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Thomas de Maizières Leitkultur: "Wir sind nicht Burka"
DPA

Ist denn schon wieder Wahlkampf? Haltung, Leistung, Patriotismus - mit solchen Schlagworten füllt Thomas de Maizière einen Zehn-Punkte-Plan für eine deutsche Leitkultur. Kritik weist der Innenminister vorsorglich zurück.

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thinkbeforeyouwrite 30.04.2017, 11:09
20. Nicht ganz richtig

Zitat von Lion
Wir sind nicht Burka? Wir geben uns die Hand und sagen unseren Namen? Dann gehört die Hälfte der Deutschen nicht zu Deutschland! Und ein Großteil meiner Nicht-Deutschen Schüler gehört dann dazu! So flach ist diese Vorstellung, dass es kein Wunder ist, wenn politische Hetzer (die einen Einbürgerungstest wahrscheinlich nicht bestehen würden) es leicht haben, die deutsche Leitkultur (die es im übrigen so nicht gibt) mit Inhalten zu füllen. Wie wärs damit: wir sind eine demokratische Gesellschaft von Bürgern, die in einer auf dem Solidarprinzip basierenden sozialen und demokratischen Gesellschaft zusammenleben. Diversität kann und soll gelebt werden, solange die Freiheit anderer nicht beeinträchtigt wird. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind, wie bei unseren französischen Nachbarn die fundamentalen Werte unserer Gesellschaft. denn unsere Werte basieren auf dem Grundgesetz, das dringend modernisiert werden muss, da es nur von "Deutschen" und nicht von Bürgern dieses Landes spricht....etc. pp. Offenbar hat sich der Innenminister keine Mühe gegeben, Plattitüden zu vertuschen, weil er ja nur für die Bild-Zeitungsleser gesprochen hat. Oder hat er einfach nicht mehr zu bieten? Wenn das sein Beitrag zum anstehenden Wahlkampf ist............
Im großen und Ganzen stimme ich Ihnen zu, auch mir fehlt jeder Hinweis bei de Maiziere auf einen solidarischen und rechtsstaatlichen Ansatz, den das GG liefert. Seine "Leitlinien" könnten die für eine CDU-Mitgliedschaft sein, nicht jedoch für eine offene Gesellschaft. Wo ich Ihnen nicht zustimme, das ist der Passus, in dem Sie beklagen, das GG spreche nur von Deutschen. Das ist definitiv falsch. Nehmen Sie allein die Grundrechte, die gelten bis auf wenige Ausnahmen universal, Maßstab allen Handelns ist das Gebot, die Menschenwürde zu achten in Artikel 1. Hier gibt es absolute Deckungsgleichheit mit dem universellen Menschenrecht, übrigens auch der UNO-Charta.

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SnapStall 30.04.2017, 11:13
21. Und da soll Atheismus helfen?

Zitat von supergrobi123
Religion ist der Grund für die schlimmsten Gewaltausbrüche, für Diskriminierung, Intoleranz und Hass! Die glücklichsten Länder der Welt sind gleichzeitig die atheistischsten. Das müssen wir als Ziel haben! Kampf gegen die rückwärtsgewandten Menschen, die an unsichtbare Zauberer glauben, hin zu einem modernen Humansimus, der auf gesundem Menschenverstand beruht! Grundvoraussetzung dafür ist natürlich eine klare Trennung zwischen Staat und Kirche. Diese scheint Herr de Maiziere stattdessen durch einen "Kitt" ins Gegenteil verkehren zu wollen. Schlimm!
Was Sie sagen stimmt schon - aber aber es ist nur die Hälfte der Wahrheit oder ein Viertel. Denn Religion ist auch der Grund für Nächstenliebe und Menschenfreundlichkeit, die viele Menschen an den Tag legen und die unsere Gesellschaft auch zusammenhalten.
Und andersherum: Atheistisch ist ganz oft auch die Grundlage von menschenverachtenden Gesellschaftssystemen gewesen wie Nationalsozialismus und Kommunismus.
Sorry, aber diese Formel 'Atheismus ist besser als Religion' geht einfach nicht auf. Es sind beides Weltanschauungen, und bei beiden kommt sehr darauf an, wie man sie auslegt und lebt.

