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Theresa May und der Brexit: Ich will es aber
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Auf dem Tory-Parteitag umschmeichelt die britische Premierministerin ihre Gegner. Gegenüber der EU gibt sie sich trotzig: Brüssel soll endlich ihren Brexit-Plan akzeptieren. Warum das kaum passieren wird.

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Atheist_Crusader 03.10.2018, 21:45
10.

Was denn für ein Souveränitätsgewinn?

Gut, man muss sich von Brüssel nichts mehr sagen lassen. Andererseits ist man einer der gewichtigsten drei Mitglieder der EU. Wenn man es in der Vergangenheit verstanden hätte andere für seine Positionen zu gewinnen, dann hätte man sehr viel aktiver die Entwicklung der EU mitgestalten können. Gut, so etwas wie eine Vision hätte es dann auch noch gebraucht. "Wir lassen alles wie es ist oder drehen es sogar noch zurück!" ist nichts womit man Leute besonders begeistern kann - gepaart mit Kolonialherren-Arroganz führt das dann fast zwangsläufig zum Scheitern.
Aber um diese Souveränität zu bekommen, verlässt man den Wirtschaftsraum EU. Man tritt nicht mehr in Verhandlungen mit dem Wissen, einen halbe Milliarde recht finanzstarker Verbraucher und 4 der 8 größten Wirtschaftsmächte der Welt auf seiner Seite zu haben. Da brechen also locker 80-90% des eigenen Verhandlungsgewichts weg. Und das wird man schmerzhaft spüren, wenn man all diese angekündigt (aber sehr vaage nur als "great" bezeichnete) Handelsabkommen in Zukunft schließen will.
Die Welt schenkt einem Nichts und künftige Verhandlungspartner werden nicht den Ausbruch aus der ach so bösen EU belohnen, sondern die neue, schwächere Position der Briten gnadenlos ausnutzen um für sich selbst die größtmöglichen Vorteil herauszuschinden.

Das scheint mir doch ein reichlich jämmerlicher Souveränitätsgewinn.

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Newspeak 03.10.2018, 21:45
11. ....

@#3 three-horses

GB war vor allem ein schlechter Partner. Einer, der immer Sonderrechte wollte. Einer, der europäische Kompromisse blockiert hat. Einer, der sich immer mehr den USA angedient hat, bis hin zur Spionage befreundeter Staaten. Europa ist besser ohne die Briten dran. Und was ist daran so schwer zu verstehen: Europa ist ein Club mit Regeln. Wer die nicht befolgen will, hat darin nichts verloren. Das sollte eigentlich jedem Briten einleuchten.

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checkitoutple 03.10.2018, 21:48
12. May lebt eben auf einem anderen Planeten

Wahrscheinlich hat sie nicht verstanden das die EU eingsehen hat das der Deal mit Thatcher ein Gigantischer Fehler war.
May widerum dachte sich wohl das sie den Thatcher Betrug an der Rest EU noch topen kann.
Die Politische Landschaft in der EU hat sich aber gewandelt. In Frankreich regiert eine Partei die es damals noch nicht gab. Imd in Deutschland muessrn diegetzten Dionosaurier wie CDU und SPD fuerchen in nicht allzulanger Zeit ausserparlamentarische Oppositon machen zu duerfen.
Von daher koennen die Konzere nicht mehr den Druck aufbauen wie zu Thatchers.
Merkel kann nach den Billionen blanko Wechseln nicht noch mal das Checkbuch zuecken um alle Britischen Verpflichtungen zu bezahlen. sisehr die Auto Industrie das auch will.
Nach dem dreckigen Thatcher Deal der eine Eu der zwei Klassen geschaffen hatte. Das Luxus Mitglied England und die anderen die dafuer gerade stehen, darf es nicht nochmal geben.

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ulijoergens 03.10.2018, 21:48
13. Kenia braucht GB so wie die EU May braucht...

... anders gesagt: Kenia braucht GB so dringend wie einen Kropf.
MAYDAY MAYDAY MAYDAY

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mimas101 03.10.2018, 21:57
14. Hmm Tja

Die letzten Innovationen die mir einfallen wären die Dampfmaschine, die BBC, die britische Cuisine und den Thatcherismus. Okay die Magna Carta irgendwie auch noch die ursprünglich erstmals gesittete Umgangsformen beim britischen Hochadel einführte nebst einem Herrn Hood der im Wald mit seinen Räubern die Fürsorge etablierte.

