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Syrienkonflikt: Merkel telefoniert mit Erdogan
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Plant die Türkei nach dem Abzug der US-Truppen eine Militäroffensive in Syrien? Kanzlerin Merkel hat sich mit dem türkischen Präsidenten verständigt.

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wala2903 30.12.2018, 18:02
20. Heiße Luft...

von Frau Merkel, wenn sie glaubt der Despot lässt sich davon beeindrucken! Und was heißt bei Frau Merkel, sie hat sich verständigt?

Empfehle einmal diesen Link, was die Türken in Syrien seit Jahresbeginn "veranstalten". Ein Wort/Stellungnahme von der Regierung vernommen?
https://www.heise.de/tp/features/Tuerkei-begeht-Menschenrechtsverletzungen-in-Afrin-4131230.html?seite=all
Und wenn ich sehe, wie vor 2 Tagen in den Nachrichten, was für "Soldaten" dort einmarschieren werden? Sehen nicht besser aus, als IS Schergen!
18:00 MEZ

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dieter.zuckermann 30.12.2018, 18:07
21.

Zitat von kuac
Erdogan kann man nicht vertrauen. Er sieht die Türkei nicht durch den IS bedroht, sondern durch die Kurden. Deshalb wird er alles unternehmen, die Kurdischen Milizen zu eliminieren. Merkel hat dazu nichts zu sagen und dem Assad könnte das auch passen. Später wird dann heissen, dass niemand gewusst hat, dass die Türkischen Panzer die Kurdischen Dörfer platt machen würden.
Die Türkei hat keine Probleme mit den Kurden. Mit irakischen Kurden hat die Türkei immerhin auch bestes Verhältnis. Womit die Türkei ein Problem hat, das sind bestimmte kurdische Einheiten. Man bezeichnet diese als Terroristen. Ob das jetzt berechtigt oder nicht berechtigt ist, das kann keiner von uns sagen. Wir als Normalbürger wissen zu wenig über YPG. Wir wissen auch kaum was über die PKK.

Nur ist die YPG momentan keine Gefahr für die Türkei. Die haben ihren Einfluss an Assad freiwillig abgegeben. Einen Unabhängigkeitskampf hat es in Syrien eh nie gegeben. Das gab es eher in Irak. Wieso sollte die Türkei hier dann jemanden angreifen? Das ergibt keinen Sinn. Mit dem Abzug der Amerikaner gibt es generell viele gute Möglichkeiten diesen Krieg zu beenden. Einziger Unsicherheitsfaktor ist zur Zeit eher Israel. Die haben eine irrationale Angst vor dem Iran. Irrational weil Iran eh keine Möglichkeiten hat um Israel wirklich bedrohlich zu werden. Und irrationale Angst hat schon viele zu irrationalen Handlungen verleitet.

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FakeBot 30.12.2018, 18:13
22.

