Forum: Politik
Terrorbekämpfung: Prävention statt Panik
AFP

Wer den Terror besiegen will, muss die Bedürfnisse der Terroristen verstehen - und ernst nehmen. Wenn den westlichen Gesellschaften die Kraft fehlt, so zu denken, werden sie den Kampf verlieren.

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mwroer 08.06.2017, 13:43
1.

So und wo war nun die Idee zur Lösung? 'Sich um sie kümmern' .. fein. Wie? Extremsport steht jedem offen - können sie alle tun.
Warum sind es denn meistens junge Männer aus dem nahen und mittleren Osten die sich abgehängt fühlen? Es gibt genug Deutsche die sich genau so fühlen - wie viele rennen mit Bomben in die nächste Moschee und morden im Namen des Christentums?
Die jungen Männer sind zu verhaftet in ihrer Kultur und die wird, auch wenn das vielen wieder nicht gefallen wird, bestimmt durch den Islam. So wie unsere Kulturen in Mitteleuropa immer noch hauptsächlich geprägt sind vom Christentum.

Ich bin nicht bereit mehr Islam oder nahöstliche Kultur in unsere Kultur einfließen zu lassen. Ganz einfach. Wer hier nicht mit der Kultur und den ungeschriebenen Regeln des zusammen Lebens klar kommt der soll sich ein Land suchen das für ihn passt, wo er sich wohlfühlen kann und nicht den Drank verspürt mit einem Lastwagen in die nächste Ansammlung von komplett unschuldigen Menschen zu fahren.

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Edgard 08.06.2017, 13:48
2. Bislang hat...

... jeder (bewaffnete) Kampf gegen den Terror letztendlich verloren - vor allem wenn dieser ideologisch/religiös begründet ist. Menschen die mit Todesverachtung Anschläge verüben - womit will man die bedrohen?
Und kein Terrorregime (wie auch im NS-Staat nachvollziehbar) hat es geschafft Opposition auszulöschen.

Ergo - Augstein sei Dank daß diese Debatte wieder mal hochkommt. Daß man Menschen die "einfache Lösungen" suchen - ob sie nun Bush, Trump, LePen, Wilders oder Höcke heißen und deren Hinterherläufer nicht beeindrucken kann - das sollte klar sein.
Aber das macht die Sache nicht falsch.
Und ist dieser weg zwar unpopulär und schwer - aber er ist der einzige mit einer Lösungsperspektive.
Alles Andere ist nur den Kollateralschaden zusammenzukehren.

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tränengas 08.06.2017, 13:49
3. Wer radikalisiert wen?

"Islamisierung der Radikalen", für diese These spricht meines Erachtens wenig. "Radikalisierung des Islam", dafür spricht die weltweite Entwicklung des politischen Islamismus, beispielsweise der Kurs Erdogans, die Angriffe auf Kopten in Ägypten und die zunehmende Intoleranz in Indonesien. Die Entwicklung in Europa scheint mir eher eine Folge dieser internationalen Bewegung zu sein, verstärkt durch Migration aus Gebieten mit inner-islamischen Konflikten.
Der islamische Terror entspringt offensichtlich einer breiten Sympatisanten-szene, die durch den internationalen Wahabismus gefördert wird. Wir müssen diesen Sympathisantensumpf austrocknen.

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KlausMeucht 08.06.2017, 13:53
4. Prävention und Repression

Prävention und Repression widersprechen sich nicht. Wir brauchen beides.
Kriminelle hart bestrafen ist nicht falsch. Aber natürlich hat es Ursachen wenn 20 jährige sich selber in die Luft sprengen. Diese Ursachen müssen wir verstehen. Verstehen heisst aber nicht Verständnis für die Taten aufbringen.

Terrorismus ist die Waffe des armen Mannes, Krieg die Waffe des Reichen. Beides ist höchst unmoralisch. (Irgendwo kürzlich gelesen)

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noethlich 08.06.2017, 13:54
5. Augstein hat Recht

Ich freue mich, mal wieder einer Ihrer Kolumnen zustimmen zu können. Religion hat zwar vielleicht nicht "nichts" mit Terrorismus zu tun, aber sie ist definitiv nicht dessen Ursache. Volle Zustimmung auch dazu, dass es sich bei diesen Jungs meistens um orientierungslose Menschen handelt, um die sich gekümmert werden muss. Es gibt Studien dazu, wie junge Menschen aus Problemfamilien und problematischen Verhältnissen es schaffen können, diesem Teufelskreis zu entrinnen. Eine Konstante bei allen ist eine positive, empathische Bezugsperson, die in die richtige Richtung weist und sich aufrichtig engagiert. Wo die Familie das nicht leisten kann, muss der Staat einspringen. Das ist leider teuer und die Ergebnisse lassen lange auf sich warten, weit länger als eine Legislaturperiode...

