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Täter-Berichterstattung: Besondere Kennzeichen? Besser verschweigen
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Darf uns die Herkunft eines Täters interessieren? Aber unbedingt. Wie die Moralpsychologie weiß, macht es einen großen Unterschied, ob der Bösewicht ein Landsmann ist oder nicht.

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Stefan_G 12.12.2016, 21:41
160. zu #5

Zitat von Scriptmaster
Das zeigt doch der Freiburger Fall. Leider im Prinzip einer von mehreren hundert jedes Jahr. Ganz groß raus kommt der Fall doch, weil ein Flüchtling involviert ist. Nehmen wir also an, von den vielen Sexualmorden an jungen Frauen pro Jahr in Deutschland sind 8% von Migranten begangen (fiktive Zahl).
Sie verschätzen sich mit "mehrere hundert Fälle jedes Jahr" ganz massiv, siehe
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157294/umfrage/polizeilich-erfasste-sexualmorde-seit-1995/
Die Statistik nennt wohlgemerkt nicht nur Sexualmorde an jungen Frauen sondern an allen Bevölkerungsgruppen, so auch z.B. Kinder.

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derHamlet 12.12.2016, 21:42
161.

Zitat von weltverkehrt
Das kann man so nicht auf der ersten Seite stehen lassen. Das sind die Zahlen des statistischen Bundesamts für vollendete (!) Sexualmorde in den letzten Jahren: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157294/umfrage/polizeilich-erfasste-sexualmorde-seit-1995/ 2010 13 2011 26 2012 19 2013 6 201418 201513 Im Jahre 2015 hätte der Freiburger Fall einen Anteil von fast 10 Prozent an allen. Versuchte Morde in Verbindung mit Sexualverbrechen sind da nicht gelistet. Dieses Jahr gab es nicht nur den Freiburger Fall. Und das Wort Flüchtling ist hier auch nicht eindeutig definiert (ist ein Flüchtling, der im Jahr 1995 nach Deutschland mit seinen Eltern kam ein Flüchtling, Ausländer, Migrant oder vielleicht mittlerweile Deutscher mit Migrationhintergrund?).
Guten Abend weltverkehrt,

Ihr Beitrag ist ein Paradebeispiel für die Heranziehung von Statistiken.

Sie, die Statistiken, und die daran glauben, sind besessen von Zahlen, dabei sagen sie über das Individuum gar nichts aus.

Es sind Zahlen, reine Oberfläche, um toll Unfug von Seiten politisch Denkender und bestimmter Gruppen damit anstellen zu können.

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Helmut R. 12.12.2016, 21:44
162. Bravo!

Durchdachter und unaufgeregter Artikel über Selbstverständlichkeiten, die nicht mehr selbstverständlich sind.

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derHamlet 12.12.2016, 21:54
163.

Zitat von farbkasten
In dem Punkt, dass Migranten aus Diskriminierungsgründen häufiger angezeigt würden, möchte ich klar widersprechen! Eine Statistik wertet Zahlen aus. Sie gibt keine Auskunft über die Motive. Vllt werden diese Taten auch eher angezeigt, weil sie "schwerer wiegen" im Sinne von "anzeigenswerter" sind?! Ich gehe nachwievor davon aus, dass ein Durchschnittsbürger überhaupt kein gesteigertes Interesse daran hat, jemanden anzuzeigen (auch nicht aus Diskriminierungsgründen, wie Sie meinen). Die meisten einigermaßen zufriedenen Leute sind froh, wenn sie in Frieden leben können.
Guten Abend farbkasten,

deswegen, ich erwähne Ihren letzten Satz, machen sich ja auch viele auf den Weg.

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derHamlet 12.12.2016, 21:56
164.

Guten Abend,

fragen Sie doch mal einen Ehepartner nach der Enttäuschung, der von seinem Angetrauten enttäuscht wurde, und dann nach einer von einem "flüchtigen Fremden".

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hugahuga 12.12.2016, 21:57
165.

"Aber es verrät eine gewisse Hybris, wenn man weiter so tut, als könnte man die Diskussion beeinflussen, indem man bestimmte Informationen einfach unter den Tisch fallen lässt."
Stimmt genau - aber die Beispiele, dass es genau so und nicht anders gehandhabt wird, werden von Tag zu Tag mehr. Beispiele?
Berichte über Geschehnisse in Mossul
Berichte über türkische Angriffe auf Kurden in Syrien und im Irak
Alles Fehlanzeige, oder auf Sparflamme, oder faktisch verdreht.

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orakel69 12.12.2016, 22:15
166.

Schutz und Loyalität sind zwei Seiten einer Medaille!
Wer unsere Gesetze bricht - sich also grob illoyal verhält - hat diesen Schutz verwirkt und sollte umgehend des Landes verwiesen werden.

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schorri 12.12.2016, 22:17
167. Journalistischer Anstand

Das, Herr Fleischhauer, hat nichts mit Verschweigen zu tun.
Sondern mit journalistischem Anstand.
Sie müssen nicht auch noch in dem rechten Gebräu mit rumrühren.

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weltverkehrt 12.12.2016, 22:26
168.

Zitat von derHamlet
Guten Abend weltverkehrt, Ihr Beitrag ist ein Paradebeispiel für die Heranziehung von Statistiken.
Der Vorposter hat bemängelt und behauptet, dass das "Bild verzerrt" wird und in Wahrheit hunderte Sexualmorde in Deutschland geschehen würden im Jahr, dieser eine nicht ins Gewicht fallen würde.

Wer verzerrt hier die Realität? Und andere Zahlen haben ich noch gar nicht angepackt. Nur diese Behauptung.

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joerg.braenner 12.12.2016, 22:28
169. Begründete Befürchtungen

Ich kann leider nicht zustimmen, wenn Herr Fleischhauer ernsthaft behauptet, der deutsche Bürger könne selbstständig differenzieren. Die Realität der letzten zwei Jahre haben mich eines Besseren belehrt. Vielmehr sind die Deutschen ein zunehmend verdummtes, aggressiv-rassistisches Volk geworden. Es ist nicht mehr möglich, auf Facebook auch nur das Wort "Flüchtling" zu posten, ohne Morddrohungen zu erhalten. In vorauseilendem Gehorsam sind hunderte stramme Patrioten dem Ruf von Frauke Petri und Co. gefolgt und haben potenzielle Flüchtlingsunterkünfte mit dem Benzinkanister unschädlich gemacht, bevor allzu viel volksfremdes Gesindel sich in der ostdeutschen Diaspora ansiedelt. Auch die Tendenz, wirklich jeden noch so absurden Blödsinn zu glauben, den irgendwelche völkischen Hetzer auf Facebook posten, hat erschreckende Ausmaße angenommen. Wenn ich mir die Realität Ende 2016 in Deutschland betrachte, komme ich zu dem Schluss, dass die Deutschen ein willenloser Spielball rechtsradikaler Demagogen geworden sind, die über kein Fünkchen Differenzierungsvermögen mehr verfügen. Niemals hätte ich geglaubt, dass perverse Gewaltexzesse wie im Dritten Reich in Deutschland noch einmal möglich sein könnten. Ich habe mich geirrt. Ich bin mir sicher, dass der Holocaust heute ebenso wie vor über 70 Jahren wieder möglich wäre, wenn die äußeren Umstände gegeben wären. Die Masse der Bevölkerung ist unglaublich manipulierbar und bereit, jede noch so absurde Propaganda bereitwillig zu glauben, wenn sie nur in das insgeheim vorherrschende, rechte Weltbild passt.

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