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Theresa Mays Brexit-Chaos: Dann eben Plan C
DPA

Theresa May wollte im britischen Unterhaus ihren Plan B für den Brexit präsentieren - stattdessen hat sie praktisch kapituliert. Nun müssen es die Abgeordneten selbst richten. Drei Ideen kursieren.

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Stephan H. 22.01.2019, 11:09
100. Das ist falsch!

Zitat von Trevor Philips
Ach so, die 39 Milliarden sind auch hinfällig bei einem harten Brexit, aber das wissen Sie ja.
Gestern hat Rees Moog in der Parlamentssitzung den selben Denkansatz vertreten wie Sie und sich eine klare Abfuhr von Frau May eingeholt. Sie hat klargegstellt, dass das House of Lords die rechtliche Situation genau geprüft hat und klar entschieden hat, dass die Austrittsrechnungen bedingt durch die bereits unterzeichneten Verträge zu bezahlen sind. Sie hat auch klar gelegt, dass UK die fälligen Verpflichtungen in jedem Fall bezahlen wird um international nicht als Vertragsbrecher dazustehen. Also bitte nicht irgendwelche Brexiteermärchen aufnehmen und ohne Fakten posten!

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seetaucher 22.01.2019, 11:19
101.

Zitat von Trevor Philips
Das ist doch offensichtlich, oder? Entgegen der Behauptung Ihres Vorgängers: "Wir bieten Ihnen genau das an, was sie wollten: den Status eines Drittstaats. Keinerlei Verpflichtungen, keine Kosten, volle Souveränität." bieten "wir" halt nicht den Status eines Drittstaates an und genau darauf wollte ich mit meiner durchaus berechtigten Frage hinweisen. Das sollten Sie ja wissen. Ach so, die 39 Milliarden sind auch hinfällig bei einem harten Brexit, aber das wissen Sie ja.
Natürlich bieten wir jederzeit den Status eines Drittstaates. Wenn aber das UK mehr als diesen Staatus haben will, dann muss eben über das "mehr" verhandelt werden.
Das können Sie doch nicht ernsthaft anders sehen.
Und worauf Sie in Ihrem EU-Hass hinweisen wollten, weiß nicht natürlich nicht. Ich mache nur deutlich, dass Sie wider besseren Wissens Behauptungen implementieren.

Wie Sie wissen, sind die 39 Mrd. bzw. die Finanzzusagen des UK gegenüber der EU bei einem harten Brexit natürlich nicht hinfällig, denn bereits gemachte Zusagen verlieren ja durch den Brexit nicht ihre Gültigkeit.
Und natürlich hat die EU gewissen Möglichkeiten, auf einen vertragsbrüchigen Partner Druck auszuüben.
Davon abgesehen wäre es für die Verhandlungen mit anderen Ländern für das UK natürlich nicht hilfreich, wenn es bezüglich der bereits gemachten Finanzzusagen demonstriert, was von vertraglichen Zusagen des UK zu halten ist.

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schwester arno 22.01.2019, 12:30
102.

Zitat von Trevor Philips
Genau das tun "wir" halt nicht, oder wie sind die 39 Milliarden, der Backstop und der Verbleib in der Zollunion sonst zu sehen?
Backstop ergibt sich aus dem Karfreitagsabkommen und 39 Mrd sind vertraglich gemachte Finanzzusagen, die sich aus der Mitgliedschaft in den letzten Jahren ergab, kapieren Sie das endlich mal und erzählen Sie nicht andauernd die Unwahrheit.

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k.Lauer 22.01.2019, 17:48
103. Brexit ohne Zollgernze zwischen den Irland?

Das liefe auf eine Quadratur des Keises hinaus. Aus der EU austreten und eine offene Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland beibehalten geht nicht. Wäre die Grenze offen, würden die Waren erst zolfrei nach Irland und von dort zollfrei in die EU gelefert werden. Niemand in GB würde direkt in ein EU-Land liefern und z.B. auf Pkw 10% Zoll bezahlen. Umgekehrt gilt das genauso. Die EU-Außengrenze würde jederzeit unterlaufen werden, was man natürlich nicht will und weshalb ein backstop und ein Verbleib innerhalb einer Zollunion vereinbart wurden.

