Forum: Politik
Syrienkrieg: Die arabischen Herrscher machen ihren Frieden mit Assad
REUTERS

Die Emirate eröffnen ihre Botschaft in Damaskus wieder, Tunesien will Assad in der Arabischen Liga haben: Die Herrscher in Nahost rehabilitieren den syrischen Diktator. Ihr Motiv ist so egoistisch wie durchschaubar.

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adal_ 28.12.2018, 21:59
150. Das grauenhaft gesunde Rechtsempfinden

Zitat von theanalyzer
Zwei Fragen: 1. Sind die Jungs denn keine Deserteure? 2. Kommt es denn darauf an, ob die Flüchtlinge zurück WOLLEN? Kommt es nicht eher darauf an, ob WIR sie hier behalten wollen?
zwei Fragen zurück:
1. Seit wann liefern wir Deserteure aus? (Zumal an Diktatoren?)
2. Seit wann gibt es in D keine Abschiebehindernisse mehr wie z.B. drohende Todesstrafe? Vom Asylrecht ganz zu schweigen.

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spon-facebook-10000012354 28.12.2018, 22:01
151. Michael Lüders

Zitat von Sokrates II
Wer mehr ueber dieses Thema wissen moechte, dem sei das Buch von Michael Luedders : "Die den Sturm ernten" ( Wie der Westen Syrien ins Chaos stuerzte) empfohlen. Ein wahrer Das Buch zeigt auf wie die Oeffentlichkeit zu diesem Zeitgeschehen durch einseitige Berichterstattung durchgehend manipuliert wurde.
Lüders ist eher umstritten: Brigitte Baetz erklärte im Deutschlandradio anlässlich eines Lüders-Auftrittes bei Anne Will am 10. April 2017, dass er in den Sozialen Medien insbesondere von denen gefeiert werde, die die so genannten „Systemmedien“ ablehnen und glauben, dass der Westen sich gegen Putin und Assad verschworen habe. Unter anderen Nahost-Experten werde Lüders hingegen kritisch betrachtet. Baetz bezog sich dabei auf Sylke Tempel, Chefredakteurin der Zeitschrift Internationale Politik, die Lüders bereits 2012 vorgeworfen hatte, das Weltbild von den „bösen israelischen und amerikanischen Kriegshetzern“ zu pflegen, und Thorsten Gerald Schneiders, Redakteur beim Deutschlandfunk und Islamwissenschaftler, der Lüders mit dem „UFO-Experten Erich von Däniken“ verglich. Anne Will hatte in ihrer Talkshow gesagt, man habe Lüders dort „bewusst nicht als einen neutralen Nahost-Experten vorgestellt, sondern als Autor und als Politik- und Wirtschaftsberater“ und einen „Geschäftsmann, der sein Wissen an Firmen verkauft, die im Nahen und Mittleren Osten ihre Geschäfte machen wollen“. Ihre Frage an ihn, ob seine „wirtschaftlichen Interessen da eine Rolle [spielten,] wenn [er behaupte], dass es der Westen sei, der Syrien ins Chaos gestürzt“ habe, blieb unbeantwortet. Er erwiderte, er würde „ganz gerne auf der sachlichen Ebene analysieren“ wollen. Baetz bemängelte an Wills Einführung, dass sie anderen Gästen der gleichen Talkrunde ihre entgeltlichen Beraterfunktionen nicht vorgehalten hatte. Lüders äußerte später, er fühle sich absichtlich diskreditiert und bezweifle, dass Will überhaupt einen sachlichen Dialog führen wollte. In der Sendung Der Club des SRF vom 17. April 2018 bezeichnete der Kriegsreporter Kurt Pelda Lüders’ Aussagen zum angeblichen großen Plan des Westens, Assad zu stürzen als „Kokolores“
https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Lüders#Positionen

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schnurre64 28.12.2018, 22:04
152. Sehr guter Kommentar von 125 rolf.scheid.bonn

