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Thailands Ex-Regierungschefin: Der Acht-Milliarden-Dollar-Prozess
REUTERS

In Thailand fällt das Urteil im Korruptionsprozess gegen die ehemalige Premierministerin Shinawatra: Eine Verurteilung könnte den Konflikt zwischen Arm und Reich vertiefen. Doch auch ein Freispruch hätte Folgen.

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kumi-ori 24.08.2017, 20:36
1.

Man kann die Methode, den Bauern Preise über dem Weltmarkt zu zahlen, um die heimische Landwirtschaft zu stützen. für richtig oder für falsch sein. Auch Japan beispielsweise schützt seine heimische Reiswirtschaft. Ich bin darin kein Experte, aber ich denke, selbst wenn man diese Politik ablehnt, kann man daraus nicht automatisch einen Straftatbestand ableiten. Eine Militärdiktatur hingegen ist in jedem Falle ein kriminelles System. Die EU hätte gegenüber den derzeitigen Machthabern schon längst ihre deutliche Missbilligung aussprechen müssen.

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aurelis 24.08.2017, 21:06
2. Nur Negatives = keine Glaubwürdigkeit

Ok, abfällige Äußerungen sind, wie schon von anderen erwähnt, in Asien allgemein unbeliebt. Seit dem Militäreinfluss wird Majestätsbeleidigung konsequenter verfolgt. Wenn jemand über Negatives berichtet, sollte er auch mal über Positivesschreiben. Thailand ist ein wunderbares Land. Es schwamm auf der Korruption und drohte im Chaos zu versinken bevor das Militär eingriff. Seither wurde viel gegen die Korruption unternommen. Höchste Polizeioffiziere wurden samt Familienmitgliedern eingesperrt und die veruntreuten Vermögen konfisziert. Illegal erbaute Luxussiedlungen wurden abgebrochen und die Naturschutzgelände wieder hergestellt, usw. In Pattaya war ein 5-stöckiges Hotel genehmigt. Ein 7- und ein 13-stöckiges waren gebaut worden. Jetzt wird das 13-stöckige abgerissen und das 7-stöckige auf 5 Stockwerke zurück gebaut. Das Militär hat z.B. riesige Aktionen zum Fangen des korrupten Abts der Dhammakaya-Sekte und zur Eindämmung der Sekte unternommen. Man sagt, diese Sekte handelt mit Ablässen wie bei uns die Kirche im Mittelalter.
Die militärische "Supervision" ist ein Segen für das Land! Um so länger sie erhalten bleibt, um so besser für die Mehrheit der Bevölkerung und das Land.

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Garda 24.08.2017, 21:09
3. Militär

Zitat von kumi-ori
Man kann die Methode, den Bauern Preise über dem Weltmarkt zu zahlen, um die heimische Landwirtschaft zu stützen. für richtig oder für falsch sein. Auch Japan beispielsweise schützt seine heimische Reiswirtschaft. Ich bin darin kein Experte, aber ich denke, selbst wenn man diese Politik ablehnt, kann man daraus nicht automatisch einen Straftatbestand ableiten. Eine Militärdiktatur hingegen ist in jedem Falle ein kriminelles System. Die EU hätte gegenüber den derzeitigen Machthabern schon längst ihre deutliche Missbilligung aussprechen müssen.
Ich weiß nur von Freunden und Bekannten, dass man mit der "Arbeit" des Militärs sehr zufrieden ist. Es wird aufgeräumt mit korrupten Funktionären und Politikern. Etwa mit der Leiterin von TAT (Tourismus), weil sie ordentlich Bakschisch kassierte. Hören wir doch endlich damit auf, unsere Demokratie-Scheuklappen auf andere Nationen und vor allem Kulturen exportieren zu wollen. Man stelle sich vor, morgen wird in Russland oder China die "Demokratie" eingeführt. Eine Katastrophe!

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hansriedl 24.08.2017, 21:33
4. Der Thailändische König

soll der reichste König der Welt sein, geschätztes Vermögen um die 30 Milliarden.
Da könnte er doch was für seine armen Bauern tun. Die werden fortlaufend über den Tisch gezogen.
Man darf sich trotz aller thailändischen Bewunderung für den König doch ein wenig wundern.
Es gibt einen Mindestlohn von 6000 Baht im Monat und dieser wird nicht immer eingehalten, das wären ca 155 Euro monatlich.

