Forum: Politik
Taugen die Grünen als Volkspartei?

Derzeit arbeitet alles für die Grünen: Bei den aktuellen Streit-Themen der Politik steht die Partei von Claudia Roth und Jürgen Trittin gut da. Bei Umfragen erzielen die Grünen nie gekannte Spitzenwerte. Renate Künast tritt selsbtbewusst in Berlin gegen Klaus Wowereit an. Taugen die Grünen gar als neue Volkspartei?

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ewspapst 13.11.2010, 09:14
1. Parteien

Zitat von sysop
Derzeit arbeitet alles für die Grünen: Bei den aktuellen Streit-Themen der Politik steht die Partei von Claudia Roth und Jürgen Trittin gut da. Bei Umfragen erzielen die Grünen nie gekannte Spitzenwerte. Renate Künast tritt selsbtbewusst in Berlin gegen Klaus Wowereit an. Taugen die Grünen gar als neue Volkspartei?
Sie verhalten sich nicht anders als die meisten "Volksparteien", sie kleben an der Macht, wenn sie sie haben.
In Hamburg hätten sie die Laufzeitverlängerung der AKW kippen können, wenn sie die Koalition aufgekündigt hätten, aber Macht ist ein geldwerter Vorteil.

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ray4901 13.11.2010, 09:17
2. sind sie ja schon lange

Zitat von sysop
Derzeit arbeitet alles für die Grünen: Bei den aktuellen Streit-Themen der Politik steht die Partei von Claudia Roth und Jürgen Trittin gut da. Bei Umfragen erzielen die Grünen nie gekannte Spitzenwerte. Renate Künast tritt selsbtbewusst in Berlin gegen Klaus Wowereit an. Taugen die Grünen gar als neue Volkspartei?
sind sie schon seit längerer Zeit. Man kann das daran ersehen, dass sie von links UND rechts kritisiert werden. Unsachlich zumeist, mit primitiven persönlichen Attacken und Rückgriffen auf uralte Vorkommnisse. Oder in der vagen Hoffnung auf ein zukünftiges Scheitern in Regierungsverantwortung.

Jedenfalls deuten die nervösen Reaktion auf eine grosse Verunsicherung der andern Parteien und aller "ungebundenen Besserwisser" hin. Die Grünen sind wirklich daran, die neue Mitte dauerhaft zu besetzen.

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Palmstroem 13.11.2010, 09:17
3. Lieber Grün als Rot

Zitat von sysop
Derzeit arbeitet alles für die Grünen: Bei den aktuellen Streit-Themen der Politik steht die Partei von Claudia Roth und Jürgen Trittin gut da. Bei Umfragen erzielen die Grünen nie gekannte Spitzenwerte. Renate Künast tritt selsbtbewusst in Berlin gegen Klaus Wowereit an. Taugen die Grünen gar als neue Volkspartei?
Als Ersatz für die SPD - warum nicht!

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ray4901 13.11.2010, 09:41
4. die Koalitionsverpflichtung

Zitat von ewspapst
Sie verhalten sich nicht anders als die meisten "Volksparteien", sie kleben an der Macht, wenn sie sie haben. In Hamburg hätten sie die Laufzeitverlängerung der AKW kippen können, wenn sie die Koalition aufgekündigt hätten, aber Macht ist ein geldwerter Vorteil.
Das ist nun mal ein "gutes" Argument. Nicht in Koalitionen arbeiten, wenn man sich nicht durchsetzen kann? Mit 23% bundesweit trägt man Verantwortung, die man gegebenenfalls in eine Koalition einbringen MUSS. "Geldwerte Vorteile" (die kann man bei kleineren Parteien auch in Parteiämtern haben, im ERNST ;-))
hin oder her. Da müssten ja die möglichen Koalitionspartner der Grünen auch sofort weg aus der Regierung, wenn ein einziger Euro mehr für Subventionen an Alternativenergien ausgegeben oder die Bundeswehr nicht augenblicklich ganz abgeschafft wird. Nicht sehr logisch, Ihre Argumentation, sicher aber geeignet die Diskussion loszutreten.

