Forum: Politik
Terminkollision mit Europawahl: Brüssel fürchtet Chaos bei verlängerter Brexit-Frist
DPA

Sollte der Brexit-Deal im britischen Parlament sterben, könnte man den EU-Austritt des Landes aufschieben - das wird derzeit in Brüssel und London diskutiert. Doch dann droht noch größeres Durcheinander.

Seite 7 von 12
Diskussionsteilnehmer 15.01.2019, 17:08
60. Das Große Schachbrett

Zitat von elvezia
In der Zwischenzeit hat Trump die EU auf Ramschniveau herabgestuft. Die EU ist kein "Staat" mehr, nur noch eine "Internationale Organisation" Dies hat nicht nur auf diplomatischem Parkett Auswirkungen wie z.B. das die EU zur Abdankung von EXTUS Bush nicht eingeladen wurde. Sie sitzt jetzt am Katzentisch , ganz hinten nach den anerkannten 147 Nationen/Staaten.
Es drängt sich schon der Verdacht auf, dass die USA lieber Einzelstaaten in einem großen Spiel haben, als es mit einem Staatenbund zu tun zu haben, der eng verstrebt ist. Passt auch zu den Theorien von Zbigniew Brzeziński, der sehr lange sehr großes Gehör hatte im Weißen Haus. "The Grand Chessboard" ist auch eine interessante Sammlung seiner Gedanken.

Beitrag melden
AlBundee 15.01.2019, 17:09
61.

Das einzig Kritische mit Signalwirkung ist meiner Meinung nach, wie mit in GB arbeitenden EU-Bürgern und Briten im Rest der EU umgegangen wird. Nehmen ihre vor Ort erworbenen Rentenansprüche, Arbeitsrechte, Gehalt Schaden ohne dass ihnen auf beiden Seiten eine Einbürgerung oder Sonderstatus angeboten wird, wäre das ein schädlicher Präzedenzfall für die verbleibende EU. Denn wer würde dann noch allen ernstes unter fremder Staatsbürgerschaft im EU Ausland ein Arbeitsverhältnis antreten ohne jede Sicherheit, mittelfristig nicht im Pyjama dazustehen? Komischerweise wird darüber kaum geredet, nur über Zölle, Grenzen, Warenfluss und ob eine Woche lang zollfreies Gemüse ausgeht. Wen juckt's? Der ?Bürgeraustausch? ist aber die eigentliche Basis der EU. Ohne ihn besteht der Unterschied zwischen Beziehungen zu einem EU Land oder zB China nur noch im Preisniveau. Da ich mich als Deutscher selbst seit 20 Jahren im EU-Ausland in dieser Situation befinde und die grösse dieser Auslandsgemeinden auch anderer EU-Nationalitäten sowie ihre Bedeutung für die EU recht gut kenne, kann ich mich über den dilettantischen Umgang mit dieser Frage nur wundern.

Beitrag melden
sven2016 15.01.2019, 17:10
62. Mir solchen abenteuerlichen Konstrukten

würde man eine enorme Klagewelle der im EU-Parlament vertretenen antiparlanentarischen EU-Gegner ermöglichen und die Arbeit auf Jahre hinaus unter Vorbehalt stellen.

Solch eine Vorgabe ist absurd. Was die Briten bis März nicht schaffen, werden sie auch im Rest des Jahres nicht lösen wollen.

Beitrag melden
thobie2 15.01.2019, 17:11
63.

Zitat von jojack
Eine zweite Volksbefragung würde die britische Demokratie dauerhaft massiv beschädigen.
Wohl kaum. Das Ergebnis des Referendums ist nur durch eine massive Lügenkampangne zustande gekommen. Initiiert durch rechtspopulistische Kräfte. Da wurde bereits die britische Demokratie dauerhaft und nachhaltig massiv beschädigt.

Ein neues Referendum könnte ja so aussehen, dass man das Volk darüber abstimmen lässt, was es will: Verbleib, Hardbrexit, Brexit mit dem von May ausgehandelten Vertrag. Und vorher wär eben eine massive Aufklärungskampangne notwendig. Leider fehtl die Zeit dafür.

Beitrag melden
tucson58 15.01.2019, 17:13
64. Es wird eine Mehrheit geben

Das Abkommen findet eine Mehrheit wenn auch eine knappe . Keiner will einen harten Brexit oder das ganze nochmal verlängern, man hat sich schon genug lächerlich gemacht und ist zutiefst gespalten.

Die Welt schaut zu und sieht ein völlig aufgelöste fast handlungsunfähige britische Regierung, dessen Volk das Rad zurückgedreht hat oder zurückdrehen will.

