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Taliban-Sturm auf Kunduz: Flucht aus der Kampfzone
DPA

Die deutsche Entwicklungshelferin Sybille Schnehage floh in letzter Minute, als die Taliban Kunduz eroberten. Hier berichtet sie, wie sie den Einmarsch der Islamisten erlebte und es gerade noch aus der Stadt schaffte.

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mego14 01.10.2015, 14:43
1. Afghanen in die Fabrik?

Welche Fabriken sollten da aufgebaut werden damit die jungen Leute eine Perspektive bekommen?? Autofabriken, Chipfabriken oder andere technische Anlagen?? Wer soll dort investieren?? Ist die Entwicklungshelferin nach 21 Jahren in Afghanistan wirklich der Meinung, dass junge Afghanen vom Lande, größtenteils Analphabeten, bereit und fähig sind in Fabriken zu arbeiten? Die Übervölkerung, trotz Krieg, gibt doch für viele Menschen keine echten Lebenschancen. Das führt, wie beschrieben, auch zukünftig nur zum Gewehr um den Lebensunterhalt zu verdienen.Mego

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schlipsmuffel 01.10.2015, 14:46
2. Wieso

nur versucht uns die ganze Welt immer einzureden. wir müssten überall helfen, aufbauen und ankurbeln?
Was wurde denn aus den Abermilliarden Entwicklungshilfen, die über Jahrzehnte weltweit verteilt wurden?
Wir werden die Mentalität dort nicht ändern. Und wir können uns nicht für jedes Elend verantwortlich fühlen.

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it--fachmann 01.10.2015, 14:47
3. Eine mutige Frau ...

... und hinsichtlich iher Forderung nach einem wirtschaftlichen Aufbau Afghanistans hat sie völlig Recht. Klar, Bomben abwerfen ist leichter, als ein Land aufzubauen. Deshalb verdrängen Politiker, die grundsätzlich nur bis zum nächten Wahltermin denken, diese Tatsache gerne. Nachthaltige Politik wird nicht gemacht, das Militär, wird die Lage bis zur nächsten Wahl schon ruhig halten - denken sie. Das ist verantwortungslos. Deutschland ist nun schon seit fast 15 Jahren in Afghanistan engagiert und ausser eine paar Vozeigeprojekten ist nicht viel geschehen. Man hätte mehr Entwickungshelfer und Wirtschaftsfachleute schicken sollen, als Militärs. Aber das war unseren Politikern wohl zu teuer. Ihre kurzsichtige Politik, wird aber noch viel teuerer für uns werden.

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testthewest 01.10.2015, 14:52
4. Man kann das Pferd nur zum Wasser führen...

...trinken muss es alleine!
"Wir hätten nicht nur Straßen sondern auch Fabriken bauen, die Landwirtschaft ankurbeln und so Arbeit schaffen müssen. Dann wäre die Lage nicht so dramatisch wie sie sich jetzt entwickelt hat. "
Der Westen kann keine Wirtschaft aus dem Nichts aufbauen. Kapitalismus setzt die Geschäftstüchtigkeit der Bewohner vorraus. Die Leute müssen nicht nach einer Stelle suchen, sie müssen sich selbst eine Arbeit überlegen!
Und so schwer kann das nicht sein. Die Leute dort haben genug Bedürfnisse, welche man bedienen kann und damit Geld verdienen.

Das "der Westen" dort die Landwirtschaft "ankurbeln" müsse ist wohl der größte Witz. Die Menschen dort wissen seit Jahrtausenden wie man Landwirtschaft durchführt. Das Selbe gilt für Fabriken, zumal Fabriken auch im Westen nicht durch den Staat gebaut werden.

Interessant wäre auch mal zu wissen, woher die Taliban eigentlich das Geld für den Sold haben.

Zusammengefasst kann man sagen: Unsere Entwicklungshilfe ist gescheitert. Die Menschen sind dort nicht selbstständiger oder demokratisch gesinnter geworden. In 10 Jahren sind die Taliban dort wieder flächendeckend an der Macht und das Land wird weiter richtung Mittelalter sich entwickeln.
So Leid es mir tut Frau Schnehage, Sie und ihr Lebenswerk sind gescheitert.

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Spiegelleserin57 01.10.2015, 14:57
5. Danke für diese Infos!

Nun wissen wir was verpasst wurde! Kein Militär sondern Aufbauhilfe, na da schau her. Anstatt das Land in Schutt und Asche zu legen wäre der Aufbau wohl die beste Abwehr. Das wohl auch für Syrien gelten, wie immer Brot statt Waffen. Es wäre doch einfach wenn man nicht auf die Waffenlobby hören würde.
Also die Wirtschaft dort ankurbeln und die Soldaten nur zur Absicherung des Wiederaufbaus. Jetzt wissen wir auch weshalb die Flüchtlinge kommen, ganz genau! Darüber sollte im Bundestag gesprochen werden bevor man wieder Gesetze verabschiedet. Diese Dame sollte von Frau Merkel zur Schilderung der Zustände empfangen werden. Besonderen Dank an Frau Schnehage und den Spiegel für dieses offene Interview.