Zitat von staplerfahrer_klaus
- die USA ziehen ihre Truppen ab - die Kurden bitten Assad um Hilfe, der übernimmt wieder die übergeordnete staatliche Kontrolle über die kurdischen Separatistenregionen mit weiterhin weitgehenden Autonomierechten - Erdogan reicht das um sich sicher genug zu fühlen, dass kein kurdischer Staat gegründet wird, er verzichtet auf eine größere Invasion des syrischen Staatsgebietes. - Syrien ist damit innerhalb der alten Grenzen neu geeint und einem echten Friedensprozess steht damit nichts mehr im Weg. Das wäre doch super.
Genau so wird es kommen bzw. ist es schon. Die SAA ist bereits in die Grenzregion eingerückt und übernimmt dort wieder die Kontrolle. Das schreit geradezu nach einer abgesprochenen Sache zwischen der Türkei, Russland, Syrien und den USA. Erdogan hat in der Vergangenheit schon angekündigt, daß er mit einer syrischen Kontrolle der Kurdengebiete leben kann, nicht aber mit deren Autonomie. Die Kurden ihrerseits haben es abgelehnt ihre erweiterte Autonomie wieder eingrenzen zu lassen und die SAA war außenvor. Das hat zur Eroberung kurdischer Gebiete durch die Türkei geführt und erst jetzt, nachdem die USA sie (wieder mal) in Stich lassen, erkennen die Kurden, daß es nur noch offenen Krieg oder Wiedereingliederung in den Syrischen Staat geben kann. Bis auf die Kurden bekommt jeder was er will. Trump sein dämliches Wahlversprechen, Assad die wieder fast vollständige Kontrolle über das Land, Erdogan seine Eingrenzung kurdischer Autonomie ohne dafür (weiter) Krieg zu führen und Putin steht als Dirigent des ganzen da denn ohne Russland passiert in den Gebieten sowieso nichts. Wenn Assad schlau ist und etwas aus den letzten 8 Jahren gelernt hat, dann lässt er den Kurden mindestens die Autonomie, die sie vor dem Krieg schon hatten. Und dann könnte mit einem "wiedervereinten" Syrien tatsächlich sowas wie ein Friedensprozess möglich sein. Der Preis dafür ist vermutlich der Verlust der Region Afrin an die Türkei.

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dieter.zuckermann 30.12.2018, 18:14
23.

Zitat von kuac
Was sollte nach ihrer Meinung denn passieren? Wenn Trump und Putin mit Erdogan möglicherweise Deals abgeschlossen haben, dann kann niemand Erdogan stoppen. Pech für die Kurden, die die heißen Kartoffeln für alle aus dem Feuer geholt hatten.
Russland hat sehr gutes Verhältnis zu den Kurden. Diese SDF war übrigens auch für Russland Anfang fast schon Partner erster Wahl. Die SDF hat sich nur zum eigenen Schaden für den Westen entschieden und müssen deswegen jetzt in Angst leben.

Die Kurden in Syrien hatten nie auf eine Unabhängigkeit von Syrien gedrängt. Dass Assad die Macht zurück erlangt. Das war nie anders geplant. Auch von den Kurden. Das passiert auch zur Zeit. Mit Assad hat sich Erdogan längst abgefunden. Türkei hat keinen Grund mehr anzugreifen. Die YPG zieht sich nun mal zurück. Für die YPG ist das auch kein großer Verlust, da eine Unabhängigkeit, wie man das von irakischen Kurden kennt, das wurde von syrischen Kurden nie angestrebt.

So schlecht ist das also auch für die Kurden nicht gelaufen. Wo die Kurden etwas Pech haben, ist nur bei der Verhandlungsbasis. Unabhängigkeit war nie gewollt, mehr Autonomierechte dagegen schon. Was genau war bisher unklar. Das muss noch ausgehandelt werden. Richtige Druckmittel haben die Kurden nicht mehr. Die werden wohl nicht viel rausholen können. Es wird sich wohl alles so einstellen wie es vor dem Krieg war.

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sagichned 30.12.2018, 18:18
24. Kein schwarz-weiß

Zitat von kuac
Pech für die Kurden, die die heißen Kartoffeln für alle aus dem Feuer geholt hatten.
Mein Mitleid für die Kurden hält sich in Grenzen. Anstatt ihre Gebiete zu sichern, haben sie sich in Gebiete östlich und westlich des Euphrat vorgedrungen, die den Kurden noch nie gehört haben. Ebenso sind die Kurden keine Heiligen und haben die dort lebenden Araber vertrieben und geplündert.

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m.klagge 30.12.2018, 18:18
25. Die Haremsdame hat mit ihren Sultan telefoniert.

Als politisches Ergebnis ist dabei heraus gekommen, dass sie mit ihrem Schätzelein in Kontakt bleiben will. Das ist natürlich eine Nachricht wert. Man darf gespannt sein, welch warme Worte sie nach dem Völkermord an den Kurden für den Herrn der Türken finden wird. Und wir warten mal ab, wann und wie die Sanktionen gegen Rusland verschärft werden. Denn das ist ja wohl klar: Ein Nachbarland angreifen geht gar nicht.