Ansonsten bietet May - jawoll Ja: anstelle endlich Abkommen über Freihandel mit dem Rest der Welt zu präsentieren geht es auf Stippvisite in die ehemaligen Kolonien. Sollen die jetzt den Briten erneuten Wohlstand bescheren? Wohl kaum.
Bliebe als Verhandlungspartner nur die brüsseler EWG übrig (die USA wollen wir mal nach dem NAFTA v2 vergessen).

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deviet 03.10.2018, 21:58
15. Armes Großbritannien!

Das Trump nicht ganz normal sein kann nimmt man schon als selbstverständlich hin.
Neu war mir bis heute, in welcher geistiger Krise die britische Premierministerin zu stecken scheint. Wie sich die Frau zum Rednerpult bewegt hat und die Zuckungen am Pult...wer soll diese Frau denn noch ernst nehmen. Spontan schoss mir durch den Kopf: Die Frau hat doch ein Rad ab.
May vergleicht sich ab und an mit der "Eisernen Lady" Thatcher. Dabei ist es unvorstellbar, dass sich diese auch nur entfernt so zum Affen gemacht hätte.

Armes Großbritannien!

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ulrich-lr. 03.10.2018, 21:58
16. Keine Kompromisse

Zitat von stevie25
Würde man den Fraktionszwang in Westminster aufheben, gäbe es eine Mehrheit für das Modell Norwegen oder womöglich sogar ein zweites Referendum. Aber hier ist man bereit, ein Land aus machttaktischen Gründen in den Abgrund stürzen zu lassen.
Unter normalen Bedingungen würde die Vernunft siegen und beide Seiten würden aufeinander zugehen.

Doch wir leben hier im Westen nun mal seit einigen Jahren in einer Atmosphäre, die keine zwei Meinungen zu einem Thema zulässt. Es gibt nur das Richtige, ganz alternativlos. Jede Abweichung, jeder Zweifel, jeder andere Ansatz ist Gotteslästerung und muss geahndet werden. Das kriegen die Briten jetzt zu spüren.

Wir sind nicht die Bohne besser: Denn in unserer Welt ist die EU alternativlos. Wegen der Werte, die zwar kaum jemand einhält, und überhaupt. Wir hatten uns schon so auf Moldawien und Mazedonien gefreut. Danach würden wir sicherlich Nordafrika und Südamerika ins Auge fassen.

Und da platzen plötzlich die Briten mit einem Austrittsansinnen in unsere Weltbeglückungspläne hinein. Nein, die Briten haben uns nicht den Krieg erklärt. Das hätten wir ihnen vielleicht noch verziehen. Dann könnten wir die Insel militärisch besetzen und GB würde in der EU bleiben.

Aber so! Einfach austreten? Das muss bestraft werden und zwar, mit Bedingungen, die wie Sanktionen wirken.
Jetzt rächt sich, dass wir es verlernt haben, Kompromisse zu machen. Wenn wir uns im Recht fühlen - und das tun wir dauernd, bringen wir das nicht mehr fertig. Blöd, dass die Briten sich auch im Recht fühlen.

Wir Muster-EUler fühlen uns im Recht wegen unserer Werte. Die Briten hingegen, weil sie eine demokratische Abstimmung - also die Demokratie - auf ihrer Seite sehen. Auf die Idee, den Briten bei der Umsetzung einer demokratischen Entscheidung "ein Stück weit" zu helfen, kommen wir nicht.

PS. Brauchen wir wirklich noch äußere Feinde?

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deviet 03.10.2018, 22:01
17. Die hat ein Rad ab!

Zitat von ulmer_optimist
...ist natürlich ein vollwertiger Ersatz für die EU. Es ist erstaunlich, um nicht zu schreiben unfassbar, mit welcher “Gelassenheit “ Frau May dem wirtschaftlichen Desaster entgegentanzt, das mittlerweile ziemlich viele Fachleute prophezeiten.
Wer gesehen hat, wie sie sich zum Rednerpult bewegt hat, muss an der geistigen Gesundheit von May zweifeln. Vielleicht ist das die Ursache, dass sie die Realität nicht erfassen kann.

