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Täter-Berichterstattung: Besondere Kennzeichen? Besser verschweigen
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Darf uns die Herkunft eines Täters interessieren? Aber unbedingt. Wie die Moralpsychologie weiß, macht es einen großen Unterschied, ob der Bösewicht ein Landsmann ist oder nicht.

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siegip 12.12.2016, 17:20
70.

Zitat von TheK79
Leider geht die Aussage völlig am Thema vorbei. Morde gibt es in Deutschland etwa einen pro Tag; Vergewaltigungen sogar rund 100. In dieser Häufigkeit findet das ganze jenseits der Lokalpresse keine Beachtung. Erst WEIL ein Flüchtling als Täter überführt wurde, wurde aus dem Fall eine überregionale Nachricht. Durch diese Selektion der Nachrichten entsteht ein massives Zerrbild, in dem Straftaten durch Ausländer um ein zigfaches überrepräsentiert sind. Und genau um dieses Zerrbild wieder gerade zu rücken, braucht es eben den stetigen Hinweis auf die unverzerrte Realität.
Es geht ja nicht so sehr darum wieviele Morde und Vergewaltigungen es gibt sondern dass es zB. die Vorfälle in Köln oder eben jetzt in Freiburg gar nicht gegeben hätte ohne den Flüchtlingen. Meines Erachtens ist auch das einer der Gründe des Zulaufes zu rechten Parteien,aber ich gebe Ihnen recht es gibt bestimmt mehr solcher Vorkommnisse unter der einheimischen Bevölkerung aber die ist auch ca.80mal so hoch.

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jimbofeider 12.12.2016, 17:22
71. Ein

guter Sachlicher Artikel , überVorfälle die öffentlich gemacht werden, muss es die Norm werden klar,sachlich und ohne Taktik zu berichten. Wenn nicht ist es ein gefundenes Fressen für Populisten und Hetzer. Danke Hr.Fleischhauer.

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spieglein19 12.12.2016, 17:24
72. Was will uns Herr Fleischauer nur sagen?

"Aber es verrät eine gewisse Hybris, wenn man weiter so tut, als könnte man die Diskussion beeinflussen, indem man bestimmte Informationen einfach unter den Tisch fallen lässt." Wer tut weiter wie? Welche Diskussion soll beeinflusst werden? "bestimmte Informationen"?

Nebulöser kann man nicht formulieren. Aber was soll's, die Mehrheit ist in der Lage, sich selber ein Bild zu machen, was Herr Fleischauer damit meint.

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cray2 12.12.2016, 17:28
73. Wann wird über einen Mord berichtet?

Vieleicht sollte man sich eher die Frage stellen, wann überhaupt über einen (versuchten) Mord berichtet wird. Wonach wird dort gewichtet? Vieleicht führt ja diese Gewichtung dazu, dass vor allem die Morde durch Menschen ohne deutschen Pass als Thema gewählt weden. Ist denn ein Mord weniger berichtenswert als ein anderer? Oder sind Morde mit dem Küchenmesser einfach zu uninteressant? Ein Nachträgliches weglassen der Täterherkunft hat für mich etwas vom Reinwaschen der eigenen Seele, besonders wenn vorher detailliert der Mord an sich beschrieben wurde. Z. B. mit einer Übersichtskarte, die durch welche Straßen genau die Frau mit einem Seil um Hals geschleppt wurde. Das ein höhes Interesse an solchen untypischen Gewalttaten besteht, ist vieleicht auch ein Trieb einiger Menschen. Aber dieser sollte nicht in den Nachrichten befriedigt werden. Dafür gibt es andere Wege, z.B. den Tatort am Sonntag. Hinzu kommt auch das wahrscheinlich an einem Tag mehr Menschen an Straßenbäumen verenden, als ermordet werden. Über diese wird nur selten in nationalen Medien berichtet.

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kopi4 12.12.2016, 17:30
74.

Also,wenn in jedem Korb Äpfel erwiesenermaßen ein fauler liegt gilt das auch für Kolumnisten. Einer der mit solchen Kolumnen das saublöde Gefasel von der "Lügenpresse" auch noch befeuert ist so einer. [...]

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faehri_60 12.12.2016, 17:33
75. Es geht viel übers Ziel hinaus ...

