Forum: Politik
Terror in Kairo: Anschlag auf das Herz der Kopten in Ägypten
AFP

Beim massivsten Anschlag auf Christen in Ägypten seit Jahren sind mindestens 25 Menschen getötet worden. Das Attentat rührt an der Legitimation von Staatschef Sisi.

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sfk15021958 11.12.2016, 16:54
1. Wohin kann eine politisierte Religion...

..und der daraus erwachsende Hass auf alle anderen Religionen ein Land wie Ägypten, ausgestattet mit einer beispiellosen kulturellen Vergangenheit, noch bringen? Schade, aber so geht das Land den Weg in den finanziellen Abgrund, wer von den Touristen läßt sich schon gern in die Luft sprengen - auch wenn die Wahrscheinlichkeit weit unter 1 Promill liegt!

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geando 11.12.2016, 16:59
2. Die vergessenen Christen

Während Täter und Opferschaft von Muslimen tagtäglich die Nachrichten dominieren wird ganz vergessen, das die Christen ausserhalb des christlichen Kulturkreises zur meist verfolgten Religion geworden sind. Gerade die radikalen Muslime haben Christen ganz oben auf ihrer Abschussliste und im Gegensatz etwa zu verfolgten Juden interessiert es keinen so richtig. Die christlichen Gemeinden in Ländern wie Ägypten, Syrien und dem Irak, die es dort schon länger gibt als die Christen in Europa und länger als der Islam überhaupt existiert sind in diesen Tagen zum ersten Mal seit fast 2000 Jahren vom Verschwinden bedroht. Es sind nicht nur Menschen, die ermordet und Vertrieben werden, es ist auch ein gewaltiger kultureller Schatz, den die Menschheit verliert und der die Basis der Identität des westlichen Kulturkreises darstellt. Ich denke, man kann sehr gut daran sehen, wie der radikale Islam mit seinen Gegnern umgehen wird.

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360° 11.12.2016, 17:13
3. Wieso muss es eine Halbwahrheit sein, SPON?

"In den Wochen nach Morsis Sturz brannten Islamisten landesweit Kirchen und Geschäfte von Christen nieder."

Dieser Satz suggeriert, die Christen mussten leiden, weil der islamistische Präsident abgelöst wurde. Das ist nur eine Halbwahrheit. Genau das, was einige an den bekannten Medien zu zweifeln beginnen lassen. Und sich lieber bei Facebook & Co zu informieren. Wollt ihr das wirklich, SPON? Wenn nicht, dann bitte die ganze Wahrheit. Und die ist so:

Mit Machtübername der Islamisten in Ägypten stieg die Gewalt gegen Christen immer weiter an. Je länger die Islamisten an der Macht waren. Und als die Christen dagegen protestierten, machten Regierungsanhänger offen Stimmung gegen Christen. Es erinnerte damals ein wenig an den Beginn unter Hitler. Wo, ganz am Anfang, erst einmal Stimmung gegen Juden gemacht wurde. Bevor dann später die Millionenfachen Morde folgten.

Insofern haben die Kopten in Wirklichkeit keine Wahl. Würde man jede Partei zur nächsten Wahl zulassen, würden alle Ungebildeten (Ägypten hat einen großen Prozentsatz Analphabeten) und auch viele gebildete Moslems wieder islamistisch wählen. Und die Jagd auf Christen wäre erst recht eröffnet. Weil der Staat sich dann - bestenfalls - überhaupt nicht um die Christen kümmern würde. Schlechtestenfalls sie mit jedem Mittel als Religion auszulöschen versuchen würde. Mit Vertreibung, Druck die Religion zu wechseln oder Terror. Von Staatsseite oder staatsnahen Gruppierungen.

