Forum: Politik
Thüringens Ministerpräsident: Ramelow wirbt für neue Nationalhymne
Michael Reichel/ DPA

Geht es nach Bodo Ramelow, würde in Deutschland künftig eine neue, "wirklich gemeinsame" Nationalhymne gesungen. Er singe zwar die dritte Strophe - könne "das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden".

Seite 8 von 12
Anno2012 09.05.2019, 11:02
70.

Gerade die alte, vorbelastete Hymne ist m.E. ein guter Erinnerungsanker für jeden Deutschen. Vom Hambacher Fest über WK I zur gutgedachten Weimarer Republik über WK II zur Bundesrepublik. All das kann man, sehr gut und plastisch darstellen und unseren Kindern erklären.
Ich halte es für falsch, unnötig zu modernisieren, wo kein Bedarf besteht. Wir haben in Deutschland genügend echte Baustellen, da sollte kein verantwortlicher Politiker Zeit für so einen Firlefanz finden.

Wenn Herrn Ramelow so an Hymnen liegt, sollte er vielleicht zunächst die Verfassung Thüringens ändern und das Rennsteiglied oder "Thüringen, holdes Land" als Hoheitszeichen aufnehmen.

Anno2012

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fördeanwohner 09.05.2019, 11:02
71. -

Zitat von marty_gi
Ich bin nicht aus dem Osten, aber ich singe die Hymne auch nicht. Ich singe keinerlei Nationalhymnen, da die ueberholter nationalistischer Quatsch ist, an dem weiter festzuhalten nur von denen propagiert wird, die geistig noch nicht auf dem Level angekommen sind, dass wir Menschen eigentlich alle auf einem Planeten leben und uns nur gemeinsam damit arrangieren koennen. Diese ganze Abgrenzung zu anderen ist Unsinn - alles, was wir wirklich benoetigen, sind Verwaltungseinheiten, um uns "regeln" zu koennen - aber diese Einheiten muss man nicht besingen.
Ich mag auch das Schleswig-Holstein-Lied, stellen Sie sich vor! Ich finde die italienische Nationalhuymne toll und mag sogar "God save the Queen/King".
Ich bin für ein vereintes Europa und finde Abspaltungsbestrebungen a la Katalonien doof. Hymnen sind eine Möglichkeit, regionale Identitäten, die es nun einmal gibt!, in einem großen Ganzen zu ermöglichen.
Ich bin nicht stolz darauf schleswig-holsteinisch, deutsch oder europäisch zu sein, aber ich bin anders als jemand mit bayrischer, französischer oder asiatischer Identität, nicht besser. Und trotz Hymne, stellen Sie sich vor, habe ich kein Problem damit, andere in ihrer Andersartigkeitzu akzeptieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
k70-ingo 09.05.2019, 11:23
72.

Zitat von Michael Uhl
Welche bessere Hymne hätte den Herr Ramelow? So eine reine Kritik ohne konstruktiven besseren Vorschlag bringt nichts.
Hoffentlich nichts mit hohen Fahnen und geschlossenen Reihen.
Aber bei der heute grassierenden Geschichtsvergessenheit weiß man nie...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
g_bec 09.05.2019, 11:24
73. Einigkeit und Recht auf Freizeit

Sieben Seiten Kommentare und niemand geht auf das Argument Ramelows ein, dass sich viele in seinem Bundesland (und den anderen ostdeutschen Ländern) mit der Hymne nicht anfreunden können, weil sie den Einwohnern dort fremd bleibt und sie auch noch belastet ist.
Ramelows Argument verstehe ich durchaus, im Familienkreise ist es tatsächlich so, dass diejenigen mit Ostherkunft dieser Hymne wenig abgewinnen können. Gerade die Älteren in der Verwandtschaft haben die "Westhymne" immer auch mit dem Dritten Reich in Verbindung gebracht, als Vertriebene aus den Ostgebieten besonders schmerzlich für sie, da diejenigen, die einst mit Inbrunst die 1.Strophe sangen, für den Verlust der Heimat verantwortlich waren und diese 1990 eben wieder gefühlt am Drücker waren.
Hinzu kommt ja das oft konstatierte Gefühl der "feindlichen Übernahme" und der Geringschätzung der Lebensleistung der Ossis bzw. die fehlende Wertschätzung, was sich eben auch in der Hymne zeigt, die den Ossis eben auch übergestülpt wurde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
stelzerdd 09.05.2019, 11:49
74. überflüssige Diskussion

