Forum: Politik
Syriens Machthaber im ARD-Interview: Assad inszeniert sich als Versöhner
DPA/ SANA

Der syrische Diktator Baschar al-Assad hat der ARD ein Interview gegeben: Er stellt sich darin als friedensbereiter Politiker dar und weist jede Schuld für Krieg und Leid in seinem Land von sich.

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tomxxx 01.03.2016, 14:20
1. Das wäre noch interessant zu wissen...

eine Vielzahl der jungen Männer die kürzlich nach Deutschland gekommen sind, gehören eigentlich den Assad-Truppen an (ok, nach deutscher Berichterstattung kommen nur Frauen und Kinder, bei BBC sehen die Bilder dann anders aus...). Gilt für die Männer auch die Amnestie oder sieht er die als Deserteure?

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joes.world 01.03.2016, 14:23
2. Wie naiv ist Gniffke?

Er ist nämlich der Verantwortliche für dieses Interview, bei der ARD. Und meldet sich dazu auch in seinem Block zu Wort.

Gibt er damit, weil "Zahlreiche Medien bemühen sich um ein Interview mit dem syrischen Machthaber" (Zitat aus seinem Block) jedweden moralischen Grundsatz auf? Muss er einem Massenmörder eine internationale Bühne bieten? Nur damit die ARD schneller als andere Sender sein kann?

Denn der Journalist, der Assad gegenüber sitzt, macht den Unterschied aus.

Ob dieser Journalist das Interview zu einer Werbeveranstaltung Assads verkommen lässt – oder er den den Diktator härter fragt, als Anne Will die Kanzlerin.

Immerhin sitzt der Journalist keinem gewählten Volksvertreter, sondern einem blutrünstigem Diktator (mit manipulierter Pseudo-Wahl) gegenüber.

Wo blieb das Nachfragen? Das Vorlegen von Photos von verwundeten Kindern durch die Waffen des Diktators? Wo, die Vorlage von Fotos gefolterter Kinder aus Assads Gefängnissen?

Und die Welt sieht die Reaktion von Assad auf diese Fotos. Besser: hätte sie sehen können. Denn der ARD-Interviewer war weicher, als bei uns demokratische Politiker befragt werden.

Das war ein Show-Interview. Ein misslungenes. Ein Versagen der ARD. Nämlich so, WIE das Interview gemacht wurde.

Es wird weder der ARD, noch Gniffke zum Ruhm gereichen. Mehr der Schande.

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ThomasSalzmann 01.03.2016, 14:23
3. Niederlage

Die grösste Niederlage des Westens/Europas dürfte darin bestehen mit Assad verhandeln zu müssen.
Wo wir doch den Arabischen Frühling ohne an die Folgen zu denken planlos unterstützt haben.Die Naivität der Friedensverwöhnten hat einen Dominoeffekt ausgelöst der uns alle noch über Jahre beschäftigen wird.

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joG 01.03.2016, 14:32
4. Ob er nun ein guter Mensch ist und daher...

....man ihm trotz Massentötungen und Folter, wie man sie sich kaum vorstellen kann an Tausenden das Volk an dem er dies beging wieder anvertrauen will, sollte das der Gerichtshof in Den Haag bestimmen.

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der gärtner 01.03.2016, 14:32
5. Da bleibt die Frage...

...wer hat diesen Konflikt begonnen und mit welchen Mitteln geführt? Assad steht hier nicht wirklich am Pranger, sondern die Weltengemeinschaft, welche diesen Konflikt künstlich in die Länge zieht, indem sie untätig zuschaut und Waffen liefert und mitbombt! Syrien ist der Libanon der 2010er Jahre und es ist kaum fassbar, wie unsere zivilisierte Welt ihr wahres Gesicht wieder und wieder nach aussen kehrt. Aber suchen wir nach den wahren Schuldigen, dann wird Assad nicht alleine da stehen!

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raro 01.03.2016, 14:32
6. traurig

auf wessen Seite sich der Spiegel schlägt.
Denn von einer ausgewogenen Berichterstattung scheint mir nichts mehr übrig zu sein.
Ein Beispiel:

Vor drei Tagen wurde von einem Angriff des Daesh auf eine kurdische Stadt in Syrien berichtet(Standard online), und im Spiegel, von einem Angriff auf "moderate"Rebellen im Nord-Westen von Syrien durch Regierungstruppen.

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usmc-sergeant 01.03.2016, 14:38
7. IS besiegen

Ist doch völlig egal, ob es in Syrien eine Arabische oder
Schweizer Demokratie westlicher Art wird. Hauptsache die besiegen die IS-Schlächter und beenden den Krieg.

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archi47 01.03.2016, 14:38
8. natürlich gilt: Der Zweck heiligt die Mittel auch hier

Aber SPON sollte nicht unter den Tisch kehren, daß Assad rechtkräftig gewählter(!) Präsident Syriens ist. für unserer heutige Sicht der Dinge in ja fast paradiesischen, demokratischen Vorkriegsverhältnissen. Dabei werden derzeit ganz andere, z. T. ungewählte Despoten mit blutigen Händen, von der Politik und Journaille noch hofiert, wenn sie auf der richtigen Seite stehen. Selbst wenn er für seine Minderheit ums Überleben kämpft und seine Mittel leider den dortigen Usangen entsprechen, sollte dieses Interview doch nicht gleich verdammt werden - es wäre doch ein Anfang zur Versöhnung. Denn immer bedenken: Andere Länder - andere Sitten! Der Bürgerkrieg wurde und wird von vielen ausländischen Regierungen gesponsert, teilweise sogar demokratisch gewählte. Etwas mehr Ausgewogenheit der westlichen Medien und auch Selbstkritik wäre doch angebracht. Und - wie soll denn sonst eine Lösung gefunden werden?

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Tingletangle 01.03.2016, 14:39
9. anscheinend...

...ist es heutzutage nicht mehr möglich, wertfrei zu berichten. Dass Assad "sich inszeniert" ist allein Ihre Interpretation. Wieso können Sie die Beruteilung nicht der mündigen Leserschaft selbst überlassen und einfach neutral über das Interview und vor allem über dessen Inhalte berichten? Ist das wirklich so schwer? Es ist den Syrern jedenfalls zu wünschen dass der Waffenstillstand hält und sie von Hilfslieferungen erreicht werden. Assad hat recht - es ist ein Hoffnungsschimmer. Mehr aber momentan leider noch nicht.

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