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Terror in der Türkei: "Das Grenzgebiet zu Syrien ist IS-Land"
AFP

32 Menschen starben bei dem Selbstmordanschlag im türkischen Suruc, die meisten davon Studenten. Der Angriff hat die Grenzstadt verändert, im ganzen Land wächst die Wut. Überlebende schildern ihre Eindrücke.

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investmentprivat 21.07.2015, 16:53
1. Unverständnis

Zum ersten mal gäbe es für die USA und Europa wirklich eine Legitimation mit allen Mitteln gegen die besetzten Gebiete u.a. im Irak, Lybien und Syrien vorzugehen, sowohl mit Herr/Luftstreitkräfte/Marine konsequent gegen diese Faschisten der IS vorzugehen und was passiert? Halbherzige Luftangriffe die einen Tropfen auf den heißen Stein sind.
Nicht Afghanistan,nicht die damaligen Irakkriege waren wirklich gerechtfertigt aber diesmal, wo nur konsequentes Vorgehen hilft, wo ein Flüchtlingskatastrophe stattfindet, wo eine Religion in den Dreck gezogen wird, passiert...beinahe NICHTS.
Kann mir jemand erklären warum? Bitte fachlich und keine Polemik

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Manu-40 21.07.2015, 16:55
2. Ein bisschen Schwanger, geht nicht!

85% aller Muslimen (1,4 Milliarden) sind Sunniten; nur ca. 160 Millionen sind Schiiten, von denen 2/3 in Iran und Irak leben. Die muslimischen Länder, die Israel unterstützen sind sunnitische Diktaturen. Der Hauptfeind Irans ist nicht mehr die USA oder Israel, sondern der sunnitische IS Staat, der die Beseitigung der schiitischen Auslegung des Islam durch Terror, Mord und Zwangskonversion anstrebt. Die Annäherung Irans an die USA muss unter dieser Licht gesehen werden. Bald wird Iran Seite an Seite mit den Alliierten gegen die IS kämpfen.

Saudi Arabien – ein radikaler sunnitische Staat – hat Erdogans Fehler nicht gemacht, an eine religiöse sunnitische Hegemonie mit Hilfe der ISIS zu glauben, denn die „Gotteskrieger“ machten von vorn heran klar, dass auch die Abschaffung der Faisal-Dynastie Teil ihrer Ziele wäre.

Dem frommen „Kalif in Spee“ Erdogan war die IS Bewegung bis Dato ideologisch nicht abwegig (es handelt sich immerhin um die Beseitigung der schiitischen „Ungläubiger“ zur Stärkung des „einzig wahren Islams“ der Sunniten), aber zwei Faktoren haben in der letzten Zeit seine Strategie stark unterminiert: Verlust der absoluten Mehrheit bei den Wählern, die er benötigen würde, um seine Inthronisation als neo-osmanischer Kalif und „Erlöser“ der atatürkischen säkularen „Häresie“, durchboxen zu können. Aber - ausgerechnet jetzt - fängt Erdogan selbst an, unter dem „Faisal“-Syndrom zu leiden: Entweder bekämpft er konsequent die terroristischen Glaubensbrüder Seite an Seite mit den NATO Partnern und den unbeliebten - aber mutigen und anstrebenden - Kurden oder er geht runter. Fraglich ist nur, wie weit hat sich die ISIS Ideologie in der Türkei schon eingenistet. Der Boden für die religiöse Indoktrination des Volkes, den er gegen das säkulare türkische Grundgesetz so konsequent ernährte – und weiterhin tut -, könnte ihm jetzt zum Verhängnis werden.

Der Machtmensch Erdogan muss endlich Farbe bekennen und seine Vogelstrauß-Strategie aufgeben:

Die Zeit ist nicht geeignet für Frömmigkeit:

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hr.fischer 21.07.2015, 16:58
3. Kl. Ergänzung

Türkei hat primär nie das Ziel verfolgt, Esad zu stürzen. viel mehr war zur Beginn der Unruhe in Syrien die Sorge gewesen, dass die Kurden mit der Unterstützung der Pkk es gelingen könnte, einen eigenen Staat zu bilden. aus dieser Tatsache heraus wird mit allen Mitteln die ISIS, El Nursa und viele anderer Terrorgruppen unterstützt, die evtl. dies verhindern können.
Meiner Meinung sind die wahren Terroristen die Drahtzieher ganz oben. ganz vorne mit dabei ERDOGAN

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BaMargera 21.07.2015, 17:00
4. Erdogan ist nicht zu trauen

Hoffen wir mal, dass Erdogan nun Druck aus der Bevölkerung bekommt - zumindest mal von den eher modern lebenden Städtern. Von der Landbevölkerung in Südost-Anatolien wird da wenig bis nichts zu erwarten sein, da diese immer noch wie vor 100 Jahren lebt und in Erdogan ihren "Prinzen" sieht. Mit einem IS an der türkischen Grenze kann Erdogan leben. Mit einem autonomen Kurdenstaat im Norden Syriens hingegen nicht. Das zeigt doch, wessen Geistes Kind er ist und welche Agenda er verfolgt. Wofür Kemal Atatürk bis vor Kurzem noch geachtet und verehrt wurde, will Erdogan durch seine Reislamisierung der Türkei rückgängig machen und ihn dabei noch übertreffen. Der wirtschaftliche Erfolg der Türkei der letzten 15 Jahre ist ihm und den Vertretern seiner AKP ein wenig zu Kopf gestiegen und nun hält er sich für unantastbar. Es wird Zeit, dass man ihm zeigt, dass die wahre Macht vom Volk ausgeht.