Hier geht es um schlimm (Sisi) oder noch schlimmer (eine islamistische Regierung, die ihre Gesetze vom Koran – für sie Gottes, nicht diskutables, Wort – ableitet). Und die Stimmung wird nicht besser werden. Denn Ägypten ist überbevölkert und hat damit nicht mehr genügend bewässerbares Land um allen Arbeit zu geben. Und in Zeiten der Not, werden gerne Minderheiten erst zu Sündenböcken und dann zu Opfern gemacht. Wobei leider viele Suren im Koran die Verfolgung von Christen erlaubt. Also einige täter glauben, sich bei ihren Verbrechen auf Suren berufen zu können. Und so versuchen ihre Verbrechen, als religiös-moralisch notwendig zu rechtfertigen.

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neanderspezi 11.12.2016, 17:23
4. Attentate gegen Gläubige dürften vorwiegend von religiöser Unduldsamkeit herrühren und darin konnten sich die Muslimbrüder gegen Kopten nicht genug austoben

Die Bereitschaft, Anschläge in Ägypten zu verüben, scheint nach wie vor sehr groß zu sein und dies besonders heimtückisch und leidenschaftlich gegen Kirchen und Kapellen, wenn die Gläubigen dort ihren Gottesdienst abhalten. Bei der Vielzahl an Gotteshäusern dürfte es der Militärregierung unter al-Sisi schwerfallen, ausreichend Schutz für die Kirchgänger vorzuhalten und speziell den koptischen Christen beizustehen, wobei die dazu benötigten Ordnungskräfte womöglich noch bevorzugte Anschlagsziele für terrorbereite Gruppierungen im Land darstellen dürften, bevor sie sich an die Gläubigen heranmachen würden. Vielleicht würden Terroristen die Gelegenheit auch gern benützen, um sowohl den staatlichen Bediensteten als auch den Gläubigen mittels Doppelschlag ihren tödlichen Vernichtungseifer vorzuführen. Das nach derartigen Anschlägen aufruhrartig gegen die Regierung gewettert wird mit dem Hinweis, den Schutz der Bevölkerung zu vernachlässigen, dient der Kundgebung allgemeiner Frustration, die gewöhnlich durch Ordnungskräfte im Zeichen der Trauer geduldet werden muss. Al-Sisi ist eben doch kein Tausendsassa und Heilsbringer, der die Entwicklung in Ägypten per Dekret auf Hochglanz bringen kann, was vermutlich mit der gesellschaftlich und wirtschaftlich vernachlässigten Entwicklung zurückliegender Jahrzehnte zusammenhängen dürfte.

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360° 11.12.2016, 17:27
5. Nicht erst mit der Machtübernahme durch Sisi, gab es Terror gegen Christen.

Schon mit Machtübername der Islamisten in Ägypten stieg die Gewalt gegen Christen immer weiter an. Je länger die Islamisten an der Macht waren. Und als die Christen dagegen protestierten, machten Regierungsanhänger offen Stimmung gegen Christen. Es erinnerte damals ein wenig an den Beginn unter Hitler. Wo, ganz am Anfang, erst einmal Stimmung gegen Juden gemacht wurde. Bevor dann später die Millionenfachen Morde folgten.

Insofern haben die Kopten in Wirklichkeit keine Wahl. Würde man jede Partei zur nächsten Wahl zulassen, würden alle Ungebildeten (Ägypten hat einen großen Prozentsatz Analphabeten) und auch viele gebildete wieder islamistisch wählen. Und die Jagd auf Christen wäre erst recht eröffnet. Weil der Staat sich dann - bestenfalls - überhaupt nicht um die Christen kümmern würde. Schlechtestenfalls sie mit jedem Mittel als Religion auszulöschen versuchen würde. Mit Vertreibung, Druck die Religion zu wechseln oder Terror. Von Staatsseite oder staatsnahen Gruppierungen.

