Forum: Politik
Taliban in Pakistan - was ist die richtige Strategie?

Immer näher rücken die Taliban an die Pakistanische Hauptstadt heran und werden zu einer ernsteren Bedrohung für die Regierung. Wie soll sich der Westen verhalten? Was ist generell die richtige Strategie?

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eigentlicher_Schwan 04.05.2009, 17:03
1.

Zitat von sysop
Immer rücken die Taliban an die Pakistanische Hauptstadt heran und werden zu einer ernsteren Bedrohung für die Regierung. Wie soll sich der Westen verhalten? Was ist generell die richtige Strategie?
Wenn sie das immer tun, muss man damit leben, nicht?

Vielleicht sollte die pakistanische Regierung ihre Hauptstadt verlegen?

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mauskeu 04.05.2009, 17:05
2.

Zitat von sysop
Immer rücken die Taliban an die Pakistanische Hauptstadt heran und werden zu einer ernsteren Bedrohung für die Regierung. Wie soll sich der Westen verhalten? Was ist generell die richtige Strategie?
Ich könnte mir vorstellen, dass die pakistanische Führung
das SWAT "freiwillig" aufgegeben hat um jetzt eine bessere
Front vor sich zu haben. Jetzt haben die Islamisten eine
Heimat in Pakistan anstatt überall verstreut als
Guerrillas zu fungieren.
Jetzt weiss man besser wo die Feinde sind und die Herrschaft
der Taliban wird den Rest besorgen.
Wäre vielleicht keine schlechte Strategie.

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Justus F. 04.05.2009, 17:18
3.

Zitat von eigentlicher_Schwan
Vielleicht sollte die pakistanische Regierung ihre Hauptstadt verlegen?
Genau, nach Berlin. Dann ist unser Kampf sogar gerechtfertigt!

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X-Man 04.05.2009, 17:24
4.

Zitat von mauskeu
Ich könnte mir vorstellen, dass die pakistanische Führung das SWAT "freiwillig" aufgegeben hat um jetzt eine bessere Front vor sich zu haben. Jetzt haben die Islamisten eine Heimat in Pakistan anstatt überall verstreut als Guerrillas zu fungieren. Jetzt weiss man besser wo die Feinde sind und die Herrschaft der Taliban wird den Rest besorgen. Wäre vielleicht keine schlechte Strategie.
Nettes Gedankenspiel, aber leider Unsinn. Seit dem Rückzug der afghanischen Taliban über die Grenze stand fest dass die FATA die neue Basis der Gotteskrieger sind. Von 2002-2005 entstanden weit über 190 Ausbildungslager in den Stammesgebieten, lokale Milizen verschmolzen durch Allianzen mit Taliban-Elementen, ausländische Gruppen allen voran Al Qaida nisteten sich ein, es entstand eine nicht homogene aber ideologisch eng verstrickte Bewegung deren mächtigster Flügel heute die Tehrik e-Taliban ist.
Für die pakistanische Führung war also längst klar welche Gebiete die neue Heimat der Taliban sind, man musste ihnen keinen Spielplatz zur Verfügung stellen. Der Einzug in Swat hat vielmehr damit zutun dass es Kreise des ISI und des Militärs gibt die sich nicht von amerikanischer Seite in die Terror-Bekämpfung hineinquatschen lassen wollen. Sie hegen zum Teil große Sympathie für die Taliban, bieten ihnen mit dem Swat ein Gebiet was sich weit weg von den üblichen Terrornestern Waziristans befindet und somit den Radius der Drohnenangriffe erweitert. Zudem erhofft man sich natürlich dort eine kashmir-nahe islamistische Bastion gegen den allgegenwärtigen Erzfeind Indien.

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lupenrein 04.05.2009, 17:31
5.

Man darf sich über die Ziele der Taliban in Pakistan (und im Dominoeffekt anschliessend Afghanistan) keine Illusionen machen.
Die Regierung Pakistans - und indirekt auch Afghanistans -
ist in ernster Gefahr.

Und auch über einen 'Sieg' über die Taliban , dies besonders als Ausländer (USA usw) darf man sich keine Illusionen machen.
Der asymmetrische Kriegsführung der Taliban ist mit normalen militärischen Mitteln (Terrorismus) nur sehr schwer wirksam zu begegnen.

Am Beispiel der somalischen Piraten sieht man , wie schwierig es ist, mit militärischen Mitteln in diesem Versteckspiel mitzuhalten.
Auch die Taliban führen einen (allerdings ideologischen) 'Versteck-spiel-Krieg' a la David gegen Goliath.
Und noch eine Übereinstimmung: beide lassen mit sich nicht über eine Einstellung ihrer terroristischen Kampf nicht verhandeln.

Alles in allem eine fatale Situation.

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mauskeu 04.05.2009, 17:43
6.