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IMOTEP 30.04.2017, 11:15
22. Glaube

Die Worte hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Was Maizieres in seinem 10 Punkte Programm fordert sind Selbstverständlichkeiten die jeder autarke Staat einfordert. Aber wie schaut es mit der Demokratischen Umsetzung dann aus. Wenn man sich anschaut wie von den Institutionen bestehende Gesetze angewandt, b.z.w. nicht angewandt werden, oft Willkür herrscht, wird wohl ohne umfassende Weiterbildung der Beamtenschaft ein weiter so angesagt bleiben.

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derschnaufer 30.04.2017, 11:17
23. Aber Hallo,

in nem halben Jahr ist Wahl.
Es wird doch niemand hier auch nur annähernd glauben dass unser großer Innenminister eine solche Leitlinie anstoßen würde , wäre bis dahin noch 3 Jahre Zeit.
Und dann auch noch über die Bild am Sonntag. Nicht etwa über die Funke Mediengruppe.

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Tacitus73 30.04.2017, 11:18
24. Wer garantiert uns eine offene, tolerante Gesellschaft?

Natürlich ist Wahlkampf - in 5 Monaten ist Bundestagswahl! Im Übrigen sind es Selbstverständlichkeiten, die de Maiziere da von sich gibt - in jedem anderen Land würden sie nicht bestritten. Es sollte doch klar sein, dass Einwanderer sich an die Regeln zu halten haben, die in der Mehrheitsgesellschaft gelten. Für Deutschland heißt das nicht, dass jeder Schweinebraten essen muss. Es heißt aber, dass man unsere Verfassung nicht nur respektiert, sondern lebt, und nicht Religionsfreiheit über fundamentale Rechte wie persönliche Freiheit, körperliche Unversehrtheit und Gleichberechtigung stellt. Denjenigen, die davor warnen, dies von Einwanderern einzufordern, die sich immer gegen ein Burkaverbot und eine Leitkulturdebatte stellen, möchte ich gerne ein paar Fragen stellen: Möchten Sie denn gerne Burka und Niqab immer öfter in deutschen Städten sehen? Soll das hier normal werden? Das Argument ,Scheindebatte´ überzeugt nicht: Erstens habe ich in der beschaulichen Kleinstadt, in der ich lebe, schon Frauen mit Niqab gesehen, wenn auch nicht oft. Zweitens geht es auch darum, wie sich unsere Gesellschaft in Zukunft entwickelt. Die Zahl muslimischer Einwanderer ist hoch: Viele fliehen vor genau dem religiösen Fanatismus, der z.B. mit der Vollverschleierung verbunden ist; andere leben ihn. Wir haben die Verantwortung, genauer hinzuschauen. Eine weitere Frage lautet: Wer kann denn garantieren, dass unsere Gesellschaft durch den Zuzug vornehmlich muslimischer Einwanderer offener und toleranter wird? Wieso soll das ein Selbstgänger sein? Können Sie garantieren, dass nicht das Gegenteil der Fall sein wird? Vor allem auch dann, wenn wir nichts dafür tun, dass unsere fundamentalen Wertevorstellungen erhalten bleiben und gelebt werden?

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kael 30.04.2017, 11:20
25. Floskeln

Mit solchen banalen Floskeln könnte in Kitas und Grundschulen die "Kultur" der deutschen Gesellschaft erörtert werden.
Eine "Leitkultur" beinhaltet eher die intellektuelle Identität als nur Namensnennung und Händeschütteln. Dabei sind aber wenigstens der früher obligatorische "Diener" (Knaben) und der "Knicks" (Mädchen) auf der Strecke geblieben. Welch ein Fortschritt!