Ich denke, große Teile der Deutschen brauchen einfach einen Sündenbock. Das gemessen an den Zahlen Deutsche die weitaus größere Gruppe an Straftätern im Lande stellt, wird in den Hintergrund gestellt. Das Schlechte kommt zunächst von den anderen. So wird auch das Zeigen mit dem Finger einfacher. Das erinnert mich irgendwie an die USA ... Menschen anderer Hautfarbe und Nationalität sind irgendwie "ein wenig schuldiger".
Ich bin über 60 Jahre alt und habe auf vielen, auch großen, Festen gefeiert. Und nahezu immer wurden die Mädels mit zunehmenden Alkoholspiegel mehr oder weniger betätschelt oder auch mal an gegrabscht. In einigen Bundesländern gilt das noch heute als "Brauchtum". Wer zu aufdringlich war, bekam unter Gelächter "a'Watschn" und gut.
Heute, nachdem die Sache mit den Ausländern einmal ins Rollen gekommen ist, ist das plötzlich ein Übergriff .. jeder einzelne Fall fein säuberlich in Presse, Funk und Fernsehn. Schaut ein Ausländer, wie die Deutschen, einem hübschen Mädchen nach, wird sofort Belästigung und eine nahende Straftat vermutet. Und war nix, kann es wenigstens ein wenig aufgebauscht werden.
Und das ist die Gefahr bei dem Ganzen. Wo wäre die Pegida- Bewegung, die nach rechts abgedriftete AfD heute wenn sie nicht ständig durch die Presse in aller Munde gehalten würde? Im populistischen Niemandsland.
Ich will das Ganze nicht verniedlichen .. Straftat ist Straftat. Ob das allerdings so viele Straftaten von Ausländern allein waren, bezweifle ich stark. Wir betreten den gefährlichen Irrweg, alles was schief geht Ausländern in die Schuhe schieben zu wollen.
Sehen wir den Tatsachen ins Auge .. wir werden lange mit ihnen leben müssen .. und der überwiegende Teil derer will das auch. Entscheidend wird sein, wie sie ihre Rolle ausfüllen .. als Gäste in diesem Land (!) das Integration und Anerkennung unseres Staates im Ganzen einfordert.
Ich finde, der Preis ist angemessen ...

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spon_2316845 12.12.2016, 17:35
76. Natürlich ist es Information

Natürlich ist es Information, zu wissen ob ein Täter Ausländer ist oder nicht. Man will als Bürger doch schliesslich wissen, ob der Täter am Schluss das Land verlassen musste oder nicht. Wenn nicht wählt man das nächste Mal Politiker, die dafür sorgen, dass er das muss.

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Mother 12.12.2016, 17:38
77. Ich habe es echt satt...

...dass diese arme junge Frau von AFD und Anhängern, wie auch von Mitgliedern etablierter Parteien so durch den Kakao gezogen wird! Ich unterstelle allen an dieser Diskussion Beteiligten, Linken wie Rechten, Sozialdemokraten wie Konservativen, dass es nicht um ehrliches Mitgefühl oder Trauer geht! Das unterstelle ich auch und ganz besonders den Medien. Wäre es anders, hätten wir nicht 331 ermordete Frauen pro Jahr im Land. Für die Frauen macht es keinen Unterschied, wer sie ermordet hat. Sie sind tot und ihren Familienangehörigen bleibt nur tiefer Schmerz und Trauer. Aber Politik und Medien lassen es seit Jahrzehnten zu, dass die Polizei erst eingreifen kann, wenn etwas passiert ist. Und das ist dann oftmals zu spät. Ihr solltet Euch schämen, diese Diskussion zu führen! Das ist Wahlkampf und Profilierung auf dem Rücken einer toten jungen Frau. Es geht nicht um "darf man sagen wer es vermutlich war", es geht um "wie verhindern wir 331 tote Frauen im Jahr"!

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spiegelobild 12.12.2016, 17:40
78.

Ein Journalist ist nur dem Informationsbedürfnis seiner Leser gegenüber verpflichtet. Sonst sollte er sich einen anderen Beruf suchen, weil er den falschen gewählt hat

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ruhepuls 12.12.2016, 17:41
79. Uraltes Prinzip...

Zitat von allessuper
die Herkunft der Täter zu benennen. Das Problem ist unsere selektive Wahrnehmung, gekoppelt an unser Reptilienhirn. Ein Teil will die Globalisierung, der andere Teil will sie nicht, teilweise zieht sich die Grenze innerhalb eines Menschen. Einerseits wollen wir überall schnell und unkompliziert hinreisen, im Internet vielleicht vom anderen Ende der Welt bestellen und konsumieren. Andererseits wollen wir nicht, dass andere teilhaben. Und da geht eben nur beides. Einerseits sind Frauen in D. sicherer denn je. Andererseits ist die Rolle der Männer mehr denn je in Frage gestellt. Wie sollte ein einzelner Mensch mit all diesen Widersprüchen klarkommen? Tja. Mit Bewusstseinsbildung und Aufklärung. Anders wird es nicht gehen. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kriminalitaetsexperte-sicherheit-in-deutschland-steigt-auch-fuer-frauen-a-1125384.html
Das Prinzip: "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" ist uralt - und hat noch nie funktioniert. Aber offensichtlich tun wir uns schwer damit, zu akzeptieren, dass jede Sache zwei Seiten hat. Wir hoffen immer noch, dass wir nur die angenehme Seite bekommen und die unangenehme (zumindest für uns selbst) an uns vorbei geht.

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