Dass Theresa (wie auch der polnische MP mit seinem Vorschlag einer 5jährigen Befristung) nicht erkennt, dass ein Verzicht auf Lösung des back-stop-Problems nicht möglich ist. Es sei denn, dass GB in einer Zollunion mit der EU verbleibt. Alles andere liefe auf eine Quaratur des Kreises hinaus Warum erkennt Theresa das nicht? Entweder aufgrund eigener Borniertheit vor lauter Austrittsbesessenheit oder weil sie nicht die richtigen Berater hat.

Der Vorteil der Demokratie, sollte man meinen, besteht darin, dass irrationale Entscheidungen derjenigen verhindern werden können, die etwas zu sagen haben. Es wäre jedoch ein Treppenwitz der Geschichte, wenn das Musterland der Demokratie diesbezüglich zu einer Ausnahme mutieren würde.

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PeterMüller 22.01.2019, 18:04
104. @95 Trevor Philips

Zitat von Trevor Philips
Genau das tun "wir" halt nicht, oder wie sind die 39 Milliarden, der Backstop und der Verbleib in der Zollunion sonst zu sehen?
Es ist so zu sehen: Der Drittstaatenstatus ist der harte Brexit. Die Briten möchten aber - verständlicherweise - mehr behalten. Die EU kommt ihnen entgegen, denn "wir" haben das Interesse, dass in Nordirland der Krieg nicht wieder ausbricht und NI und IRL nicht mit einer harten (Zoll-)-Grenze in Schwierigkeiten trudeln. Erste Anzeichen sind schon da, wenn mich nicht alles täuscht, gab es schon einen ersten Konflikttoten. Als Lösung, damit der Brexit vollzogen werden kann, ohne dass die Zollgrenze schlagartig hochfährt, ist der Backstop mit der Verbleib NI in der EU-Zollunion. Natürlich erscheint den Briten die Verlagerung der Zollgrenze in ihr eigenes Land als unannehmbar, andererseits wollen sie gehen, nicht die EU, dass UK geht. Wäre dem so, dann wäre es logisch, die Zollgrenze auf z.B. Wunsch Irlands an deren Grenze zu Kontinentaleuropa zu legen. So oder so, es ist gruselig, wie da mit Menschenschicksalen gespielt wird, nur weil man politisch unbedingt den Austritt vollziehen will. Wäre eine Exit vom Brexit die Lösung? Wohl kaum, denn der Wählerauftrag wäre derselbe, in London wie in Brüssel. Also wäre es lediglich ein Verschieben des Unvermeidlichen und böte nur Unsicherheit. Unsicherheit aber ist der Tod der Wirtschaft, denn nichts hassen Manager mehr als Entscheidungen unter Unsicherheit. Die Briten wäre zu empfehlen, dass NI in der Zollunion bleibt, damit UK austreten kann. Dann sollten sie sich schleunigst darauf konzentrieren, neue Abkommen mit wem auch immer auf dem Erdenrund abzuschließen, auch mit der EU. Und dann, mit Glück und ihrem tatkräftigen Vermögen kann es GB gelingen, wirtschaftlich den Austritt nicht nur zu verdauen, sondern positiv zu wandeln. Und ich würde es ihnen wünschen, denn dann kann mit ihnen nicht nur auf Augenhöhe verhandelt werden, sondern auch Handel betrieben werden. Die einfache Einreise nach GB aber, die würde ich schon vermissen.

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AxelSchudak 24.01.2019, 23:38
105.

Zitat von moistvonlipwik
Nicht schlecht (ironisch). Das brtische Parlament versagt, und deshalb hat Irland zu springen. Wenn Sie gerade so in Yalta-Laune sind - vielleicht noch ein paar andere Lösungsvorschläge? Referendum in Taiwan?
Sie wissen schon, was ein Referendum ist? Man befragt die Bevölkerung. Man teilt das Land nicht einfach auf...

Da Irland ca. 85% seines Handels über das UK abwickelt, und die Iren die Grenze nicht wollen, sollte man sie zumindest über die beiden Alternativen abstimmen lassen, und sie dann als EU unterstützen. Wenn Sie eine bessere Alternative haben, her damit...

BTW: Ein Referendum in Taiwan wäre auch gut, sofern sich China verpflichtet, dass dann auch anzuerkennen.

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