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Theresa Mays Brexit-Chaos: Dann eben Plan C
DPA

Theresa May wollte im britischen Unterhaus ihren Plan B für den Brexit präsentieren - stattdessen hat sie praktisch kapituliert. Nun müssen es die Abgeordneten selbst richten. Drei Ideen kursieren.

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ollifast 21.01.2019, 21:16
50. Plan D

Großbritannien bleibt in der EU und wirft May und ihre ganze Brexit Bagage in den Tower. Darauf wird es hinauslaufen, gut, ok, nicht direkt Tower, aber Schmach und Schande. Letztlich hat Großbritannien keine andere Wahl. Es gibt schlicht keine Lösung außerhalb der EU, die nicht zum sofortigen Ruin des Landes führen würde und zu dessen Zerfall. Alles andere ist Träumerei.

Das weiß Brüssel und selbst wenn Brüssel sich bewegen wollte, sie können es nicht. Denn GB ist ohne enge Anbindung an die EU in der heutigen Welt wirtschaftlich nicht überlebensfähig. Das hat auch Norwegen erkannt, auch die Schweiz, die praktisch alle EU Regeln direkt übernehmen. Und das zeigt die britische Regierung jeden Tag erneut, die können es einfach nicht. Es fehlt an allem ohne die EU.

Ich glaube noch nicht mal ein Wiederaufflammen des Bürgerkriegs an der Grenze GB/Irland, die Nordiren werden der Zentralregierung einen Vogel zeigen und gemäß Karfreitagsabkommen per Referendum mit wehenden Fahnen nach Irland überlaufen. Danach sagt dann Schottland Good Bye und das wars dann endgültig mit dem Empire.

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barbar 21.01.2019, 21:23
51. Irland den Iren

Plan X: Nordirland an Irland geben, mit den eingesparten Subventionen von £10.8 Mrd. pro Jahr (The Irish Times, 8.12.2018) die Brexit-Versprechungen von Boris Johnson erfüllen und den Backstop unter den Tisch fallen lassen. (Fast) alle happy!

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brux 21.01.2019, 21:25
52. Na ja

May weiss 2 Dinge genau:
1. Ohne das Überleben in der eigenen Partei geht für sie gar nichts. Das hat Priorität und ihre Partei will einen Austritt.
2. Die Briten ahnen nicht einmal annährend, wie dramatisch no deal sein wird. Das ändert sich aber mit der Nähe zum Termin. In 6 Wochen werden alle ihren deal gut finden und zustimmen.

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taglöhner 21.01.2019, 21:25
53.

Mein Gott liebe Brexiteers, zieht das verrückte Ding doch einfach erst mal zurück, denkt nach, rechnet alles durch und in fünf Jahren könnt ihr dann immer noch einen neuen Austritt erklären, falls ihr in die Pötte kommt.

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Tirila 21.01.2019, 21:32
54. Schuld ist die EU.

Jeder der den Inhalt des backstop versteht weiß, das es GB so sehr benachteiligt, das er völlig inakzeptable ist. Es ist ein unbefristeter unkündbarer Vertrag, der GB quasi zur EU Kolonie macht. Im britischen Parlament gibt es noch Parlamentarier mit eingenen Gehirn. Für die EU offenbar undenkbar.

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deraltetom2 21.01.2019, 21:34
55. May tut in dieser Situation wohl das einzig richtige

Man kann ihr kaum vorwerfen, dass Sie jetzt nicht in der Lage ist, die eierlegende Wollmilchsau aus dem Hut zu zaubern. Aber: Ihr ewiges Zeitspiel, mit dem sie ergebnislos versuchte, erst Druck auf die EU und dann auf das britische Parlament aufzubauen, wird jetzt zum Problem. Deshalb wird sie als Regierungschefin nicht mehr tragbar sein. Allein: Im Moment hat das britische Parlament wichtigeres und dringenderes zu tun, als die Premierministerin abzusägen. Insgesamt ist es aber heute in meinen Augen ein guter Tag für GB und die EU: Ein Austritt ohne Deal scheint mir nun sehr unwahrscheinlich. Eher kommt die Rolle rückwärts.

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GustavN 21.01.2019, 21:35
56.

May wird zum Opfer ihrer eigenen Feigheit: Vor zwei Jahren hätte sie den Träumern, die sich vom Brexit blühende Landschaften verschafft haben, sagen müssen, dass dies nicht passieren wird. Stattdessen hat sie in Großbritannien der Partei und den Wählern weiterhin dieses Hirngespinst eingeimpft, obwohl der Input der EU ein ganz anderer war. Schlussendlich ist sie dann aus Brüssel mit genau der Vereinbarung zurückgekommen, die ihr die EU schon Jahre vorher als einzige Möglichkeit aufgezeigt hat. Aber durch Mays Lügen waren Partei und Wähler natürlich fassungslos ob dieses Abkommens - und jetzt steht sie dumm da.

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andre.adrian.399 21.01.2019, 21:38
57. Weisheit liegt in der Menge der Ratgeber

Die Überschrift ist aus der Bibel. Und wo gibt es mehr Ratgeber wenn alle Parlamentarier sich Gedanken machen über ihren Brexit und ihre Zukunft bei der nächsten Wahl? Der englischen Demokratie nachzusagen das nur die Regierung die Politik macht ist doch höchst unfair. Nicht jeder Regierungschef in UK war/ist Winston Churchill Material. Und vielleicht öffnet die Schwäche von May wirklich einen Brexit oder NO-Brexit über die Lagergrenzen hinaus. Die Lager in UK spielen gerne das wenn du dafür bist, bin ich dagegen Spiel.

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hopfenundmalzverloren 21.01.2019, 21:45
58. Ich finde das alles unendlich traurig

Ich kenne einige Briten und habe früher auch viele Jahre lang mit welchen zusammen gearbeitet. Denen, die ich kenne, dürfte das Bild, welches ihr Parlament seit geraumer Zeit abgibt, so peinlich sein, dass sie darüber wohl kaum sprechen möchten.

Viele Jahre lang gab es reichlich Diskussionen in Grossbritannien über die Zukunft der Monarchie. Diese gehen wohl inzwischen völlig unter im Zweifel über die Zukunft der dort praktizierten Demokratie.

Meine grösste Sorge besteht nicht bezüglich der letztendlich zustande kommenden Art des Austritts, falls er nicht sogar abgesagt oder verschoben wird, sondern im Zusammenhang mit der immer sichtbareren Spaltung der britischen Gesellschaft. Es ist ja nicht so, dass nur "die Engländer", "die Nordiren", "die Schotten" und "die Waliser" als unterschiedliche Interessensgruppen auftreten, die Spannungen ziehen sich ja offensichlich allerorts quer durch die Lande.

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markususa 21.01.2019, 21:47
59.

Die Zeit laeuft ab.
Es gibt nur zwei Moeglichkeiten. Harter Brexit oder Artikel 50 widerrufen und in der EU bleiben.
Es bleibt spannend bis zum 29 Maerz.

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