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dieter.zuckermann 30.12.2018, 18:25
26.

Zitat von hdwinkel
Klingt rational, ist m.M. aber am Thema vorbei. Tausende Kurden, inklusive Zivilisten, wurden bereits aus Afrin vertrieben. Die Türkei stellte dort zwar die Luftwaffe aber nicht die Bodentruppen. Das waren von der Türkei unterstützte bewaffnete, vorrangig islamistische arabische und türkische Milizen, die vorher bereits als 'Opposition' oder 'Rebellen' gegen Assad gekämpft hatten. Jetzt die Frage: Warum haben diese in Afrin gekämpft und sollen das in Manbidj nun wieder tun? Die Antwort ist relativ simpel: Beute. Denen wurde Beute versprochen. In Afrin haben sie bereits die Dörfer geplündert und betrachten das Land der vertriebenen Kurden nun als Eigentum und 'Entschädigung'. Erdogan will keine wie auch immer autonomen Kurden an seiner Grenze, bewaffnet oder nicht, Terrorist oder nicht, er will überhaupt keine Kurden dort. DAS ist der wahrscheinliche Grund für den Militäreinsatz. Erdogan will das Land, nicht die dort lebenden Menschen. Er plant die syrischen Flüchtlinge dort anzusiedeln. Imgrunde muß man also von ethnischen Vertreibungen reden.
Erdogan will keine autonomes Kurdistan in Syrien. Das wird es aber auch nicht geben. Generelles Problem mit den Kurden hat Erdogan nicht.
Und selbstverständlich müssen syrische Flüchtlinge aus der Türkei irgendwann zurück nach Syrien. Türkei hat sich im Eifer des Gefechts übernommen. Der Wunsch Assad los zu werden war größer als die Möglichkeiten das durchzusetzen. Da hat die Türkei Fehler gemacht für die man bereits bezahlt hat. Wohin diese Flüchtlinge aber zurückkehren das entscheidet aber wohl Syrien selber und nicht Erdogan. Möglicherweise ziehen die in Kurdengebiete um. Das kann passieren. Wäre aber nun wirklich kein Worst-Case-Szennario. Es gibt Schlimmeres. Die Kurden können auch Seite an Seite mit den Syrern leben. Davon wird Syrien schon nicht untergehen.
Generell gibt es mit dem Abzug der USA viele gute Möglichkeiten alle Probleme zu lösen.

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hm2013_3 30.12.2018, 18:30
27. seit Jahren dasselbe

Zitat von oben : "Eine Sprecherin der Bundesregierung sagte, die Kanzlerin habe die Rolle der Türkei gewürdigt, insbesondere bei der Aufnahme syrischer Flüchtlinge." Ich wünschte, die Nahost - Experten vom Spiegel würden hier kommentieren, ohne dass sie der Merkel - Regierung schaden oder so tun, als würden sie es nicht.

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modemhamster 30.12.2018, 18:31
28. Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages:

Türkische Besatzung in Nordsyrien völkerrechtswidrig.
Wieso sagt das niemand der Merkel? Wieso sagt der Maas nichts dazu? Wer soll diese Regierung mit ihren Doppelstandards noch ernst nehmen?

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vitalik 30.12.2018, 18:40
29.

Zitat von machivaelli_mach11
Jeden Tag kommen am laufenden Berichte über Erdogan und der Türkei. Gibt es in der deutschen Medienlandschaft sonst keine Themen mehr?
Das Thema ist Syrien und aktuell entscheidet sich wohl die kurz- bis mittelfristige Zukunft des syrischen Staates und ja, Erdogan spielt dabei eine große Rolle. Wo sehen Sie also das Problem der Berichterstattung?

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