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Thüringens Ministerpräsident: Ramelow wirbt für neue Nationalhymne
Michael Reichel/ DPA

Geht es nach Bodo Ramelow, würde in Deutschland künftig eine neue, "wirklich gemeinsame" Nationalhymne gesungen. Er singe zwar die dritte Strophe - könne "das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden".

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helro56 10.05.2019, 17:28
110. vor allem als Politiker sollte Ramelow wissen ...

dass die Erstfassung der deutschen Nationalhymne nichts , aber auch gar nichts mit der DDR zu tun hat, weil vorhehr ein geeintes Land !!
man kann es verstehen, dass eine Reduzierung des Textes aufgrund geschichtlicher Gegebenheiten
stattgefunden hat, aber den Text zu verunstalten nach ''PC''wäre ein unglaublicher Vorgang der Arroganz der Geschichte gegenüber ! im allgemeinen entsteht der Eindruck, dass Politiker/rinnen NICHTS anderes zu tun
haben, Texte /Wörter/Bezeichnungen nach Ihrem Geschmack anzuprangern und damit wichtig zu machen!
wirkliche wichtige politische Probleme werden NICHT angegangen und bleiben dadurch auf der Strecke!!

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markus_wienken 11.05.2019, 02:23
111.

Zitat von Miere
Es war respektlos, einfach zu verlangen, dass die Ostdeutschen die West-Hymne übernehmen mussten. Besser jetzt spät als nie. Aber eine völlig neue Hymne wäre mir zuviel Aufwand. Warum nicht die erste Strophe der Ost-Hymne nehmen ("Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt") und die dritte der aktuellen? Das ist zusammen nicht zu lang, das kann man sich noch gut merken. Für die Melodie würde ich eher zur östlichen tendieren, weil die extra dafür komponiert wurde und nicht für Gott erhalte Franz den Kaiser oder woher die Westhymne sonst kommt. Sofern man das so hinbiegen kann, dass beide Texte darauf passen.
Meiner persönlichen Meinung nach sollte eine Hymne zeitlos sein und keinen Bezug zu konkreten Gegebenheiten haben, welche im Laufe der Zeit automatisch verblassen.
"Auferstanden aus Ruinen" ....? Welche Ruinen? Der Krieg ist lange vorbei.
"Einigkeit und Recht und Freiheit" hat zwar auch einen historischen Bezug (Vielvölkerstaat Deutschland), ist aber so allgemein formuliert, dass sich damit eigentlich jeder Bürger (eigentlich sogar weltweit) identifizieren kann.
OK, nun kann man natürlich auch argumentieren, dass der spezifisch deutsche Bezug fehlt...

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harald_maier 11.05.2019, 07:38
112.

Zitat von JonnyKarton
Also das ist ja wohl ein schlechter Scherz! Selbst die erste Strophe des Deitschlandliedes hatte eine friedliche, innenpolitische Intention und die heutige Nationalhymne mit der dritten Strophe natürlich sowieso. Der Text unserer Nationalhymne ist absolut friedlich und wesentlich weniger "unmoralisch", kriegerischer oder nationalistischter als viele andere Hymnen. Nämlich genaugenommen überhaupt nicht! Dass irgendwann mal Nazis das auch gesungen haben, also bitte?!? Dann sollten wir vielleicht bald alle Englisch sprechen, weil die Nazis deutsch gesprochen haben. Oder die Autobahnen dichtschütten, weil diese daran ihren Anteil hatten. Das ist ja wohl absolut lächerlich hoch 10! Mehr Erinnerung und Gedenken, als es in Deutschland betrieben wird, ist überhaupt nicht möglich. Aber einfach alles zu streichen, weil zufällig auch Nazis "es genutzt haben". Unglaublich. Und in der Nationalhymne ein Wort wie couragiert zu benutzen was nicht deutsch ist, also echt!
Diese so "friedliche" erste Stophe umreißt die Grenzen Deutschlands mit geografischen Punkten die heute (sehr) weit außerhalb dieses Landes liegen Die Memel etwa fließt durch Weißrussland, Litauen und Russland (Oblast Kaliningrad). Das ist das Hauptproblem damit. Und natürlich ist "Deutschland über alles in der Welt" ein nationalistischer Ansatz, der aus dem 19. Jahrhundert stammt. Dinge, die man sich angesichts der deutschen Geschichte dringend knicken sollte. Da hat Ramelow völlig recht.

