Forum: Politik
Tillich-Rücktritt in Sachsen: Höchste Zeit
DPA

Die überraschende Rücktrittsankündigung des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich ist der richtige Schritt: für ihn, für seine Partei und für den Freistaat.

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GeMe 18.10.2017, 19:23
1. Wer kommt nach Tillich?

Vielleicht kommt ja jemand, der auf dem rechten Auge nicht ganz so blind ist wie Herr Tillich. Zu wünschen wäre es dem Land Sachsen. Ich vermute aber, dass die Menschen dort, das gar nicht wollen.

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peter.di 18.10.2017, 19:26
2. Höchste Zeit?

Das mag sein. Allerdings war das am 24.9. eine Bundestagswahl. Zu sagen, es wäre ungerecht, die Verantwortung dafür alleine bei Tillich abzuladen halte ich daher für eine Untertreibung.

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jacky99 18.10.2017, 19:51
3. Die Menschen

dort, wollen vor allem eines nicht; überhebliche Kommentare aus dem Westen. Davon gab und gibt es wirklich genug. Der Rücktritt von Herrn Tillich ist wirklich überfällig, jedoch ich befürchte, dass sein Nachfolger, Herr Kretschmer nicht wirklich besser ist. Er brauchte wohl nur einen neuen Posten, da er in seinem Wahlkreis Görlitz abgewählt wurde. Ober sticht wohl wieder einmal Unter. Besser wäre gewesen, den unseligen Westexport, Finanzminister Unland endlich abzustoßen. Er hat mit seiner Sparpolitik wesentlich zu den Mißständen bei Polizei und Lehrern beigetragen. Ach ja, die ja seit ein paar Jahren nicht mehr in der Regierung sitzende FDP nicht zu vergessen, denn sie war der eigentlich treibende Keil für den Abbau der Staatsdiener in Sachsen und die Zusammenlegung kleinerer Dienststellen und so hauptverantwortlich für das fast völlige Fehlen von Polizei in den Grenzregionen. Wird eine Bevölkerung dermaßen vorgeführt und mit ihren Problemen allein gelassen, braucht man sich über das Wahlergebnis nicht zu wundern. Mit Michael Kretschmer nun nur ein neues Gesicht zu bringen wird wohl nicht genügen. Was hat er denn als CDU-Generalsekretär positives für seine Heimat getan?

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umbhaki 18.10.2017, 19:59
4. Leider wohl nicht

Zitat von GeMe
Vielleicht kommt ja jemand, der auf dem rechten Auge nicht ganz so blind ist wie Herr Tillich.
Beim derzeitigen Nachrichtenstand soll Tillichs Nachfolger Michael Kretschmer werden. Wenn das so ist, wird sich Ihre Hoffnung nicht nur nicht erfüllen, sondern es wird das genaue Gegenteil eintreten.

http://www.tagesspiegel.de/politik/pegida-freital-meissen-heidenau-wie-die-cdu-in-sachsen-mit-fremdenhass-umgeht/12271564.html

Seit es Pegida gibt haben viele CDU-Politiker Sachsens ein Maß an Verständnis für diese "besorgten Bürger" ausgedrückt, das mit Solidarität gleichzusetzen ist.

Die AfD "bekämpfen" die nur, weil sie den CDU-Amigos angestammte Pfründe wegnimmt. Deshalb haben die auch nicht das kleinste Problem damit, die Positionen der AfD zu übernehmen

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swf3 18.10.2017, 19:59
5. Biedenkopf hat die Rechtsradikalen

ebenfalls gewähren lassen und Milbrandt hat sich ihnen auch nicht in den Weg gestellt. Tillich, dem alten Wendehals jetzt für das starke abschneiden der AFD die Verantwortung zuzuschreiben, greift zu kurz. Kurt Biedenkopf hat dieses Bundesland geprägt und geformt. Wenn er jetzt Tillich in einem Interview das Format eines Ministerpräsidenten abspricht, dann ist das ziemlich billig. Biedenkopfs verstorbener Mentor und Schwiegervater Dr. Fritz Ries hätte bestimmt großen Gefallen am völkischen Treiben im Freistaat........