Ein Vorschlag noch: wir konzentrieren uns auf die Frage nach der Eignung als VOLKSPARTEI und weniger auf die VERLOGENHEIT der Partei. Sonst steht plötzlich ein Viertel des Volkes als aktive Lügner oder ahnungsloseTrottel da.

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takeo_ischi 13.11.2010, 09:50
5. .

Zitat von sysop
Derzeit arbeitet alles für die Grünen: Bei den aktuellen Streit-Themen der Politik steht die Partei von Claudia Roth und Jürgen Trittin gut da. Bei Umfragen erzielen die Grünen nie gekannte Spitzenwerte. Renate Künast tritt selsbtbewusst in Berlin gegen Klaus Wowereit an. Taugen die Grünen gar als neue Volkspartei?
Nein.
Denn sie agieren populistisch, bis sie gewählt werden. Wenn Sie dann an der Macht sind lassen sie sich - stante pede - durch diese korrumpieren.

Man kann nicht erst - fern aller Realpolitik - das Blaue vom Himmel versprechen und dann völlig gegensätzlich handeln.

Diese Divergenz zwischen Schein und Sein haben die Grünen schon unter Schröder (Kriegseinsätze etc.) zelebriert.

Das Problem ist, dass die Zeit der Volksparteien vorbei ist, da der Wähler pragmatische, ergebnisorientierte Wahlkämpfe nicht mehr hinreichend honoriert.
Der politisch leider immer ungebildeterer Wähler steht auf radikale plakative Lagerwahlkämpfe - will quasi belogen werden um sich danach darüber aufregen zu können.
So kann man wählen ohne im Nachhinein für die Politik seiner Wahl verantwortlich fühlen zu müssen.

Irgendwer schrieb mal von der Dagegenrepublik.
Das Wählen von populistischen Heilsversprechern (wie auch das Nichtwählen) ist ein deutliches Zeichen dafür.
Man will nicht mehr Deutschland mitgestalten, man will sich aus der bürgerlichen Verantwortung stehlen.

Es wird den Grünen nicht anders gehen als der ebenfalls verlogen-populistischen FDP nach der letzten BTW. Von 16% auf 4% durch Verhedderung in die eigenen 'Wahlversprechen'.

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titurel 13.11.2010, 09:51
6. Ersatz

Zitat von Palmstroem
Als "Ersatz" für die SPD kann eigentlich nur die Linkespartei taugen. Die Grünen sind keine Volkspartei, da sie neben ihrem Bezug auf Ökologie eigentlich keine wirkliche politische Fundierung haben. Zudem haben sie ja bereits gezeigt, was mit ihnen geschieht, wenn sie regieren: Sie sagen aus Machterhaltungsgründen Ja und Amen zu allem und ihre Protagonisten verbiegen sich bis zur Unkenntlichkeit. Ein Umweltminister J.Tr., der einst Castor-Transporte autoritär durchsetzen ließ; ein Außenminister J.F. mit seiner Bereitwilligkeit, die Bundeswehr wieder in den Krieg zu schicken...

Die Grünen haben keine politische "Ideologie", daran hapert es. Derzeit profitieren sie (zu Unrecht) von einem Strohfeuer, dass vielmehr dem Massenprotest gegen S21 und die Castoren / AKW zu verdanken ist als der Qualität der grünen Partei. Sollte in BW wirklich bald ein Grüner regieren, werden wir zusehen können, wie der sich sozusagen stündlich mehr in Widerspüchlichkeiten verfängt.

Als Volkspartei könnte hier vielmehr die LINKE taugen, da sie klassische SPD-Positionierungen eingenommen hat (Friedenspolitik, soziale Gerechtigkeit, Ausbau des Sozialsystems, Lohnerhöhungen für die Masse der Arbeitnehmer...).

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takeo_ischi 13.11.2010, 10:08
7. .