Zitat von X-Man
Nettes Gedankenspiel, aber leider Unsinn. Seit dem Rückzug der afghanischen Taliban über die Grenze stand fest dass die FATA die neue Basis der Gotteskrieger sind. Von 2002-2005 entstanden weit über 190 Ausbildungslager in den Stammesgebieten, lokale Milizen verschmolzen durch Allianzen mit Taliban-Elementen, ausländische .....
Da gibt es doch in Pakistan eine nicht islamistische Mehrheit die z.T. sehr modern denkt zu der ich einmal den Präsidenten und seine Umgebung zählen möchte.An die habe ich gedacht. Die Leute werden den Taliban weglaufen, denn deren Herrschaftsgebiet wird arm sein wirtschaftlich und die Scharia wird einen weiteren Exodus bewirken.

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kdshp 04.05.2009, 18:10
7.

Zitat von sysop
Immer rücken die Taliban an die Pakistanische Hauptstadt heran und werden zu einer ernsteren Bedrohung für die Regierung. Wie soll sich der Westen verhalten? Was ist generell die richtige Strategie?
Hallo,

ja durchmarschieren das war von anfang an eine option wenn die terroristen an die atombombe kommen können. Wir sehen ja jetzt wohin uns dieser terror treibt also die warnungen von den "gutmenschen" man könne mit denen reden und man solle nicht da runter gehen und gegen den terror kämpfen MÜSSEN jetzt erkennen das es leider nicht so ist.

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kdshp 04.05.2009, 18:20
8.

Zitat von lupenrein
Man darf sich über die Ziele der Taliban in Pakistan (und im Dominoeffekt anschliessend Afghanistan) keine Illusionen machen. Die Regierung Pakistans - und indirekt auch Afghanistans - ist in ernster Gefahr. Und auch über einen 'Sieg' über die Taliban , dies besonders als Ausländer (USA usw) darf man sich keine Illusionen machen. Der asymmetrische Kriegsführung der Taliban ist mit normalen militärischen Mitteln (Terrorismus) nur sehr schwer wirksam zu begegnen. Am Beispiel der somalischen Piraten sieht man , wie schwierig es ist, mit militärischen Mitteln in diesem Versteckspiel mitzuhalten. Auch die Taliban führen einen (allerdings ideologischen) 'Versteck-spiel-Krieg' a la David gegen Goliath. Und noch eine Übereinstimmung: beide lassen mit sich nicht über eine Einstellung ihrer terroristischen Kampf nicht verhandeln. Alles in allem eine fatale Situation.
Hallo,

schwierig aber nicht unmöglich und auf der anderen seite bremst man so auch denn was würde passieren wenn wir nix machen ? Aber man kann eben siegen gegen terror siehe zb. RAF/IRA. Ob man alles richtig macht ist ne andere sache und ich glaube auch nicht möglich und obs im ganzen richtig war sieht man auch leider erst hinterher. Stellen sie sich vor die USA hätten so damals über nazi deutschland gedacht. Die würden heute noch diskutieren was der richtige weg ist aber wir sehen die damalige entscheidung gegen den terror der nazis zu kämpfen war richtig und erfolgreich.

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X-Man 04.05.2009, 18:24
9.

Zitat von mauskeu
Da gibt es doch in Pakistan eine nicht islamistische Mehrheit die z.T. sehr modern denkt zu der ich einmal den Präsidenten und seine Umgebung zählen möchte.An die habe ich gedacht. Die Leute werden den Taliban weglaufen, denn deren Herrschaftsgebiet wird arm sein wirtschaftlich und die Scharia wird einen weiteren Exodus bewirken.
1. Die Riege um Mr.Zardari (bitte lesen Sie dessen Biografie) ist nichts anderes als eine korrupte, installierte Marionette. US-Geheimdienste äußerten gegenüber Seymour Hersh in den letzten Wochen mehrfach den Gedanken es wäre möglich ihn von heute auf morgen abzusetzen, er handle so wie die US-Administration von ihm verlangt, weil er dafür bezahlt wird. Es ist eine korrupte, machtgeile Polit-Elite die noch vor wenigen Jahren wegen Verbrechen angeklagt wurden. Diese Leute zur "modernen Mehrheit" zu zählen wäre lächerlich.

2. Pakistan ist ein gigantischer Staat mit über 160 Millionen Menschen, von denen ein Großteil nicht in Wohlstand und Moderne lebt, schon gar nicht in den Stammesgebiete oder dem Swat, dort flüchten die Menschen vor der Gewalt, nicht aber vor der angeblich durch die Taliban ausgelösten wirtschaftlichen Misere. Die meisten Leute dort leben von der Landwirtschaft, sind Händler und Handwerker, sie leben am Rand der modernen Gesellschaft und wollen nichs anderes als ein Leben in Frieden.

3. Sie haben Recht wenn Sie meinen dass die pakistanischen Taliban durch ihre Umsetzung der Sharia (die noch härter ist als zu Zeiten der Taliban-Herrschaft in Afghanistan) Schrecken und Terror erzeugen.

http://polinews-international.blogspot.com

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