Forum: Politik
Syriens Machthaber im ARD-Interview: Assad inszeniert sich als Versöhner
DPA/ SANA

Der syrische Diktator Baschar al-Assad hat der ARD ein Interview gegeben: Er stellt sich darin als friedensbereiter Politiker dar und weist jede Schuld für Krieg und Leid in seinem Land von sich.

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klaus591 01.03.2016, 14:45
20. weil SPON sonst in die rechte Ecke gestellt würde

Zitat von Tingletangle
...ist es heutzutage nicht mehr möglich, wertfrei zu berichten. Dass Assad "sich inszeniert" ist allein Ihre Interpretation. Wieso können Sie die .....
Denn alle die nicht Merkels Meinung sind, sind "Rechte" in diesem Land!

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bammy 01.03.2016, 14:47
21.

Zitat von archi47
Aber SPON sollte nicht unter den Tisch kehren, daß Assad rechtkräftig gewählter(!) Präsident Syriens ist. für unserer heutige Sicht der Dinge in ja fast paradiesischen, demokratischen Vorkriegsverhältnissen. Dabei werden derzeit ganz andere, z. T. ungewählte Despoten mit ......
Rechtskräftig gewählt? Nach welchem Recht?
Ein Glück haben Sie nicht behauptet, das er demokratisch gewählt wurde, sonst wäre ich vom Stuhl gefallen.
Was Sie hofieren nennen, nennen andere Verhandeln. Den es geht um die Interessen der jeweiligen Völker. Und wenn wir so sehr auf Erdöl angewiesen sind, werden wir nun mal mit dem Saudischen Königshaus verhandeln müssen.
Inwiefern wurde der Bürgerkrieg gesponsert?

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pauli96 01.03.2016, 14:47
22. Auf einer Seite

Der Spiegel ist von Anfang nicht neutral. Das ist, historisch gesehen, nicht pauschal verwerflich.
Allerdings gibt es bekanntlich nicht ein bisschen schwanger, genau so wenig wie es eine demokratische Opposition oder gemäßigte Rebellen in Syrien gibt.
Klarer Fall, wenn ich gegen den säkularen Diktator Assad bin, bin ich für seine Feinde. Das sind salafistische, streng religiöse, antiwestliche und antidemokratische Kämpfer für die Scharia. Bestenfalls...
Oder eben der IS

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bronstin 01.03.2016, 14:48
23.

Zitat von der gärtner
...wer hat diesen Konflikt begonnen und mit welchen Mitteln geführt? Assad steht hier nicht wirklich am Pranger, sondern die Weltengemeinschaft, welche diesen Konflikt künstlich in die Länge zieht, indem sie untätig zuschaut und Waffen liefert und mitbombt! Syrien ist der Libanon der 2010er Jahre und es ist kaum fassbar, wie unsere zivilisierte Welt ihr wahres Gesicht wieder und wieder nach aussen kehrt. Aber suchen wir nach den wahren Schuldigen, dann wird Assad nicht alleine da stehen!
Selbst denkende Bürger die mit den Verhältnissen unzufrieden sind kommen bei Ihnen wohl nicht in Frage. Demnach war die Wende in Ihren Augen auch eine glasklare Konterrevolution - vielen Dank für Ihre Weltsicht! Ohne Kommentar...

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joes.world 01.03.2016, 14:48
24. Man muss sich ansehen, wie Anne Will Merkel interviewt hat

und sich dann dieses Interview in der ganzen Länge ansehen.
Man wird den Unterschied schnell entdecken können.
Ein Massenmörder muss ganze einfach auf seine Massenmorde im Detail angesprochen werden. Da muss der Interviewer bestimmte Punkte in der Zeit herausarbeiten und den Diktator dazu befragen. Ganz spezifisch zu Punkten, die Wendepunkte in dem Bürgerkrieg waren.

Z. B. Als das erste zu Tode gefolterte Kind den Eltern zurückgegeben wurde. Weil es ein Teil von Assads Politik ist, die Gegner einzuschüchtern. Und sich erst darauf die Empörung der Bevölkerung weiter entlud.
Wieso wurden Punkte wie diese, die den Aufstand erst initiierten, nicht thematisiert?
Wieso nicht, dass Assad die Begräbnisse derer, die er getötet aus seinen Gefängnissen zurückgab – beschießen ließ?

