Forum: Politik
#TeamGinaLisa: Affekt-Justiz

Für die feministische Bewegung ist der Fall schon vor dem Gerichtsurteil klar: Das Model Gina-Lisa Lohfink ist vergewaltigt worden. Dass sie wesentliche Teile ihrer Geschichte möglicherweise erfunden hat, spielt für die SchnellrichterInnen keine Rolle.

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agztse 20.06.2016, 14:32
30.

Danke für diesen Kommentar. Ich freue mich bereits auf die Entgegnung von Seiten M. Stokowski.

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MatthiasPetersbach 20.06.2016, 14:33
31.

Zitat von sapereaude!
Herr Fleischhauer (vor-)verurteilt überhaupt niemanden in dem juristischen Prozess. Er verurteilt lediglich diejenigen, die schon vor Klärung der kriminalistischen und juristischen Fragen wissen, welches Urteil gefällt werden sollte.
Ich habe weder für die Frau Lohfink noch Herrn Fleischhauer irgendwelche übertriebenen Sympathien.

Aber hier hat er recht - das ist ne Sache der Justiz.

Die wir hier extra in jahrhundertelangem Ringen eingeführt haben, die eine der Errungenschaften der Zivilisation darstellt, die uns genug Geld kostet und die wir mühselig einigermaßen unabhängig halten. Mit Luft nach oben - zugegeben.

Aber jedem Mob, der hier irgendwelche Urteile über Menschen sprechen will, ohne Richter zu sein und ohne beteiligt zu sein, spreche ich die Grundlage der demokratischen Werte ab.

Bitte verlasst dann konsequenterweise dieses Land. Ihr seid für unsere Gesellschaft gefährlicher als alle korrupten Politiker und Terroristen jeder Couleur zusammen.

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koroview 20.06.2016, 14:35
32. Korrekter Text

Der Richter bewertet nicht was für ein Ruf und Vita Frau Lohfink hat. Sollte auch nicht. Wenn jemand tausendmal mitgemacht hat und einmal nein sagt, das ist immer noch Vergewaltigung. Aber hier scheint evtl das doch nicht unbedingt der Fall sein. Der Richter wird auch nicht über den Charakter der anderen Beteiligten urteilen nur darüber ob die Anschuldigungen von Frau Lohfink die Wahrheit entsprechen oder nicht.

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hinschauen 20.06.2016, 14:36
33.

Der "Stern" schaffte es sogar mit dieser Geschichte eine große Reportage zu füllen, in der es auch wenig über die Umstände des Falls als solchen ging, sondern vor allem über den Mensch Lohfink. Und die Reportage diente als indirektes Plädoyer für die Diskussion über "Nein heißt Nein", die im Vorfeld zur neuen Verschärfung des Sexualstrafrechts geführt wurde. Offenbar hatte sich niemand in der Stern-Redaktion aufgedrängt, was offensichtlich ist: dass der Einsatz von K.O.-Tropfen überhaupt nichts mit dem Fall eines "missverstandenen" Neins und Willensdeutungen zu tun hat - die Tropfen werden ja eingesetzt, um den Willen auszuschalten. Warum auch kein Gericht in einem solchen Fall eine Diskussion führen muss, was das Opfer sagte - sondern nur, ob die Tropfen verabreicht wurden. Aber Logik scheint ja ebenso wie Unschuldsvermutung ein Thema zu sein, dass man im Fall von (mutmaßlichen) Vergewaltigungen zur Seite schieben darf.

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jeze 20.06.2016, 14:38
34.

Zitat von Mr Bounz
Na, da geht es ja schon los. Die Dame hat sicher keinen guten Ruf, aber das gibt Niemandem das Recht Sie zu vergewaltugen. Sie hat das auch nicht verdient, oder durch ein tiefes Dekolté provoziert, oder gar gewollt!! Wirklich erbärmlich, was Sie da von sich geben!!
Verstehen sie überhaupt, was Fleischhauer geschrieben hat? Er sagt nicht, dass es keine vergewaltigung gewesen wäre, er sagt, dass das Gerichte klären müssen und nicht Kommentatoren hier, die keine Ahnung von Justiz haben.

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damalswarallesbesser 20.06.2016, 14:38
35. Keine Ahnung, aber alles wissen.....

