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Thomas de Maizières Leitkultur: "Wir sind nicht Burka"
DPA

Ist denn schon wieder Wahlkampf? Haltung, Leistung, Patriotismus - mit solchen Schlagworten füllt Thomas de Maizière einen Zehn-Punkte-Plan für eine deutsche Leitkultur. Kritik weist der Innenminister vorsorglich zurück.

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nic 30.04.2017, 10:27
1. Zur Rolle der Religion schreibt der Innenminister, sie müsse Kitt...

Glücklicherweise wenden sich immer Menschen von Religion ab. Religion ist etwas für das Mittelalter aber nicht für das 21. Jhr. Die Aufklärung sollte doch langsam überall in Deutschland angekommen sein.

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Suppenelse 30.04.2017, 10:38
2. Selbstverständlichkeiten

De Maizières Beitrag ist im Grunde eine Auflistung purer Selbstverständlichkeiten, auch wenn diejenigen aufheulen werden, die die Unterschiedlichkeit (nicht "Überlegenheit"!) von Kulturen negieren und zum Begriff "Nation" ein völlig gestörtes Verhältnis haben - und die zwar Menschenrechte und freiheitliche Demokratie gut finden, die Einforderung dieser Werte gegenüber Zuwandern aber aus falsch verstanderer Toleranz bekämpfen.

In der Tat ist die Debatte viele Jahre alt, auch wenn schon Friedrich Merz damals Recht hatte. Und allmählich scheint ein Umdenken stattzufinden - man würde sich freuen (und würde mit Sicherheit auch der AfD das Leben deutlich schwerer machen), wenn das ganze auch praktisch im Alltag greifbar wäre und angewandt würde. Hier können wir von anderen Ländern noch einiges lernen.

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fraenki999 30.04.2017, 10:43
3. Religion als Kitt der Gesellschaft...

Kann ich nicht unterschreiben. Und er sicher auch nicht. Wie sich die C-Pateien im Umgang mit den Flüchtlingen geoutet haben hat mit Religion umd insbesondere dem Christentum wohl eher nichts zu tun. Na ja, der Begriff ist ja auch nicht gesetzlich geschützt...

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Lion 30.04.2017, 10:45
4. Ist das alles, was ihm einfällt?

Wir sind nicht Burka? Wir geben uns die Hand und sagen unseren Namen? Dann gehört die Hälfte der Deutschen nicht zu Deutschland! Und ein Großteil meiner Nicht-Deutschen Schüler gehört dann dazu! So flach ist diese Vorstellung, dass es kein Wunder ist, wenn politische Hetzer (die einen Einbürgerungstest wahrscheinlich nicht bestehen würden) es leicht haben, die deutsche Leitkultur (die es im übrigen so nicht gibt) mit Inhalten zu füllen. Wie wärs damit: wir sind eine demokratische Gesellschaft von Bürgern, die in einer auf dem Solidarprinzip basierenden sozialen und demokratischen Gesellschaft zusammenleben. Diversität kann und soll gelebt werden, solange die Freiheit anderer nicht beeinträchtigt wird. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind, wie bei unseren französischen Nachbarn die fundamentalen Werte unserer Gesellschaft. denn unsere Werte basieren auf dem Grundgesetz, das dringend modernisiert werden muss, da es nur von "Deutschen" und nicht von Bürgern dieses Landes spricht....etc. pp. Offenbar hat sich der Innenminister keine Mühe gegeben, Plattitüden zu vertuschen, weil er ja nur für die Bild-Zeitungsleser gesprochen hat. Oder hat er einfach nicht mehr zu bieten? Wenn das sein Beitrag zum anstehenden Wahlkampf ist............

