Forum: Politik
Syrien: Russland und USA wollen auch in Feuerpause weiterbomben
AFP

In wenigen Tagen soll in Syrien eine Feuerpause beginnen. Das bedeute jedoch nicht das Ende der russischen Luftangriffe, kündigt Moskau an. Auch der Westen will den Kampf gegen den IS fortsetzen.

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meroswar 12.02.2016, 15:26
50. Krokodilstränen

Russlands Angriffe richten sich meines Wissens nach zwar nicht nur gegen al-Nusra und IS, aber wer im Westen um Jaish al-Islam oder Ahrar al-sham weint, weint entweder Krokodilstränen oder ist einfach nicht informiert.
Das einzige, was man an Russlands Angriffen tatsächlich kritisiere, sind die Angriffe auf dicht bewohntes Stadtgebiet wie Aleppo, unter welchem Zivilisten massiv zu leiden haben.
Aber ob aus dieser Waffenruhe überhaupt etwas wird, wenn sich die Initiatoren nicht daran halten...?

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Leto13 12.02.2016, 15:33
51. hm

Zitat von Beat Adler
Wer sagt das? Die Assad Propaganda? Bitte um den link zur Info. Danke im voraus.
FSA Fahnenflucht Richtung Armee Anfang 2015:
http://syriadirect.org/news/fsa-fighters-in-south-damascus-reportedly-defect-to-regime/

Putin sprach im Dezember von 5000 FSA Leuten, die nun an der Seite der Armee und Russlands kaempfen, aber das koennte ja eine Unwahrheit sein.

FSA Fahnenflucht Richtung Islamisten:
Und natuerlich gehen viele auch auf die andere Seite:
http://www.ibtimes.com/four-years-later-free-syrian-army-has-collapsed-1847116

Auch das koennte eine Unwahrheit sein.

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Medianet 12.02.2016, 16:23
52. eine Frage

die mir schon die ganze Zeit im Kopf rum geht.
Alle im Westen wollen Assad loswerden, weil er ein Kriegsverbrecher ist. Ok..nachvollziehbar..ich frage mich nur schon seit jahren, was passiert, wenn die syrische Armee verliert und dann zerschlagen wird..ich meine damit was passiert mit den Aleviten??? schutzlos, ohne Lobby..

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markus_wienken 12.02.2016, 16:54
53.

Zitat von Medianet
die mir schon die ganze Zeit im Kopf rum geht. Alle im Westen wollen Assad loswerden, weil er ein Kriegsverbrecher ist. Ok..nachvollziehbar..ich frage mich nur schon seit jahren, was passiert, wenn die syrische Armee verliert und dann zerschlagen wird..ich meine damit was passiert mit den Aleviten??? schutzlos, ohne Lobby..
Ohne Assad wird sich Syrien, ähnlich wie Libyen zu einer weiteren failed Nation entwickeln, davon bin ich überzeugt.

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andsolo 12.02.2016, 17:15
54. Mit welchem Recht?

"die USA und die mit ihr verbündeten Regionalmächte verlangen seinen Rücktritt"

Auf welcher Grundlage denn? Nur weil Assad die Pipeline von Qatar in die Türkei nicht erlaubt hat und mit Russland gute Beziehungen pflegt?
Können wir denn dann nicht einfach auch den Rücktritt sagen wir mal des Präsidenten von Frankreich fordern? Oder von Großbritannien? Weil uns einfach deren Nase nicht passt? Schon komisch, welche westlichen Werte wir vertreten.

Russland hat Recht. Die Syrer sollen entscheiden und nicht irgendwelche Terrorunterstützer in Riad, Washington und Istambul.

Wie sagt man so schön: "Da kannt ja a jeder kemma"

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demokroete 12.02.2016, 18:12
55. Die plötzliche Einsicht der USA, dass ein sofortiger Waffenstillstand

erforderlich sei, ist natürlich reine Retorik. Die wollen nur verhindern, dass die syrischen Regierungstruppen weiteres Territorium befreien. Die Unterstützung Assads durch den russischen Verbündeten hat die Pläne der USA erst einmal durchkreuzt. Es ist aber ganz unwahrscheinlich, dass die USA ihre geostrategischen Ziele deshalb ganz aufgeben.

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ambulans 12.02.2016, 18:14
56. können

die nicht oder wollen die nicht (begreifen)? die amis bomben, die saudis auch, dazu weitere - auch die russen; bodentruppen aber nicht (bis auf die russen). jetzt sog. "friedensgespräche" einiger, aber andere bleiben derweil "draußen vor der tür" - es wird einfach nur über sie und über ihre köpfe hinweg verhandelt. wie soll unter solchen umständen überhaupt eine tragfähige einigung inkl. (hoffentlich) ein waffenstillstand und mehr erreicht werden können? sowas soll eine strategie zum frieden sein? mann gottes ...