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Murmeltier 03.10.2018, 22:02
18. Unteilbarkeit

Zitat von horst67
"Die EU dagegen betont seit Beginn der Verhandlungen, dass die vier Grundfreiheiten ihres Binnenmarkts - der freie Verkehr von Waren, Geld, Dienstleistungen und Personen - unteilbar sind. " Ist das wirklich zwingend - dann wüsste ich gerne die Gründe dafür - oder ist der freie Warenverkehr, - ohne den kein Land in Europa leben kann - nur der Hebel, um die anderen Freiheiten gegenüber Ländern, die nicht von einem vereinten Europa überzeugt sindm durchzusetzen?
Das hat schon seinen guten Grund. Um ein einfaches Bild zu benutzen: Der Lastwagen mit den Waren darf durchrollen, aber der Fahrer darf nicht mit? [Personenfreizügigkeit, er ist ja immerhin ein Arbeitnehmer und nicht als Tourist unterwegs]. Und am Zielort darf er nicht ausladen? [das wäre ja eine erbrachte Dienstleistung] Und das Geld für die Ware darf auch nicht einfach überwiesen werden? [Kapitalfreiheit]
Wenn sich ein Bauunternehmen aus Deutschland um den Bau einer neuen Bahnstrecke in Schweden bewirbt, dürfen die Planer natürlich mit und vor Ort arbeiten. Und ihre Sachen mitnehmen.
Und so weiter und so fort.

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ulijoergens 03.10.2018, 22:03
19.

Zitat von Ben Neva
Die EU pokert.Sie hofft, dass sich die Briten zerfleischen und ein zweites Referendum abhalten. Deshalb auch diese Blockadepolitik der EU. Wir fassen zusammen: Die Briten haben immer bei der EU draufgezahlt (Nettozahler) und haben sich bereit erklärt die EU mit 50 Miliarden weiterzufinanzieren. Jetzt fordern die Briten das, was Merkel und Co mit den Amerikanern wollte und mit den Kanadiern jetzt vollzieht, nämlich Freihandel. Aber plötzlich ist Freihandel uncool. Die EU blockiert. Sachliche Gründe Fehlanzeige. Das Ziel ist Bestrafung. "Sollen die Briten mal sehen was sie davon haben". Die Medien berichten vom großen Streitpunkt Nordirland. Na klar. Wer das glaubt kann auch Milch und Kekse am Kamin für den Weihnachtsmann hinstellen. Die Zeit drängt und so langsam müsste es jedem EU-Parlamentmitglied einleuchten, dass heir ein Kompromiss erzeilt werden muss. Von einem zweiten Referendum zu träumen zeugt nicht von viel Intelligenz, einem Demokratieverständnis ganz zu schweigen. Sollte May von den Hardlinern abgesägt werden, haben alle verloren. Nicht nur die Briten. ALLE. Ja, auch die Deutschen. Man mag es kaum glauben. Die Briten kaufen uns vierl Waren ab die wir für unsere Überschüsse benötigen. Aber gut. Da sich das EU-Parlament eh nur noch aus arbeitslosen Gärtnern, Frührentnern und Studienabbrechern rekrutiert, deren Ziel es ist möglichst viel abzugreifen, können wir diese Weitsicht auch nicht erwarten. Und so blasen alle munter weiter ins Horn: Bestrafen ! Bestrafen ! Bestrafen!
Es ist doch logisch, dass die EU genauso pokert wie GB.
Die EU hat aber mehr zu verlieren, wenn sie bei den Grundprinzipien nachgibt. Das würde zur Erosion der EU führen. Der Laden würde faktisch zur Plünderung geöffnet. Ich bin sehr froh, dass die EU sich hier hart zeigt!
Die diffamierenden Äußerungen zum EU-Parlament (welches ja bislang nicht involviert ist) möchte ich aus Gründen der Etikette nicht kommentieren. Nur soviel: wir sind ja alle wahlberechtigt, passiv wie aktiv.

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