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Iggy Rock 01.10.2015, 15:01
6.

Zitat von it--fachmann
Deutschland ist nun schon seit fast 15 Jahren in Afghanistan engagiert und ausser eine paar Vozeigeprojekten ist nicht viel geschehen. Man hätte mehr Entwickungshelfer und Wirtschaftsfachleute schicken sollen, als Militärs. Aber das war unseren Politikern wohl zu teuer. Ihre kurzsichtige Politik, wird aber noch viel teuerer für uns werden.
Sie werden es vielleicht nicht glauben, aber Deutschland engagiert sich schon sehr viel länger dort. Früher war es die Entwicklungshilfe, dann kamen die Taliban, anschließend die Bundeswehr mit Entwicklungshilfe aber auch Waffen, und nun sind die Taliban wieder da.
Viele verschenkte Jahrzehnte sind es inzwischen. Dass die Nato das Scheitern der Sowjets in Afghanistan in den 80er Jahren nur auf ihre eigenen Flugabwehrtechnik reduzierte, ist ein Fehler der Geschichte.

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maxmaxweber 01.10.2015, 15:19
7. Was ist, wenn keine Mädchenschulen gewünscht werden?

Natürlich ist es besser Schulen zu bauen, als Bomben zu werfen. Die Sowjetunion hat damals viele Schulen und Fabriken gebaut. Allerdings passte der Sozialismus nicht ins Weltbild der afghanischen Mujahedin. Kaum hatten sie die Macht übernommen wurden die Schulen und die modernen Fabriken zerstört.
Die Amerikaner haben moderne Schulen gebaut. Wo die Taliban übernehmen, werden diese in Koranschulen umgewandelt. Die deutsche GTZ hat Mädchenschulen gebaut und Brunnen gebohrt. Sobald die Deutschen außer Sichtweite sind werden die Mädchen von den Schulen geworfen .... Die heutige, vom Westen unterstützte afghanische Regierung verhängt die Todesstrafe für "Glaubensabfall". Wenn Ehefrauen keine Lust auf Sex haben, dann hat der afghanische Mann das Recht sie dazu zu zwingen ....
Auf die Frage ob die Taliban zu grausam sind, haben die Afghanen mehrheitlich geantwortet: Ja, denn die Taliban töten nicht nur Ausländer sondern sogar Moslems, und das Töten von Moslems ist nach dem Koran nicht erlaubt.
Wir können die Menschen in Afghanistan nicht umerziehen - sie müssen allein darauf kommen. Erst dann macht es Sinn, Fabriken und Mädchenschulen zu verschenken.

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jowitt 01.10.2015, 15:26
8. @mego14

Zitat von mego14
Welche Fabriken sollten da aufgebaut werden damit die jungen Leute eine Perspektive bekommen?? Autofabriken, Chipfabriken oder andere technische Anlagen?? Wer soll dort investieren?? Ist die Entwicklungshelferin nach 21 Jahren in Afghanistan wirklich der Meinung, dass junge Afghanen vom Lande, größtenteils Analphabeten, bereit und fähig sind in Fabriken zu arbeiten? Die Übervölkerung, trotz Krieg, gibt doch für viele Menschen keine echten Lebenschancen. Das führt, wie beschrieben, auch zukünftig nur zum Gewehr um den Lebensunterhalt zu verdienen.Mego
So ein Unsinn. Es sind nicht alle Afganen ungebildete, des Schreibens und lesens nicht mächtige Dummköpfe.
Natürlich hätte man viel mehr Wert auf die Landwirtschaft legen sollen, dort Projekte ankurbeln. Kleine Fabriken gründen. Etwa im Textilbereich und in vielen anderen Bereichen.

Die Anschubfinanzierung hätte dann eben von der Staatengemeinschaft kommen müssen, enn dort (verständlicherweise) zunächst keienr investiert.
Kleine Werkstätten, mit 5-10 Mitarbeitern unnd und und wären möglich und so fort.

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jowitt 01.10.2015, 15:29
9. testthewest

Zitat von testthewest
...trinken muss es alleine! "Wir hätten nicht nur Straßen sondern auch Fabriken bauen, die Landwirtschaft ankurbeln und so Arbeit schaffen müssen. Dann wäre die Lage nicht so dramatisch wie sie sich jetzt entwickelt hat. " Der..... ....
Genau. Und da hätte man ansetzen müssen. Diese Ideen hätte man vorfinanzieren müssen. Da eine Näherei, dort eine Wäscherei, da eine Werkstatt und so fort. Und natürlich die Landwirtschaft.

Aber das muss natürlich auch alles Vorfinanziert werden. Das wäre gut angelegtes Geld gewesen.

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