Forum: Politik
Theresa May und die EU-Wahl: Gute Miene, grässliches Spiel
Daniel LEAL-OLIVAS /AFP

Die Briten haben eine Wahl hinter sich gebracht, die niemand wollte. Theresa May dürfte als Premier Geschichte sein, ihr bleiben wohl nur wenige Tage. Wird es ihrem Nachfolger besser gehen? Wohl kaum.

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123rumpel123 23.05.2019, 18:32
1. es muss auf jedenfalls anders weitergehen

Wie es weitergehen soll................?
Das ist relativ einfach zu beantworten. Da der "weiche" Verhandlungskurs von May zu einem indiskutablen und unakzeptablen Austrittsvertrag geführt hat, wird der Nachfolger diesen natürlich versuchen müssen zu ändern.
Und der Nachfolger wird sich natürlich intensiv auf einen "harten Exit" vorbereiten müssen, da eine oder mehrere Austrittsverlängerungen nicht unbedingt wie bisher von Brüssel akzeptiert werden müssen.

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Watschn 23.05.2019, 18:36
2. Eine Brexit-Partei mit ca. 38-40% Wählerzustimmung ist für May das Aus

Das ist mehr als verheerend. Das sind tektonische Verschiebungen in der brit. Politlandschaft.
Tories mit ca. 6-8%, Labour mit rund 12-13%......Das sind zugegebenermassen apokalyptische Zahlen für die etablierten brit. Parteien...Und in den Niederlanden, Frankreich, Italien sieht es nicht viel anders aus. Das werden spannende Ergebnisse bis Sonnabend, meine Güte...

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Atheist_Crusader 23.05.2019, 18:52
3.

Wer auch immer sie ablöst muss auch das Brexit-Desaster zu Ende bringen - und bekommt dann auch Mitschuld an den Folgen. Nicht gerade ein attraktives Amt im Moment.

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mimas101 23.05.2019, 18:54
4. Stimmt

Nur ein ausgetauschter Regierungschef ändert nicht im geringsten was an dem britischen politischen Desaster.
Und Farages Lösung "Raus und wir machen unser eigenes Ding rein zum Wohle GBs" wird ebenfalls zu nichts führen.
Wie man der spon-Reportage, Kapitel GB, und der Textreportage über einen arbeitslosen Familienvater entnehmen konnte spart GB sowieso schon heftig bei den Ärmsten der Armen. Wobei der klassische britische Mittelstand auch nur noch auf dem Papier zu finden ist Mit dem Austritt wirds noch weiter bergab gehen, mit Garantie.

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Stereo_MCs 23.05.2019, 18:56
5. Bitte 9,4% für die Tories ...

und Frau May ist schneller weg als wir schauen können.
Wichtig ist einfach nur, dass dort endlich was passiert, die Starre aufgebrochen wird. Fast schon egal in welche Richtung.

Allerdings steigt IMO die Chance für ein neues Referendum durch solch einen Umbruch. Und das wäre der Königsweg.

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Stereo_MCs 23.05.2019, 19:03
6.

Die über 30% für diese Schrott Partei sind kein Wunder und das normalste von der Welt.
Das ist eben mindestens der Anteil der Bürger, die immer noch den Brexit wollen.
Es ist nur nicht mehr die Mehrheit. Deshalb bitte ein neues, solide formuliertes Referendum.

Allerdings ist mit den Briten kaum ein Staat in der EU zu machen, wenn 40% den Brexit immer noch wollen.
Deshalb ist ein Austritt mit möglichst geringen wirtschaftlichen Verwerfungen wohl doch besser für die EU,
als diese notorischen Störenfriede dabei zu haben. Schade.

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hausfeen 23.05.2019, 19:04
7. Das Mehrheitswahlrecht ist mitschuld.

Farage wird es abschaffen wollen, was ich hoffe. Denn er könnte letztendlich auch mit dem Mehrheitswahlrecht ganz nach oben kommen und dann sich gegen Konkurrenten absichern.

Meine These ist, dass GB mit Verhältniswahlrecht NICHT in diese Krise geraten wäre. Denn offensichtlich gehören Kompromisse nicht zur politischen Kultur des Unterhauses. Genauso wenig wie Koalitionsbildungen.

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JRUDU 23.05.2019, 19:12
8. menetekel

Ein harter Brexit würde zeigen, dass man die EU auch ohne langwierige Verhandlungen verlassen kann und die Hemmschwelle massiv senken, entweder
a) gleich auszutreten bzw.
b) Forderungen an die EU erpresserisch Nachdruck zu verleihen (Sonst treten wir auch aus!).
Die jetzt schon konfliktären Themen (Migration, Transferleistungen ...) werden dann noch virulenter. Das resultiert in zwei Szenarien: Entweder die EU schrumpft sich gesund oder Deutschland zahlt noch mehr - materiell und immateriell. Im letzteren Fall wird der bereits fragile soziale Frieden in Deutschland mit drastischen Begleiterscheinungen endgültig zerbrechen. Bedauerlicherweise halte ich letzteres für fast sicher

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KingTut 23.05.2019, 19:14
9. Wie ist das möglich?

Im Momenten wie diesem, wo der ausgewiesene Lügner und Demagoge Farage allem Anschein nach einem beispiellosen Wahlerfolg entgegensieht, raufe ich mir sinnbildlich die Haare. Farage ist jener Mann, der vor dem Brexit-Referendum den Briten versprach, dass nach einem EU-Austritt Großbritanniens täglich (!) 50 Mio. Pfund in die marode NHS flössen, um diese Zusage einen Tag nach der Wahl zurückzunehmen. Der Wähler hatte ja in seinem Sinne bei "Exit" sein Kreuzchen gemacht und war nicht weiter wichtig. Wer einmal die Fernsehreportage über die Zustände in britischen Krankenhäusern gesehen hat, der weiß, wie perfide dieses Spiel Farage's mit den Sorgen vieler Briten war. Aber anstatt sich zu schämen, grinst er frech in die Kameras. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein so hoher Prozentsatz der Briten, wenn sich die Wahlprognosen bestätigen, diesem Rattenfänger hinterherlaufen. Dies gilt auch vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sich die Tories und Labour keineswegs mit Ruhm bekleckert haben. Ihr amateurhafter Umgang mit dem Thema Brexit sollte diese Menschen aber lieber zu den Nichtwählern treiben, als zu diesem Rattenfänger, der sie schon im Brexit Wahlkampf dreist belogen hat. Dank ihrer Stimmen wird er wieder ins EU-Parlament einziehen, dort sein Gift versprühen und später eine satte Pension kassieren, die wir alle bezahlen.
Der Hauptverursacher dieses Chaos wird leider nicht genannt: David Cameron. Er hat wegen innerparteilicher Rivalitäten dieses Referendum angestoßen und damit auch die Schotten und die Nord-Iren überfahren, die er vor dieser Entscheidung hätte miteinbeziehen müssen. Das war nicht die feine englische Art. Vielleicht erkennen die Briten erst dann, was mit dem Brexit angerichtet wurde, wenn Schottland und Nord-Irland ihre Unabhängigkeit erklären. Ich wünsche ihnen bei diesem Vorhaben viel Glück und Erfolg.

Ach ja, noch ein letztes: ich würde nicht wetten, dass May's Tage gezählt sind. Denn der Spiegel gab ihr schon einmal 7 Tage und das ist schon eine Weile her. Den Tories traue ich zu, dass sie sie erneut im Amt bestätigen, während sie ihre Brexit-Pläne abservieren. Leider ist Labour nur noch ein Schatten seiner selbst. Frühere Labour MPs werden sich im Grabe drehen.

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