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Syrien-Krise: Ex-Botschafter rechnet mit Militärschlag von Trump
AFP

"Jetzt gar nichts zu machen, käme einem Gesichtsverlust gleich": Der frühere US-Botschafter in Berlin, John Kornblum, geht nach den Drohungen Donald Trumps von einer Militäraktion gegen das syrische Regime aus.

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f-rust 13.04.2018, 09:57
30. "sehr deutsche Frage" ???

Hr. Kornblum scheint auszublenden, dass "Indizien" eben nicht ausreichen, wenn diese lückenhaft, interpretationsfähig oder gar fabriziert sind. Es kann ja sein, dass es "Syrer" waren - aber es gibt genug "Indizien", dass dies eine false flag-Aktion der Terroristen ist bzw. war ...

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vulcan 13.04.2018, 09:58
31.

Zitat von kuac
Wo ist der kausalen Zusammenhang? Es ist eher wahrscheinlich, dass NK nach Trumps Wahl, die Entwicklungen der Bomben forciert und zur Serienreife entwickelt hat. Damit hat NK die Waffen, die NK immer haben wollte. Und nun kann NK auf einer Augenhöhe mit SK und USA verhandeln. Sie können aber auch sichergehen, dass die Bomben dabei nicht zur Disposition stehen. Es soll beim Gespräch um die zukünftigen Beziehungen zwischen NK und SK und die Sanktionen gehen.
Selbstverständlich steht Nordkoreas Atomwaffenprogramm dabei zur Diskussion. Ganz oben sogar.
Das ist sowohl im Interesse Südkoreas, der USA als auch Chinas.
Und ob irgendwelche Atomwaffen in Nordkorea 'serienreif' sind, ist bis dato noch absolut fraglich.

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Zaunsfeld 13.04.2018, 10:02
32.

Zitat von MatthiasSchweiz
Kann Trump nicht mal die Klappe halten und zuerst nachdenken? Die Untersuchungen des OPCW abwarten?
Was soll denn der Untersuchungsbericht der OPCW nutzen?
Die gleiche OPCW hat ja auch vor kurzem ihren Bericht veröffentlicht, in dem nachgewiesen wird, dass es sich bei dem Gift, mit dem Skripal vergiftet wurde, eindeutig um Nowitschok handelt.
Und prompt will Russland diese Untersuchungsergebnisse nicht mehr akzeptieren. Zuvor hatte Russland noch selbst gefordert, die OPCW als einzig neutrale und unabhängige Organisation möge doch bitte den Vorfall untersuchen.
Also hatte Russland nie vor, den OPCW-Bericht zu akzeptieren, wenn er Russland belasten würde.

Exakt identisch würde Russland doch handeln, wenn die OPCW in ein oder zwei Monaten einen Bericht vorlegt, der beweist, dass Assad den Giftgasangriff hat durchführen lassen. Dann würde Russland doch sowieso wieder alles abstreiten. Genau wie im Fall Skripal.

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Barath 13.04.2018, 10:02
33. ...