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Peter Bernhard 12.02.2016, 19:52
57. Civilian Population

Da sind die russischen Militärs vielleicht Vollprofis. Sie haben z.B. die ganz weiten Bomben gegen ganz weite Rebellen und enge gegen eng Operierende. Es könnte also sein, dass die Russen voll d'accord sind mit einem Wettkampf unter Ausschluss aller Feiglinge, die zu den Türken hin in einer Feuerpause sich verdrücken dürfen. Kämpfen tun nur die Besten. Wie im Feudalismus oder auch Absolutismus ist wohl nicht das "Volk" ein solches "ohne Raum", es geht um eine Gruppe als Kriegerische gegen eine andere. Traditionellerweise sind aber Waffen als Technik vielleicht bewusst als "Luftkriegswaffen" konzipiert, die prinzipiell jeden Volksangehörigen auch als Kämpfenden notfalls ansehen dürfen. Dass also durch die Einführung der "Wehrpflicht" ein Volk auch als Unkämpferisches in den Krieg miteinbezogen wurde, hat die Unterscheidung von Volk und Soldat erst möglich gemacht. Oder aber waren es die Waffen als Technik, die nicht vor Zivilopfern halt machen "konnten". Beides: dass in einem "totalen" Krieg auch Zivilisten zu Sold-aten werden, per Wehrpflicht, macht bewusst, dass die Zivilbevölkerung auch aus der Sicht des Militärischen nicht nur "collateral damage" darstellt - da ja potentiell Military persons. Dies aber hat vielleicht selbstverstärkend - und da ist Harris und Eradication, Coventryren die Zuspitzung gewesen - eine Waffentechnik - "Bomben" - gefördert, "Landminen", die also in einer Verschlimmerung eine nicht-kämpfende Bevölkerung nicht nur als "Nullen" betrachtet, sondern als eben auch Soldaten, nur nicht so gute.

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Peter Bernhard 12.02.2016, 21:14
58. Nazis und Deutsche im Weltkrieg

"Keine militärische Lösung" mit der Emphase auf "Lösung" ist, wenn es einen Besiegten "nicht mehr gibt" - weil dieser "vernichtend geschlagen" wurde. Es sind dann wohl nicht mal mehr die Modi einer "bedingungslosen Kapitulation" zu besprechen. Das erinnert mich an das "hingerichtete" Haupt des Hitler-Nachfolgers (Name fällt mir gerade nicht - ein...doch: Döniztz) auf einem Pressefoto. Nun könnte als "Isis" eine solche Truppe sein, die nämlich vernichtend geschlagen werden soll und auch könnte, wäre da nicht die civilian Population darum herum. Interessanterweise wird nun als bei der Terminabsprache gerade bei Al Kaida und Isis der Zivilbevölkerung - das war voriger Beitrag meine Unterstellung zu Aleppo - nicht die Möglichkeit gegeben, "to separate from", sich durch Flucht als Nichtvolk zu erkennen zu geben. Das mag ich nicht verstehen. Entweder bestand schon immer Gelegenheit zur Flucht aus dem Islamischen Staat heraus und die Fortführung des Bombardement ändert daran nichts, im Gegensatz zum Belagerungszustand von Aleppo (?) oder aber man will nicht darum herum kommen, wie den Deutschen im Zweiten Weltkrieg zuzumuten - wobei allerdings oben ich annahm, es bestehe aus IS die Möglichkeit zur Flucht, also "besser" ihnen - zu sehen, wie es ausgeht, wenn man meint, was diese Männer betrieben, sei als Kampf sinnvoll, Maximum sense. Mit meinem wenigverstehendem Approach kann ich aber einen Waffenstillstand nun als eine Art Möglichkeit jedenfalls der Zivilbevölkerung zur "Desert-ifzierung", offiziell zu desertieren ansehen. Womit Zurückbleibende zumindest als freiwillige Geiseln zu betrachten sind, deren Nochdasein somit zwar Giftgaseinsatz verbieten, also das schon gar nicht, andererseits aber auch den übermäßig vorsichtigen, "non-casual" Einsatz von "Bomben" oder Luftminen nicht erfordert. Wer also bei IS als Zivilist verbleibt, scheint mir mit Deutschen im Berlin des Zweiten Weltkriegs durchaus vergleichbar, die im Glauben ans Nazitun niemals eine Flucht aufs Land in Erwägung zogen, angenommen sie wäre ihnen offengestanden.

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