Zitat von Mr Bounz
Oh Fleischi, ........ baust du deine ganze Argumentation auf einen "Gefälligkeits"-Gutachten auf. Zitat:"Ein Toxikologe schloss nach Durchsicht der Filmdateien aus, dass Lohfink in der fraglichen Nacht unter dem Einfluss von K.-o.-Tropfen gestanden habe." ... es wird sich sicher auch ein gutachter finden der Aussagt das es nicht ausgeschlossen werden kann!
Ich hatte mal das zweifelhafte Vergnügen, mit einer Frau sprechen zu dürfen, die KO-Tropfen bekam und vergewaltigt wurde.
Sie weiß nur noch, dass sie in einem Laden etwas getrunken hat, danach ist sie irgendwann vergewaltigt aufgewacht.
Man hat die Täter glücklicherweise gefasst, was es allerdings für die Frau nicht besser macht.
Aber: Nach Einnahme der KO-Tropfen tun sie etwas nicht: Lachen, scherzen und das Zimmer verlassen.
Falls es das Video geben sollte, auf dem Derartiges zu sehen ist, dann hat der Gutachter, den Sie so herabsetzend beurteilen, sicher recht.
Mal schauen was das Gericht dazu sagt, aber das ist ja Ihrer Meinung nach voreingenommen, also kann es nur Freispruch oder Fehlurteil geben.

Mir fällt dazu ein Spruch ein:
"Irritieren Sie mich nicht mit Fakten, meine Meinung steht fest".

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gippertm 20.06.2016, 14:40
36. Lohfink kein Präzedenzfall

Abspolute Zustimmung, das Sexualdeliktsstrafrecht gehört kräftig reformiert und angepaßt und niemals soll man einer vergewaltigten Frau vorwerfen, daß sie eine Teilschuld daran trage.
Was allerdings hier am Fall von GLL seit Wochen schon vom STERN und auch anderen Medien herbeigeredet wird, ist meines Erachtens eben NICHt der Präzedenzfall, den es zu dieser Diskussion bedurfte. Zum Ersten ist die Sachlage alles andere als klar (K.O-Tropfen ? Freiwilligkeit ? Mehrfache Treffen ?) und zum Anderen wird hier genau die gleiche einseitige Stimmungs- und Meinungsmache betrieben, die man andernorts wiederum kritisiert, wenn sie von "besorgten Bürgern" und ähnlichen rechten Hohlbohrern eingesetzt wird.
Natürlich heißt "Nein" und "Hör auf" und "Stop" IMMER: Flossen weg, ich will das nicht. Aber gerade dieser Fall hier, mit gerade dieser Beteiligten, birgt zu viele (noch) Unbekannte, um exemplarisch zu sein.

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r.mehring 20.06.2016, 14:41
37. Wer sich heute noch fragt wieso Lynchjustiz

in gewissen Kreisen so populär ist, der muss sich nur mal einige Kommentare hier durchlesen. Seltsam wie das Hirn aussetzt, wenn es eigentlich gezwungen wäre die tatsachen anzuerkennne. Lieber werden wüste Verschwörungstheorien geschmiedet. Welche vergewaltigte Frau zieht einen Abend später lächelnd mit ihrem Vergewaltiger wieder um die Häuser. Herr, lass Hirn regnen.

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JKStiller 20.06.2016, 14:41
38. In dubio pro alea

Die Justiz als Würfelspiel, das scheint bei so manchen übereifrigen Hobby-RichterInnen das eigentliche Ziel zu sein. Bemerkenswert finde ich die Aussage der Kolumnistin im Text. Zitat: "Wir sollten Vergewaltigungsopfern immer glauben", hat die Kolumnistin Zerlina Maxwell in der "Washington Post" diese Sichtweise auf den Punkt gebracht. "Der Schaden, der angerichtet wird, wenn wir einem Opfer fälschlicherweise nicht glauben, übersteigt bei weitem den Schaden, den es anrichtet, jemanden zu Unrecht als Vergewaltiger zu bezeichnen." Ich persönlich habe ja nichts gegen Frauenrechte und Feministinnen, ganz im Gegenteil. Generell bin ich jedoch dagegen, geistig umnachtete Menschen über Recht und Unrecht urteilen zu lassen.

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christiewarwel 20.06.2016, 14:41
39. Es war eine Vergewaltigung

denn die gute Frau hat eindeutig NICHT JA gesagt. Leider nur liegt nach deutschem Recht eine Vergewaltigung erst dann vor, wenn die Frau nicht nur NEIN gesagt, sondern sich auch noch nachweisbar (Kratzspuren, Bisswunden???) gewehrt hat, zumindest, so sie theoretisch dazu in der Lage gewesen wäre, was man durch den Alkoholeinfluß hier sicher anzweifeln kann. Dummerweise reicht den Richtern Alkohol zwar für mildernde Umstände bei sämtlichen sonstigen Straftaten, nur bei Vergewaltigung liegt Wehrlosigkeit offensichtlich erst bei absoluter Regungslosigkeit während der gesamten Tat vor. Die ganze Logik, die hinter unserer diesbezüglichen Rechtssprechung steht, ist unwürdig!

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