Zitat von ach
Die Frage nach der Beweislage ist auch keine typisch deutsche Frage, sondern eine rechtsstaatliche. Daran ändert auch nichts, daß man in bestimmten Twitterblasen ganz ein Indizienketten entdeckt hat.
Ich denke der Punkt, auf den Kornblum hinauswill, ist: Anderswo vertrauen die Menschen ihren (und ihren verbündeten) Regierungen/Geheimdiensten, dass sie die Wahrheit kennen bzw das gute/richtige/beste wollen. Auch dann wenn diese Gründe haben ihre Beweise nicht auf den Tisch zu legen (zB zum Schutz der Quellen). Wenn also ein Trump, Johnson oder Macron sagt "die Russen warns" dann waren es auch wirklich die Russen - ob es dafür nun Beweise gibt oder nicht. Wozu der Öffentlichkeit etwas beweisen, wenn doch unsere Führer für die Wahrheit bürgen? Ja, selbst wenns die Russen nicht waren, und es nur gelogen ist, dann haben unsere Eliten doch nur das Beste im Sinn, und nur nicht die Zeit uns schlichten Gemütern zu erklären, warum diese Sanktion oder dieser Krieg notwendig für unser aller wohl sind. Darauf vertrauen, das nennt man nicht antidemokratisch, das nennt man "patriotisch". Und so sehen das ja auch viele Menschen hier, die sich dann über "Russentrolle" und naive "Gutmenschen" aufregen, wenn diese wagen eine andere Meinung zu haben. Unsere Medien nehmen eine Position zwischen Elite und Urnenpöbel ein (auch wenn sie sich selbst als Elite sehen): sie selbst treffen keine Entscheidungen, glauben aber auch zu wissen, was das Gute ist, und führen uns arme Schäfchen, ab und zu auch mit einem leichten Schupps, in die "richtige" Richtung. Wenn die Richtung, das Ziel, richtig ist, dann sind kleine Lügen und Manipulationen auf dem Weg da hin doch auch wieder irgendwie die Wahrheit (Erinnern sie sich, wie man im Ukraine-Konflikt den Russen vorwarf "besser" zu lügen?). Tja, insofern wäre es ein Kompliment... wenn das Misstrauen gegen verbündete Regierungen und Geheimdienste, die in der Vergangenheit gelogen haben um Kriege zu führen, typisch deutsch wäre (Aussage gegen Aussage: die Briten sind nicht glaubwürdiger als die Russen); dass man nicht im Kadavergehorsam, gerade auch dann wenn es "ernst" wird, selbstverständlich hinter den eigenen Truppen steht; dass man hinterfragt, ob das wirklich so war, oder wie es noch gewesen sein könnte - ob das überhaupt Sinn macht, was erzählt wir; dass man die Politik nicht in gut und böse einteilt (gut sind immer wir, böse immer die anderen - auch die Nazis sagten ihrem Volk nicht "we are the bad guys") sondern schaut, wer welche Interessen hat; dass man nicht blind Befehlen folgt und die Verantwortung fürs Selber-denken mit dem moralischen Kompass bei den Medien abgibt. DAS wäre ein echtes Kompliment, wenn all das typisch deutsch wäre. Ist es leider nicht. Aber da wir durch die genannten Fehler schon zweimal einen Weltkrieg mitgemacht und verloren haben - auf der falschen Seite der Geschichte geendet sind - sind wir womöglich etwas vorsichtiger geworden. Wenn man schon aus geopolitischen Gründen Krieg führt, sollte man sicher sein, dass man hinterher nicht zur Verantwortung gezogen werden kann. Nochmal "wir haben doch nichts gewusst" wird uns keiner abkaufen.

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PeaceNow 13.04.2018, 10:06
34. @30

die USA und ihre "Verbündeten" ruinierten mit diesem Beharren auf diesem offensichtlichen Falseflage der Terroristen den verbliebenen Rest ihres Ansehens und Glaubwürdigkeit.
Ganz angesehen davon das ein Angriff auf Syrien ohne UN Mandat und ohne stichhaltige Beweise in mehrfacher Hisicht einen Völkerrechtsbruch, Bruch der UN Charta und gemäß Genfer Konvention Kriegsverbrechen darstellen würde.
Und das sich Herr Kornblum dann hinstellt und sagt man bräuchte keine Beweise, trotz der Katastrophen im Irak, Libyen uva. lässt einen nur noch an der Menscheit verzweifeln.

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ach 13.04.2018, 10:10
35.

Zitat von MatthiasSchweiz
Wegen einem drohenden Gesichtsverlust Menschen töten? Dazu ein paar hundert Millionen verpulvern, die man auch für sinnvolle Zwecke verwenden könnte? Wirklich toll. Kann Trump nicht mal die Klappe halten und zuerst nachdenken? Die Untersuchungen des OPCW abwarten? Dem sollte man verbieten, Twitter zu benutzen. Und seinen Geisteszustand überprüfen, ernsthaft. Und wenn der Ex-Botschafter sagt "Man weiß ganz genau, dass die Syrer das waren. Die Kette der Indizien ist eindeutig." ist das auch nur sinnentlernte Propaganda.
Jedenfalls sollte ein Botschafter, der über 'typisch deutsche' Dinge spekuliert, in Erwagung ziehen, daß die Bereitschaft, lieber zu töten statt das Gesicht zu verlieren, vielleicht kein universeller Wert ist.