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joshuaschneebaum 24.08.2017, 21:39
5. Umbruch

Alles ist im Wandel. Thailand ist im Umbruch. Die liebe Frau Steinmetz sollte wissen, dass Korruption und Familie Shinnawat ein Wort für dasgleiche ist. Die Militärregierung in Thailand ist keine Junta im Sinne mittelamerikanischer Blutfinger. Am 23. Oktober wird der geliebte König Phumiphon verbrannt, danach ist das Spiel offen. Wollen wir hoffen, das es glimpflich ausgeht.

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hansriedl 24.08.2017, 21:42
6.

Zitat von Garda
Ich weiß nur von Freunden und Bekannten, dass man mit der "Arbeit" des Militärs sehr zufrieden ist. Es wird aufgeräumt mit korrupten Funktionären und Politikern. Etwa mit der Leiterin von TAT (Tourismus), weil sie ordentlich Bakschisch kassierte. Hören wir doch endlich damit auf, unsere Demokratie-Scheuklappen auf andere Nationen und vor allem Kulturen exportieren zu wollen. Man stelle sich vor, morgen wird in Russland oder China die "Demokratie" eingeführt. Eine Katastrophe!
Ich weiß nur von Freunden und Bekannten, dass man mit der "Arbeit" des Militärs sehr zufrieden ist. Es wird aufgeräumt mit korrupten Funktionären und Politikern.

Auch in Burma hat das Militär aufgeräumt. Nun sitzen sie am Hebel
der Macht, und nichts läuft ohne ihr Einverständnis
Die besten Geschäfte machen sie mit Thailand.

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mickey66 24.08.2017, 21:43
7. Kommentatoren haben keine Ahnung von Thailand

Frau Steinmetz, Herr Vandenhole,
Sie sollten vielleicht vor Ihrem nächsten Kommentar oder Artikel einmal ein bisschen mehr unternehmen, als nur "nachplappern".
Ich habe viele Jahre in Thailand gelebt, und kann Ihnen sagen, dass Ihr Kommentar einfach nur falsch ist.
Die "Rothemden" sind genauso königstreu wie die "Gelbhemden", der König - zumindest der ehemalig König - ist in der gesamten Bevölkerung außerordentlich beliebt. Das ist kein Zwang, das ist wirklich so.
Die Familie von Thaksin Shinawatra ist schon lange wohlhabend, aber dass es Thaksin als Polizeioffizier zum Dollar-Milliardär und reichsten Mann Thailands bringt ist doch etwas eigenartig ;-))) Wenn man weiß, wie stark die Korruption in der Polizei ist, dann allerdings versteht man das schon eher.
Bei Wahlen werden Bauern aus dem Issan (armer Nordosten Thailand's) mit tausenden von Bussen und LKWs in die großen Städte gefahren, um zu wählen. Und - Überraschung! - sie werden dafür bezahlt! Ich habe solche Geldübergaben an ganze Busladungen selbst gesehen. Das sind keine großen Summen, aber für die armen Bauern ist es wichtig. Natürlich werden diese Gelder nur gezahlt, weil die armen Bauern ihre Felder für die Wahl für einige Tage verlassen müssen, und aus schierer Dankbarkeit wählen sie dann dafür natürlich die Partei von Thaksin Shinawatra.
Ich bin kein Freund der Militärregierung, aber vieles, das Sie der Militärregierung anlasten, ist einfach Teil des Thailändischen Systems.
Einflussnahme der Mächtigen auf Justiz und Bestrafung ist nichts Neues, das gibt es jeden Tag. Es gibt übrigens mehrere Fälle - auch aus den Zeiten der Rothemden-Regierung, wo Reiche ungestraft Verkehrsunfälle oder andere Vergehen begehen konnten. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit der Militärregierung zu tun.
Majestätsbeleidigung was schon immer strafbar und wurde unter allen Regierungen extrem streng bestraft!
Keine Regierung in Thailand in den vergangenen Jahrzehnten war wirklich demokratisch, natürlich auch die Militärregierung nicht. Aber genauso wenig die Shinawatra-Regierungen, die sich die Wahlen gekauft haben.
Es wäre gut, wenn Sie sich zukünftig ein bisschen besser und v.a. neutral informieren würden, bevor Sie Kommentare schreiben, die viele Menschen lesen und hoffentlich nicht glauben.

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raoul2 24.08.2017, 23:40
8. Daß Yingluck mit ihrem Reis-"Programm"

nicht nur vor allem, sondern ausschließlich die Stimmen der armen Reisbauern im Nordosten des Landes gekauft hat, ist doch ebenso unbestritten wie der Milliarden-Verlust, der durch diese völlig verfehlte "Politik" entstanden ist.