Zitat:"Ich singe die dritte Strophe unserer Nationalhymne mit, aber ich kann das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden", sagte der Linke-Politiker der "Rheinischen Post""

Ramelow kann Bilder hören? Dann verhört er sich aber sehr. Die Nazis haben das Singen der 3. Strophe des Deutschlandlieds nämlich tunlichst vermieden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
berlin.georg.boroviczeny 09.05.2019, 12:20
75. Geschichte lernen

sehr geehrter Herr Ramelow,
erst Mal die Geschichte (kennen)lernen:
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben hat das "Lied der Deutschen", geschrieben 26. August 1841 auf Helgoland, als Sehnsuchtslied in einer Zeit geschrieben, als Deutschland in diverse Kleinstaaten zerfallen war und die Debatte um kleindeutsche (Führung Preußen, ohne Österreich) oder großdeutsche (mit Österreich) Lösung ging.
Dass es später reichlich missbraucht wurde... ja, dafür können aber Autor und Lied nichts.
Die 'Ode an die Freude', Schiller, Vertonung Beethoven, mag ich zwar (incl. 9. Symphonie) gerne, aber auch nicht das Gelbe vom Ei als Hymne.
Wenn Sie die Frage gestellt hätten: brauchen wir eine Nationalhymne, würde ich klar antworten: nicht unbedingt.
Aber so, kann halt bleiben

Beitrag melden Antworten / Zitieren
carlitom 09.05.2019, 12:26
76.

Zitat von pförtner
nachholbedürftig, genau so wie eine neue Verfassung in geheimer und freier Wahl.
Wir HABEN eine Verfassung. Mag Ihnen entgangen sein, weil Sie "Grundgesetz" heißt und Sie vielleicht öfter mal in Geschichte und Gemeinschaftskunde gefehlt haben, aber es ist und bleibt eine Verfassung und sie gilt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pittiken 09.05.2019, 12:26
77.

Zitat von klapo
... aber weniger wegen der Frauen sondern wegen der Migranten. Wäre mein Vater hier nicht geboren würde ich das aus sachlichen Gründen auch nicht mitsingen. Brüderlich kann bleiben. Auch Frauen können sich brüderlich verhalten, genau wie Männer zB mütterlich, das ist nicht diskriminierend sondern wertschätzend dem jeweiligen Geschlecht gegenüber.
Ach, die Migranten wieder mal.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
carlitom 09.05.2019, 12:28
78.

Zitat von odensaker
Aber Einigkeit und Recht und Freiheit- sind das nicht die Werte für die 1989 die Bürger der DDR auf die Straße gegangen sind?
Nicht diejeningen, die jetzt in der Partei "Linke" sind (ehemalige SED, ehemalige PDS). Das waren die anderen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
carlitom 09.05.2019, 12:32
79.

Zitat von g_bec
Sieben Seiten Kommentare und niemand geht auf das Argument Ramelows ein, dass sich viele in seinem Bundesland (und den anderen ostdeutschen Ländern) mit der Hymne nicht anfreunden können, weil sie den Einwohnern dort fremd bleibt und sie auch noch belastet ist.
Doch unendlich oft wurde darauf eingegangen. Es ist nicht zu verstehen, dass jemand sich mit "Einigkeit und Recht und Freiheit" nicht anfreunden können sollte (auch in Thüringen nicht) und dass die Hymne belastet ist, ist - auch das mehrfach angeführt - gerade ihre Stärke. Dass im Osten Geschichtsvergessenheit ein Positivmerkmal ist, ist halt sehr speziell. Aber aufrechte Demokraten finden sowohl an den Worten wie daran, dass mit Singen dieser Hymne auch die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte gegenwärtig werden (und an sie erinnert wird) nur Positives.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 12