Egal wie das ausgeht , die Briten haben viel an Vertrauen verloren und sofern sie tatsächlich alleine auf dem Weltmarkt ihr Süppchen kochen wollen , wird das noch schwerer werden wie es ohnehin sein wird. Diese Chaosbriten nimmt doch keiner mehr für voll und die EU soll froh sein wenn die weg sind und falls nicht, darf es auch keine Sonderrollen für die geben.

Beitrag melden
thobie2 15.01.2019, 17:17
65.

Zitat von RalfHenrichs
Ziel war, eine für Großbritannien möglichst schlechte Vereinbarung zu beschließen, da mit es keine Nachahmer des Exits gibt.
Auch so eine Lüge, die gern von Rechtspopulisten gebraucht wird. Fakt ist, die EU ist - wenn sie ihre eignen Werte und Vorstellungen nicht völlig über Bord werfen will - an einen gewissen Rahmen gebunden. Dazu gehört, dass es die 4 Grundfreiheiten nur zusammen gibt. Würde eine Sonderlocke für GB gezogen, würde das auch für alle anderen Handelspartner gelten. Stichwort Meistbegünstigtenklauseln. Das war aber GB doch vor dem Austritt klar. Zumindest den Menschen, die einigermaßen objektiv an die Sache herangegangen sind. Dass man nicht alle Vorteile haben kann, wenn man nicht auch die Nachteile in Kauf nehmen will, das musste doch letztlich selbst dem Dümmsten klar sein.

GB hat sich in eine Lage hineinmanöveriert, die vielen Menschen gerade auch auf der Insel den Arbeitsplatz kosten wird.

Natürlich kann man auch argumentieren, dass GB bei einem Ausscheiden ohne Vertrag sich nicht mehr an die Verpflichtungen aus der Vergangenheit gebunden fühlen muss. Stimmt. Nur macht ein solches Vorgehen den guten Ruf kaputt. Danach würde GB eben als unzuverlässiger Staat gelten. Und könnte damit rechnen, dass sich dann die EU knallhart verhält. Und damit wäre GB auch von allen Informationen abgeschnitten.

Beitrag melden
tucson58 15.01.2019, 17:22
66.

Zitat von elvezia
denn die Unterlegenen haben schon angemeldet, sie wollen eine zweite Abstimmung. Und falls es zu einem zweiten Referendum über den Brexit kommt , wollen sie eine dritte Abstimmung die dann gelten soll. So geht Demokratie heute. In der Zwischenzeit hat Trump die EU auf Ramschniveau herabgestuft. Die EU ist kein "Staat" mehr, nur noch eine "Internationale Organisation" Dies hat nicht nur auf diplomatischem Parkett Auswirkungen wie z.B. das die EU zur Abdankung von EXTUS Bush nicht eingeladen wurde. Sie sitzt jetzt am Katzentisch , ganz hinten nach den anerkannten 147 Nationen/Staaten.
Natürlich entscheidet sich heute Abend was , sonst wär es ja keine Abstimmung !

Das sie leider nicht Ahnung von der Materie haben zeigt alleine schon ihre Aussage .." Die EU ist kein "Staat" mehr, nur noch eine "Internationale Organisation" , Guter Mann , die EU war noch nie ein Staat , sondern eine Union oder eine Gemeinschaft , wenn sie das besser verstehen , woran ich allerdings Zweifel habe

Beitrag melden
thobie2 15.01.2019, 17:23
67.

Zitat von quark2@mailinator.com
Das die EU sich ändert, ist sehr unwahrscheinlich, obwohl es sinnvoll wäre. Aber da würde ja jemand zugeben müssen, was falsch gemacht zu haben und dazu wird es nie kommen. Das ist alles ärgerlich und traurig und überflüssig. Oder anders gesagt, die EU ist nicht so toll, wie sie sein könnte.
Es gibt für die EU keinen Grund, GB mehr als bislang einzuräumen. Würde man das tun, würden sämtliche Handelspartner ohne Gegenleistung die gleichen Rechte eingeräumt bekommen. DAS kann man auch in Bezug auf die Arbeitsplätze in Europa nicht wirklich wollen.

