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"Therapien" gegen Homosexualität: Gutachter hält Spahns Verbot für verfassungswidrig
DPA

Gesundheitsminister Jens Spahn will sogenannte Konversionstherapien für Homosexuelle verbieten lassen. Doch ein Gutachter sieht in dem Vorhaben nach Informationen des SPIEGEL einen "Eingriff in die Grundrechte".

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Strichnid 14.06.2019, 21:31
80.

Zitat von gldek
Wenn eine volljährige Person mit ihrer Homosexualität unglücklich ist - weil sie etwa lieber in einer "normalen" Familie mit heterogenem Partner leben will - hat sich der Staat rauszuhalten. Es gehört ja wohl zum Selbstbestimmungsrecht, sich freiwillig einer derartigen Therapie zu unterziehen, Erfolgsausichten hin oder her.
Es gibt keine Erfolgsaussichten.

Der Mann kann ja sicher irgendwie mit der Familie weiter leben. Aber er kann seine sexuelle Orientierung nicht ändern. Sicher kann er Hilfe in Anspruch nehmen, um mit der Situation besser klar zu kommen.

Aber er sollte vor Angeboten zur Konversion geschützt werden, auf die Menschen in Situationen der Unsicherheit verfallen könnten, nur weil Leute wie Sie andeuten, diese könnten erfolgreich sein.

Da muss man ganz klar sagen: Das funktioniert nicht.

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derralfbaer 14.06.2019, 21:33
81. Auch eine freiwillige Therapie muss verboten werden!

Mich wundert, dass der Gutachter und manche Leser verlangen, dass Homosexuelle, die sich freiwillig einer Therapie unterziehen wollen, mit einer Konversionstherapie behandelt werden dürfen.
Selbst wenn Betroffene sich krank fühlen, rechtfertigt dies keine entsprechende Behandlung. Wenn ich zum Arzt gehe, in der falschen Annahme, ich hätte eine Krebserkrankung, darf er mir auch keine Chemotherapie empfehlen, wenn er feststellt, dass ich keinen Krebs habe. Wenn eine Homosexueller sich wegen seiner sexuellen Orientierung behandeln lassen möchte, muss der Arzt oder Behandler zwangsläufig feststellen, dass es sich um keine Erkrankung handelt.
Allenfalls eine Therapie zur eigenen Akzeptanz wäre evtl. eine Hilfe.

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vera gehlkiel 14.06.2019, 21:33
82.

Sorry, aber ein Gesundheitsminister, der für die Repression weiblicher Selbstbestimmung und Sexualität durch "richtig scharfe" Abtreibungsregeln eintritt, und sich dort argumentativ gewissen- und schamlos aus dem Fundus fundamentalradikaler sogenannter Lebensschuetzer bedient, macht sich lächerlich, besonders sogar gegenüber Homosexuellen, wenn er im Bezug auf das schwachsinnige Randphaenomen "Konversionstherapie" solch einen Aufriss veranstaltet. Hoffe doch, dass die meisten Homosexuellen sich verbitten, dass man ihnen hier "unter die Arme" zu greifen müssen meint. Solange der Humbug Homöopathie sogar von Krankenkassen übernommen wird, und dort Politiker*innen mit salbungsvollen Sonntagsreden als Werbetreibende an den Start gehen, kann man nichts anderes konstatieren als eine neue Luftgitarrennummer dieses aktivistisch sich heillos verzettelnden Gesundheitsministers mit überstarkem Bezug auf seine Aussenwirkung. By the Way kenne ich viel mehr als ein Wohnheim für körperlich und/oder geistig Behinderte, dem wegen Personalmangel/exorbitanter Krankenstaende die unmittelbare Schließung droht. Hier gibt es auch keinerlei Therapie mehr, sondern Wegschluss, nachdem die Klienten echt bis zur Halskrause mit Neuroleptika vollgepumpt wurden, weil kein qualifiziertes Fachpersonal mehr da ist. Nur eins von zahlreichen Beispielen zum Themenkreis "richtige Prioritätensetzung in der praktischen Politik". Das mir, weil ich ganz aktuell eben mittelbar etwas damit zu tun habe, gerade so einfällt...

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carinesophie 14.06.2019, 21:34
83. Heilpraktiker wie in Österreich verbieten

Im besten Fall schaden sie nicht, meist aber verzögern sie jede med.-ärztliche Diagnose und Therapie bei allen Krankheiten - dann ist es z.B. bei Krebs, vielen Infektionen viel zu spät. Der einfache Bürger kann oft nicht erkennen, daß es keine Heilung durch Heilpraktiker geben kann, sondern diese nur im besten Fall eine absurde From der Gesprächstherapie ist, denn Heilpraktiker dürfen natürlich keine wirksamen Medikamente verschreiben wie der Arzt. Zum Glück gibt es laut Grundgesetz auch ein Recht auf eine eig. Meinung. Bei Pädophilie ist wohl zweifelsfrei allen klar, daß das nicht normal ist... Es sollte niemand gezwungen werden für Homsexuelle Vorgesetzte zu arbeiten und dann als Hetero dauernd diskriminiert zu werden. Außerdem habe ich noch nie gesehen, daß Lesben von Schwulen irgendwie als gleichwertig akzeptiert würden. Man sollte endlich wieder eine Gleichberechtigung einführen und Heteros nicht dauernd und überall diskriminieren. Schon schlimm genug, wenn Männer wegen der Frauenquote keine Unistelle bekommen und dann die Stellen neu ausgeschrieben werden, damit wenigstens eine schlechte Frau einem guten Mann den Job wegnehmen kann.

