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Syrienkrieg: Die arabischen Herrscher machen ihren Frieden mit Assad
REUTERS

Die Emirate eröffnen ihre Botschaft in Damaskus wieder, Tunesien will Assad in der Arabischen Liga haben: Die Herrscher in Nahost rehabilitieren den syrischen Diktator. Ihr Motiv ist so egoistisch wie durchschaubar.

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gerd33 28.12.2018, 17:38
10. War irgendwie zu erwarten.

Sämtliche Staatslenker im nahen Osten, (außer vielleicht Jordanien) sind nur dank einen massiven Polizei- und Geheimdienstapparates an der Macht.
Und ein offensichtlich nur wenig religiöser Despot ist mir allemal lieber als ein religiöser Hardliner, der sein Volk letztlich ebenso schikanieren dürfte.
Auch ist es leider eine Tatsache, dass eine Bevölkerung mit einem hohen Anteil an Bildungsfernen und Analphabeten nur sehr beschränkt zu Teilnahme an Wahlen geeignet ist. Spätestens da wird der vom Imam empfolene Kandidat gewählt, und nicht der säkulare Demokrat.
Ich möchte nicht wissen, wie Ägypten aussehen würde, wenn dort die Muslimbrüder an der Macht gebliebeen wären. Würden die Pyramiden noch stehen, oder wären diese als "Götzenbilder" der "Ungläubigen" schon gesprengt worden?

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lolli.eveacc 28.12.2018, 17:39
11.

Zitat von m.klagge
Freunde der USA ist, dass Herr Assad ein pöhser Diktator im Reich des Bösen ist, haben die Syrer ihren Diktator ganz ähnlich gewählt wie die Flatheads hinter'm Teich ihren wunderbaren Präsidenten. Das wird gerne in den Medien vergessen zu erwähnen. Nachdem jetzt mit der beinahe abgeschlossenen Zerstörung Syriens der arabische Frühling langsam dem heissen Sommer entgegen geht, ist es eine wirklich gute Nachricht, dass ein religiös halbwegs toleranter Diktator nicht durch völlig irre islamische Hardliner ersetzt werden konnte.
Ob das eigene volk den ach so demokratisch gewählten Chef ein erneutes Mal wählen würden stell ich in Frage, zumindest der Teil, der von ihm oder seinem Freund Putin ausgebombt, mit C-Waffen angegriffen oder mit Fassbomben terrorisiert wurde dürfte das Kreuz in zukunft woanders machen.

Aber nur zu. Wir können ja 1-2 mio begeisterte Stimmbürger wieder dorthin schicken und die Wahlen etwas beeinflussen.

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breguet 28.12.2018, 17:39
12. Die Moral von der Geschichte,

nicht alle Regimechanges funktionieren, die Amerikaner haben es begriffen und hauen ab. Es hat sie auch keiner eingeladen, wie die Russen, sie waren unter völliger Missachtung des Völkerrechts da. Trump korrigiert die Fehler seines Vorgängers, gut so. Assad hat richtig gehandelt, genau wie das auch Merkel getan hätte, wenn sie jemand gewaltsam stürzen wollte.

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hansriedl 28.12.2018, 17:43
13. Kaum zu glauben

Kurden wenden sich an Damaskus: US-Hilfe für Assad.
Der US-Präsident hilft dem syrischen Machthaber bei der Wiederherstellung der Kontrolle über weitere Teile seines Territoriums.
Bashar al-Assad, der 2015 nur durch eine russische Intervention vom Sturz errettet wurde, wird sein Glück kaum fassen: Der US-Präsident hilft dem syrischen Machthaber bei der Wiederherstellung der Kontrolle über weitere Teile seines Territoriums – und nebenbei auch noch bei seiner Wiederintegration in die Liga der Arabischen Staaten, die Syrien 2011 suspendiert hatte.
Der türkische Präsident Tayyip Erdogan, der nie aufgehört hat, Morsi zu unterstützen, steht in arabischen Augen für die Muslimbrüder und ihre Verschwörung. Wenn Trump Erdogan entgegenkommt, dann kommen die Araber eben Assad entgegen.

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uli.t 28.12.2018, 17:43
14. Geisterfahrer

Als sehr liberaler, überzeugter Europäer denke ich manchmal auch, wir Demokraten sollten mal die Perspektive wechseln wie derjenige, der sich über die vielen Geisterfahrer wundert, die ihm entgegen kommen. Vielleicht ist das ja doch die Alternative zur Willkommenskultur. Wenn jeder an sich denkt, ist auch an alle gedacht... (man könnte verzweifeln in dieser Welt!)

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Sleeper_in_Metropolis 28.12.2018, 17:48
15.

Zitat : "Nun haben sich die Golfmonarchien damit abgefunden, dass Assad an der Macht bleibt."