Zitat von rolf.scheid.bonn
… wissen offenbar die wenigsten, dass die konservativen sunnitischen Staaten bzw. ihre Anführer Assad und seine Clique hassen, weil er kein Sunnit ist und als Alawit einer Sekte angehört, die die sunnitischen Fundamentalisten als vom rechten Glauben abgefallene Verräter betrachten. Assad schützt die Minderheiten, allen voran natürlich die Alawiten, die vor dem Krieg etwa 10% der Bevölkerung ausmachten (durch die Flucht vieler Sunniten dürfte ihr Anteil aktuell auf 15 bis 20 Prozent gestiegen sein), ferner Christen, Drusen, Jesiden, Juden usw. Er ist gewissermaßen Schutzherr der Minderheiten, weil er selbst einer angehört. Die Sunniten hatten trotz 70% Bevölkerungsanteil nur sehr geringen Einfluss im Staat, während die Alawiten die meisten wichtigen Posten im Staat besetzen. Ferner ist die von Assad geführte sozialistische Baath-Partei im Grunde laizistisch, was den sunnitischen Fundamentalisten natürlich auch ein Dorn im Auge ist. Das alles hat die radikalen Sunniten schon 1982 im besonders fundamentalistischen Hama zu einem Aufstand unter der Führung der Moslembrüder gegen den alten Assad bewegt, den der Alte mit Waffengewalt und 20.000 Toten unterdrückt hat. Das hat das vergleichsweise moderne, laizistisch-alawitische Regime noch verhasster gemacht und das Massaker von Hama haben die Sunniten den Assads nicht vergessen. Die Gelegenheit zur Rache kam mit dem arabischen Frühling. Unter Vortäuschung der Forderung nach Demokratie haben die Sunniten einen Aufstand gegen das vergleichsweise tolerante und moderne Assad-Regime begonnen, und der ahnungslose Westen war so dumm, darauf rein zu fallen und die vermeintlichen "Kämpfer für Demokratie" zu unterstützen, allen voran der naive und unentschlossene US-Präsident Obama; er hat zu wenig getan, um den Konflikt zu beenden, aber zu viel, als dass Assad den Aufstand der Sunniten niederschlage konnte. Er hat den Konflikt am Köcheln gehalten. Natürlich haben fundamentalistischen sunnitischen Staaten den Aufstand ihrer Glaubensbrüder gegen das verhasste Assad-Regime unterstützt und ebenfalls das Lied von Demokratie gesungen, um den Westen mit ins Boot zu holen. Mit Erfolg. Der Westen ist darauf reingefallen und hat sunnitische Extremisten unterstützt. Da Trump die US-Einmischung nun beendet und Assad ohne US-Widerstand endgültig auf der Siegerstraße ist, sehen die fundamentalistischen sunnitischen Staaten nun ein, dass ihr Plan gescheitert ist und dass sie nun ihren Frieden mit dem Sieger Assad machen müssen. Genau deswegen erkennen sie ihn nun zähneknirschend an; man wird mit ihm klar kommen müssen, ob man will oder nicht. Da sind Araber sehr pragmatisch.
.......allerdings ist der Westen nicht dumm, sondern die westlichen Politiker müssen den transatlantischen Vorgaben folgen und die Leitmedien haben anschließend den Auftrag, dieses dann den "Menschen da draußen" zu erklären. Das Ganze nennt sich Mainstream, und wenn die Erklärungen nicht überzeugen, entsteht ein gesundes Misstrauen.

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PeaceNow 28.12.2018, 22:06
153. Ein positiver Jahresausklang

für die Region.
Wann werden aber nun eigentlich in Den Haag die Anklageschrift verfasst, gegen hochrangige Politiker aus Frankreich, England, USA, Türkei, Deutschland, Jordanien, Golfstaaten und Israel, wegen des gewaltsamen Umsturzversuch gegen Assad und der illegalen und völkerrechtswidrigen Finanzierung und Bewaffnung von Djihadisten und Islamisten, ergo Terrorismusförderung und Terrorismusfinanzierung?
Damit tragen sie große Verantwortung und große Mitschuld an hunderttausenden Toten, Millionen Verwundeten und einem ganzen verwüsteten Land.
Wohl leider niemals?
Und die Krone der Verlogenheit, Unmenschlichkeit und Doppelmoral ist das der sog. Westen bis heute die brutalen Sanktionen gegen Syrien aufrecht erhält und jegliche Aufbauhilfe verweigert, obwohl darunter Millionen Syrer leiden und an der Rückkehr gehindert werden, während in Syrien nun die Russen, Iraner und Chinesen milliardenschwere Aufbauprojekte beginnen.

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Calen 28.12.2018, 22:12
154. and the winner is....

Die Nachricht über den Truppenabzug der Amerikaner und der Pakt der Kurden mit Assad dürfte dazu führen, dass sich an der Lage in Syrien in naher Zukunft nichts ändern wird. Dies bedeutet aber gleichzeitig, dass diejenigen, die vor Assad geflüchtet sind, auf keinen Fall zurückkehren werden. Es ist entweder sehr naiv oder verlogen, wenn hier geschrieben wird, dass die geflüchteten Syrer jetzt wieder heim wollen. Politisches Asyl wird gewährt, bis es Assad und sein Regime nicht mehr gibt, auch wenn in Syrien nicht mehr geschossen wird und "Frieden" herrscht. Insofern finde ich es beachtlich, welche Kreise gerade Assad bejubeln.
Im Übrigen ist nicht wirklich allein Assad das Problem, sondern eine Oligarchie an Generälen und Geheimdienstlern, welche sich mit Assad die Macht teilen. Interessant an dieser Stelle ist übrigens die hier immer wiederholte Aussage, dass Assad demokratisch gewählt wurde. Es gab 10.07.2000 ein Volksreferendum, bei dem es einen Kandidaten gab, der mit 97 % der Stimmen gewählt wurde. Wer die syrischen Verhältnisse vor dieser Wahl und den syrischen Geheimdienst kennt, kann sich ein Bild machen, wie diese Wahl abgelaufen ist. Dagegen sind Wahlen in Afrika demokratisch.