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observerlbg 18.10.2017, 20:03
6. Und nun wird alles besser?

Das rechts Anbiedern hat also nichts gebracht, deshalb wird es jetzt in Bayern wiederholt. Oder anders: wenn ich das Original wählen kann, wozu dann die Kopie? Stanislaw Tillich entspricht so gar nicht dem typischen Rechtsaußen, der er gerne sein wollte. Daher war er der falsche Mann, das hat er nun eingesehen. Aber was kommt nun? Ich vermute mal, an Neuwahlen wird eher nicht gedacht?

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haarer.15 18.10.2017, 20:06
7.

Zitat von GeMe
Vielleicht kommt ja jemand, der auf dem rechten Auge nicht ganz so blind ist wie Herr Tillich. Zu wünschen wäre es dem Land Sachsen. Ich vermute aber, dass die Menschen dort, das gar nicht wollen.
Es soll jemand kommen, der sein CDU-Direktmandat bei der BTW verloren hat. Das Aus für den Bundestag. Das ist nicht gerade die beste Werbung als Thronfolger für Herrn Tillich.

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Profdoc1 18.10.2017, 20:35
8. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.....

Zitat von Frietjoff
Zu [1]: Genau! Wenn immer ein Unionspolitiker einen Rechtsruck oder einen Kuschel- oder Ignorierenkurs als Gegenmittel gegen Rechtpopulisten (bzw. ausgemachte Nazis) fordert, sollte man ihm ein Bild Tilichs zeigen. Klare Kante hilft gegen Populisten, sonst nichts. Zu [2]: Vergiss bitte nicht, dass auch in Sachsen eine überwältigende Mehrheit der Wähler*innen für demokratische Parteien bzw. (wenn du die Linke nicht für eine solche hälst) zumindest gegen die Rechtspopulisten/Nazis gestimmt haben. Es gibt einige Kreise im alten Westen, deren AfD-Ergebnis von west- oder nordsächsischen Kreise nicht nennenswert entfernt ist. Klar, das extreme Ergebnis der AfD in Ostsachsen ist extrem besorgniserregent, aber alle Sachsen sollten deswegen nicht über einen Kamm geschoren werden. (Und nein, ich bin nicht persönlich belitten. Ich bin kein Sachse und wohne nicht dort.)
Ich bin auch kein Sachse und wohne dort auch nicht - schönes Bundesland!

Ich kann dem Foristen nur zustimmen. Auch in NRW gibt es Gebiete im Revier da sind die AfD-Ergebnisse nicht weit von den sächsischen entfernt.

Dennoch: Bangemachen gilt nicht! Sich gemeinmachen und nach rechts rücken, ist das Schlimmste was PolitikerInnen tun können. Insoweit ist Horst Seehofer auf dem vollkommen falschen Weg. Es hilft nur: Klarheit .... in der Ansage. Sagen, was ist und was nicht geht. Basta.

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jack.welch 18.10.2017, 20:36
9. Keine Ahnung von Sachsen

Die Kommentare hier im Forum zeugen von einer profunden Unkenntnis der Sachsen. Ich bin Leipziger und denke, einen entsprechenden Einblick in die Wahlgründe der Sachsen zu haben. Den Sachsen geht es gut. Grund für die Stärke der AfD ist ausschließlich die Flüchtlingspolitik der CDU. Und die belehrenden Worte hierzu aus dem Westen. Warum wohl haben die Sachsen die Kommunisten gestürzt? Weil sie besonders sensitiv für falsche Entwicklungen sind, die ausschließlich ideologische Hintergründe haben. Je stärker der Druck der Ideologen desto stärker die Gegenreaktion der Sachsen. Also: die CDU kann machen was sie will. Solange die Flüchtlingspolitik so bleibt wie sie ist, wird die AfD stärker werden. Und Propaganda wird diesen Prozess nur noch beschleunigen. Es ist ganz einfach: Merkel geht, Zuwanderung wird mit Vernunft gemanagt und die AfD ist weg vom Fenster. Schätze aber, letzteres ist ein sehr unrealistisches Szenario. Dann stünde das Resultat der Landtagswahlen 2019 allerdings schon fest.

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