Es war wohl eine Bauch-Entscheidung Adenauers, der wir zu verdanken haben, daß sich West-Deutschland damals keine neue Hymne gab. Angeblich hatte er Sorge, der Karnevalssong "Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien" würde sonst Hymne. Was natürlich Quatsch ist. Schaut man sich jedoch die Mengen von Alt-Nazis in seiner Regierung und Verwaltung an, so ahnt man, was wirklich Grund dafür war - eben der Erhalt alter nationalistischer Symbole. Die Diskussion kommt also nicht von ungefähr.

Die Österreicher haben das - wieder mal (wie schon bei den "Stalin-Noten") - besser gemacht. Obwohl nur "mitgehangen" im 2. Weltkrieg, brachen sie mit der alten Geschichte und schufen eine neue Hymne:

https://de.wikipedia.org/wiki/Österreichische_Bundeshymne

Die klingt nicht nur besser als die deutsche, sie hat auch einen wunderbaren Text.

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harald_maier 11.05.2019, 07:45
113.

Zitat von willhelm.schmitz
Am besten direkt die DDR Hymne nehmen, dann kommt der Ramelow auch nicht aufs Ungewohnte.... und auch die Kanzlerin kann das noch mitsingen...
Wieder mal wunderbar ein westdeutsches Klischee über Ostdeutsche bedient. Bravo!

Dumm nur daß Ramelow ein Wessi ist..... wußten Sie nicht? Dann fragen Sie sich mal, warum Sie so wenig darüber wissen...

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harald_maier 11.05.2019, 08:16
114.

Zitat von k70-ingo
Wobei der Grüne Pfeil sich im Westen nie etablieren konnte. Es wurde vereinzelt versucht, aber die Pfeile wurden aufgrund fehlender Akzeptanz irgendwann wieder abgebaut. Ich verweigere mich dem Grünen Pfeil aus prinzipiellen Gründen. Und mein Sandmännchen bleibt das vom NDR.
"Aus prinzipiellen Gründen" aha... Das erklärt vieles! Es wird alles abgelehnt was aus dem "falschen Deutschland" kommt, nicht? Egal, ob es im Einzelfall besser war/ist. Damit haben Sie treffend das Hauptproblem der "deutschen Einheit" auch im 29. Jahr umrissen.

Aber wunderbar, wie Sie den Wessi-Witz aus Dresden untermauern daß die berühjmte "dauerrote Ampel" nach ebenfalls 29 Jahren abgerissen (und die Straße verschlossen!!) werden mußte - "es waren einfach zuviele Wessis vor dem Grünen Pfeil verhungert"....

:-D

Kleiner Scherz - aber bei der Vorlage mußte der jetzt sein.

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ewiges-rot-an-dresdner-ampel-hat-ein-ende-genommen-14435741.html

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wenzel2 11.05.2019, 08:22
115. Orientierung erforderlich?

Zitat von titzck
Titzck: Vielmehr braucht ein Staat Identifikationspunkte, an denen man sich orientieren kann. EINIGKEIT, RECHT UND FREIHEIT, das sind doch erstrebenswerte Dinge."
Die ganze Debatte wurde von Ramelow übernommen, nachdem selbst Herr Höcke in Bayern auf einer AFD-Wahlveranstaltung beim Absingen der 1. und 2. Strophe etwas verunsichert auftrat und dies auf WELT-Online - wie erwartet - zu massenhaften, rechten, wohlwollenden Komentaren führte.
Es geht offenbar nicht um den Text in Strophe 3 "Einigkeit und Recht und Freiheit", sondern um den Text der 1. Strophe, der immer wieder bei rechten Aufmärschen und wie beschrieben inzwischen auch auf AFD-Veranstaltungen zum "deutschen Sang" gehört.
Es gibt halt immer wieder Idioten, die sich auch an dieser Strophe - nicht nur geografisch - orientieren und solche Identifikationspunkte brauchen.

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