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seine-et-marnais 21.07.2015, 17:04
5. Toll

Dort in der Gegend, ein wenig westlicher, sind doch die Bundeswehrsoldaten stationiert die die 'westliche Freiheit' verteidigen sollen. Wenn man die Politik im Nahen Osten betrachtet kann man nur entsetzt sein über die Verantwortungslosigkeit und Beihilfe, ja es ist Beihilfe, zu den Verbrechen die dort begangen werden. Und die Helfer sitzen nicht nur in Ankara, nein auch in Berlin, Paris, London oder Washington.

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jewiberg 21.07.2015, 17:08
6. Erdogan unterstütht doch doch die IS!

Ansonsten ist es völlig unerklärlich, warum es der stärksten Nato-Armee nicht möglich ist, ihr Grenzgebiet wirksam zu kontrolliefen. Dieser Herr will die Islamische Revolution ach in seinem Land und sich dann zum Herrscher und Berfreier aller Moslems aufschwingen. Allein dieser Plan wird scheitern und er wird damit nur Terror und Chaos erzeugen.

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hamlet 21.07.2015, 17:09
7.

Zitat von investmentprivat
Zum ersten mal gäbe es für die USA und Europa wirklich eine Legitimation mit allen Mitteln gegen die besetzten Gebiete u.a. im Irak, Lybien und Syrien vorzugehen, sowohl mit Herr/Luftstreitkräfte/Marine konsequent gegen diese Faschisten der IS vorzugehen und was passiert? Halbherzige Luftangriffe die einen Tropfen auf den heißen Stein sind. Nicht Afghanistan,nicht die damaligen Irakkriege waren wirklich gerechtfertigt aber diesmal, wo nur konsequentes Vorgehen hilft, wo ein Flüchtlingskatastrophe stattfindet, wo eine Religion in den Dreck gezogen wird, passiert...beinahe NICHTS. Kann mir jemand erklären warum? Bitte fachlich und keine Polemik
Fachlich bin ich mir nicht ganz sicher, aber wie sie sicher wissen würde ein richtiger Krieg mit dem IS sehr viele Soldaten in den Tod reißen. Das möchten die größtenteils demokratischen NATO-Staaten und die USA unter Obama verhindern. Stattdessen wird die Kurdische Armee mit Waffen und Ausbildung versorgt, nur eben von der Türkei nicht. Erdogan ist als Kurdenbekämpfer in der Bredoullie, da er damit logischerweise den IS unterstützt. Ironischerweise möchte Erdogan die Türkei unbedingt in der EU sehen, trotz der Einschränkung der Meinungsfreiheit...

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pauschaltourist 21.07.2015, 17:15
8.

@investmentprivat
Wieso sollten die Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan nicht gerechtfertigt gewesen sein?
Saddam warf die Atomwaffeninspekteure aus dem Land und unterstützte aktiv Palestinensische Selbstmordattentäter bzw. deren Familien und Mullah Omar beherbergte und protegierte mit Osama einen Gast, der mit dem ersten WTC-Bombenanschlag sowie den Attacken gegen die beiden US-Botschaften in Afrika sowie dem 11.9. den USA den Krieg erklärte. Ich für meinen Teil konnte die jeweiligen Reaktionen der Amis nachvollziehen.

Gegen ein engagierteres Auftreten gegen die IS hätte ich selbstverständlich wie Sie nichts einzuwenden.

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Beat Adler 21.07.2015, 17:18
9. Der IS rekrutiert Terroristen weltweit mit riesigem „Erfolg“.

Der IS rekrutiert Terroristen weltweit mit riesigem „Erfolg“.

Junge Maenner und Frauen in Nordamerika, Europa und Australien werfen sich dem IS an den Hals. Von den Neu-IS-Terroristen in sunitisch-islamischen Laendern, inklusive und besonders in Saudi Arabien, ganz zu schweigen.

Etwas, das der Al Kaida und Aehnlichem nie "vergoennt" war.

Die Tuerkei ist da keine Ausnahme.

Die Liste der Staaten, die mit lokalen Metastasen des IS zu kaempfen haben, wird immer laenger. Die Sicherheitsbehoerden immer nervoeser. Mehr und mehr Menschen, weltweit(!), schliessen sich in Gruppen zusammen und verquirlen alles was mit Islam zu tun hat, um es aus dem Land zu schmeissen.

Genau das ist die Strategie des IS: Heraufbeschwoeren lokaler Konflikte innerhalb der Staaten, um Diese zu destabilisieren, um an die Macht zu kommen.

Die Tuerkei ist da keine Ausnahme.

Es bilden sich Allianzen, die keiner fuer moeglich hielt: Die israelische Regierung zusammen mit der Hamas gegen den IS, z.B.! In der Tuerkei wird es auch so kommen. Verglichen mit der IS Herausforderung ist das Kurden Problem ein laues Lueftchen im Fingerhut.
mfG Beat

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