Hier geht es um schlimm (Sisi) oder noch schlimmer (eine islamistische Regierung, die ihre Gesetze vom Koran – für sie Gottes, nicht diskutables, Wort – ableitet). Und die Stimmung wird nicht besser werden. Denn Ägypten ist überbevölkert und hat damit nicht mehr genügend bewässerbares Land um allen Arbeit zu geben. Und in Zeiten der Not, werden gerne Minderheiten erst zu Sündenböcken und dann zu Opfern gemacht. Wobei leider einige Suren im Koran die Verfolgung von Christen erlauben. Also manche Täter glauben, sich bei ihren Verbrechen auf Suren berufen zu können. Und so versuchen ihre Verbrechen, als religiös-moralisch notwendig zu rechtfertigen.

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wutbürger2010 11.12.2016, 17:36
6. Verfolgung von Christen

Zitat aus #2: "Die christlichen Gemeinden in Ländern wie Ägypten, Syrien und dem Irak, die es dort schon länger gibt als die Christen in Europa und länger als der Islam überhaupt existiert sind in diesen Tagen zum ersten Mal seit fast 2000 Jahren vom Verschwinden bedroht."

Mir tun die überwiegend friedlichen Kopten leid. Sie sind eine der ältesten christlichen Gemeinden und werden seit vielen Jahren verfolgt und auch getötet. (Näheres hierzu einfach googeln).

Warum nur scheint dies in der heutigen Medienlandschaft kaum noch auf Interesse zu stoßen ?

Die EU besteht aus überwiegend christlichen Staaten. Das Christentum ist Teil unserer Kultur und Gebräuche. Die Christen haben sehr lange benötigt, um ihren Gott weitgehend zu zähmen. Davon ist der Islam noch lange entfernt.

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docker 11.12.2016, 18:24
7. Bedrohung seit langem

Wir habe bei Arbeiten in Ägypten bereits in den 80-er Jahren von koptischen Kollegen erfahren müssen, dass sie tagtäglich Anfeindungen ausgesetzt sind. Besonders ein Archäologe aus Alexandria hat von verbalen und physischen Attacken berichtet, mit denen aufgehetzte Moslems koptischen Männern und Frauen das Leben unerträglich gemacht haben. Das Verständnis , das wir den hierzulande lebenden Moslems - selbst noch in strafrechtlichen Fällen - entgegenbringen ist selbst im schlechtesten Fall um vieles besser als das Verständnis ägyptischer Moslems für ihre meist rechtschaffen lebenden koptischen Landsleute.

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SeasickSteve 11.12.2016, 19:29
8. Das Schweigen ...

Zitat von wutbürger2010
Mir tun die überwiegend friedlichen Kopten leid. Sie sind eine der ältesten christlichen Gemeinden und werden seit vielen Jahren verfolgt und auch getötet. (Näheres hierzu einfach googeln). Warum nur scheint dies in der heutigen Medienlandschaft kaum noch auf Interesse zu stoßen ?
unserer Medien zu diesem Thema ... nun ja, was kann man aus der Ecke schon erwarten:

Viel ärgerlicher ist aber die erbärmliche Leisetreterei der hiesigen Kirchenfürsten. Kein gesellschaftspolitisches Thema (Ökumene, Islam, Rechtsextremismus, Wehrdienstverweigerung, Homo-Ehe etc.) zu dem sich Frau Käßmann oder ihre Nachfolger im Amte auf protestantischer Seite, Schneider bzw. Bedford-Strohm oder z.B. Kardinal Marx auf katholischer Seite nicht lautstark geäußert hätten ... bisweilen in äußerst irritierender Weise (Käßmann/ Afghanistan).

Geht es aber um die Verfolgung von oder gar um Leib und Leben angeblich ihrer Glaubensbrüder z.B. jetzt in Ägypten oder wie nach der Ermordung eines Salesianer-Priesters und vier indisch-stämmiger Missionsschwestern im März diesen Jahres in einem Altenheim im Jemen, hört bzw. liest man von den Genannten kein einziges Wort.

Es scheint, als habe nicht nur die AfD eine krude Vorstellung von dem, was sich christlich-abendländischer Wertekanon nennt.

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kapt.iglo 11.12.2016, 19:48
9.

Hoffentlich wird die Menschheit irgendwann erwachsen und schafft die Religionen endlich ab.

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