Auch das, eine der Initialzündungen des Bürgerkrieges.
Wieso schwieg der Reporter da?
Wieso arbeitet er nicht die Schuld Assads heraus? Im Interview, im Streitgespräch?
Wieso nahm er sich nicht eines der vielen Kriegsverbrechen her? Und hielt ihm Datum und getötetet Zivilisten unter die Augen? Es gibt genug davon. Wo nur und ausschließlich Zivilisten beschossen wurden. Von seiner Armee.
Konnte der Journalist das nicht bringen? Aus Angst? Oder aus Nachlässigkeit? Oder einfach weil er gar nicht imstande ist, ein investigatives Interview zu führen?
Wieso aber, hat die ARD dann gerade ihn geschickt?

Ein Versagen von Gniffke in allerhöchster Form. Eine Schande für die ARD. So, wie das Interview gelaufen ist.

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empörteuch! 01.03.2016, 14:49
25. Welche Milizen sind denn demokratischer?

Es hätte sicher einer rechtzeitigen "Transition of Power" Zitat der jordanischen Königin, bedurft. Aber was seit Jahren an islamistischen Milizen mit westlichen Waffen versorgt gegen Assad kämpft, kann keinen Frieden bringen. Glaubt irgendjemand, dass von diesen irregeleiteten Glaubensbrüdern ein ganzes, Volk der Syrer, ein gebildetes Volk regiert werden will. Es muss eine Ablöse des Assad Clans geben, aber durch Miliziönnäre? Nein Danke!

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eternalchii 01.03.2016, 14:50
26.

Zitat von der gärtner
...wer hat diesen Konflikt begonnen und mit welchen Mitteln geführt? Assad steht hier nicht wirklich am Pranger, sondern die Weltengemeinschaft,[...]
Richtig, die Weltgemeinschaft hätte Assad mit allen Mitteln militärisch beseitigen müssen, als dieser anfing, friedliche Demonstranten in Massen töten zu lassen. Allerdings genießt Assad Putins Schutz, eine weitgreifende Militäraktion, die den Schutz von friedlichen Zivilisten vor Assad garantiert hätte, hätte wohl zu einem Krieg mit Russland geführt. In sofern ist die zögerliche Aktion irgendwie zu verstehen, wenn sie auch falsch war.

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eternalchii 01.03.2016, 14:53
27.

Zitat von klaus591
Denn alle die nicht Merkels Meinung sind, sind "Rechte" in diesem Land!
Das ist nur Ihre relative Wahrnehmung.

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willibrand 01.03.2016, 14:53
28. Arabischer Frühling ?

Der vom Westen angezettelte und unterstützte Arabische Frühling hat für die welt und besonders für die dortigen Bevölkerungen nur Tod, Vertreibung und Leid gebracht, die brüchige Demokratie in Tunesien vielleicht ausgenommen.
Jemen, Lybien, Irak , Syrien sind Pulverfässer.
Erdogan nützt die Situation schamlos aus um gegen seine eigenen Kurden und die Kurden im Nordirak und in Syrien vorzugehen. Er als unser Nato Partner bombt auf unsere Partner die gegen den gegen den IS kämpfen.

In Syrien ist Assad mit seinen Alewiten vielleicht zu lange an der Macht, da wollen natürlich auch mal seine Gegner mehr vom Kuchen. Aber wer sollte das schaffen ?
Nur Assad mit seiner Infrastruktur in Damaskus hat die Karten in der Hand.
Und glaub bitte keiner , dass nach Assad dort Friede, Freude, Eierkuchen einkehren wird. Es werden weitere Kriege ausbrechen und in der gleichen Diktatur enden.

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stempelchen 01.03.2016, 14:54
29. Tatsachendreher

Aus dem Artikel: "Assad, der seit fünf Jahren Krieg führt und Fassbomben auch gegen die Zivilbevölkerung einsetzt, inszenierte sich in dem Interview als generöser Aussöhnungspolitiker."
Wie kommt SPON zu dieser falschen Behauptung. Es waren Rebellen ohne jede demokratische Legitimation zusammen mit der Arabischen Liga, die Assad 2011 durch Ultimatum zwingen wollten, zurück zu treten(1).

Solche Ultimaten stellt man nur dann, wenn der angedrohte Krieg auch durchgezogen wird. Assad ist sicher nie ein lieber Onkel gewesen, dennoch war das Ultimatum politisch total daneben.

Mit dieser historischen Tatsache sind die Rebellen und ihre Verbündeten in gleicher Weise für die Kriegsfolgen verantwortlich wie Assad und die Seinen.
(1): http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-81933563.html

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