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Gitta Geier-Eggebrecht 30.04.2017, 10:49
5. Leitkultur

Jetzt wird schon wieder dieser unsägliche Begriff aus der Mottenkiste des Nationalkonservatismus geholt: Eine offene Gesellschaft zeichnet sich - im Gegensatz zu einem totalitären Staat - dadurch aus, daß der Staat oder die Partei niemandem vorschreibt, wie er zu grüßen hat. Der Handschlag ist reine Privatsache. Das gleiche gilt natürlich auch für Kleidervorschriften. Die Burka ist genauso legitim wie der Minirock. Wenn Bildung und Erziehung ein Wert sind und kein Instrument, dann frage ich mich, wieso Flüchtlinge mit der Forderung nach dem deutschen Spracherwerb unnötig unter Druck gesetzt werden. Das Erlernen einer Sprache beruht auf Freiwilligkeit. Nicht nur Kirchtürme prägen unsere Kultur, auch Minarette gehören heute schon an vielen Orten zur selbstverständlich gelebten Kultur in Deutschland. Will denn de Maizière hinter den Satz zurückgehen: "Der Islam gehört zu Deutschland."?

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benny_na_lievo 30.04.2017, 10:51
6. Recht über Religion?

"Grundlage für den religiösen Frieden im Land sei der 'unbedingte Vorrang des Rechts über alle religiösen Regeln im staatlichen und gesellschaftlichen Zusammenleben'" - Aber sicher. Darum dürfen katholische Betriebe Menschen entlassen, die neu heiraten. Oder jemanden erst gar nicht einstellen, weil er evangelisch ist. Was hat der Mann genommen? Ansonsten muss man offensichtlich mittlerweile im Wahlkampf so weit nach rechts ausgeholen, erst recht, wenn man die Leser der BILD am Sonntag für sich an die Urne bringen will. Vorwärts in die düstere Vergangenheit!

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franz.v.trotta 30.04.2017, 10:53
7. Leidkultur

"Am deutschen Wesen mag die Welt genesen" verkündete 1861 Emanuel Geibel in seinem Gedicht "Deutschlands Beruf". Es folgten 1870/71, 1914-18 und 1939-45. - Von "deutscher Leitkultur" hat heute so mancher, im Inland wie im Ausland, die Nase voll.

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hadriani 30.04.2017, 10:53
8. danach bin ich nur bedingt Deutscher ...

weil ich nicht grundsätzlich die Hand gebe ... und ich habe auch nicht die Absicht dies zu ändern. Ich finde es auch stellenweise grauenhaft bei bestimmten Anlässen, sämtliche abgetaschten halbschweissigen Hände zu drücken. Und was die Kultur und Bildung anbelangt ... da hat so mancher Deutscher Nachholbedarf, der ansonsten groß mit "seiner Deutschen Leitkultur" hausieren geht. Weiter ist Deuschland seit 1803 säkularisiert. Religionen sind ein Teil Deutschlands. Aber in einer Zeit, in der die religionsbedingten Feiertag fast nur noch als zusätzliche Urlaubstage oder heimische Arbeitstage umgesetzt werden, besteht die Religionsfreundlichkeit nur noch auf dem Papier. Der Leitkulturgedanke zum Bereich Deutsche Geschichte .... na da dürften sich auch einige "Doitsche" ziemlich schwer tun .. und wären damit keine "Deutschen" im Sinne des Ministers.

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supergrobi123 30.04.2017, 10:54
9. Wir brauchen mehr Atheismus!

Religion ist der Grund für die schlimmsten Gewaltausbrüche, für Diskriminierung, Intoleranz und Hass! Die glücklichsten Länder der Welt sind gleichzeitig die atheistischsten. Das müssen wir als Ziel haben! Kampf gegen die rückwärtsgewandten Menschen, die an unsichtbare Zauberer glauben, hin zu einem modernen Humansimus, der auf gesundem Menschenverstand beruht! Grundvoraussetzung dafür ist natürlich eine klare Trennung zwischen Staat und Kirche. Diese scheint Herr de Maiziere stattdessen durch einen "Kitt" ins Gegenteil verkehren zu wollen. Schlimm!

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