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allessuper 30.04.2017, 11:21
26. ich stimme Ihnen nicht zu:

Zitat von nic
Glücklicherweise wenden sich immer Menschen von Religion ab. Religion ist etwas für das Mittelalter aber nicht für das 21. Jhr. Die Aufklärung sollte doch langsam überall in Deutschland angekommen sein.
Offizielle Zahlen von Mitgliedern einer vom Staat nicht getrennten Kirche, welche im hohen Maße von Steuergeldern profitiert, besagt nichts über den Glauben von Menschen aus, sogar eher immer weniger. Und zweitens: was soll dann statt Religion kommen?
Religion heißt etymologisch "sich wieder verbinden". Das ist etwas, was Menschen brauchen. Die Religion, wie sie jetzt von unseren "staatlichen Kirchen" gelebt wird (Stichwort Kindesmißbrauch, Stichwort Franz-Peter Tebartz-van Elst in Limburg, Stichworte gibt es genug) hat als Institution in der Tat schwer versagt, auch wenn Einzelne sehr gute Arbeit leisten. Parteien, die das Christentum im Namen tragen, benutzen es nur noch als Schutzschild für ganz andere Ziele und Aktivitäten. Aber was denn statt dessen? Wir Menschen brauchen eine gemeinsame Basis, die auf Ethik beruht. Sie wird nicht außen gelebt, wie man oft genug an der Rechtsprechung messen kann, wenn sie nicht schon innen zum Tragen kommt. Wo soll Ethik und Gemeinwohl denn in jungen Jahren gelehrt werden? Wo soll das geübt werden, wenn "oben" das Gegenteil vorgelebt wird? Allein die primitive Formulierung eines doch gebildeten De Maizière zeigt ein Grad an Dekadenz, die schwer wieder zu korrigieren sein dürfte. "Wir sind nicht Burka". Ich frage mich, wie ein Politiker dazu kommt, sich dermaßen dämlich primitiv zu äußern.

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joG 30.04.2017, 11:23
27. Ja, unbedingt!....

.... Eine schwache Kultur braucht eine solche Liste. Eine Regierung, die dem Volk vorschreibt, was ihre Kultur sein soll. Es ist wunderbar gerade in einem Staat, das selbst vor kurzee Zeit 1989 ansehen konnte, was aus Ländern wird, deren Regierung es als notwendig ansieht seinem Volk eine Kultur vorzuschreiben.

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lookinside13012 30.04.2017, 11:25
28.

Zitat von Gitta Geier-Eggebrecht
für Kleidervorschriften. Die Burka ist genauso legitim wie der Minirock. Wenn Bildung und Erziehung ein Wert sind und kein Instrument, dann frage ich mich, wieso Flüchtlinge mit der Forderung nach dem deutschen Spracherwerb unnötig unter Druck gesetzt werden. Das Erlernen einer Sprache beruht auf Freiwilligkeit.
Eigentlich haben Sie recht,doch weder Burka noch Minirock gehören zur Ausstattung einer Polizistin oder Richterin.
In der Freizeit,jeder wie er will doch als öffentliche Person gibt es doch Grenzen,oder etwa nicht?

Zur Sprache kann ich nur sagen,dass es kein überflüssiger Druck ist.
Für den (späteren) Berufsweg ist es unerlässlich die deutsche Sprache zu beherrschen,zu mindestens in den Grundzügen.
Es ist auch eine Frage des Respekts die Sprache eines Landes zu erlernen,wenn man in diesem Land sein Leben gestalten möchte.

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citizen01 30.04.2017, 11:27
29. Schon eigenartig, wie einieg Foristen hier geradezu allergisch reagieren, ...

... sobald jemand Selbstbewußtsein zeigt und andere dazu auffordert. Klar, daß von den Kritikern auch die spezielle Vergangenheit dazu hervorgeholt wird. Die mögen sich damit trösten, daß vor lauter Selbstverachtung in absehbarer Zeit die Nationalhymne umgeschrieben, wenn nicht abgeschafft wird und Patriotismus ins Strafgesetzbuch aufgenommen wird. So als Anfang ...

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