der Höhe und der Westen wird zunehmend hysterisch, verzweifelt. Die Gefahr, die von ihm ausgeht, wird dadruch nicht kleiner. Ironischerweise soll dem Syrer diese Eskalation nicht mehr viel ausmachen. Mehr als sterben kann er nicht und das tut er seit über 5 Jahren. Aber wir im Westen hätten dann mal ein anderes Geschmäckle im Mund, wenn der Krieg auf einmal unsere TV-Geräte in den Wohnstuben verlässt und sich tatächlich in unseren Strassen wiederfindet. Und dann werden sich viele erschrocken fragen, "das alles, nur um einigen Syrern Demokratie beizubringen? Das glaube ich jetzt aber nicht mehr"...

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kleinsteminderheit 13.10.2016, 07:15
33. Aleppo ist das Guernica des 21. Jahrhunderts

Nur sind wir leider so abgestumpft , dass dieses Elend zu keinem Aufschrei mehr führt. Putin weiß, dass seine Art die Dinge zu regeln, von der Weltöffentlichkeit hingenommen wird. Und so ist Syrien ein weiterer Testfall für all jene Staaten, die Russland als seine legitime Interessensphäre begreift.

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muellerthomas 13.10.2016, 07:26
34.

Zitat von bauklotzstauner
Da sind mir zuviele Allgemeinplätze in dem Artikel. Der Waffenstilstand wurde gebrochen - korrekt. Und zwar von den USA! Denn diese griffen gezielt Stellungen der syrischen Armee an! Das ist ein belegter Fakt!
Nein, ist es nicht!! Wieso lügen Sie?

Syrien und Russland haben selbst zugegeben, dass die angegriffene syrische Stellung weit im IS-Gebiet lag und als die USA informiert wurden, dass das syrische Truppen sind, wurde der Angriff sofort beendet. Spricht wohl alles dafür, dass es ein Versehen war, für das sich die USA auch entschuldigt haben. Wo bleibt ein solches Vorgehen bei MH17 und dem Angriff auf den Hilfskonvoi? Da wird nur gelogen, geleugnet, abgestritten. Ständig werden neue Versionen aufgetischt und jede einzelne wird immer wieder neu von den Putinfans geglaubt.

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muellerthomas 13.10.2016, 07:28
35.

Zitat von tope1212
Es wird an der Zeit, dass beide Länderchefs (Putin und Obama) sich mal an einen Tisch setzen und über Ihre Rollen in dem ganze Dilemma sprechen.
Was soll dabei herauskommen? Wenn die einen versehentlich ein Krankenhaus angreifen, gibt es eine Entschuldigung. Wenn die anderen Krankenhäuser angreifen, wird es geleugnet. Den Angriff auf den Hilfskonvoi hat Russland nach wie vor nicht zugegeben, ebenso wenig wie die Verantwortung für MH17. Wie soll so eine Dialog möglich sein, wenn der eine schlicht das Ziel hat, zu destabilisieren, aggressiv zu sein, das Sowjetreich wieder herzustellen? Putin müssen endlich klare Grenzen gesetzt werden.

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qewr 13.10.2016, 07:38
36. Sanktionen?

Die einzigen Sanktionen, die Putin verstünde, wäre ein Boykott der Fußball WM 2o18.

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phrasensport 13.10.2016, 07:43
37. Ja Ja die USA...

"Historische Wahrheit" lese ich hier unter anderem. "Fakt" und was so alles die Schuld des Westens ist. Ganz schön traurig, diese Milchmädchen Rechnungen und die Kindergarten Rhetorik. "Der hat aber angefangen"! Es ist schon lange unklar wer da eigentlich gegen wen kämpft. Klar ist nur, das Putin in diese Kampfhandlungen noch seine Bomben wirft. Und wer das irgendwie positiv begründen will, hat weder Ahnung noch Charakter!

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RalfHenrichs 13.10.2016, 07:43
38.

Zitat von irene74
Die moralische Instanz die Putin sein will ist er nicht. Auch wenn die USA doppelt so viele Verbrechen verursacht gibt den Russen noch lange nicht das recht auch nur eins zu begehen.
Das ist richtig. Allerdings: Solange der Westen Menschenrechtsverletzungen begeht, ist er nicht die moralische Instanz jemanden wegen Menschenrechtsverletzungen anzuklagen. Oder anders: In einer perfekten Welt würden Putin und Assad wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt und verurteilt werden. Allerdings genauso wie Obama, Merkel, Steinmeier, Clinton,... Man sieht: wir leben leider nicht in einer perfekten Welt.

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muellerthomas 13.10.2016, 07:43
39.

Zitat von kleinsteminderheit
Nur sind wir leider so abgestumpft , dass dieses Elend zu keinem Aufschrei mehr führt. Putin weiß, dass seine Art die Dinge zu regeln, von der Weltöffentlichkeit hingenommen wird. Und so ist Syrien ein weiterer Testfall für all jene Staaten, die Russland als seine legitime Interessensphäre begreift.
Es wird ja nicht nur hingenommen, sondern hier teils gerechtfertigt oder bestritten, dass es so ist.

Aber ja, die anderen Staaten des "nahen Auslands" können sich vorbereiten und überlegen, ob sie sich überhaupt wehren.

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