Die Marionette des vor seiner rechtskräftig gewordenen Gefängnisstrafe ins Ausland geflohenen Ex-Premiers Thaksin hat sich niemals zu den von ihm zu verantwortenden "außergerichtlichen Tötungen" (rund 3,000 Morde allein während seines sog. "war on drugs") verhalten - geschweige denn Anstalten gemacht, die Angehörigen der Ermordeten zu entschädigen.

Ganz im Gegenteil: Die sog. "Roten" (die eher braune Kleidung tragen sollten) haben sich ("Burn, Bangkok - BURN!") bei ihrem "gerechten Kampf" gegen den demokratischen Premierminister Abhisit nicht entblödet, auf ihrem "Partei"-Kongreß bei der Verkündung, daß bei einem der vielen von "Rothemden" mit Granatwerfern ausgeführten terroristischen Angriffe zwei Kleinkinder zu Tode gekommen sind, in Jubelschreie und "standing ovations" auszubrechen.

Glücklicherweise sind diese militanten "Rothemden" inzwischen zu einer zwar weiterhin bis an die Zähne bewaffnete, aber zahlenmäßig stark geschrumpften Splittergruppe mutiert, deren übelste "Führer" (sofern sie sich nicht mit Thaksins finanzieller Unterstützung ins Ausland abgesetzt haben) mittlerweile nach mehrstufig durchgeführten Strafprozessen im Gefängnis sitzen.

Auch wenn die derzeitige Regierung nach europäischen Maßstäben nicht demokratisch an die Macht gekommen ist - die unblutige Übernahme der Regierungsgeschäfte durch Premierminister Prayuth war damals die einzige Möglichkeit, einen von Thaksin gewünschten und mit Milliarden alimentierten "Bürgerkrieg" im Keim zu ersticken.

Wer sich hier im Land mit den Leuten unterhält, stellt schnell fest, daß der Rückhalt des Premierministers auch wegen seines Kampfes gegen die überbordende Korruption nicht nur bei den sog. "Gelben" (die gibt es schon lange nicht mehr), sondern auch bei den früheren Anhängern Thaksins auf einen Wert gestiegen ist, den man beim sogenannten "Putsch" nicht für möglich gehalten hat.

Die Menschen wollen (von einer winzig kleinen aufgehetzten Minderheit mal abgesehen) einfach endlich so etwas wie Sicherheit und Ruhe beim wahrlich nicht leichten tagtäglichen (Über-)Lebenskampf, ohne damit rechnen zu müssen, von "roten" Heckenschützen aus dem Hinterhalt auf offener Straße mit Kriegswaffen angegriffen und ermordet zu werden.

Nachdem unser geliebter König nun leider vor einem Dreivierteljahr verstorben ist (wir tragen immer noch die schwarzen Schleifen zu seinem Gedenken), wollen wir uns - gemeinsam mit der thailändischen Bevölkerung - vom Kriminellen Thaksin und seiner Familie nicht in eine Situation hineinpressen lassen, die noch mehr Leid über die Menschen bringt.

Das Beste wäre, wenn Yingluck freiwillig das Land verlassen würde - genug Geld hat diese Familie ja inzwischen aus Thailand herausgepreßt und auch längst ins Ausland verbracht. Mögen sie wo-auch-immer in Frieden leben und ihre Sünden gegen das Land und seine so liebenswerte Bevölkerung überdenken. Dann hat Thailand endlich wieder eine Zukunft, die hoffnungsfroh stimmen könnte.

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halverhahn 24.08.2017, 23:43
9. Nur die halbe Wahrheit!

Kann mich hier einigen Vorrednern nur anschließen... Der hiesige Artikel ist zu einfach/zu eindimensional/zu flach...
Die politische Lage, das ganze politische System sowie die Denkweise des einfachen thailändischen Volkes/des polit. establishments und auch des Militärs lässt sich nicht in ein paar Sätzen darlegen.

Und noch einen Hinweis zu shinawatra: im hiesigen Artikel kommt sie mir fast zu gut weg! Anklage wg Korruption weil sie den armen reisbauern mehr Geld für deren Reis bezahlt hat. Also Subventionen verschleudert oder ähnlicher Tenor. Das ist auch nur die halbe Wahrheit... Ihr wird daneben auch noch erhebliche Vetternwirtschaft vorgeworfen... nämlich das ein Teil dieser staatlichen Subventionen gar nicht bei den reisbauern ankam sondern in die eigene Tasche bzw in das Portemonnaie der shinawatra-Familie verschwunden ist!

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