Zitat von titurel
Als Volkspartei könnte hier vielmehr die LINKE taugen, da sie klassische SPD-Positionierungen eingenommen hat (Friedenspolitik, soziale Gerechtigkeit, Ausbau des Sozialsystems, Lohnerhöhungen für die Masse der Arbeitnehmer...).
Das glaube ich auch nicht, da die Linke auf Bundesebene - also bei bundespolitischen Themen - immer noch reinen Oppositionswahlkampf macht.
Populismus in Reinstform, der nicht umsetzbar ist.

Auf dem flachen Land im Osten funktioniert der Pragmatismus mit Realitätsbezug bereits. Bundespolitisch ist die Linke leider noch immer reiner Nebelkerzenwerfer, der die ergebnisorientierte Politik der SPD vergangener Tage nicht abdecken kann oder will.

Will sagen, die Linke ist im Bund noch zu radikal um groß zu werden, was zum großen Teil auch an dem verschmolzenen albernen Westgesocks aus Trotzkisten, Maoisten, Marxisten, Leninisten, Stalinisten und anderen Istenisten liegen mag.

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eikfier 13.11.2010, 10:10
8. ...Antipode

Zitat von sysop
Derzeit arbeitet alles für die Grünen: Bei den aktuellen Streit-Themen der Politik steht die Partei von Claudia Roth und Jürgen Trittin gut da. Bei Umfragen erzielen die Grünen nie gekannte Spitzenwerte. Renate Künast tritt selsbtbewusst in Berlin gegen Klaus Wowereit an. Taugen die Grünen gar als neue Volkspartei?
...ich glaube sie sind bereits eine etablierte, wenn mir persönlich auch nicht liegende Volkspartei geworden und Helmut Schmidt hatte sich ganz klar geirrt: sie sind nicht nur eine wieder verschwindende "Bewegung", sondern ein fester und partiell verdienstvoller (in der Opposition, nämlich!) Bestand unser Republik, die ich bundesweit so bei 11% auf Dauer einschätze, also höher liegend als die FDP, ihren Partei-Antipoden...

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mundi 13.11.2010, 10:11
9. Bei den Wahlen werden sie sich die Menschen erinnern, dass....

Zitat von ray4901
(...) Ein Vorschlag noch: wir konzentrieren uns auf die Frage nach der Eignung als VOLKSPARTEI und weniger auf die VERLOGENHEIT der Partei. Sonst steht plötzlich ein Viertel des Volkes als aktive Lügner oder ahnungsloseTrottel da.
Volkspartei?
Ich glaube, die Leute machen bei den Umfragen nur Spaß.

Bei den Wahlen werden sie sich erinnern, dass die Grünen den erstmaligen Auslandseinsatz der Bundeswehr mit beschlossen haben. Zwar haben sie gesagt, sie wären dagegen, aber trotzdem mit „Ja“ gestimmt. Die Ausrede: Unser „ja“ bedeutet praktisch „nein“.

Die Grünen sind gegen Straßenbau, sie sind gegen den Bau von Stromleitungen, sie sind gegen Bau von Bahnhöfen und sie sind gegen den Rücktransport von Abfällen (Castor), die zu ihrer Regierungszeit in Kernkraftwerken „verbrannt“ wurden.
Sie sind für Tempolimit, aber nur in der Opposition, sie sind für Castor-Transporte, aber nur in der Regierung.

Sie sind für ungehinderte Zuwanderung nach Deutschland, für muslimische Feiertage, für Abtreibung und Homoehen.

Eine der Teilspitzen (Frau Künast), die wohl die Mehrheit der Grünen repräsentiert, hat nicht viel Ahnung von Zahlen und liest Bücher, die sie dann in der Talkshow kritisiert, nur flüchtig.
Mit einem Wort, geballter Sachverstand!

Zwar bekommt jedes Volk die Regierung, die es verdient, aber so schlimm ist die PISA-Studie doch nicht, als dass die Menschen die mangelhafte Substanz der Grünen auch bei Wahlen unterstützen würden.
Die Grünen sollte man formvollendet kompostieren!

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