Naja, was bleibt ihnen auch an Optionen übrig ? Am Anfang des arabischen Frühlings dachte man, das Assads Regime innerhalb von Wochen oder Monaten erledigt ist und man sich dann mit dem was folgt arrangiert. Nun ist Assad aber immer noch da, und gewinnt scheinbar immer weiter an Stärke. Also muss man seitens dieser Staaten halt einen pragmatischen Umgang mit dem Diktator finden. Das ist auch wenig verwunderlich, sind die genannten Länder (mit Ausnahme von Tunesien) doch ebenfalls alle mehr oder minder harte Diktaturen, wie es im nahen Osten halt so üblich ist.

Auch aus deutscher Sicht sollte man sich da nicht über Maßen drüber echauffieren. Mit Saudi-Arabien, dem Iran oder China kommt unser Land doch auch ziemlich gut zu Recht. Auch deshalb glaube ich, das sich der Westen ebenfalls mittelfristig mit Assad arrangieren wird. Man muss halt nur den Gesichtsverlust möglichst gekonnt abfedern.

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MyMoon 28.12.2018, 17:50
16. Die Uhr tickt

Leider gibt es mit der Ausnahme vom demokratischen Tunesien und den gemäßigten liberalen Monarchien wie Marokko und Jordanien keine arabischen Staaten die nicht völlige Marionetten von entweder den USA oder Russland sind.
Auch wenn Oberflächlich der kalte Krieg zu Ende ist wird noch immer die arabische und islamische Welt fremdbestimmt.
Und dem Westen mit seinen Verlogenen Werten von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten die nur für Ihre eigene Bevölkerung gelten aber nicht der Maßstab für seine Außenpolitik ist, hat man so blutrünstige Diktatoren wie die Saudies oder Ägyptens Putschgeneral Sisi zu verdanken.
Syriens Assad sind wie General Haftar in Lybien auf der russischen Mitarbeiterliste.
Das sich jetzt die VAE und Bahrain als Vasallenstaaten der Saudies mit Assad versöhnen zeigt nur das Trump grünes Licht gegeben mit Assad und Russland wieder ins Gespräch zu kommen.
Die einzigen die noch etwas stören um die Harmonie perfekt zu machen sind die Iraner in Syrien,Südlibanon (Hisbollah) und die Türkei die, die PKK auslöschen möchte.
Zufällig sind genau das die einzigen 2 Staaten die relativ unabhängige Politik betreiben und nicht der einen oder anderen Seite total hörig sind. Auch wenn Iran pro Ru und die Türkei offiziell eher den US folgt.
Hörig und so abhängig wie Sisi,Assad oder MBS sind Erdogan und Rohani aber Ihren jeweiligen Verbündeten jedoch nicht.
Die arabischen Bevölkerungen werden sich das wieder eine Weile anschauen, aber irgendwann haben sie wieder genug, dann wird der arabische Frühling nur ein lächerliches Vorspiel gewesen sein.
Stichwörter : Demographie, steigende Bildung, stärkere Vernetzung, soziale Medien... Für die meisten Diktatoren tickt die Uhr, nicht nur im Sudan.

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lilioceris 28.12.2018, 17:56
17. Für den Foristen "Kelcht" zur Kenntnis:

"...By supporting the alliance of Kurdish and Arab militias known as the Syrian Democratic Forces (SDF), Washington gained indirect control of half of Syria's strategic resources - including many oil fields and dams, and much of its most fertile agricultural land - and leverage in discussions with Mr Assad and his allies Russia and Iran on the country's future…." (BBC).
Das haben doch alle Spatzen von den Dächern gepfiffen.

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Atheist_Crusader 28.12.2018, 17:57
18.

Zitat von vliege
Hat vermeintlich auch etwas gutes Der Frieden ist mit Ausnahme des neuen Aggressors Türkei in greifbarer Nähe und eine Fluchtursache weniger bzw. die verstreuten geflohenen Syrer in Europa können bald helfen ihre Heimat neu aufzubauen. Ironie Off
Machen Sie besser noch zwei Ausnahmen, nämlich die Iraner und die Saudis.

Solange die zwei einander an die Kehle wollen, sehe ich keine großen Chancen für einen echten, dauerhaften Frieden. Von Demokratisierung oder sozialem Fortschritt mal gar nicht zu reden.

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medienskeptiker 28.12.2018, 17:58
19. Herr Sydow klammert sich fest an sein jahrelang gehegtes narrativ

es wird deshalb auch nicht richtiger. Syrien wurde in einen wilden proxyproxy Krieg gehetzt Die Saudis und Qatar waren die Hauptfinanciers der Terroristen. Es ging vor allem auch um einen Krieg zweier kontroverser pipelines Assad musste zum Schlächter hochstilisiert werden. Der Krieg ist entschieden u d Qatar ist bei den Saudis,USA,Isreal in Ungnade gefallen...ist ja auch Hauptfinancier der Hamas.....
Man kann Herrn Sydow nur empfehlen die Feiertage zu nutzen und sich selbst aus der Sackgasse herauszumanövrieren. In syrien wird es bald Frieden geben, Flüchtlinge werden zurückkehren, eine neue Verfassung wird kommen und dann Wahlen. Der Wideraufbau des Staates wird anlaufen. Holt sich Herr Sydow nicht aus seiner Sackgasse wird er vereinsamen....

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