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whitemouse 08.06.2017, 13:56
6. Unlogisch

Augstein schreibt kluge Beiträge. Dieser gehört nicht dazu. Es mag sein, dass vielleicht die Entwicklung zum Terroristen im einen oder anderen Fall in andere Bahnen geleitet werden kann. Das schützt uns aber nicht vor den Terroristen, die es gibt. Und natürlich braucht es Schutzmaßnahmen. Gehen Sie in Moskau in ein Kaufhaus, werden Sie flughafenähnlich kontrolliert. Daran muss man sich gewöhnen, findet es aber nach ein paar Tagen gut und richtig und fragt sich, warum bei uns alles so lax läuft. Freiheit ist doch oft nichts als eine hohle Sprechblase. Ohne Sicherheit gibt es keine Freiheit.

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Freier.Buerger 08.06.2017, 13:57
7. RAF und Kommunismus

Zitat von docmillerlulu
... Prävention leider Arbeit bedeutet und nicht Profit. Mit Prävention kann man zwar Probleme lösen, leider aber keine Bürger drangsalieren und überwachen. Fast alle Attentäter der letzten Zeit waren den Behörden bekannt und waren auch erreichbar gewesen. Es wäre ein leichtes solche Gefährder nicht mit einem 15 Mann Team zu bespitzeln, sondern von einem Sozialarbeiter "in die Mangel" zu nehmen......
Wie wurde der Kampf gegen den RAF Terrorismus gewonnen? Durch Sozialarbeit oder durch den Kampf gegen den Terror UND gegen den Kommunismus?
Der Kommunismus im Osten und die RAF starben doch irgendwie gleichzeitig.
Wieso also kämpft der Westen nicht genauso gegen den Islam genauso wie er von 1950 bis 1989 gegen den Kommunismus gekämft hat?

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seinedurchlaucht 08.06.2017, 13:57
8.

"Das sind also gefährdete und gefährliche junge Männer, um die sich die Gesellschaft kümmern muss." - Prima Idee. Vielleicht sollte man sich lieber fragen, ob diese jungen Männer geeignet sind für unsere Gesellschaft und nicht besser in den Ländern aufgehoben sind, aus denen sie bzw. ihre Vorfahren kommen. Asiaten und andere Ethnien kommen bestens hier klar, jeder kann hier etwas aus sich machen. Auch ohne Betreuer.

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spon_2316845 08.06.2017, 13:59
9. Nichts gegen Prävention aber ...

Der Anschlag im Iran ist bis jetzt der erste in diesem Land und das, obwohl im ganzen Nahen Osten sich ständig irgendwelche Verrückte in die Luft jagen und der Iran auf jeden Fall Ziel des IS ist. Warum ging das solange gut? Weil im Iran kontrolliert wird wie blöd. Meist ob Frau auch wirklich keine Haare zeigt, aber eben auch ob jemand was komisches machen will.
Deutschland dagegen ist auf Google Street View ein weisser Fleck, weil Google es aufgegeben hat, gegen jede Klage eines paranoiden Häuschenbesitzers vor Gericht zu ziehen, bloss weil der Angst hat, die Nazis und der Überwachungsstaat kommen wieder, wenn man sein Haus fotografieren darf.

Natürlich wollen wir keine Verhältnisse wie im Iran. Spart auch Personal bei der Polizei, wenn wir keinen Kleidervorschiften kontrollieren muss. Sicher ist Prävention gut. Nicht nur Terroristen, sonder auch "normale" Amokläufer werden dazu, weil man es zulässt, dass da Menschen - meist junge Männer - langsam in die Perspektivlosigkeit abgleiten. Wir sollten uns wirklich klar werden, das jung, männlich, kein Beruf, kein Geld, keine Partnerin, kein Sex die Attribute des gefährlichsten Wesens sind, das dieser Planet kennt.

Aber hören bitte auch mit dieser Datenschutz-Paranoia auf. Ich jedenfalls würde es begrüssen, wenn die DNA aller Bürger gespeichert würde. Von allen die ins Land einreisen wollen, ganz besonders von allen Flüchtlingen, ist das ein absolutes Muss. Fingerabdrücke wird in den USA ja schon gemacht, warum nicht auch DNA. Was ist gegen ein paar Kameras mehr im öffentlichen Raum einzuwenden? Was gegen Aufzeichnung von Internet- und Mobilfunkverkehr beim kleinsten Verdacht?
Die Behauptung, aufrüsten bei Überwachung hilft nichts, wir brauchen Prävention ist grottenfalsch. Es braucht beides.

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