GB hat von sich aus den Brexit ohne Not gezogen. Kann man machen. Nach der Erklärung war die britische Regierung aber plan- und ahnungslos und nicht einmal in der Lage, realistische Forderungen zu stellen. Da gab es keinerlei Strategie. Verhandlungen so zu führen ist dumm und völlig unprofessionell. Hier kann man der EU keinen Vorwurf machen, wohl aber dem Vereinigten Königreich. Und es gibt auch keinen Grund, GB mehr einzuräumen, als anderen Handelspartnern. GB muss sich endlich in seine Rolle als deutlich kleinerer Verhandlungspartner einfinden. Auch wenn es wehtut. In dieser Rolle ist man nun einemal nicht in der Lage, wie Donald Tump mit Zwang seine Ziele zu erreichen. Und so werden Verhandlungen mit anderen Staaten ebenfalls laufen.

Beitrag melden
Atheist_Crusader 15.01.2019, 17:24
68.

Zitat von stevie25
Ganz einfach Die Briten ziehen den Austritt zurück und erklären einen Tag später wieder den Austritt. Und schon beginnt eine neue Frist von 2 Jahren!
Ich hoffe mal Sie meinen das als Witz, aber ich hab schon Leute getroffen die das ernsthaft vorschlagen. Ist halt nur Pech, dass das Problem nicht Zeitmangel ist. Und solch eine schamlose Ausnutzung der Regeln die ohnehin schon genervte EU noch weiter gegen die Briten aufbringen dürfte. Bessere Verhandlungsergebnisse kriegt man so sicher nicht - eher das Gegenteil.

Aber für die Briten könnte genau das der Idealzustand sein: man ist permanent auf dem Weg raus, ohne je dort anzukommen. Man kann den doofen Euorpäern und der blöden EU sagen was man von ihnen hält und den gerechten Zorn mimen... muss aber niemals tatsächlich ohne sie klarkommen.
Die Remainer bleiben Teil der EU und die Leaver müssen niemals ihre absurden Versprechungen erfüllen und auch nicht mit ansehen wie das Land eine kolossale Bauchhandlung hinlegt, nur um anschließend zum Spielball der Großmächte zu werden. Außerdem verlieren sie nicht Brüssel als Feindbild. Win-win für die Briten, strategische Niederlage für die Vernunft.

Beitrag melden
cobaea 15.01.2019, 17:27
69.

Zitat von radlrambo
was haben Sie nur mit dem ".. dass das Ergebnis des Referendums zu respektieren ist?" Vielleicht wäre es besser, wenn sie das ihrem Frisör erzählen, oder dem brit. Parlament. Was soll dieser Blödsinn? Wer muss das respektieren, mit wen reden Sie? Die EU oder wir in D? Was wünschen Sie sich? Zu ihrer Info: Die EU/D kann diesen Wunsch nicht gar respektieren, da es dazu nicht gefragt wird. Die EU kann lediglich das Austrittsgesuch annehmen, auch dabei wird es nicht um seine Meinung gefragt. Die Brexit-Krise in GB hat nicht das geringste damit zu tun, dass irgendjemand den Wunsch der Briten nicht respektiert. Das PROBLEM IST DOCH, DAS WEDER DIE BRITEN, NOCH SONST WER (außer vielleicht Ihnen) WEIß, WAS DIE BRITEN WOLLEN!!! Trotz dieses elenden Referendums. Respektieren Sie bitte den Wunsch, das ich dieses dauerhafte, nervige Gejammere "".. dass das Ergebnis des Referendums heilig und für die Ewigkeit unabänderbar ist" nicht mehr hören kann, aber schon morgen, werden sie den selben Müll wieder posten, stimmts?
Sie pampen hier zwar nicht mich an sondern @jojack, aber trotzdem: Wenn wir hier alle weder zur Frage eines erneuten Referendums, noch zur Art des Brexit etc. etwas zu sagen haben und deshalb alle, die meinen, eine zweite Abstimmung sei keine gute Idee, den Mund halten sollen: Warum schreiben Sie denn dann noch hier? Sie haben genauso viel oder wenig dazu zu sagen, wie alle anderen. Bei der Frage, ob eine zweites Referendum demokratisch sinnvoll ist oder nicht, kann man geteilter Meinung sein. Ich z.B. bin auch der Meinung, der Referendumsergebnis müsse respektiert werden. Ein zweites hätte doch arg den Geruch von "ihr Dummies habt falsch gestimmt, nun macht das mal endlich richtig". 1. Entspricht es nicht demokratischen regeln, so lange abstimmen zu lassen, bis einem das Ergebnis passt und 2. ginge das vermutlich erst noch nach hinten los. Was glauben Sie denn, wie sowas bei den "Dummies" ankäme?
(Und jetzt wäre es noch sehr nett, wenn Sie anderen nicht vorwerfen würden, "Müll" zu posten, nur weil Ihnen die entsprechende Meinung nicht passt)

Beitrag melden
Seite 7 von 12
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!