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andraschek 13.04.2018, 10:19
36. 1. hat der Fall Skripal nichts mit Syrien zu tun

Zitat von Zaunsfeld
Was soll denn der Untersuchungsbericht der OPCW nutzen? Die gleiche OPCW hat ja auch vor kurzem ihren Bericht veröffentlicht, in dem nachgewiesen wird, dass es sich bei dem Gift, mit dem Skripal vergiftet wurde, eindeutig um Nowitschok handelt. Und prompt will Russland diese Untersuchungsergebnisse nicht mehr akzeptieren. Zuvor hatte Russland noch selbst gefordert, die OPCW als einzig neutrale und unabhängige Organisation möge doch bitte den Vorfall untersuchen. Also hatte Russland nie vor, den OPCW-Bericht zu akzeptieren, wenn er Russland belasten würde. Exakt identisch würde Russland doch handeln, wenn die OPCW in ein oder zwei Monaten einen Bericht vorlegt, der beweist, dass Assad den Giftgasangriff hat durchführen lassen. Dann würde Russland doch sowieso wieder alles abstreiten. Genau wie im Fall Skripal.
und 2. hat die russische Seite im Fall Skripal lediglich gesagt das sie ohne den Bericht studiert zu haben auch keine sogenannten Ergebnisse daraus akzeptiert. Wie dem auch sei, in beiden Fällen müssen wir noch ein wenig warten um Klarheit zu erlangen, denn lügen tuen alle Seiten bis zum absoluten Beweis des Gegenteils.

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darthmax 13.04.2018, 10:33
37. Wunderlich

wenn Herr Kornblum weiss, dass es die Syrer warten. Vielleicht sollte er seine Erkenntnisse dann offenlegen, damit wir es auch wissen.
Ansonsten wäre es eine Unverschämtheit Behauptungen in den Raum zu stellen und die Frage nach Beweisen als ´´deutsch´´ zu bezeichnen, hat der Mann noch nichts von Propagenda, Geheimdienstoperationen etc gelesen.

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thequickeningishappening 13.04.2018, 10:36
38. Die Aufgabe von Diplomaten ist es

Kriege zu verhindern! Nun kommt Ein Ex Botschafter und meint, Gesichtswahrung sei wichtiger als Der Weltfrieden??? Zu dem angeblichen Giftgasangriff: ich habe mir Das Material angeschaut: Maenner spritzen Wasser aus Schlauechen auf andere Maenner und Kinder. Die Kinder benehmen sich normal, keine Rötung Der Augen ? Und wegen so was den 3. Weltkrieg ? Ich empfehle Das Buch "Krieg dem Kriege".Da sieht man die entsetzlichen realen Bilder des Krieges!

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Fuscipes 13.04.2018, 10:44
39.

Zitat von Zaunsfeld
Was soll denn der Untersuchungsbericht der OPCW nutzen? Die gleiche OPCW hat ja auch vor kurzem ihren Bericht veröffentlicht, in dem nachgewiesen wird, dass es sich bei dem Gift, mit dem Skripal vergiftet wurde, eindeutig um Nowitschok handelt. Und prompt will Russland diese Untersuchungsergebnisse nicht mehr akzeptieren. Zuvor hatte Russland noch selbst gefordert, die OPCW als einzig neutrale und unabhängige Organisation möge doch bitte den Vorfall untersuchen. Also hatte Russland nie vor, den OPCW-Bericht zu akzeptieren, wenn er Russland belasten würde. Exakt identisch würde Russland doch handeln, wenn die OPCW in ein oder zwei Monaten einen Bericht vorlegt, der beweist, dass Assad den Giftgasangriff hat durchführen lassen. Dann würde Russland doch sowieso wieder alles abstreiten. Genau wie im Fall Skripal.
"Und prompt will Russland diese Untersuchungsergebnisse nicht mehr akzeptieren"
"Also hatte Russland nie vor, den OPCW-Bericht zu akzeptieren, wenn er Russland belasten würde"
In postfaktischen Zeiten, ist alles sehr wage Zaunsfeld, nur daraus irgendetwas ableiten zu wollen?
Die Indizien sagen, der Verstand sagt auch, ein Vergeltungsschlag bringt nix.
Eine Phobie ist heilbar.

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