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ebieberich 14.06.2019, 21:34
84. Umgekehrte Konversionstherapie

Diejenigen, die Konversionstherapie zur Heterosexualitaet befuerworten, wuerden dies wohl kaum tun, wenn man sie ueber Konversionstherapie zur Homosexualitaet befragt, was eigentlich schon alles sagt.

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disklord 14.06.2019, 21:43
85. Konsens

Zitat von xhinri
WIe verhält es sich eigentlich im Falle anderer sogen. “sexueller Orientierungen“ wie zum Beispiel Pädophilie / Päderastie oder auch Sodomie? Die sind zwar verboten und strafbar (war Homosexualität jahrzehntelang ja auch), aber es wäre doch interessant zu erfahren, ob auch in solchen Fällen entsprechende Konversionstherapien verboten werden sollen oder ob derartige Verbote gleichfalls einen Eingriff in die Grundrechte des Einzelnen darstellen würden.
Der Fall ist ziemlich einfach, die einen können Zustimmen, die anderen nicht. Zusätzlich gibt es bei den von ihnen angesprochenen Neigungen (wichtiger Unterschied zu Orientierung) keine Konversionstherapie. Dort zielen die Therapien auch eher darauf ab, daß der Trieb unterdrückt wird.

Kurzum: Wie die Beziehung zwischen zwei Erwachsenen aussieht geht Dritte nichts an, solange es in gegenseitigem Einverständnis passiert.

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fblars 14.06.2019, 21:45
86. Die Überschrift ist Clickbait

Die Strafbarkeit einer freiwilligen Behandlung eines Erwachsenen ist schwer zu begründen, selbst wenn diese Unsinn ist. Dies ist der Tenor des Artikels. Es handelt sich hierbei um eine Meinung in einem juristischen Disput, die Kernfrage ist eigentlich, inwieweit der Staat das Recht hat Menschen vor törichten Handlungen gegen sich selbst zu bewahren.

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spdf 14.06.2019, 21:53
87. re

Der Staat muss nur die bestehenden Gesetze anwenden. Wenn jemand eine "Therapie" für eine Krankheit anbietet, die nicht existiert, und die die zu keinem Erfolg führen kann und nur schädliche Nebenwirkungen hat, dann sollten die bestehenden Verbraucherschutzgesetze doch bereits ausreichen, das zu unterbinden.

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capote 14.06.2019, 21:55
88. Keine christlich-fundamentale Verschwörungsseite

Zitat von Strichnid
Einen solchen Unfug muss man glaube ich nicht weiter kommentieren. Von welcher christlich-fundamentalen Verschwörungsseite haben Sie diese Zahlen?
Leider ist das kein Unfug, wohlgemerkt : LEIDER ! Ich habe nichts gegen Schwule und Lesben, überhaupt nicht. Nur das ist die Wahrheit zu Geschlechtsumwandlungen. Von "Hilfe" keine Spur. Wenn ein Schwuler sich daran aufgeilt, Damenstrumpfhosen und Pumps anzuziehen, bitte schön, kann der ja machen, wenn es Ihm im stillen Kämmerlein deshalb kommt. Nur andere Schwule wollen einen Mann und Kerl im Bett und keine effeminiere Tunte, von wegen Damenwäscheträger DWT. Zu glaubn, eine Geschlechtsumwandlung führt zu einer sexuellen Dauererregung ist ein Irrtum und endet wie beschrieben, wenn der/die Betroffene erkennen muss, sich zwischen alle Stühle gesetzt zu haben.

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pethof 14.06.2019, 21:55
89. Der westliche Wertekanon ist in Gefahr

Es ist schon schizophren. Da will ein Gesundheitsminister Behandlungen per Ukas verbieten, die Betroffenen eine Möglichkeit geben, aus ihrem Dilemma auszusteigen. Hier zeigt sich doch, dass dem Minister nicht am Wohlergehen seiner Schäfchen gelegen ist, sondern dass mit aller Vehemenz an der These festgehalten werden soll, dass Homosexualität keine Krankheit sei, sondern ein Normalzustand im zwischenmenschlichen Zusammenleben. Würde man eingestehen, dass es eine möglicherweise behandelbare Krankheit wäre, würde der gesamte zurechtgezimmerte westliche Wertekanon ins Wanken geraten. Die Folgen wären ja verheerend!

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