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hoernomat 28.12.2018, 22:19
155. Schon ernüchternd...

Wenn man so den einen oder anderen Kommentar liest, dann sind massenmordende Despoten eigentliche Stabilitätsgaranten, irgendwie ja doch auch wie wir, denn unsere Demokratien sind ja auch nicht ohne und Menschen, die sich allen Ernstes im Lande der Despoten für Freiheit und Demokratie einsetzen... dass sind bestenfalls Störenfriede, aber für viele einfach nur Terroristen.
Liegt das an den Lesern dieser Webseite, oder sind wir als Gesellschaft mittlerweile schon so der Wirklichkeit entrückt?
Assads militärischer Sieg steht zwar bevor, aber das ändert nichts daran, dass er das Land nur mit Gewalt zusammenhält. Ein wirklicher Friede wird das nicht, nur ein Waffenstillstand.
Gewaltherrschaft kann lange wären, aber nicht für immer und sie kann die gesellschaftlichen und sozialen Probleme des Landes nicht lösen. Deswegen ist es nur eine Frage der Zeit ja zum nächsten Aufstand. Und dann?

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dietmr 28.12.2018, 22:19
156. Demokratiegegner mit offenem Visier ...

Zitat von ccb100
Sehr einseitiger Beitrag mal wieder. Was an mordenden Warlord Truppen die verniedlicht Rebellen genannt werden, besser sein soll würde ich gerne wissen. Und die achso tolle Demokratie ist nicht unbedingt die beste Regierungsform.
... o.k. ...
Was hätten Sie denn gerne?
(Sie bewegen sich dann zwar unter Garantie nicht mehr auf dem Boden unserer Verfassung, solange Sie aber nicht versuchen, Ihre Vorstellungen in die Tat umzusetzen, wird so was in einer rechtsstaatlichen Demokratie toleriert. In jeder anderen Regierungsform dürfte das indes anders aussehen.)

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PeaceNow 28.12.2018, 22:33
157. @152

Wie üblich schlechte, wiederlegte und unhaltbare Hasbara Märchen, denn Russland selbst griff (leider erst) 2015 ein und größere Lieferungen schwerer und moder Waffen wie T72B3, TOS1, Smerch und T90 erfolgten erst 2015-2016, S300 erst 2018 und zwei Dutzend modernisierte MIG29, schon vor dem Krieg in Russland bestellt, wurden bisher noch garnicht geliefert.
Der SAA fehlte massiv Personal da in der Spitze der Terrorismus Expansion die SAA bis zu 2000 Mann pro Monat verlor, bis heute rd. 120.000, sowie wegen der Westpropaganda und ihren NGOs, die Millionen Syrer zur Desertation und zur Flucht animierte, darunter mind. 2 Millionen wehrfähige Männer.
Inzwischen Geschichte, denn alleine in den letzten 2 Jahren kehrten 1,5 Mio. Syrer heim, vor den Rekrutierungsbüros der SAA werden die Schlangen immer länger und hunderte russische und Iranische Ausbilder stellen ca. alle 3 Monate eine neu ausgebildete, modern ausgerüstete und bewaffnete Brigade (rd. 3.000 Mann) für die SAA auf.
Bald wird dadurch die SAA kampferprobter, besser und stärker als je zuvor.
Damit bewirken die Feinde Syriens genau das Gegenteil dessen was sie durch den gewaltsamen Umsturzversuch vor hatten.

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adal_ 28.12.2018, 22:39
158. Lüders ist Lobbyist

Zitat von spon-facebook-10000012354
Lüders ist eher umstritten
Lüders vertritt markant antwestliche Positionen, wie sie im Nahen und Mittleren Osten verbreitet und beliebt sind. Das hilft ihm bei seiner Tätigkeit als Wirtschaftsberater für deutsche Firmen, die Geschäfte im Nahen und Mittleren Osten anbahnen wollen. Seit 2015 ist Lüders Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft.[4] Außerdem ist er Beiratsmitglied des Nah- und Mittelost-Vereins (NuMOV)[5] [inzwischen offenbar nicht mehr] und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Orient-Stiftung.

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sj_comment 28.12.2018, 22:49
159. Ein Kriegsverbrecher

Ist der Diktator, sonst nichts! Gleich mit vielen anderen zuvor! Giftgas gegen die eigenen Bürgern. Dafür sollte er vors Kriegsgericht. Hier kann von geringerem Übel usw. nicht gesprochen werden. Es wird keine Ruhe und niemals Stabilität geben - nur erneut Krieg, aber das ist ja gewollt, dann können alle wieder Waffen liefern. Der richtige Zeitpunkt wurde verpasst! So viel Tot und Leid, so viele Menschen auf der Flucht.

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